Jenseits der Informationsblase

Hätte Sokrates den Begriff bereits gekannt, wäre einer seiner berühmten Sprüche vielleicht so ausgefallen – „Ich weiß, dass ich nichts außerhalb meiner Informationsblase weiß.“ Die Tatsache, dass wir all das, was wir nicht wissen, nicht wissen können, ist eine unangenehme Situation. Seit Gutenberg haben die Massenmedien die Verfügbarkeit von Information ins Unermessliche wachsen lassen. Heute sind wir im Internet angekommen, wo alle alle erreichen können, sofern sie gefunden werden. In dieser komplexen Welt ist es natürlich, dass die Webseiten sich mit Gleichgesinnten vernetzt sind – Kreationisten vernetzen sich mit Kreationisten; Anhänger der Evolutionstheorie verlinken mit Anhängern der Evolutionstheorie. Was machen diese Sphären aus? Wie kommt man jenseits der Informationsblase?

Die Informationsblase ist beispielsweise durch die folgenden Aspekte bestimmt.

  • Konsistenz
    Der Zusammenhalt in einer Informationsblase entsteht durch einen stimmigen Zusammenhang. Die einzelnen Bestandteile wiederholen und ergänzen sich oder bauen sogar aufeinander auf. In jedem Fall widersprechen sie sich nie. Die dafür erforderliche Logik muss dazu so einfach und eingängig wie möglich sein.
  • Sprache
    Durch die gemeinsame Sprache wird die Konsistenz sichergestellt. Die Beiträge wiederholen immer ein ähnliches Muster. Dies führt im Laufe der Zeit zu einer High Context Kultur, die von außen nur schwer verstehbar ist bzw. falsch interpretiert wird. Informationsblasen leben von ihrem technischen Jargon.
  • Dogmatik
    Informationsblasen haben die Tendenz sich gegen Eingriffe in ihre Konsistenz und ihren Jargon zu wehren. Andersartige Weltsichten werden mit allen Mitteln und so früh wie möglich im Keim erstickt und aktiv ignoriert. Wiederholungen der Inhalte durch Wiederverwendung werden belohnt. Fehlverhalten wird sofort diffamiert, meistens als Unwissenheit oder als Lüge oder als Falschmeldung.
  • Interne Verlinkung
    Eine wichtige Funktion ist der Einsatz von Querverweisen innerhalb der eigenen Informationsblase. Im Interesse der Konsistenz verbieten sich Links auf gegensätzliche oder andere Meinungen. Dadurch entsteht ein geschlossenes Denkgebäude, dem die Offenheit und der Diskurs mit anderen Themen fehlt.
  • Filter
    Das Internet suggeriert völlige Erreichbarkeit. Dabei haben die Anbieter der Netze und die sozialen Plattformen jederzeit die Möglichkeit und zwischenzeitlich sogar die Pflicht Filter einzubauen. Diese Filter verhindern die Sichtbarkeit bestimmter Webseiten. Besonders Staaten und Unternehmen, die meinen, Kontrolle ausüben zu müssen, können mit einfachen Mitteln und ohne bemerkt zu werden unliebsame Inhalte ausblenden.

Aus der Blase gibt es eigentlich kein Entrinnen, außer man verfügt über einen Blick über die Tellerränder. Dazu braucht es:

  • Neutrale Suchmaschinen
    Solange es übergreifende Suchmaschinen gibt, die in alle Informationsblasen hineinschauen können, besteht eine große Wahrscheinlichkeit, dass man über die eigene Informationsblase hinausblicken kann. Das Problem besteht darin, dass man keinerlei neutrale Möglichkeiten hat, gefilterte Inhalte zu erkennen, außer man erhält Hinweise aus anderen Medien oder durch Mundpropaganda. Man weiß nie, was man nicht weiß.
  • Allgemeine Regeln für Filter
    Im Interesse einer maximalen Offenheit sollten Regeln für ein offenes Internet definiert sein. Diese sollten technisches Blockieren, die Entfernung von Suchergebnissen, die Abschaltung von Webseiten und Selbstzensur regeln. Grundsätzlich gibt es Fälle, in denen Filter berechtigt sind – Pädophilie, Terrorismus oder Ähnliches. Leider gibt es noch keine allgemeingültige Auslegung, welche Webseiten zu filtern sind und welche nicht.
  • Gegenseitige Toleranz
    Das Gelten- und Gewährenlassen von anderen Meinungen ist ein Ansatz, der allen zur Verfügung steht, aber aus verständlichen Gründen nicht genutzt wird. Die Auseinandersetzung mit entgegengesetzten Standpunkten würde sicherstellen, dass der eigene Ansatz stabiler wird. Mit der entsprechenden Toleranz werden Diskurse erst möglich.

Fazit: Die Informationsblase ist ein natürliches Phänomen. Die gemeinsame Sprache, der Notwendigkeit von konsistenten Inhalten, die innewohnenden Überzeugungen, konsequente Querverweise und Filter schaffen einen geschlossenen Denkansatz. Mit neutralen Suchmaschinen, allgemeine Regeln für die Filter und gemeinsame Toleranz kommt man jenseits der Informationsblasen.

Beyond the informational bubble

If Socrates would have already known the term, one of his famous sayings would have been going like this – “I know that I know nothing outside of my informational bubble.” The fact that we cannot know what we do not know, is an uncomfortable situation. Since Gutenberg the availability of information has grown immeasurably by the mass media. Today we arrived in the Internet, where everybody can reach everybody, as long as they are found. In this complex world it is natural that the web pages are linked with like-minded ones – creationists link to creationists; supporters of the theory of evolution link to supporters of the theory of evolution. What constitutes these spheres? How can you get beyond the informational bubble?

The informational bubble is for example defined by the following aspects.

  • Consistency
    The cohesion in an informational bubble results from a consistent correlation. The individual components repeat and complement each other or even built on each other. In any case they never contradict themselves. For this purpose the necessary logic must be as simple and understandable as possible.
  • Language
    The consistency is guaranteed by a common language. The contributions always repeat a similar pattern. This leads over time to a High Context culture, which is only understandable from the outside and/or is interpreted in the wrong way. Informational bubbles subsist on their technical jargon.
  • Dogmatism
    Informational bubbles have to resist the tendency of influencing their consistency and their jargon. Different world views are as early as possible nipped by all means in the bud and are actively ignored. Repeating the contents through re-use is rewarded. Failure is defamed immediately, mostly as lack of knowledge or as lie or as fake news.
  • Internal linking
    An important function is the use of cross references within the own informational bubble. In the interest of consistency the link to opposite or other opinions is forbidden. Thus, a closed explanation system evolves that lacks openness and a discourse with other topics.
  • Filter
    The Internet insinuates complete accessibility. Therefore the net providers and the social platforms have the possibility to insert and in the meantime even the obligation to filter at any time. These filters prevent the visibility of certain web pages. Particularly countries and enterprises, which believe that they have to exercise control, can fade out undesired contents with simple measures and without being recognized immediately.

There is actually no way out of the bubble, except you have a look beyond your own nose. Additionally it needs:

  • Neutral search engines
    As long as there are overarching search engines, which can look into all informational bubbles, there is a large probability that you can look out of your own informational bubble. The problem is that one does not have any objective way of recognizing filtered contents except you get hints from other media or by word of mouth. You never know, what you don’t know.
  • General rules for filters
    In the best interest of maximum openness, rules for an open Internet should be defined. They should regulate technical blocking, the elimination of search results, the deactivation of web pages and self-censorship. In principle there are cases, in which filters are justified – pedophilia, terrorism, or the like. Unfortunately there is still no generally accepted interpretation, which web pages are to be filtered and which not.
  • Mutual tolerance
    The acceptance and connivance of other opinions is an approach, which is available for everybody, but for understandable reasons is not applied. The discussion of contrary positions would guarantee that the own approach gets more stable. Only with the appropriate tolerance, discourses become possible.

