Archiv des Autors: memecon

Digitale Transformation – das Ende der Technokraten

Im Geschäftsleben fühlen sich Entscheider frei von den kleinen Einflussfaktoren. Und doch können die Flügelschläge von winzigen Unternehmungen einen Sturm erzeugen. Immer mehr Computerpower ermöglicht zunehmend komplexere Berechnungen dieser Mikroeinflüsse, die als Grundlage für Entscheidungen genutzt werden. Vor allem unentschiedene Top-Manager, die sich mit Entscheidungen schwertun, verstecken sich gerne hinter derartigen Berechnungen. Die Grundlage für eine Entscheidung ist für sie nicht die überzeugende Vorausschau oder das Gespür für ein gutes Geschäft, sondern das Ergebnis einer Berechnung, die auf Basis von Vorannahmen zu den sich ergebenden Variablen führt. Was die technokratischen Entscheider übersehen ist die Tatsache, dass diese Art von Entscheidung im Rahmen der digitalen Transformation die Computer übernehmen und damit das Ende der Technokraten einläutet.

Die folgenden Begründungen ergeben sich aus ihrer Weltsicht, die fern von Vision und Bauchgefühl den entscheidenden Teil des Erfolgs aus dem Blick verlieren.

  • Sachzwänge als Rahmenbedingungen
    Die zwingenden Notwendigkeiten sind Begründungen für eine Entscheidung, auf die Entscheidungsträger keinen Einfluss haben. Sie fühlen sich dadurch zu Entscheidungen gezwungen, die sie eigentlich nicht treffen wollen, sondern müssen. Grundlage bietet das Berichtswesen, das die Schwachstellen mithilfe von Kennzahlen sichtbar macht. Diese Form der Externalisierung ist typisch für jemand, der sich nicht verantwortlich fühlt für sein Tun.
  • Technischer Fortschritt als Ziel
    Die Effekte der Herrschaft von Sachverständigen zeigte sich bisher vor allem in totalitären Staaten. Die Planwirtschaft setzte auf strikte Vorgaben und die Zuweisung von Sachmitteln durch Fachleute, die am grünen Tisch Lösungen ausarbeiten und entscheiden, ohne die Betroffenen zurate zu ziehen oder ihre Fähigkeiten einzusetzen. Die selektive Wahrnehmung und der Semmelweis-Reflex verhindern, dass diese Nerds eine ganzheitlich begründbare Wahl treffen.
  • Gerechtigkeit als blinder Fleck
    Die Logik der messbaren Sachverhalte überlagern den Blick auf das Zusammenspiel von quantitativen UND qualitativen Variablen, die sich in komplexen Wirkungsnetzen zeitverzögert gegenseitig beeinflussen. Vor allem subjektive Aspekte, wie Gerechtigkeit, sind schwer greifbar und werden von Fachleuten ausgeblendet, da sie sich nur schwer in eine Formel einbauen lassen. Durch die digitale Transformation lässt sich mehr berechnen, allerdings braucht die Maschine dann keine technokratischen Entscheider mehr, denn entscheiden kann der Algorithmus – besser, schneller und zuverlässiger.
  • Rationalisierung als Begründung
    Seit die digitale Transformation in den Siebzigern begonnen hat, veränderte sich das Bild eines Unternehmens. Während Henry Ford alles dafür getan hat, um die gesamten Aspekte der Wertschöpfung vertikal zu integrieren, werden die Aktivitäten heutzutage nicht nur auf verschiedene Unternehmen, sondern sogar weltweit verteilt und eine möglichst geringe Fertigungstiefe angestrebt. Der Mensch als Akteur wird sukzessive von Maschinen abgelöst. Die verbleibenden Aufgaben werden so günstig wie möglich an Dritte vergeben. Technokraten agieren wie Sportsüchtige, die nicht aufhören können leistungsfähiger und gleichzeitig fitter zu werden, bis zum Zusammenbruch. Und das, obwohl sie damit an dem Ast sägen, auf dem sie sitzen.
  • Der Mensch als statistisch-technische Funktion
    Auch wenn die Befindlichkeiten der Mitarbeiter und Führungskräfte sich nur schwer in Zahlen fassen lassen, bieten Statistiken Abhilfe – beispielsweise, um die persönliche Motivation bei der Arbeit zu beschreiben: In der Schweiz waren den Mitarbeitern in 2016 drei Gesichtspunkte am wichtigsten: ein gutes Verhältnis zu den Kollegen, eine spannende Tätigkeit und günstige Arbeitszeiten. Es ist bequemer die Maßnahmen aus derart errechneten Ergebnissen abzuleiten, als mit den eigenen Mitarbeitern zu sprechen, was sie für richtig halten. Entscheider, die ihre Entscheidungen mit Formeln berechnen, sind so anachronistisch, wie der Pferdekutscher vor über einhundert Jahren.

Fazit: Heutige Entscheider stecken in einem Korsett aus Compliance, allgemeiner Verfügbarkeit von Daten und unüberschaubarer VUCA. Sie vergessen dabei den entscheidenden Teil des Erfolgs – die Menschen. Alles erfolgt so schnell überall, dass die durchdachte Reaktion nicht mehr möglich ist. Die umfassende Aufgliederung und Untersuchung eines Sachverhalts in seine Bestandteile lässt sich auch nicht mit einem besonderen Kraftakt erledigen. Die digitale Transformation automatisiert die meisten Routinetätigkeiten – und Achtung! Es werden auch die technokratischen Entscheider bald nicht mehr gebraucht, da in Zukunft die Mitarbeiter selbst entscheiden, weil sie näher am Kunden und dem tatsächlichen Geschehen sind. Was bleibt, ist die übergreifende Steuerung des Unternehmens, die sich nicht mehr an eine Formel delegieren lässt, die eine vorbereitete Entscheidung trifft. Der intuitive Unternehmer, der sich auf sein Bauchgefühl verlässt und der ethischen Werten verpflichtet ist, löst damit die Technokraten ab, die durch ihr Korsett unfähig sind zu entscheiden. Die digitale Transformation, die als das letzte Mittel zur Vermeidung von Personalkosten angesehen wird, ersetzt ihre Förderer durch entsprechende Software und leitet das Ende der Technokraten ein.

Digital transformation – the end of technocrats

In business, decision-makers feel free of the small influencing factors. And yet the flapping of tiny undertakings can create a huge storm. More and more computer power enables increasingly complex calculations of these micro influences, which are used as the basis for decisions. Especially indecisive top managers, who have a hard time making decisions, like to hide behind such calculations. The basis for a decision is for them not the convincing forecast or the feeling for a good business, but the result of a calculation that is based on assumptions, which results in the resulting variables. What the technocratic decision-makers oversee is the fact that this kind of decision in the context of the digital transformation will be taken over by the computers and thus announces the end of the technocrats.

The following reasons result from their world view, which, far from vision and gut feeling, lose sight of the decisive part of success.