Bottom line: The informational bubble is a natural phenomenon. The common language, the necessity of consistent contents, the inherent convictions, consistent cross references and filters create an integrated approach. With neutral search engines, general rules for filters and common tolerance you can get beyond the informational bubble.

Die Mauer – ideale Metapher für Grenze

Die Große Mauer wird mit ihren über 21.000 km, trotz der über 3100 km langen Grenzanlagen zwischen den USA und Mexiko, auf absehbare Zeit der größte Grenzwall der Welt bleiben. Der 24 km lange Zaun bei Ceuta, die160 km der ehemaligen Berliner Mauer und die 759 km langen Sperranlagen zwischen Israel und dem Westjordanland zeigen, dass die älteste Form der territorialen Grenze immer noch zum Einsatz kommt. Am Beispiel einer Mauer lassen sich Aspekte einer Grenze aufzeigen.

Grenzen gibt es mit und ohne Mauern. Natürliche Grenzlinien haben sich stets entlang von Gewässern, Wüsten und Bergen gebildet. Sobald auf einer Karte diese Trennungslinien kerzengerade verlaufen, handelt es sich um künstlich geschaffene Grenzen, wie beispielsweise die Nordgrenze der USA zwischen Buffalo Point und Vancouver. Ehemalige Kolonien können ein Lied davon singen. Warum werden trotz unseres globalen Bewusstseins heute noch Mauern hochgezogen?

  • Festlegung
    Im einfachsten Fall werden mit einer befestigten Grenze Besitzverhältnisse angezeigt. Man steckt damit die zu einem Gebiet zählenden Flächen ab und trennt sie dadurch von ihrer Umgebung. Wie eine von Wasser umspülte Insel von anderen Landmassen abgetrennt ist, bildet die Grenze ein zusammengehöriges Gebiet, in dem bestimmte Regeln, Überzeugungen und Verhalten Gültigkeit haben. In vielen Kulturen bestimmt eine Mauer die familiäre Sphäre. Die Hutongs in China und die Anwesen in arabischen Ländern werden von einer übermannshohen Mauer umgeben, die gebaut wird, bevor der eigentliche Hausbau beginnt.
  • Eingrenzung
    Mauern sind immer eine Barriere für die, die sich innerhalb befinden. Damit ist sie ein ideales Mittel, um zu verhindern, dass jemand oder etwas ein bestimmtes Gebiet unkontrolliert verlässt. Das gilt nicht nur für Gefängnisse, sondern auch für Industrieeinrichtungen, die auf diese Weise beispielsweise Diebstahl verhindern. Das umschlossene Gebiet lässt sich durch den Rahmen besser kontrollieren und absichern. Die Grenze bildet eine Hürde, die die Kontrolle im Inneren sicherstellt. Je nach ihrer Größe wird die Umschließung als mehr oder weniger unangenehm wahrgenommen. In der früheren Inselstadt Berlin war die Grenze nie weit entfernt. Ein großes Land, das sich über mehrere Zeitzonen hinzieht, erweckt dabei manchmal den Eindruck von unendlicher Weite. Unsere vergleichbaren mentalen Mauern werden aber durch unsere Erziehung und Erfahrungen aufgebaut. Im Extremfall befinden wir uns in einer Informationsblase, aus der wir nicht herauskommen, da wir beschränkt sind auf die bereitgestellten Information.
  • Ausgrenzung
    Außerhalb der Mauer befinden sich die Anderen, die durch die Grenze gezwungen werden draußen zu bleiben. Mit der Zeit wirkt das, was anders ist, befremdlich, bedrohlich und unerwünscht. Das führt dazu, dass die Bewohner enger zusammenrücken, sich über die Ausgrenzung definieren und immer mehr gegen die Fremden polarisieren. Die Grenze verhindert den erforderlichen offenen Meinungs- und Warenaustausch. Unverständlicherweise folgen Separatisten damit dem falschen Weg von Nordkorea. Auswüchse dieser Ausgrenzung beobachten wir bis heute. Erstaunlicherweise haben frühere Opfer einer solchen Ausgrenzung keine Hemmungen ihren heutigen Rassismus und ihre gelebte Intoleranz öffentlich zu zeigen. Das reicht von dem illegalen Siedlungsbau im Westjordanland bis hin zu den gesicherten Wohnkomplexen (sogenannte Gated Communities) in vielen Ländern.

Grenzen schaffen vor allem Orientierung – dies gehört zusammen und das gehört nicht dazu. Die Mauer ist das Sinnbild einer Grenze zwischen A und B. Innerhalb gelten die einen Gesetze und außerhalb die anderen. Damit ist eine Grenze an sich hilfreich, informativ und praktisch. Sobald jedoch Grenzen dazu missbraucht werden, ein- oder auszusperren, werden sie gefährlich. Derzeit schwingt das Pendel zurück zur Nationalstaatlichkeit. Die Mauern werden gerade erneut errichtet – mental und physisch.

Fazit: Grenzen sind ein wichtiges Werkzeug, um ein zusammenhängendes Gebiet festzulegen, in dem eine gemeinsame Identität und gemeinsame Grundlagen existieren. Dies schafft Sicherheit und Geborgenheit. Gleichzeitig werden Grenzen genutzt, um Menschen ein- oder auszusperren. Die Mauer verdeutlicht diese Situation. Aus diesem Grund ist sie die ideale Metapher für Grenze.

The wall – ideal metaphor for boundary

The Great Wall will remain with its over 21.000 km for the foreseeable future the largest border of the world, despite the installation between the US and Mexico with its over 3100 km long fence. The 24 km long fence close to Ceuta, die160 km of the former Berlin wall and the 759 km long barrier construction between Israel and the West Jordan territory show that the oldest form of territorial delineation is still used. The aspects of a boundary can be shown wth the example of a wall.

There are Boundaries with and without walls. Natural border lines always arose along waters, deserts and mountains. As soon as those dividing lines run straight on a map, they are artificially created, as for example the northern border of the US between Buffalo point and Vancouver. Former colonies can tell a tale of it. Why are walls still built despite our todays global mindset?

  • Determination
    In the simplest case, ownership structures are indicated with a fortified border. One marks the surfaces that belong to a territory and separates them thereby from their environment. As an island that is surrounded by water and separated from other landmasses, the border determines a territory that belongs together, in which certain rules, convictions and behaviors are valid. In many cultures a wall defines the family sphere. The Hutongs in China and the properties in Arab countries are surrounded by high rising walls that are built even before the construction of the house starts.
  • Containment
    Walls are always a barrier for those, who are inside. Thus, it is an ideal means, in order to prevent that someone or something leaves a certain area unchecked. That is not only valid for prisons, but also for industrial facilities that prevent that way theft. The surrounded area can be better controlled and secured with this frame. The boundary creates a hurdle that ensures the control in the interior. The confinement is perceived as more or less unpleasant depending upon its size. In the earlier city island of Berlin the border was never far away. A large country that drags on across several time zones stimulates thereby sometimes the impression of boundless vastness. But our comparable mental walls are built through our education and experiences. In extreme cases, we are in an information bubble that we cannot leave, since we are limited to the information that is provided.
  • Exclusion
    Outside of the wall you find the other people, who are forced by the border to remain outside. Over time the different becomes strange, threatening and unwanted. This leads to the fact that the inhabitants get closer together, define themselves through exclusion and polarize more and more against the strangers. The border prevents the necessary open exchange of goods and opinions. Incomprehensibly those separatists follow thereby the wrong way of North Korea. We observe excesses of this exclusion until today. Surprisingly former victims of such exclusion do not hesitate to show their current racism and to live their intolerance publically. That reaches from the illegal building of settlements in the West Jordan territory, to the secured residential facilities (so-called Gated Communities) in many countries.