  • Factual constraints as basic conditions
    The compelling necessities are reasons for a decision, which cannot be influenced by decision-makers. This forces them to make decisions that they do not actually want to make, but have to. The basis for this is the reporting system that uses key figures to make weak points visible. This form of externalization is typical for someone, who does not feel responsible for his actions.
  • Technical progress as a goal
    The effects of the reign of experts have so far been particularly evident in totalitarian states. The planned economy relied on strict guidelines and the allocation of resources by experts, who develop and decide the solutions on a drawing board without consulting the people concerned or to use their abilities. The selective perception and the Semmelweis reflex prevent these nerds from making a holistically justifiable selection.
  • Fairness as a blind spot
    The logic of the measurable facts overlays the view at the interaction of quantitative AND qualitative variables, which influence each other with a time delay in complex effect networks. Above all, subjective aspects, such as righteousness, are difficult to grasp and are ignored by experts, because they can hardly be incorporated into a formula. Digital transformation makes it possible to calculate more, but then the machine no longer needs technocratic decision-makers, because the algorithm can do that by itself – better, faster and more reliable.
  • Rationalization as a Reason
    Since the digital transformation began in the seventies, the image of a company has changed. While Henry Ford has done everything he could to vertically integrate the whole aspects of the value creation, today’s activities are not only distributed among different companies, but even worldwide, with the aim of achieving the lowest possible depth of production. People as actors are successively replaced by machines. The remaining tasks will be outsourced to third parties as cheap as possible. Technocrats act like sport addicts, who cannot stop becoming more powerful and fitter at the same time until breakdown. And that in spite of the fact that they are sawing off the branch, on which they are sitting
  • The human being as a statistical-technical function
    Even though the perceptions of the employees and leaders are hard to transfer into numbers, statistics provide a remedy – for example, to describe personal motivation at work: In Switzerland, in 2016 three aspects were most important to employees: a good relationship with their colleagues , an exciting job and cheap working hours. It is more convenient to deduce the measures from such calculated results than to talk to the own staff, what they think is right. Decision makers who use formulas to calculate their decisions are as anachronistic as the horse-drawn coachman more than a hundred years ago.

Bottom line: Today’s deciders are stuck in a corset of compliance, general data availability and unmanageable VUCA. They forget thereby the decisive part of success – the people. Everything happens so quickly everywhere that the well thought-out reaction is no longer possible. The comprehensive breakdown and investigation of a fact into its components cannot be accomplished with an extra effort. Digital transformation automates most routine activities – and caution! Also the technocratic decision-makers will soon no longer be needed, because in the future the employees are making the decisions, since they are closer to the customer and on site. What remains is the overall management of the company, which can no longer be delegated to a formula that makes a prepared decision. The intuitive entrepreneur, who relies on his gut feeling and is committed to ethical values, replaces that way the technocrats, who become incapable of making decisions because of their corset. The digital transformation, which is seen as the last resort for avoiding personnel costs, replaces its promoters with corresponding software and initiates the end of the technocrats.

Die EINE Absicht hinter jeder Strategie

Geschäftliche Unternehmungen sollten eigentlich nie ohne eine klare, für alle nachvollziehbare, Absicht aufgesetzt werden. Dieser Zweck gibt allen Aktivitäten eine Richtung. Die profanste ist es zu gewinnen. Allerdings muss die Absicht nicht immer daraus bestehen, der Erste, der Schnellste, der Größte zu sein, oder der Zwang unentwegt zu wachsen. Die Stoßrichtung könnte auch ein fitteres Unternehmen oder die bessere Ausnutzung der bestehenden Mittel oder zufriedenere Mitarbeiter sein. Einigt man sich nicht auf eine Stoßrichtung, kann durch gleichzeitig unterschiedliche Anstrengungen aller Beteiligten, jeglicher Erfolg unterminiert werden. Deshalb ist die von allen Seiten betrachtete Absicht eine wichtige Voraussetzung auf dem Weg in die Zukunft.

Die Absicht findet sich irgendwo zwischen Wachstum und Schrumpfung (horizontale Achse) und zwischen der schrittweisen Änderung erster Ordnung und der radikalen Änderung zweiter Ordnung (vertikale Achse). Vereinfacht ergeben sich die folgenden Absichten.

  • Konsolidieren
    Das aktuelle Geschäft robuster zu machen klingt nicht sehr spannend. Dabei ist die Sicherung der Viabilität auf Basis der vorhandenen Mittel eine gute Maßnahme um die Zukunft zu erleben. Dazu können die bestehenden Angebote entwickelt, besser platziert oder beworben werden. Zusätzlich kann weiter auf die gewählte Wertdisziplin (Kunden, Produkt- oder Prozessorientierung) gesetzt werden.
    Solange der Umsatz über gute Aussichten verfügt, ist das ein vernünftiger Ansatz.
  • Aktivieren
    Das Geschäft lässt sich zukunftsfähig machen, indem man die bestehenden Kernaspekte, die Angebote, Abläufe und Fähigkeiten, in Schwung bringt und das bestehende Können mobilisiert. Hierfür werden das Corporate-Image aufpoliert, die Kultur beschrieben oder das unternehmerische Bewusstsein der Mitarbeiter aufgefrischt.
    Es geht darum, eingefahrene Wege mit der derzeitigen Palette verstärkt zu verwenden.
  • Erweitern
    Werden angrenzende Geschäftsfelder erkannt und entschlossen erschlossen, entstehen neue Arbeitsinhalte, -formen und Wirkungsfelder. Dies wird möglich durch kontinuierliche Gestaltung, übergreifende Zusammenarbeit und das Verschieben der Grenzen der End-to-End Abläufe.
    Das nähere Umfeld des eigenen Geschäfts ist leicht erreichbar und bietet direkte Kontakte für die Erweiterung des eigenen Sortiments.
  • Neuerfinden
    Beim Verlassen der Komfortzone des bisherigen Marktes eröffnen sich völlig neue Möglichkeiten. Neue Geschäfte können erschlossen und bisher unbeachtete Partner gefunden werden. Am Ende ändern sich dadurch die Bausteine des Geschäfts. Alles beginnt mit radikalem BPR, der Erfindung neuer Sortimente und die Eröffnung völlig neuer Kundengruppen.
    Getrieben werden solche Entwicklungen durch Persönlichkeiten, die eine klare Vorstellung haben, was sie für die Kunden noch tun können.
  • Konzentrieren
    Wenn der unternehmerische Körper an Übergewicht leidet und die Einnahmen den aktuellen Betrieb nicht mehr abdecken, ist eine durchdachte Verdichtung der Tätigkeiten unausweichlich. Das Ganze soll nicht in die Tiefe gerissen werden – z.B. Schließung von Betrieben, Verluste oder Pleite. Dies wird möglich durch den Verzicht auf die Aufgaben, die keinen Beitrag mehr leisten, weil sie veraltet oder einfach nicht mehr nachgefragt werden. Dabei werden Aufgaben outgesourct, die nicht zum Kerngeschäft gehören.
    Überflüssige Geschäfte und Routinen wuchern vor sich hin, wenn man den Handlungsbedarf nicht bemerkt und sich nicht frühzeitig darum kümmert, die Kapazitäten zu verlagern.
  • Stilllegen
    Sind alle Maßnahmen ausgeschöpft, kommt es früher oder später zum wirtschaftlichen Kollaps. Im Interesse aller Beteiligten ist die geordnete Aufgabe oder Herauslösung einzelner Bereiche oder Standorte der letzte Weg, wenn dadurch den Mitarbeitern ein sicherer Übergang in neue Aufgaben ermöglicht werden kann.
    Durch die frühzeitige Auflösung finden externe Unternehmer möglicherweise Wege, das Geschäft unter anderen Prämissen weiterzuführen.

Fazit: Es mag befremdlich wirken, dass die Absichten sich für immer auf die beschriebenen sechs Richtungen verdichten lassen. Sobald sie sich mit der Auswahl der Richtung beschäftigen, werden Sie schnell feststellen, dass nervenaufreibende Diskussionen durch gemeinsame Pläne abgelöst werden. Die eindeutige Absicht sollte jeder Führungskraft und jedem Mitarbeiter klar sein und die Bereiche sollten sich in einer gemeinsamen Richtung ausrichten. Es ist die EINE Absicht, die hinter jeder wirksamen Strategie steckt.

The ONE intention behind every strategy

Business ventures should never be set up without a clear and comprehensible intention. This purpose gives all activities one direction. The most profane is to win. However, the intention does not always have to be the first, the fastest, the greatest, or the pressure to grow steadily. The direction could also be a fitter company, or better utilization of existing resources, or more satisfied employees. If people do not agree on one direction, any success can be undermined by concurrent disparate efforts by the various parties. That is why the intention considered by all parties is an important prerequisite on the way into the future.

The intention is somewhere between growth and contraction (horizontal axis) and between the gradual change of first order and the radical change of second order (vertical axis). Put simply, the following intentions arise.

  • Consolidate
    Making the current business more robust doesn’t sound very exciting. The protection of viability on the basis of the available means is a good measure to experience the future. For this purpose, existing offers can be developed, better placed or advertised. Additionally, the chosen value discipline (customer, product or process orientation) can be further applied.
    As long as the revenue has good prospects, this is a reasonable approach.
  • Activating
    Business can be made fit for the future by leveraging existing core aspects, offerings, sequences and capabilities and by mobilizing existing skills. For this purpose, the image of the company is polished up, the culture is described or the entrepreneurial awareness of the employees is refreshed.
    It is a question of making greater use of established paths with the current range of offers.
  • Expanding
    When adjacent fields of business are identified and decisively developed, new work contents, forms and fields of activity emerge. This is made possible by continuous creation, cross-functional cooperation and shifting the boundaries of end-to-end operations.
    The closer surroundings of the own field of activities are easily accessible and offer direct contacts for the add-on of the own assortment.
  • Reinventing
    When you leave the comfort zone of the previous market, completely new possibilities open up. New business can be exploited and previously unnoticed partners can be found. In the end, this changes the building blocks of the business. Everything starts with radical BPR, the invention of new portfolios and the opening of completely new customer groups.
    Such developments are driven by personalities, who have a clear idea of what they can additionally do for their customers.
  • Concentrating
    If the entrepreneurial body suffers from overweight and the incomes do no longer cover the current enterprise, a thought-out compaction of the activities is inevitable. The whole thing should not be torn into the abyss – e.g. closure of plants, losses or bankruptcy. This is made possible by abandoning tasks that no longer contribute, because they are obsolete or simply no longer in demand. Tasks that are not part of the core business are outsourced.
    Superfluous business and routines are proliferating, if you don’t notice the need for action and don’t take early care to shift capacities.
  • Closing
    When all measures have been exhausted, economic collapse will occur sooner or later. In the interest of all those involved, the orderly task or separation of individual areas or locations is the last resort, if it enables employees to make a secure transition to new tasks.
    Due to the early dissolution, external entrepreneurs may find ways to continue the business under different premises.

Bottom line: It may seem strange that the intentions can always be condensed into the six directions described. As soon as you start selecting the direction, you will quickly notice that nerve-wracking discussions are being replaced by joint plans. The distinct intention should be clear to every manager and every employee and the areas should be aligned in a common direction. It is the ONE intention behind any effectual strategy.

Spiegelneuronen – Autostart für Veränderung

Im Gegensatz zur Speicherung von Daten in einem Computer besteht unser Lernen in der Anhäufung von Erfahrungen, die sich zunehmend durch die Verknüpfung von Neuronen im Gehirn aufgrund von ähnlichen Erkenntnissen verankern. Je mehr wir wissen, desto leichter wird es, etwas Neues zu lernen. Die spannende Frage ist, wie die Aktivierung der ersten Neuronen beginnt, solange es noch keine Anknüpfungspunkte gibt. Vielleicht sind es die Spiegelneuronen, die die ersten Speicherungen ermöglichen, selbst wenn bisher keine Aktivierung besteht.

Die Spiegelneuronen liefern die Reflexe, über die ein Baby bereits kurz nach der Geburt verfügt. Nimmt man Minuten nach der Geburt ein Baby auf den Arm und streckt die Zunge heraus, passiert etwas Erstaunliches: Das Baby streckt ebenfalls die Zunge heraus. Diese Fähigkeit der Nachahmung könnte die genetische Voraussetzung für unser Lernen sein. Was bedeutet diese Fähigkeit für uns?