Borders create above all orientation – this belongs together and that does not belong to it. The wall is the symbol of a border between A and B. Within some laws are valid and outside some others. Thus, a border by itself is helpful, informative and practical. However, as soon as borders are misused to lock up or out, they become dangerous. Currently the pendulum swings back to the nation statehood. The walls are built again – mentally and physically.

Bottom line: Borders are an important tool, in order to specify a coherent territory, where a common identity and common bases exist. This creates security and comfort. At the same time borders are used, in order to lock up and out people. The wall clarifies this situation. For this reason it is an ideal metaphor for boundary.

Wasser – die ideale Metapher für Daten

Heraklit hat vor über zweieinhalb Jahrtausenden mit Panta rhei (griechisch: Alles fließt) die Grundlage für ein neues Weltverständnis geschaffen. Man kann nicht zweimal in den gleichen Fluss steigen. Die simple Erkenntnis, die sich daraus ergibt, ist, dass sich alles in permanentem Werden und Vergehen befindet. Es ist vordergründig immer Wasser, das im Fluss fließt – jedoch immer anderes. Ähnlich verhält es sich mit unseren heutigen, virtuellen Flüssen, die mit Daten gefüllt sind. Das macht Wasser zur idealen Metapher für Daten.

Betrachten wir einige Eigenschaften von Wasser und Daten.

  • Aggregatzustand
    Wasser findet sich in drei Zuständen: fest, flüssig und gasförmig. Der Schmelzpunkt ist der Übergang von fest zu flüssig und der Siedepunkt zwischen flüssig und gasförmig. Daten prägen sich ähnlich aus. Solange sich etwas nicht als Nullen und Einsen ausdrücken lassen, weil sie noch nicht ermittelt oder formuliert wurden, gibt es nichts, das fließen kann – wie beim Eis. Daten erreichen ihren Schmelzpunkt, sobald jemand seine Gedanken in Form von Sprache, Bildern oder Klang ausdrückt, oder ein Sensor Messdaten geliefert hat. Jetzt können die Daten fließen – verbreitet, ausgetauscht oder empfangen werden. Erhöht sich die Temperatur weiter, so erreicht man irgendwann den Siedepunkt. Die Daten werden fuzzy – wie Wasserdampf. Die Sensoren erzeugen in diesem Fall ein unbestimmtes Rauschen, das sich im virtuellen Raum nicht erfassen lässt.
    Um brauchbare Daten zu erhalten, müssen sie, wie Wasser, in den flüssigen Zustand gebracht werden. Entweder muss man sie erhitzen, damit sie sichtbar werden – durch Messen oder Fragen. Oder man muss sie abkühlen, damit sie sich verdichten zu verarbeitbaren Daten.
  • Qualität
    Beschränken wir uns auf die einfache Unterscheidung von reinem, im Sinne von trinkbarem, versus kontaminiertem, im Sinne von giftigem, Wasser. Wir unterscheiden zwischen objektiven und falschen Daten. Im Allgemeinen glauben wir an reine Daten, wenn sie aus vertrauensvollen Quellen stammen. Offensichtlich kontaminierte Daten werden von Quellen geliefert, die verdächtig sind – Forschungsergebnisse, weil sie von einer befangenen Quelle stammen; Nachrichten, weil sie von einer politisch abhängigen Presse publiziert wurden.
    Leider beruht die Qualität oft auf einer Bewertung durch Dritte, die an sich zweifelhaft ist – wenn beispielsweise eine Nachrichtenagentur eine andere als politisch gesteuert bezichtigt. Andererseits werden kontaminierte Daten genutzt – sogar stärker als man bis zu einem gewissen Grad vergiftetes Wasser trinken kann.
  • Kanäle
    Das Wasser befindet sich in einem fortwährenden Kreislauf – über dem Meer verdunstetes Wasser regnet an den Bergen ab, erzeugt Bäche, Flüsse und Ströme, die manchmal über Wasserfälle, zurück ins Meer fließen. Das Meer der Daten befindet sich im öffentlichen und geschützten virtuellen Raum. Mit dem Internet der Dinge bilden sich im World Wide Web Wolken, die in Programmen gesammelt werden, mit neuen Daten im Zuge von Abläufen vermischt werden, und über Schnittstellen, den Wasserfällen, wieder im virtuellen Raum landen.
    Mit dem Cloud-Computing nähern wir uns immer mehr diesem Zustand – auch wenn derzeit noch viele, aufgrund von starken Zweifeln an der Sicherheit, ihre Daten nicht der Cloud anvertrauen. Diese internen Dämme bieten jedoch langfristig keinen Schutz mehr, da alle Daten immer mal wieder durch den Cyberspace fließen müssen.
  • Gefahren
    Eine naheliegende Gefahr besteht aus so stark kontaminiertem Wasser, dass es die Nutzer in kürzester Zeit vergiftet. In den letzten Jahren wird uns jedoch auch die unvorstellbare Macht von Wasserfluten durch Tsunamis oder Dammbrüchen nach starken Regenfällen vor Augen geführt. Dabei vergessen wir schnell, dass kein Wasser eine noch schlimmere Bedrohung darstellt – vor allem, wenn sich Länder gegenseitig das Wasser abgraben, wie man an den Verteilungsproblemen im Westjordanland, an den Dämmen des Mekong in China oder am Aralsee sehen kann. Die Verbreitung von falschen Informationen kontaminiert ebenfalls die Einstellungen und Erkenntnisse des Publikums. Gleichzeitig fluten immer mehr Daten durch das Internet. Der Versuch diese Daten zu sortieren führt einerseits zu Filterblasen, die einen großen Teil der Daten ausblenden. Andererseits schaffen die Filter Möglichkeiten die öffentliche Meinung durch das unmerkliche Herausfiltern von kritischen Inhalten zu manipulieren, wie beispielsweise durch die Zensur des „embedded” Journalismus. Und schließlich führen fehlende Daten zu gefährlichen Fehleinschätzungen.

Verschiedene Denker haben sich der Frage gewidmet „Wie wirklich ist die Wirklichkeit?” Und trotzdem argumentieren viele noch mit Kategorien wie „Richtig“ und „Falsch“. Dabei liegt die Wahrheit immer im Auge des Betrachters. Mit dem neuen Aufflammen von Propaganda müssen wir wohl damit Leben, dass immer neue Begriffe, wie „postfaktisch“ oder „alternative Fakten“ dieses Dilemma zu verstecken versuchen. Wir sollten nicht vergessen, dass manche Leute keine Hemmungen haben gute und schlechte Daten zu verkaufen, sowie arglose sie ohne sie zu hinterfragen konsumieren – wie Wasser.

Fazit: Daten verhalten sich offensichtlich wie Wasser – es gibt ähnliche Aggregatzustände, Qualitäten, Kanäle und Gefahren. Datenflüsse, Datenströme und Datenfluten lassen sich durch speziell angelegte Flussbetten und Dämme sowie durch Filter steuern. Damit ist Wasser die ideale Metapher für Daten.

Water – the ideal metaphor for data

Heraclitus created with Panta rhei (Greek: Everything flows) the bases for a new world view more than two and a half thousand years ago. You cannot step twice into the same stream. The simple insight that results is that everything is in permanent coming and going. It is at first sight always water that flows in the river – however always different one. The same happens with our current, virtual flows that are filled with data. That makes water to the ideal metaphor for data.