  • Wir können völlig Neues lernen
    Wer einmal eine völlig andersartige Sprache gelernt hat, kennt den Effekt. Für buchstabengewohnte Menschen wird das Erlernen von zeichenbasierter Kalligrafie, wie Chinesisch oder Japanisch, zu einer zusätzlichen Hürde – die „unlesbaren“ Zeichen, deren Aussprache sich nicht aus der Schreibung ableiten lassen, sondern gelernt werden müssen. Nachdem allerdings die Grundlage in der Verschaltung der Neuronen durch regelmäßiges Nachmachen und Üben geschaffen ist, wird es stetig leichter, das Netz der Neuronen mit zusätzlichen Zeichen zu erweitern.
    Das Gleiche gilt in allen anderen Lebensbereichen. Sobald wir eine neue Arbeitsweise übernehmen sollen, fällt es erst einmal schwer uns von den alten Mustern zu lösen sowie das Neue anzunehmen und zu verstehen. Die Betroffenen müssen dabei ihre bestehenden Vernetzungen neu verschalten. In diesen Fällen braucht es Vorlagen, die die Lernenden nachahmen können. Dabei helfen Geschichten, die erzählt werden, oder Rollenspiele, die vorgeführt werden – oder Artikel, Bücher, Podcasts oder Videos. Mit diesen Startimpulsen wird den Betroffenen das Lernen erleichtert.
  • Gemeinsames Lernen ist produktiver
    Das Futter für die Spiegelneuronen findet sich im persönlichen Umfeld. Es braucht eine Quelle an der man sich orientieren und die man nachahmen kann. In der Grundschule lernte man früher das Malen, indem die Schüler um den Lehrer herum standen und ihm beim Malen eines Baums voll von weißen Blüten aus Deckweiß zuschauten. Auf diese Weise wurden die Spiegelneuronen mit Verhaltensmustern versorgt, die dann beim eigenen Malen weiter verstärkt wurden. Zusätzlich hatte man die Möglichkeit, sich bei den Nachbarn weitere Tricks abzuschauen.
    Im Geschäftsleben werden derartige Lernsituationen durch Übungen geschaffen, in denen die Teilnehmer Aufgaben im Team lösen. Diese Art des dynamischen Lernens in Business Exercises knüpft an den bestehenden Erfahrungen der Teilnehmer an und nutzt die Möglichkeit, voneinander zu lernen.
  • Denkbeschränkungen sind kontraproduktiv
    Da es sich beim Lernen zu großen Teilen um eine unterbewusste Aktivität handelt, sind alle Arten von Denkbeschränkungen schädlich für den Fortschritt. Es darf keine Denkverbote, Kritik, Wertungen oder Ähnliches beim Lernen geben. Im Gegenteil. Die Teilnehmer sollten animiert werden Ihren Intuitionen zu folgen, Gedanken von Anderen weiterzuspinnen und Undenkbares, Unmögliches und Unsinniges einbringen zu können, denn das nutzt die bestehenden Verschaltungen im Gehirn aller Teilnehmer, die erweitert werden sollen. Auf diese Weise erzeugen die Beteiligten etwas Größeres, als sie in Summe alleine zuwege gebracht hätten.
    Alles, was es dafür braucht, sind Regeln, die das Wissen, die Erfahrungen und Meinungen zulassen – z.B. wie die Regeln im Brainstorming oder Design Thinking.
  • Spontanität zulassen
    Streckt das Baby nach der Geburt die Zunge heraus, wenn es jemanden die Zunge herausstrecken sieht, so handelt es sich nicht um eine bewusste Aktivität des Babys, sondern um das Sichtbarwerden eines angeborenen Reflexes. Erwachsen haben wir uns daran gewöhnt, mit Beschränkungen zu leben. Dies führt dazu, dass wir nicht mehr spontan sind – weil wir gelernt haben Kritik und Maßregelungen aus dem Weg zu gehen. Möchte man große Fortschritte ermöglichen, sollte man die natürlichen Impulse der Anwesenden zulassen, die durch die Spiegelneuronen hervorgerufen werden.
    Im Alltag beschränken sich Teams, indem sie sich gegenseitig ausbremsen oder bestätigen, der Meinung der Mehrheit folgen und ihre Ideen zurückhalten aus Angst vor einer schlechten Rückmeldung. Aus diesem Grund sollten die Teilnehmer einer Veranstaltung ermutigt werden, sich offen auszutauschen. Zusätzlich kann man durch anonyme Techniken, wie schriftlichen Äußerungen auf Metaplankarten, die eingesammelt und dann besprochen werden, die Hürde für die Teilnehmer absenken.
  • Aber … Auf kognitive Verzerrungen achten
    Arbeitende Spiegelneuronen sind jedoch nicht nur von Vorteil. Durch sie schleichen sich auch Automatismen in unsere täglichen Entscheidungen ein – die sogenannten Bias. So haben beispielsweise Gruppen die Tendenz, schlechtere Entscheidungen zu treffen, weil sie sich an die Gruppenmeinung anpassen, obwohl sie es besser wissen. Oder der Halo-Effekt, bei dem man seine Erwartungen von bekannten Eigenschaften einer Person ableitet, obwohl diese Rückschlüsse irreführend sein können. Spiegelneuronen wirken, auch wenn es nicht immer von Vorteil ist.
    Für die Praxis erfordert das ein sensibles Hineinhören in das Geschehen. Durch gezielte Störungen, indem beispielsweise eine Antithese in den Raum geworfen wird, besteht die Möglichkeit derartige Gruppeneffekte zu verringern.

Fazit: Wir lernen am Besten in der Gruppe. Dabei helfen Spiegelneuronen, die es ermöglichen uns unterbewusst an Menschen anzupassen, die um uns herum in einer ähnlichen Situation sind. Dies passiert in Sitzungen, Workshops und anderen Veranstaltungen. Wir können dadurch Startschwierigkeiten überwinden, die auftreten, wenn man etwas Neuem ausgesetzt wird, das man mit seiner Erfahrung noch nicht verbinden kann. Unsere Spiegelneuronen machen das Lernen im Team zu einer Autobahn der Veränderung. Dafür darf es keine Denkbeschränkungen geben und spontane Ideen, die noch kein Allgemeingut sind, sollten gefördert und wertgeschätzt und nicht mit Killerphrasen unterdrückt werden. Es ist jedoch geschickt, wenn man die unerwünschten, kognitiven Verzerrungen, die sich ergeben, im Auge behält. Unsere Spiegelneuronen sollten genutzt werden bei weitreichenden Neuerungen, denn damit ermöglichen sie einen Autostart für Veränderung.

Mirror neurons – Auto start for change

Opposed to storing data in a computer, our learning is the accumulation of experience, which increasingly anchors through the linking of neurons in the brain in consequence of similar insights. The more we know, the easier it becomes to learn something new. The thrilling question is how the activation of the first neurons starts, as long as there are no connection points yet. Perhaps these are the mirror neurons that make the first storing possible, even if there is no activation so far.

The mirror neurons provide the reflexes that a baby has shortly after birth. If you take a baby into your arms minutes after birth and stick your tongue out, something amazing happens: the baby also sticks its tongue out. This capability could be the genetic prerequisite for our learning. What does that mean for us?

  • We can learn something completely new
    Whoever has learned a completely different language knows the effect. For people accustomed to letters, the learning of character-based calligraphy, such as Chinese or Japanese, becomes an additional hurdle – the „illegible“ signs, whose pronunciation cannot be derived from the writing, but must be learned. However, after the foundation has been created in the interconnection of the neurons through regular imitation and practice, it becomes steadily easier to expand the network of neurons with additional signs.
    The same applies to all other areas of life. As soon as we are to adopt a new way of working, it is difficult that we break away from the old patterns and accept and understand the new. Those affected have to reconnect their existing networks. In these cases, you need examples that learners can imitate. Stories or role-plays that are told that are presented help – or articles, books, podcasts, or videos. These start impulses make it easier to learn for those affected.
  • Joint learning is more productive
    The food for the mirror neurons is found in the personal environment. It needs a source to which one can orientate oneself and which one can imitate. In primary school, students used to learn how to paint by standing around the teacher and watching him paint a tree full of white flowers with opaque white. That way the mirror neurons were supplied with behavior patterns which were then further strengthened during painting yourself. In addition one had the possibility to look at further tricks from the neighbors.
    In business such learning situations are created through exercises in which the participants solve tasks in a team. This kind of dynamic learning in Business Exercises builds on the pre-existing experience of the participants and exploits the opportunity to learn from each other.
  • Prohibition on thinking is counterproductive.
    Since it is a largely subconscious activity to learn, all kinds of thought restrictions are detrimental to progress. There must be no prohibitions on thinking, criticism, evaluations or the like while learning. Quite the contrary. The participants should be encouraged to follow their intuitions, to toy around thoughts of others and to be able to contribute the unthinkable, the impossible and the absurd, because this uses the existing linkages in the brain of the participants, which are to be broadened. In this way the attendees create something bigger than they would have achieved on their own.
    All it takes are rules that allow knowledge, experience and opinions – e.g. like the rules in brainstorming or design thinking.
  • Allow spontaneity
    If the baby sticks out its tongue after birth when it sees someone sticking out its tongue, it is not a conscious activity of the baby but the appearance of a congenital reflex. As adults, we’ve gotten used to living with restrictions. This means that we are no longer spontaneous – because we have learned to avoid criticism and reprimands. If you wish to make great progress, you should allow the natural impulses of those present, which are produced by the mirror neurons.
    In everyday life, teams limit themselves by slowing down or confirming each other, by following the opinion of the majority and by holding back their ideas for fear of bad feedback. For this reason, the participants of an event should be encouraged to communicate openly. In addition, anonymous techniques, such as written statements on meta plan cards that are collected and then discussed, can lower the hurdle for participants.
  • But … watch out for cognitive biases
    Working mirror neurons are not only an advantage. They also cause automatisms to creep into our daily decisions – the so-called biases. For example, groups tend to make worse decisions, because they adapt to opinions of the group although they know better. Or the halo effect, where you derive your expectations from familiar characteristics of a person, although these inferences can be misleading. Mirror neurons work, even if it is not always advantageous.
    In practice, this requires sensitive listening into the situation. With targeted disturbances, for example by throwing an antithesis into the room, it is possible to reduce such group effects.