Let’s look at some characteristics of water and data.

  • Physical state
    Water can be found in three conditions: solid, liquid and gas. The melting point is the transition from solid to liquid and the boiling point between liquid and gas. Data takes shape the same way. As long as nothing can be expressed as zeros and ones, because they were not yet determined or expressed, there is nothing that can flow – like ice. Data reaches its melting point, as soon as someone expresses its thoughts in the form of language, pictures or sound, or after a sensor provided measured data. Now the data can flow – disseminated, exchanged or received. If the temperature rises further, then it reaches sometime the boiling point. The data becomes fuzzy – like steam. The sensors produce in this case an indefinite noise that cannot be captured in the virtual space.
    In order to receive useful data, it, as water, has to be converted into liquid condition. Either you have to heat it, so that it becomes visible – by measuring or questioning. Or you must cool it in order to consolidate it into to processible data.
  • Quality
    Let us limit ourselves to the simple distinction between pure, in the sense of potable, versus contaminated, in the sense of poisonous, water. We differentiate between objective and false data. In general we believe in pure data, if it originates from trusted sources. Obviously contaminated data is supplied by sources that are suspicious – research results, because they were created by a biased source; news, because they were published by a politically depended press.
    Unfortunately the quality is often based on an evaluation by third parties that is doubtful – if for example one press agency accuses another to be politically manipulated. On the other hand, contaminated data is used – even more than you can drink water that is poisoned to a certain degree.
  • Channels
    The water is continually running in a circular flow – water evaporates above the sea, rains down on the mountains, and produces creeks, rivers and streams, which sometimes flow over water falls back into the sea. The sea of data exists in the public and the protected virtual area. Clouds are formed in the world Wide Web with the Internet of Things that are collected in programs, are mixed up with new data in the processes, and are getting back through interfaces, like water falls, into the cyberspace.
    With Cloud computing, we are approaching more and more this state – even, if still many do not entrust their data to the cloud, due to strong concerns about the security. These internal dams offer no more protection on a long-term basis, since all data has to flow from time to time through the cyberspace.
  • Dangers
    An obvious danger comes from very strong contaminated water that poisons the users within shortest time. In the last years also the unimaginable power is shown to us by water floods, tsunamis, or dam failures after strong rainfalls. We quickly forget that no water represents a still worse threat – above all, if countries mutually cut water resources, as you can see at the distribution problems in the West Bank, at the dams of the Mekong in China or at the Aral Sea. The spreading of false information contaminates likewise the attitudes and insights of the audience. At the same time more and more data is flooded through the Internet. The attempt to sort this data leads on the one hand to filter bubbles that fade out a large part of the data. On the other hand the filters provide the possibility to manipulate the public opinion by subtly filtering critical contents, like for example the censorship of the embedded journalism. And eventually the lack of data results in dangerous misjudgments.

Different thinkers have taken care of the question “How real is the reality?” But nevertheless many people still argue with categories like “Right” and “Wrong”. The truth lies as always in the eye of the beholder. With the new conflagration of propaganda, we probably have to live with the fact that new terms, as “post factual” or „alternative facts” are trying to hide this dilemma. We should not forget that some people are not shy to sell good and bad data and unsuspecting people are consuming them without questioning – like water.

Bottom line: Data behaves obviously like water – there are similar physical states, qualities, channels and dangers. Data flows, data streams and data overloads can be controlled by particularly created riverbeds and dams as well as by filters. Thus, water is the ideal metaphor for data.

Das Schiff – die ideale Metapher für den Geltungsbereich

Je größer ein Schiff ist, desto größer ist die Besatzung. Dies umfasst den einfachsten Matrosen bis hin zum Kapitän, und zwar immer nur einen Skipper. An Bord finden sich vielfältige Bereiche, die vor allem einem Zweck dienen – das Schiff in Betrieb zu halten, z.B. Ingenieure, Navigatoren, Techniker, Betriebsmeister, Mechaniker, Köche, Quartiermeister. Einerseits ist ein Schiff unentwegt außerhalb von Landesgrenzen unterwegs, aber andererseits hat es klare Grenzen – den Schiffskörper. Dies macht das Schiff zu einer idealen Metapher für den Geltungsbereich.

Die folgenden Elemente sind erforderlich zur Festlegung des Geltungsbereichs.

  • Externe Grenzen
    Der Ausgangspunkt für die Festlegung des grundsätzlichen Geltungsbereichs ist die externe Grenze. Innerhalb finden sich alle betroffenen Bestandteile – die Menschen und die Dinge sowie die Konzepte, die Vorgehen und die dazugehörigen Regeln. Der Überblick über diese Elemente ist die Basis, um wirkungsvoll kontrollieren und steuern zu können. Außerhalb finden sich unendlich viele, andere Einheiten, die zu kleineren oder größeren Einheiten zusammengefasst sind. Auf dem Schiff unterliegen alle schlussendlich der Autorität des Kapitäns, der die absolute Verfügungsgewalt an Bord hat. Aus diesem Grund verlässt der Kapitän sein Schiff als Letzter. Im Geschäftsleben gibt es viele Geltungsbereiche (z.B. Abteilungen, Projekte, Joint Ventures, Handelszonen), die sich, mit eher verschwommenen Grenzen zwischen innen und außen, oft überlappen. Dadurch ist es erforderlich, die Grenzen der Geltungsbereiche klar zu beschreiben. Mit dem Schiff als Metapher hat man ein gutes Beispiel, um die Reichweite von Verantwortung zu verdeutlichen.
  • Interne Grenzen
    Innerhalb der äußeren Grenzen finden sich weitere abgesteckte Bereiche. Diese inneren Grenzen werden wie externe behandelt. Der jeweilige Chef regiert innerhalb seines Bereichs genauso, wie der übergeordnete Boss. Diese Verschachtelung von Bereichen führt zu den üblichen, hierarchischen Strukturen eines Unternehmens. Der Kapitän verringert durch die Aufteilung in Verantwortungsbereiche seine Führungsspanne und damit die Komplexität seiner direkt unterstellten Mitarbeiter.
    Im Geschäftsleben hat man in den letzten Jahren versucht, die Führungsspanne zugunsten einer flachen Hierarchie zu erhöhen. Die Gliederung folgt den angebotenen Produkten/Services, den Abläufen, den geografischen Gegebenheiten und anderen Kriterien.
  • Entscheidungsebenen
    Die Ebenen, auf denen Entscheidungen getroffen werden, ergeben sich aus dem Bedürfnis des Unternehmens nach Steuerung. Das Zusammenspiel der internen und externen Grenzen legt dabei die Reichweite von Entscheidungen fest. Auf einem Schiff gibt der Kapitän die Befehle an seine Offiziere, die sie wiederum an die Ausführenden weitergeben. Die Ebenen der Entscheidung bestimmen den Geltungsbereich.
    Im Unternehmen sind die Grenzen der Gültigkeit von Anweisungen nicht wirklich trennscharf festlegbar. Bereiche, die aus unterschiedlichen Blickwinkeln für Entscheidungen zuständig sind, erteilen oft widersprüchliche Anweisungen. Ein gutes Beispiel ist die Verantwortung für die geschäftlichen Abläufe. Hier haben die Prozesseigner, der Herstellungsbereich, der Organisationsbereich, die Qualitätssicherung, das Controlling, die Personalabteilung usw. ihre Ziele, die oft im Wettbewerb stehen. Der Prozess soll sich auf die Befriedigung der Wünsche des Kunden beschränken, die Produktion senkt jedoch die Kosten der Herstellung; der Organisationsbereich schafft funktionale Stellen; die Qualitätssicherung strebt das beste Produkt an; das Controlling möchte so viele Messpunkte, wie möglich; die Personalabteilung entscheidet die Schulungsmaßnahmen aus übergreifender Sicht. Dies führt zu unterschiedlichen Kenngrößen, deren Erfüllung die anderen unterminiert. Mehrdeutige Zuständigkeiten führen zu einer Aufweichung der unterschiedlichen Vorgaben.
  • Interdependenz
    Zwar könnte man die einzelnen Zuständigkeitsbereiche klar voneinander trennen. Aber die Abhängigkeit voneinander zwingt zu einer Bündelung innerhalb eines Bereichs und der Festlegung der inneren Grenzen. Auf einem Schiff können die einzelnen Bereiche sich nur mit viel Aufwand außerhalb der externen Grenzen bewegen (beispielsweise das Beiboot). Es ist jedoch nicht praktikabel, als Koch auf einem eigenen Boot unterwegs zu sein und nur zum Kochen an Bord zu kommen. Aus diesem Grund sind die Kombüse und ihre Belegschaft Bestandteil des Schiffs.
    Im Unternehmen ist das Auslagern von Bereichen schon lange zu einer kurzsichtigen Praxis geworden. Im Interesse der Verringerung der Mitarbeiteranzahl werden immer wieder einzelne Bereiche nach außen verlegt. Das Zusammenspiel erfolgt danach wie mit anderen externen Zulieferern. So werden gut abgrenzbare Einheiten gerne nach außen verlagert – z.B. der Werkschutz, die Kantine, die Gebäudereinigung sowie spezialisierte Tätigkeiten, wie die IT-Entwicklung, die Komponentenfertigung oder die manuelle Datenerfassung. Häufig vergessen die Entscheider, dass dadurch künstliche Lecks geschaffen werden, durch die Wissen das Unternehmen verlässt – mit allen Nachteilen im Wettbewerb.