Bottom line: We learn best in a group. Mirror neurons help us to adapt subconsciously to people, who are in a similar situation around us. This happens in meetings, workshops and other events. It allows us to overcome the initial difficulties that arise when you are exposed to something new that you cannot relate to your experience yet. Our mirror neurons turn team learning into a highway of change. There must be no restrictions on thinking and spontaneous ideas that are not yet common property should be encouraged and valued and not suppressed with killer phrases. However, it is a good idea to keep an eye on the unwanted biases that occur. Our mirror neurons should be used for far-reaching innovations, because they enable an auto start for change.

Zeit des radikalen Wandels

Im Alltag profitieren wir von den Sachverhalten, die wir kennen und für die wir uns ein Repertoire an Verhalten erarbeitet haben. Je nach Veranlagung verunsichern uns Veränderungen mehr oder weniger. Damit wir von kommenden Ereignissen nicht zu sehr überrascht werden, versuchen wir die Zukunft vorherzusehen und uns darauf vorzubereiten. Zu diesem Zweck betrachten wir Stellgrößen, die wir sonst eher zufällig bemerken. Diese Frühaufklärung stellt Zusammenhänge her, die aus kleinsten Einflüssen bestehen. Diese Ideen unterstellen aufgrund ihrer feinen Granularität Genauigkeit. Es gibt jedoch Zeiten, in denen die Veränderungen nicht nur in den Feinheiten sichtbar werden, sondern in den großen Umbrüchen. Wenn dann noch viele, weitreichende Umwandlungen gleichzeitig stattfinden, sind wir in einer Zeit des radikalen Wandels.

Wir scheinen jetzt in einer solchen Zeit angekommen zu sein. Darum werfen wir einen kurzen Blick auf die STEP-Einflüsse, in denen diese gleichzeitigen Veränderungen sichtbar werden.

  • Sozio-kulturelle Einflüsse
    Die Welt ist überschaubarer und leichter erreichbar geworden. Gleichzeitig schafft diese Nähe eine neue Vielfalt, der sich oft widersprechenden Sichtweisen. Schleichend haben sich die Kräfte verlagert, die lange Zeit über das Weltgeschehen bestimmt haben, hin zu den aufstrebenden Regionen in Asien und Afrika. Ein einfaches Beispiel ist die neue Seidenstraße, die im Moment die eingefahrenen Routen der Wirtschaft abzulösen. Sie ermöglicht es China seine gut ausgebildeten Menschen, die durch ein über Jahrtausende bewährtes Wertesystem zusammengehalten werden und mit einem geschichtlich fundierten Selbstbewusstsein ausgestattet sind, global aufzustellen. Dieser Umbruch, den man seit Jahren kommen sehen konnte, verschiebt den Schwerpunkt vom Atlantik zum Pazifik und löst damit das Gefüge der letzten siebzig Jahre ab. Die Gesellschaften, die über Jahrhunderte zugunsten der alten Welt ausgenutzt wurden, lösen sich von alten Gepflogenheiten und lassen das Pendel in Richtung Süden und Osten schwingen. Wir erleben die ersten soziokulturellen Auswirkungen mit der zunehmenden Wiederbelebung der Nation und den hysterischen Maßnahmen sich mit Handelshemmnissen nach außen abzuschotten. Die bestehenden Bestimmungen gelten nicht mehr und die neuen werden woanders gemacht. Unternehmen, NPOs und NGOs sowie die globalen Einrichtungen müssen sich neu ausrichten.
  • Technologische Einflüsse
    Vierzig Jahre nach der Einführung des PCs hat die Informationstechnik (IT) alle Bereiche durchdrungen. Zeitgleich wurde damit ein Netz aufgebaut, das es uns ermöglicht mit einem Klick mit jedem beliebigen Punkt der Erde verbunden zu sein – sofern der erforderliche Strom und ein Zugang zum Netz verfügbar sind. Die aktuelle Welle der digitalen Transformation ist dabei nichts weiter als ein zusätzlicher Versuch, den Stellenwert der IT zu erhöhen – Big Data, Künstliche Intelligenz, Erweiterte Intelligenz, Automatisierung, Robotik, 3D-Druck Während in der Vergangenheit darüber lamentiert wurde, dass die Belegschaft gezwungen war, unter unmenschlichen Bedingungen zu arbeiten, beschweren sich heute die gleichen Gruppen, dass ihnen durch die Automatisierung bei der Herstellung von Gütern und der Durchführung von Dienstleistungen die Lebensgrundlagen geraubt werden. Die neuen Entwürfe sind zu sehr mit den Tools beschäftigt, anstelle ganzheitliche Lösungen zu schaffen, die den Menschen weiterhin Aussichten bieten, ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können. Die Virtualisierung, d.h. die Abbildung der materiellen Welt im Rechner, erzeugt völlig neue Möglichkeiten Geschäfte zu machen. Vor allem der einfache Zugang zu Märkten für Alle, egal wo sie sich befinden, braucht ein neues Verständnis von Arbeit. Alte Fähigkeiten werden durch bisher wenig bekannte ersetzt – von der Durchführung einer Tätigkeit hin zur Überwachung; von der Verarbeitung von Wissen hin zur Erzeugung; von der Auswertung von Daten hin zur Interpretation. Dieser Umbruch betrifft jeden Einzelnen. Die Fertigkeiten und Fähigkeiten müssen neu vermittelt werden, damit alle bei diesem Umbruch beteiligt sein können.
  • oEkonomische Einflüsse
    Seit am 24. Dezember 1968 das Photo Earthrise von William Anders aufgenommen wurde, sollte uns eigentlich bewusst sein, dass wir in einem endlichen System leben. Ein solches, abgeschlossenes System kann nicht wachsen, ohne sich aus seiner Umwelt oder einem anderen System Energie zuzuführen. Und trotzdem versuchen heute noch Entscheider andere Länder auszunutzen, indem sie meinen Steuern erheben, Währungskurse beeinflussen oder Beschränkungen aller Art als Trumpf ausspielen zu können. Der hierfür missbrauchte Nationalstolz, der die Bevölkerung in den Wettbewerb treibt mit dem Rest der Welt, gefährdet den Frieden und lässt alte Konflikte wieder aufleben. Wenn der wirtschaftliche Erfolg auf dem Verlust von Anderen beruht, sollten sich die Entscheider bewusst machen, dass es in EINER Welt keine Anderen mehr gibt. Dies bedeutet, dass das Währungssystem vereinheitlicht gehört, die Verteilung von Arbeit und Einkommen das Überleben aller sichert und man die Gründe für das Wirtschaften neu ausrichtet. Wachstum ist kein wirkliches Ziel für ein geschlossenes System, sondern Viabilität.
  • Politische Einflüsse
    Die Virtualisierung der Welt hat die politischen Grenzen verschwinden lassen. Die Abgrenzung verläuft nicht mehr zwischen links und rechts, sondern zwischen Extremen und Normalen oder zwischen unterschiedlichen Religionen oder zwischen Kulturen. Das alte Motto ist einfach: Wir haben recht, Die Anderen liegen falsch. Von jedem Punkt der Welt kommt man mit einem Klick in eine Region, in der völlig andere Regeln und Gesetze gelten. Der Blick durch das Fenster des Bildschirms fühlt sich eigentlich ungefährlich an, da man sich ja weiterhin im eigenen Rechtsraum zu befinden scheint. So kann man etwas im Ausland bestellen, aber sobald die Lieferung die Landesgrenze überschreitet, gelten die nationalen Gesetze. Das führt dazu, dass bestimmte Güter auf einmal nicht erlaubt sind oder zusätzliche Zölle anfallen. Zwischen Ländern und innerhalb von geregelten Wirtschaftszonen gelten darüber hinaus weitere Bestimmungen, die nur von Experten verstanden werden. Obwohl derartige Regeln alle betreffen, werden sie hinter verschlossenen Türen verhandelt und verabschiedet, wie man bei TTIP gesehen hat (Dank Trump sollten die Verhandlungen im Moment pausieren). Neben der Wirtschaft hat die Politik die weitreichenden Befugnisse, die sich durch nichts weiter als einer Wahl begründen. Solange die Machtblöcke der Welt miteinander im Wettbewerb liegen, können Autokraten die erreichten Vereinbarungen infrage stellen und jederzeit aufkündigen. Es braucht ein anerkanntes, zeitgemäßes, globales Koordinationszentrum.