Fazit: Die klare Festlegung der externen und internen Grenzen sowie der Ebenen der Entscheidungen und der Interdependenz sind wichtige Voraussetzungen für wirksame Geltungsbereiche. Ohne diese klar begrenzten Einflusszonen ergeben sich überlappende Zuständigkeiten, mehrdeutige Machtverhältnisse und am Ende ein schwer zu steuerndes Ganzes. Ein Boot versinnbildlicht diese Aspekte. Damit ist das Schiff die ideale Metapher für einen Geltungsbereich.

The ship – the ideal metaphor for the scope

The larger a ship, the larger is the crew. This includes the simplest sailor to the captain – in any case just one skipper. On shipboard you find various areas that serve above all one purpose – keeping the ship running, e.g. engineers, navigators, technicians, operating masters, mechanics, cooks, and quartermasters. On the one hand a ship is incessantly moving outside of national borders. On the other hand it has clear boundaries – the hull. This makes the ship an ideal metaphor for the scope.

The following elements are necessary for the definition of the scope.

  • External boundaries
    The starting point for the general scope definition is the external boundary. All concerned components are inside – the people and the things as well as the concepts, the actions and the pertinent rules. The overview of these elements is the basis, in order to be able to effectively control and steer. Outside are infinitely many other entities that are combined into smaller or larger units. On the ship all are eventually governed by the captain, who has the absolute power on board. For this reason the captain leaves his ship as the latest. In the business life there are many scopes (e.g. departments, projects, Joint ventures, commercial zones that often overlap, with fuzzy borders between inside and outside. Therefore it is necessary to describe the scope clearly. You have a good example for clarifying the range from responsibility with the ship as metaphor.
  • Internal boundaries
    Within the external borders are further clearly defined areas. Those internal boundaries, between e.g. departments, are treated as external ones. The respective boss governs within his area exactly the same way as the superordinate chief. This nesting of areas leads to the usual hierarchical structure of an enterprise. The captain reduces his manager-to-staff ratio and the complexity of his direct reports.
    In business they tried to increase this span in the last years in favor of a flat hierarchy. The arrangement follows the offered products/ services, the processes, the geographical conditions and other criteria.
  • Levels of decision making
    The levels, where decisions are made, result from the need of the enterprise to control. The interaction of the internal and external boundaries specifies thereby the reach of the decisions. On a ship the captain gives the instructions to his officers, who pass it on to the operating people. The decision levels determine the scope.
    In the enterprise the boundaries of the validity of directions are not really clear cut. Areas, which are responsible for decisions from different points of view, give often contrary instructions. A good example is the responsibility for the business processes. In this case the process owners, the manufacturing, the organization, the quality assurance, the controlling, the human resources department etc. have their goals, which often compete to each other. The process should be limited to satisfying the customer needs, but the production lowers the costs of manufacturing; the organization creates functional job positions; the quality assurance is yearning for the best product; controlling wants to have as many measuring points, as possible; the human resources department decides trainings from an overall view. This leads to different key figures that undermine each other. Ambiguous responsibilities lead to a blurring of the instructions.
  • Interdependency
    You could clearly separate the individual scopes of responsibility. But the mutual dependency forces the bundling within one area and the definition of the internal borders. On a ship the various areas can only be outside of the external boundaries (for example the dinghy) with a lot of efforts. But it is not convenient to be on your own boat as a cook and only be in board for cooking. For this reason the galley and its members are part of the ship.
    In enterprises the outsourcing became a short-sighted practice since a long time. In the interest of decreasing the number of employees, individual areas are outsourced again and again. Thereafter the interaction takes place as with other external suppliers. Thus, well defined areas are outsourced – e.g. the security, the cafeteria, the building cleaning as well as specialized activities, like the development of IT the component manufacturing, or the manual data entry. Often the decision makers forget that this creates kind of artificial leakages that let knowledge disappear – with all competitive disadvantages.

Bottom line: The clear definition of the external and internal boundaries as well as the decision levels and the interdependency are important conditions for effective scopes. These clearly delimited zones of influence result in overlapping competencies, ambiguous balance of power and, eventually, the whole that can only be steered with difficulty. A boat symbolizes these aspects. Thus, the ship is the ideal metaphor for the scope.

Richtig und falsch – eine Frage des Standpunkts?

Noch vor dreißig Jahren erreichte man die Öffentlichkeit über besondere Kanäle – Tageszeitungen, Magazine, Radio, Fernsehen. Heute können alle ihre Äußerungen ins Internet stellen und erreichen latent drei Milliarden Menschen. Ohne die Filter der professionellen Nachrichtenmacher stellt sich die Frage, welche Informationen richtig oder falsch sind. Trotzdem gab es immer schon Falschmeldungen. Dies reicht von Berichten über eine deutsche Zelle des Ku-Klux-Klan, über die von Loriot erfundene Steinlaus, bis hin zu den Hitler-Tagebüchern, die vom Stern veröffentlicht wurden. Derartig konstruierte Nachrichten sind nichts weiter als Lügen. Wo beginnt jedoch die Wahrheit und wo hört die Lüge auf? Richtig und falsch ist vielleicht eine Frage des Standpunktes.

Ein Blick auf einige Aspekte verdeutlicht die Schwierigkeit.