Fazit: Wir brauchen keine feinjustierten Messpunkte, um zu erkennen, dass wir uns in einer Zeit des Umbruchs befinden, die alles Bisherige auf den Kopf stellt. Die großen Umbrüche sind mit dem bloßen Auge erkennbar. Die neue Aufteilung der Welt passt nicht mehr zu den gegebenen Gesellschaften. Der Computer und die Vernetzung lassen die Grundlagen alten Wirtschaftens verpuffen. Dadurch ändert sich die Art des Wirtschaftens wesentlich. Und die Masse der Arbeitnehmer macht sich Sorgen, womit sie morgen ihr Geld verdienen. Gleichzeitig stecken die Politiker in dem Dilemma einer globalen oder nationalen Politik, was die Rechten hinter den Öfen hervorlockt. Ein Jeder-für-sich wird die Gefahr von internationalen Konflikten heraufbeschwören, die selbst die Idylle der westlichen Welt in Schutt und Asche legen kann. Der Erste Weltkrieg hat die Massenvernichtungswaffen gebracht. Der Zweite Weltkrieg brachte die Atomwaffen. Der dritte Weltkrieg findet wahrscheinlich schon eine Weile in der Virtualität statt – wer glaubt denn, dass nur Russland Computer zur Destabilisierung einsetzt. Was braucht es eigentlich noch, um den Umbruch zu bemerken. Das bedeutet für ALLE Beteiligten, dass sie sich mit diesen Veränderungen beschäftigen müssen. Unternehmen, die derzeit keine Antworten auf diese Umbrüche parat haben und sich nicht darauf aktiv vorbereiten, handeln verantwortungslos. Neue Ansätze werden benötigt für die Gesellschaft, den Einsatz der Technologien, die Geschäfte und für die Vertreter der Bevölkerung.
Jetzt  I S T  die Zeit des radikalen Wandels.

Time of radical change

In everyday life we benefit from the facts we know and for which we have developed a repertoire of behaviors. Depending on our disposition, changes unsettle us more or less. In order not to be too surprised by upcoming events, we try to foresee the future and prepare ourselves for it. For this purpose, we consider correcting variables that we otherwise perceive rather randomly. This foresight establishes connections that consist of smallest influences. These ideas suggest accuracy due to their fine granularity. However, there are times when the changes are not only visible in the subtleties, but in the major upheavals. If then many far-reaching transformations happen at the same time, we are in a time of radical change.

We now seem to have arrived in such a time. Therefore we take a brief look at the PEST effects, wherein simultaneous changes become visible.

  • Political effects
    The virtualization of the world has made political borders disappear. The delimitation is no longer between left and right, but between extremes and normals or between different religions or between cultures. The old motto is simple: We are right, the others are wrong. From any point in the world, it takes one click into a region, where completely different rules and laws apply. The view through the window of the screen feels actually harmless, since you still seem to be in your own legal sphere. So you can order something abroad, but as soon as the delivery crosses the border, your national laws apply. As a result, certain goods are no longer allowed or additional customs duties are incurred. In addition, between countries and within regulated economic zones, other regulations are applied which can only be understood by experts. Although such rules affect everyone, they are negotiated and adopted behind closed doors, as TTIP has shown (thanks to Trump, negotiations should pause at the moment). Besides the economy, politics has far-reaching authorities, which are justified by nothing more than an election. As long as the power blocks of the world are in competition with each other, autocrats can question and terminate the agreements at any time. What is needed is a recognized, contemporary, global coordination center.
  • Economic effects
    Since the photo Earthrise that was taken by William Anders on December 24, 1968, we should be aware that we live in a finite system. Such a closed system cannot grow without supplying energy from its environment or another system. And yet today, decision-makers are still trying to exploit other countries by levying taxes, influencing exchange rates or playing all kinds of restrictions as trumps. The national pride that is abused for it, which drives the population into competition with the rest of the world, endangers peace and revives old conflicts. If economic success is based on the loss of others, decision-makers should be aware that there are no others in ONE world. This means that the monetary system gets unified, the distribution of labor and income ensures the survival of all, and that the reasons for making business are rearranged. Growth is not a real goal for a closed system, but viability.
  • Socio-cultural effects
    The world has become more comprehensible and accessible. At the same time, this proximity creates a new diversity with often contradictory perspectives. The forces that dominated world affairs for a long time have gradually shifted towards the emerging regions of Asia and Africa. A simple example is the new Silk Road, which is in the process of replacing the established routes of the economy. It enables China to globally position its well-educated people, who are held together by a value system that has been proven over thousands of years and who are equipped with a historically founded self-confidence. This upheaval, which has been visible for years, is shifting the focus from the Atlantic to the Pacific, replacing the fabric of the last seventy years. The societies that have been exploited for centuries for the benefit of the old world are breaking away from old habits and swinging the pendulum towards the south and east. We are experiencing the first socio-cultural effects with the increasing revival of the nation and the hysterical measures to seal oneself off with trade barriers to the outside. The existing rules no longer apply and the new ones will be made elsewhere. Companies, NPOs and NGOs as well as global institutions have to reorient themselves.
  • Technological effects
    Forty years after the introduction of the PC, information technology (IT) has permeated all areas. Simultaneously, a network was created that allows us to be connected to any point on earth with a single click – as long as the required electricity and access to the network are available. The current wave of digital transformation is nothing more than an additional attempt to increase the importance of IT – Big Data, Artificial Intelligence, Augmented Intelligence, Automation, Robotics, 3D Printing, etc. Whereas in the past it was lamented that the workforce was forced to work under inhumane conditions, today the same groups complain that automation in the production of goods and services robs them of their livelihoods. The new designs are too concerned with the tools, instead of creating holistic solutions, which continue to provide people with opportunities to make a living. Virtualization, i.e. the representation of the material world in the computer, creates completely new possibilities for doing business. Above all, easy access to markets for everyone, wherever they are, needs a new understanding of work. Old skills are replaced by previously little-known ones – from executing an activity to monitoring; from processing knowledge to generating it; from evaluating data to interpreting it. This upheaval affects everybody. The skills and abilities need to be re-educated so that everyone can be involved in this upheaval.