  • Blickwinkel machen einen Unterschied
    Je nachdem, wo man sich befindet und in welche Richtung man blickt, sieht man Sachverhalte anders. Der Blickwinkel ist in jedem Fall beschränkt. Die Betroffenheit bestimmt, was man sieht und bewertet. Gehört man zu den Opfern, steht die ungerechtfertigte Tat im Mittelpunkt. Täter schauen auf die schlüssige Begründung ihrer Handlung. Als Außenstehender hat man aufgrund von fehlendem Hintergrundwissen einen neutralen Standpunkt. Welcher Blickwinkel ist aber schließlich richtig oder falsch?
  • Kontakte machen den Unterschied
    Ein Bericht aus zweiter Hand liefert meistens unterschiedliche, widersprüchliche Wahrnehmungen. Bestimmt werden die Aussagen ebenfalls durch die Rolle (s. oben). Zusätzlich werden die Wahrnehmungen durch die Filter des Meta-Modells der Sprache Inhalte werden getilgt oder generalisiert oder einfach verzerrt. Wie kann man sagen, was richtig oder falsch ist?
  • Kultur macht den Unterschied
    Abhängig von der Zugehörigkeit zu einem Kulturkreis unterscheidet sich beispielsweise die Art, wie Informationen ausgetauscht werden, der Umgang mit Personen oder die Beschreibung der Zeitfaktoren. Der Stil führt zu detaillierten oder vagen Beschreibungen, abhängig von Vorannahmen durch das Vorwissen der Zielgruppe. Kulturbedingte Schwerpunkte durch den Blick auf einzelne Personen oder auf Gruppen machen einen Unterschied. Der Umgang mit Zeit führt auch zu einem begründenden Blick auf die Vergangenheit oder einer einfachen Beschreibung der Gegenwart oder einer Berücksichtigung zukünftiger Konsequenzen. Was ist dann richtig oder falsch?

Die Frage nach der Wahrheit wurde seit den alten Griechen von allen Philosophen gestellt. Mit dem Internet gibt es ein Medium, mit dem alle alle erreichen können. Damit stehen sämtlichen denkbaren Aussagen Türen und Tore zur Verbreitung offen. Was davon der Wahrheit entspricht oder ihr auch nur nahekommt, ist aufgrund der unterschiedlichen Blickwinkel nicht abschließend entscheidbar. Der Versuch neutrale Stellen zur Zertifizierung von Inhalten zu schaffen, wird das nicht beheben.

Fazit: In Ermangelung einer verbürgten Wahrheit müssen wir lernen mit den verschiedenen Ausprägungen von Fakten umzugehen. Sobald wir verstehen, dass unterschiedliche Blickwinkel, verschiedene, mögliche Wirklichkeiten erzeugen, sind wir gewarnt und es fällt uns leichter, uns aufmerksam mit den dargebotenen Verkündigungen auseinanderzusetzen. Am Ende ist richtig und falsch abhängig vom Standpunkt – außer bei einer vorsätzlichen, gewollten Lüge.

Right or wrong – a question of the point of view?

Still thirty years ago, you one reached the public by means of special channels – daily papers, magazines, radio, and television. Nowadays, everybody can place its expression in the Internet and latently reach three billion people. Without the filters of the professional news makers the question arises, which information is right or wrong. Nevertheless, there was always fake news. This goes from a German cell of the Ku-Klux-clan, to the stone louse invented by Loriot (a German humorist), to the Hitler diaries that were published by the Stern (a German magazine). News developed in such a way are nothing else than lies. However, where does the truth begin and where does the lie ends? Right and wrong is maybe a question of the point of view.

A look at some aspects clarifies the difficulty.

  • Points of view make a difference
    Depending on where you are and into which direction you are looking, you see facts differently. The point of view is limited in any case. The involvement determines what you see and evaluate. If you belong to the group of victims, the unjustified act is your focus. Perpetrators are looking on the conclusive reason of their action. As an outsider you have a neutral standpoint due to missing background information. But which point of view is eventually right or wrong?
  • Contacts make a difference
    A second-hand report provides mostly different, contradictory perceptions. The statements are determined likewise by the role (see above). Additionally the perceptions are limited by the filters of the Meta model of the language. Contents are simply erased or generalized or distorted. How can you tell, what is right or wrong?
  • Culture makes a difference
    Depending on the affiliation to a culture differs for example the kind of information exchange, the dealing of people or the description of the time factors. The style leads to detailed or vague reports, depending on the presuppositions based on the prior knowledge of the target group. Cultural emphasis by looking at individual persons or at groups makes a difference. The handling of time leads also to a justifying look at the past or a simple description of the present or a consideration of future consequences. What is then correct or wrong?

The quest for truth was asked by all philosophers since the ancient Greeks. With the Internet there is a medium that can be used by everybody to reach everybody. Thus, it opens the flood gates for spreading all conceivable statements. What corresponds to the truth or at least gets close to it, is not finally decidable due to the different points of view. The attempt to create neutral authorities for the certification of contents, will not fix this issue.

Bottom line: In the absence of a guaranteed truth, we must learn to deal with different versions of facts. As soon as we understand that different perspectives produce different, possible realities, we are warned and it will be easier to deal attentively with the presented proclamations. In the end depends right or wrong on the standpoint – except in case of a deliberately intended lie.

Gesellschaftsfähiger Fortschritt

Jeden Tag entstehen in unauffälligen Garagen oder Start-ups Neuerungen, die die Welt verändern. Sie erleichtern zwar unser Leben, gleichzeitig beseitigen sie viele Möglichkeiten, sein Leben zu bestreiten. Die neuen Geschäftsmodelle bieten unverbindliche, fast freiberufliche Arbeitsverträge. Nutznießer sind dabei die Plattformanbieter der neuen Geschäfte, die ohne jegliche gesellschaftliche Verpflichtung einen Markt erobern. Im Zuge dessen lösen sich die Errungenschaften der letzten einhundert Jahre auf, wie z.B. die Beschäftigungssicherung, die Mitbestimmung, die Arbeitszeitregelungen, die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, das Urlaubsgeld, der Arbeitsschutz. Zusätzlich fallen auch viele gefährliche und unzumutbare Arbeiten weg. Was machen jedoch die Menschen, die sich nicht für die wissensintensiven Beschäftigungen eignen? Muss der Fortschritt nicht gesellschaftsfähig gemacht werden?

Wirtschaftliche Gesichtspunkte zwingen die Anbieter dazu, Kosten zu minimieren und Gewinne zu maximieren. Dass dabei die Kosten sozialisiert und die Gewinne privatisiert werden, scheint der Politik entgangen zu sein. Die politischen Entscheidungen werden häufig im Interesse der Industrie getroffen. Hauptargument ist dabei die Sicherung der Arbeitsplätze. Wie könnte man das Eine tun, die heutigen Möglichkeiten zu nutzen, und gleichzeitig das Andere, die Gesellschaft intakt zu halten, nicht lassen?
Die folgenden Aspekte könnten das gesellschaftliche Gleichgewicht fördern.

  • Persönlich haften
    Die Verantwortung für Schäden, die beispielsweise im Rahmen der Sharing-Economy entstehen, lassen sich so regeln, dass die Anbieter einer Plattform, wie UBER oder Airbnb, auch persönlich haften, anstelle die Verantwortung komplett auf die abzuwälzen, die die eigentliche Arbeit leisten – so wie es sowieso etablierte Geschäfte auch müssen. Das Gleiche gilt für die Anbieter von autonomen Produkten. Diese Anbieter sollten zumindest einen großen Teil der Mitverantwortung an einem Schaden, der durch das Produkt entsteht, übernehmen.
    Mit einer gesetzlich festgelegten persönlichen Haftung werden die neuen Dienstleistungen und Geräte zuverlässiger und sicherer für die Kunden.
  • Menschenleben verantworten
    Die neue Form der Beschäftigung, die kaschiert wird von einer scheinbar unternehmerischen Freiheit der Subunternehmer, sollte von den UBERs dieser Welt verantwortet werden. Und das vor allem dann, wenn die „Angestellten“ von dem Anbieter vollständig abhängig sind. Diese Formen der Scheinselbstständigkeit benötigen ein neues Mitarbeiterrecht, das die Anbieter der Plattformen in ihre natürliche Pflicht nimmt.
  • Rechtssicherheit immer und überall
    Das Internet ist ein globales Netz, das es ermöglicht, Dienstleistungen dorthin zu transferieren, wo die Arbeitskosten am günstigsten sind. Soweit so gut. Dabei gelten jedoch weiterhin die Gesetze für z.B. das Arbeitsrecht, die Lohnnebenkosten aber auch für die Sicherheit der Arbeitsplätze und der Gebäude innerhalb der Landesgrenzen. Die Mobilität der Arbeit ist ja für alle Beteiligten von Vorteil. Aber wenn nur rechtliche Schlupflöcher auf Kosten der Mitarbeiter ausgenutzt werden, verliert diese weltweite Verteilung der Arbeit ihren Charme.
    Es braucht einen globalen Rechtsrahmen, der für alle verpflichtend ist und stets geahndet werden kann, egal, wo sich die Anbieter verstecken. Der neueste Report von Oxfam bezüglich der globalen Ungleichheit schlägt beispielsweise vor, dass die Teilnehmer eine progressive Besteuerung unterstützen und selbst alle ihre Steuern zahlen und keine Steuervermeidung/Steuerflucht betreiben.
  • Steuern auf Produktivität erheben
    Der alte Wein der steigenden Durchdringung der Arbeitswelt mit IT wird, in den neuen Schläuchen der Digitalisierung, die Arbeitswelt immer humaner machen. Gleichzeitig wäre es hilfreich, die Lebensader der Gesellschaft, die Steuern, an die neuen Gegebenheiten anzupassen. Hierzu müssten die Steuern von personenbezogenen auf produktivitätsbezogene Ansätze erweitert werden. Tragen heute die Mitarbeiter, die die Produktivität ausmachen, die Finanzierung des Staates, sollte zukünftig die entsprechende Automatisierung steuerlich berücksichtigt werden.
  • Steuern zahlen
    Nicht nur die Arbeit bewegt sich um die Welt. Auch die Steuerzahler suchen sich das jeweils günstigste Schlupfloch. Wie ist es möglich, dass große Unternehmen ihre Umsätze nicht so versteuern, wie jeder kleine Einzelhändler. Es sollte im Interesse aller Länder sein, dass die Geschäfte ihren Umsatz in dem Land komplett versteuern, in dem die Umsätze angefallen sind. Die erforderlichen Regelungen sollten entsprechend formuliert werden – ohne Intercompany-Verrechnung von künstlich geschaffenen Marken- oder Servicegebühren.

Für die Einführung von derartigen Maßnahmen ist die Politik zuständig. Mit den absehbaren, kommenden Regierungen ist ein Wiederaufleben von „Kaufe nationale Produkte“- Kampagnen und Wirtschaftskriege  abzusehen Die übernationalen Gremien in Europa und der Welt sind gefordert.

Fazit: Gesellschaftliche Neuerungen sind solange gut, wie sie die gesellschaftlichen Errungenschaften nicht unterminieren. Die Verantwortlichen sollten wieder in die persönliche Haftung genommen und Steuern nach der erzielten Produktivität fällig werden, die Gesetze weltweit angeglichen und verpflichtend sein, die Mitarbeiter wieder in Rechtssicherheit zurückgeführt und gerechte Steuern für den Staat sichergestellt werden. Nur mit gesellschaftsfähigem Fortschritt kann die Gesellschaft überleben.

Socially acceptable progress

Every day people develop innovations that change our world in discreet garages or start-ups. They facilitate our life and eliminate at the same time many opportunities for making a living. The new business models offer noncommittal, almost freelance work contracts. Beneficiaries are the platform providers of the new businesses, which conquers a market without any social obligation. In the course of it dissolve the achievements of the last one hundred years, like the job security, the worker participation, the work time regulations, the wages paid on sick leaves, the holiday pay, and the occupational safety management. Additionally dangerous and unreasonable work is omitted. However, what can people do, who are not suitable for the knowledge-intensive work? Don’t we need to make the progress socially acceptable?

Economic criteria force the vendors to minimize costs and maximize profits. The fact is overseen by the politics that thereby the costs are socialized and the profits are privatized. The political decisions are frequently made in the interest of the industry. Main argument is thereby the protection of the jobs. How could somebody do the one, using today’s possibilities, without neglecting at the same time the other, keeping the society intact?
The following aspects could foster the social balance.

  • Personally liable
    The responsibility for damages that arise in the context of the sharing economy could be regulated in such a way that the vendors of a platform, like UBER or Airbnb, are personally liable instead of completely passing on the responsibility to those, who are performing the actual work – the same ways as established businesses have to do anyway. The same is valid for the vendors of autonomous products. Those vendors should at least take over a large part of co-responsibility of damage that results from the product.
    With a legally binding personal liability the new customer services and devices will become more reliable and safer.
  • Taking responsibility for human lives
    The new form of employment that is hidden by an illusory, entrepreneurial business freedom of the subcontractors, the Ubers of the world should be responsible for it. And this especially if “the employees” are depending completely on the vendor. These forms of illusory independence need a new employee right that takes the vendor of the platforms up on their natural duty.
  • Legal security always and everywhere
    The Internet is a global network that makes it possible to transfer services where labor costs are most favorable. So far, so good. However, the laws are still valid for e.g. the industrial law, the incidental wage costs, but also for the security of the jobs and the buildings within the national borders. The mobility of the work is for all involved people an advantage. But if legal loopholes are only used at the expense of the employees, this world-wide distribution of the work loses its charm.
    It needs a global legal framework that is binding for all and can always be punished, no matter, where the vendors hide. The newest report of Oxfam concerning the global inequality suggests for example that the participants supported a progressive taxation and even paid all their taxes and operate no tax evasion/tax avoidance.
  • Levy taxes on productivity
    The old wine of the rising pervasiveness of IT in the working sphere will make, in the new hoses of the digitization, the world of work ever more human. At the same time it would be helpful to adapt the lifeline of the society, the taxes, to the new conditions. For this purpose the taxes would have to be extended from personal- to productivity-referred approaches. Since today the employees, who create the productivity, have to participate in the financing of the state, in the future the respective automation should be taken into account for taxation.
  • Paying taxes
    Not only the work moves around the world. Also the tax payers are looking for the most favorable loophole. How is it possible that large enterprises do not pay duties for their revenues in such a way, like each small retailer? It should be in the interest of all countries that the businesses have to tax their turnover in the country, where the revenues occurred. The regulations should be generally defined – without accounting for intercompany exchange of artificially created brand or service fees.

For the introduction of such measures politics are responsible. With the foreseeable, upcoming governments a come back of “buy national products”- campaigns and economic wars are foreseeable. The supranational committees in Europe and the world are challenged.

Bottom line: Social innovations are good as long, as they do not undermine the social achievements. The responsible people should be taken again into personal liability and paying taxes based on achieved productivity, the laws should be integrated globally and being mandatory, the employees should be brought back into legal security and fair taxes should be ensured. Only with socially acceptable progress the society is able to survive.

Veränderung ist mehr als ein „Ach so“

Der Irrglaube von Führungskräften und Beratern, dass Veränderung nichts weiter ist als ein Schalter, der nur umgelegt wird und schon ist die Änderung vollzogen, führt zu falschen Erwartungen. Im eigenen Leben konnten sie offenbar noch nicht lernen, dass alle weitreichenden Umgestaltungen dauern. Sie meinen ein gewünschtes Verhalten durch klare, schnelle Maßnahmen, nicht nur bei dem einzelnen Mitarbeiter, sondern bei der ganzen Belegschaft bewirken zu können, obwohl Veränderungen länger brauchen als ein „Ach so“.