Bottom line: We don’t need fine-tuned measuring points to recognize that we are in a time of upheaval that is turning everything upside down. The large upheavals are visible to the naked eye. The new division of the world no longer suits the given societies. The computer and networking make the foundations of the old economic activity obsolete. This changes the way the economy operates and the masses of workers are worried about how they will earn their money tomorrow. At the same time, politicians get stuck in the dilemma of global or national politics, which makes the right wings to lure out from behind the stove. The Every-man-for-himself will evoke the danger of international conflicts, which can even destroy the idyll of the Western world. The First World War brought weapons of mass destruction. The Second World War brought nukes. The Third World War is probably happening for a while in virtuality – who would believe that only Russia uses computers to destabilize? What else does it take to notice the upheaval? This means for ALL participants that they have to deal with these changes. Companies that currently have no answers to these radical changes and do not actively prepare for them, act irresponsibly. New approaches are needed for politics, economics, society, and the use of technology.
Now  I S  the time of radical change.

Der Knopf – die ideale Metapher für eine Schnittstelle

Eine der größten Entdeckungen der Menschheit, neben dem Faustkeil und dem Feuer, war die Nadel. Einzelne Pelzstücke zu passender Kleidung zu vernähen, schützte nicht nur gegen die Kälte, sondern machte auch den persönlichen Unterschied im Rang sichtbar. Diese stabile Nahtstelle hielt getrennte Stoffkanten dauerhaft zusammen – was nicht immer gewünscht war. Aus diesem Grund wurde die Naht flexibler, indem man die Teile temporär verschnürte. Heute gibt es unterschiedliche Verbindungen: Haken, die man mit einer Öse verbindet und Druckknöpfe sowie die am verbreitetsten, die Lochknöpfe, flache Scheiben, die man durch entsprechende Löcher steckt. Nicht nur Kleidung erfordert flexible Verbindungsstellen, sondern auch Beziehungen zwischen Systemen aller Art – Menschen, Artefakten und Software.

Alle Verbindungen bauen auf ähnlichen Bausteinen auf, wie das Verknöpfen.

  • Festgelegte Verbindungsstelle
    Möchte man zwei offene Enden oder Teile von Geweben oder Häuten miteinander verbinden, so kann man sie verkleben, verschweißen, vernähen, zusammenheften, verflechten, verknoten, verknüpfen, verschnüren, verstöpseln, verhaken, reißverschließen, zusammenstecken, verwickeln oder, für unser Beispiel, verknöpfen. Der Knopf ist dabei ein zuverlässiger Ansatz, der sich leicht umsetzen lässt. In der Wirtschaft werden Abläufe und IT-Schnittstellen durch festgelegte Übergabepunkte, Abstimmungsrituale sowie Verträge verwirklicht, die sich jederzeit abschließen und kündigen lassen. Das geht, wenn es abgestimmte Übergabepunkte gibt – Orte oder Anschlüsse.
  • Abgestimmte Regeln
    Schnittstellen funktionieren nur, wenn die einzelnen Bausteine, der Knopf und das Loch, zueinanderpassen. Der zu große Knopf, der nicht zum Knopfloch passt, kann keine Verbindung herstellen. Das zu große Knopfloch wird den Knopf nicht zuverlässig halten. Im Geschäft sind die Schnittstellen noch empfindlicher. Die Abstimmung ist die Voraussetzung, damit eine Schnittstelle in der IT oder in den Abläufen ihren Zweck erfüllt. Das geht, wenn an der Schnittstelle gemeinsame Regeln herrschen – ein bestimmtes IT-Protokoll oder eine gemeinsame Sprache.
  • Gemeinsames Ziel
    Allen Verbindungen ist die Tatsache gemeinsam, dass sich zwei oder mehrere Teile zu einer Einheit zusammenschließen, um gemeinsame Ziele zu verfolgen. Die Kleidung soll einen schützen, die Ladestation soll das Elektromobil aufladen, ein Joint Venture möchte gemeinsam einen Markt erobern oder zwei Parteien wollen zusammen regieren. Die so verbundenen Einheiten teilen dadurch ein gemeinsames Schicksal mit Rechten und Pflichten, die nur solange gelten, wie sie verbunden sind. Das geht, wenn jeder seinen Zweck erfüllt – in einer Wirtschaftsgemeinschaft oder in einer Partnerschaft.
  • Absehbarer Zeitraum
    Trotz der natürlich innewohnenden Vergänglichkeit von Beziehungen, können Teile fester oder lockerer miteinander verbunden sein. Sofern die Teile für einen längeren Zeitraum aneinandergefügt bleiben sollen, sind langlebige Lösungen zu empfehlen, wie kleben, schweißen, verknüpfen und vernähen. Ist nur ein temporärer Zusammenhalt angestrebt, sind alle Arten von flexiblen Verbindungen die richtige Wahl, wie Haken, Reißverschlüsse und Knöpfe. Die Schnittstellen im Geschäft sind immer mit Aufwand verbunden, der sich auszahlen muss. Angestrebt endgültige Zusammenschlüsse beseitigen von Anfang an solche Nahtstellen, indem sie sich neu aufstellen, redundante Umfänge auflösen und in der Folge die Vereinigung nur noch mit vielen Nachteilen rückgängig machen können. Temporäre Bündnisse bauen auf formfreie Vereinbarungen auf, die die vorübergehende Arbeitsgrundlage darstellen. Das geht, wenn die Gruppen sich die Dauer der Beziehung im Vorhinein bewusst machen – ein Merger kann immer rücküberführt werden oder eine zeitweilige Beziehung kann sehr lange bestehen.