Veränderung beginnt, lange bevor der eigentliche Knackpunkt auch nur in Sichtweite gerät. Die folgenden Schritte beschreiben die Zeit davor (Bemerken), den Moment der Erleuchtung (Verstehen), die Festlegung des Neuen (Gestalten) und den Schmerz der Umsetzung (Umlernen).

  • Bemerken – Upps
    Selbst Praktiker der Vogelstrauß-Politik kommen nicht umhin das Gefühl der Unsicherheit zu spüren. Irgendetwas stimmt nicht und entwickelt mit der Zeit einen Druck, der sich nicht einfach lokalisieren lässt. Schließlich wird es so unangenehm, dass der Leidensdruck einen zwingt, sich dem Problem zu stellen und es näher zu betrachten. Ohne regelmäßigen wechselseitigen Austausch von Meinungen und Gefühlen kann es Jahre dauern, bis die Beteiligten an diesen Punkt gelangen. Dieser Schritt endet mit dem ausformulierten Problem, das aufgelöst werden soll.
  • Verstehen – „Ach so“
    Den Veränderungen geht ein überzeugtes „Ach so“ voran. Das bemerkte Problem und die Notwendigkeit der Veränderung werden von den Beteiligten erkannt. Es ist, als ob sich ein Knoten auflöst, als wäre er nie da gewesen. Die Griechen haben es „Heureka“ genannt. In Japan ist das deutsche „Ach so“ sogar Teil der Alltagssprache, getoppt nur vom japanischen なるほど (naruhodo). Diese innerliche Überzeugung ist die Voraussetzung für wirkliche Veränderung. Damit sich das ganze Unternehmen ändert, muss sich jeder Einzelne durch die Schleuse eines persönlichen „Ach so’s“ begeben haben.
  • Gestalten – So geht’s
    Mit der Überzeugung, dass etwas geändert werden sollte, bleibt noch unklar, was und wie. Ein ungewollter Zustand hat unermesslich viele, unterschiedliche Lösungen. Diese neuen Wege führen für jeden in eine andere Richtung und benötigen darum im ersten Schritt ein sich gemeinsames aufeinander einstellen. Mit diesem gewünschten Zustand in der Zukunft kann das neue Verhalten ausgestaltet werden. Dies reicht von neuen Geschäftsmodellen, Abläufen und IT-Programmen, über neue Regeln, bis hin zu neuen Werten, die das Geschehen beeinflussen. Die Gestaltung der Zukunft gewährleistet den Beleg, dass die neue Wirklichkeit überhaupt besser ist, als die alte und die aktuelle Situation nicht nur verschlimmbessert wird. Danach beginnt die tatsächliche Veränderung.
  • Umlernen – Aua
    Das sich lösen von altem Verhalten erfordert, dass es diskutiert, beurteilt, abgelehnt und schließlich verlernt wird. Dieser Ablauf ist schmerzhaft, da alle an unterschiedlichen Stellen angenehme und unangenehme Gefühle entwickeln. Erst wenn die alten instinktiven Reflexe durch neue ersetzt sind, befindet man sich im neuen Verhaltensmuster. Damit befindet man sich am Ende der Veränderung und am Anfang der Entwicklung von neuen Routinen. Das geht solange, bis das Ganze von Neuem beginnt.

Eine Studie hat die Dauer für Veränderungen am Beispiel von Essensverhalten untersucht. Im Durchschnitt haben die Teilnehmer 66 Tage (von 16 bis 254 Tagen) benötigt, um ihr Verhalten zu ändern. Die Veränderungen in einem Unternehmen sind umfassender und betreffen viele unterschiedlich tief verankerte Verhalten. Dies bedeutet, dass Veränderung dauern kann, je nachdem, wo man zu messen beginnt. Im Extremfall dauert es Jahre. Der Schritt nach einem „Ach so“ sollte jedoch nicht länger über mehr als sechs Monate hinziehen, da man ansonsten den unsicheren Modus der Veränderung nie verlässt. Sind die Veränderungen zu umfassend, sollten die Maßnahmen in kleinere Initiativen aufgeteilt werden, die in sechs Monaten bewältigbar sind.

Fazit: Veränderung dauert. Dies beginnt lange bevor die Probleme erkannt sind. Entscheidend für das überzeugte Ändern ist ein persönliches „Ach so“. Durch die Gestaltung des Neuen wird sichergestellt, dass man in einen gewünschten Zustand gelangt. Innerhalb eines halben Jahres sollte die eigentliche Veränderung abgeschlossen sein.

Change is more than an “Oh, I see”

The misbelief of managers and consultants that change is nothing else than a button, which is simply switched and the change is already accomplished, leads to wrong expectations. In their own life, they obviously could not yet learn that all extensive transformations take time. They believe being able to cause a desired behavior. Changing not only individual employees, but the whole staff, through clear, quick measures, although changes take more time than an “Oh, I see”.

Change begins long before the crucial point can be seen. The following steps describe the time before (recognizing), the moment of enlightenment (understanding), and the definition of the new (designing) and the pain of the conversion (rethinking).

  • Recognizing – Oops
    Even practitioners of the head-in-the-sand practice cannot avoid the feeling of the uncertainty. Something is not OK and develops pressure over time that cannot be located easily. Eventually it becomes so unpleasant that the psychological strain forces you to face the problem and to have a closer look at it. It can take years without regular mutual exchange of opinions and feelings, until the participants get to this point. This step ends with a formulated problem that should be solved.
  • Understanding – “Oh, I see”
    The changes are preceded by a convinced “Oh, I see”. The recognized problem and the need of change are understood by the involved people. It is, as if a knot dissolves, as if the knotting would have never been there. The Greeks called it “Eureka”. In Japan the German „Ach so” is even part of the everyday language, outdone only by the Japanese なるほど (naruhodo). This internal conviction is the prerequisite for real change. For changing the whole enterprise, each individual must have gone through the lock of a personal “Oh, I see”.
  • Designing – That’s the way it goes
    With the conviction that something should be changed, it still remains unclear, what and how. An undesired condition has immeasurably many, different solutions. These new ways lead everyone in another direction and need therefore a joint adjustment to each other. The new behavior can be designed with this desired future state. It goes from new business models, operational sequences and IT-programs, to new rules, up to new values that affect the happening. The designing of the future ensures the proof that the new reality is better at all than the old and the current situation will not only be disimproved. Thereafter the actual change begins.
  • Rethinking – Ouch
    The disconnecting from old behavior requires that it will be discussed, judged, rejected and eventually forgotten. This procedure is painful, since all create unpleasant and pleasant feelings in different places. Only, if the old instinctive reflexes are replaced by new, you are in the new pattern of behavior. Thus you are at the end of the change and at the beginning of the development of new routines. It continues until the whole restarts from the beginning.

A study examined the time for changing meal behaviors. The participants needed on average 66 days (from 16 to 254 days), in order to change their behavior. The changes in an enterprise are more comprehensive and concern many differently deeply anchored behavior. This means that change takes time, depending on, where you begin to measure. In extreme cases it takes years. However, after the step “Oh, I see”, it should not last longer than six months, since otherwise you might never leave the uncertain change mode. If the changes are too comprehensive, the measures should be portioned into smaller initiatives that can be mastered within six months.

Bottom line: Change takes time. This begins long before the problems are recognized. A personal “Oh, I see” is crucial for the convinced change. With the designing of the new, it is guaranteed that you will get to the desired condition. The actual change should be finalized within half a year.