Fazit: Es gibt immer mehr Gelegenheiten, zu denen einzelne Gruppen miteinander verbunden werden sollen. Während früher das Zusammenspiel auf lange Zeit angelegt war, muss man heute mit immer mehr kurzlebigen Zusammenschlüssen umgehen. Der aktuelle Trend hin zu Plattformen ist ein gutes Beispiel der Dynamik in den Beziehungen – globale Netzwerke, Teilen von Wissen mit Wettbewerbern, temporäre Mitgliedschaften. Gleichzeitig können sich diese jederzeit auflösen und bedarfsorientiert wieder zusammenschließen. Die dafür notwendigen Mechanismen müssen einerseits zuverlässig arbeiten und sich andererseits jederzeit wieder lösen lassen. Ein gutes Beispiel für eine solche Verbindungsstelle ist der Knopf, der sicher verbindet und sich jederzeit wieder lösen lässt. Das macht den Knopf zur idealen Metapher für eine Schnittstelle.

 

The button – the ideal metaphor for an interface

One of the greatest discoveries of mankind, beside the hand axe and the fire, was the needle. Sewing individual pieces of pelts to fitting clothing not only protected against the cold, but also made the personal status visible. This stable seam permanently held the separated fabric edges together – which was not always desired. For this reason, the seam became more flexible by tying the parts temporarily. Today there are different connections: Hooks connected with an eyelet and push buttons as well as the most common, the hole buttons, flat discs that are inserted through corresponding holes. Not only clothing requires flexible junctions, but also relationships between systems of all kinds – people, artifacts and software.

All connections are based on similar building blocks as the buttoning.

  • Established joint
    If you intend to join two open ends or parts of fabrics or skins, you can glue, weld, sew, staple together, weave, knot, connect, tie, plug, hook, zip, plug, entangle or, for our example, button them up. The button is a reliable approach that can be easily applied. In business, processes and IT interfaces are implemented through set transfer points, coordination rituals and contracts that can be resolved and terminated at any time. This is possible, when there are fixed handover points – places or connectors.
  • Agreed rules
    Interfaces only work when the individual components, the button and the hole, fit together. The oversized button that does not fit the buttonhole cannot create a connection. The buttonhole that is too large will not hold the button reliably. In business, the interfaces are even more sensitive. The coordination is the pre-requisite, in order to let an interface fulfill its purpose in the IT or in the processes. This is possible, when there are common rules at the interface – a particular IT protocol or a common language.
  • Common goal
    All connections have in common that two or more parts combine to form a unit in order to pursue shared goals. The clothing should protect you, the charging station should charge the electromobile, a joint venture wants to capture a market or two parties want to govern together. The units connected in this way share a common destiny with rights and duties that are only valid as long as they are associated. This is possible when everyone fulfils his or her purpose – in an economic community or in a partnership.
  • Foreseeable timeframe
    Despite the naturally inherent transience of relationships, parts can be more firmly or loosely connected with each other. If the parts are to remain together for a longer period of time, durable solutions such as gluing, welding, joining and sewing are recommended. If only temporary cohesion is desired, all types of flexible connections such as hooks, zippers and buttons are the right choice. The interfaces in the business are always connected with expenditure, which have to pay off. Pursued irrevocable mergers are to eliminate such interfaces from the outset by repositioning themselves, breaking up redundant elements and subsequently undoing the union only with a lot of disadvantages. Temporary alliances build on form-free agreements that provide the temporary working basis. This is possible, when the groups in advance become aware of the duration of the relationship – a merger can always be retransferred or a temporary relationship can exist for a very long time.

Bottom line: There are more and more opportunities to connect individual groups with each other. While in the past the interplay was designed for a long time, today we have to deal with more and more short-lived associations. The current trend of platforms is a good example of the relationship dynamics – global networks, knowledge sharing between competitors, temporary memberships. At the same time, they can dissolve at any time and merge again as needed. On the one hand, the necessary mechanisms must function reliably and, on the other hand, can be resolved at any time. A good example of such a connection point is the button that connects safely and can be released again at any time. This makes the button an ideal metaphor for an interface.

 

Was anders sein kann, ist tatsächlich anders

Die unzähligen Parallelwelten, die durch die Digitalisierung und Vernetzung möglich werden, konstruieren für sich eigene Wirklichkeiten, die vom Zielpublikum willig aufgenommen werden. Beim Beobachten schauen die unterschiedlichen Gruppen aus verschiedenen, sich oft widersprechenden Blickwinkeln auf die gleiche Situation. Ein Foto liefert ein sachliches Abbild der Wirklichkeit und wir glauben, dass was wir sehen, so ist, wie es scheint. Dabei ist jede Aufnahme das Ergebnis der Auswahl des beabsichtigten Bildausschnitts. Wer würde hinter der Frau, die im Hochformat alleine auf der Straße steht, eine Demonstrantin vermuten. Wird der Bildausschnitt etwas erweitert, entsteht eine neue Situation. Das Gleiche passiert bei dem Austausch von Inhalten. In dem, was gesagt wird, steckt vor allem die Unmenge an Ungesagtem. Das macht alles, das anders sein kann, tatsächlich anders – für jeden einzelnen Betrachter.

Da sich heute jeder Zugang zum Internet verschaffen kann, entweder über einen Post in einem Diskussionsforum oder einem Blogbeitrag oder in der eigenen Webseite, finden alle Blickwinkel ihren Weg in die Öffentlichkeit. Und dabei gilt: Nichts geht mehr ohne, dass jemand etwas Negatives in den Taten oder den Aussagen von Anderen findet und diese entsprechend neu auslegt.

  • Richtig gibt es nicht mehr
    Sobald ein Nationaldenkmal in Flammen steht, schafft das unzählige Handlungsoptionen, die weder notwendig noch unmöglich sind. Diese Kontingenz wird von Einzelnen aufgenommen und aus allen denkbaren Gründen ausgeschlachtet. Kümmert man sich sofort um das Beheben der Schäden, die das Feuer angerichtet hat, kommen die Fragen hoch, warum man sich nicht um andere brennende Themen kümmert. Bleiben die Menschen untätig, dann wird ihre Untätigkeit beklagt. Diese besondere Form von Double Bind, die dazu führt, dass man immer etwas falsch macht, wenn man sich für etwas engagiert, wird langfristig die Bereitschaft sich für etwas einzusetzen bremsen.
    Wir müssen aus diesen opportunistischen Schuldzuweisungen heraus und mal wieder lernen, die Leistungen anderer einfach mal wertzuschätzen als das, was sie sind, eine wirksame Tat.
  • Dagegen sein geht immer
    In jeder richtigen Handlung stecken heute viele Argumente dagegen. Macht man etwas, dann kommt die Frage hoch, wieso nicht etwas anderes oder noch anderes. Werden die Brandschäden mit Steuermitteln behoben, dann werden dringend benötigte Steuergelder verschwendet. Stiften die Menschen freiwillig ihr Geld, dann steht irgendwer auf und redet ihnen ein schlechtes Gewissen ein, da sie sich nicht für andere soziale Projekte engagieren – obwohl wir das nicht unbedingt wissen. Den Anderen immer das Schlechte zu unterstellen übersieht, dass wir nach den gleichen Regeln beurteilt werden. Egal, auf welche Seite wir uns stellen, finden sich schnell Zeitgenossen, die einem diesen Standpunkt vorwerfen.
    Für den Weg aus diesem Teufelskreis braucht es eigenständige Persönlichkeiten, die sich mehr ihren ethischen Werten verbunden fühlen, als irgendeinem Fraktionszwang.
  • Substanzlosigkeit durch Gegnerschaft kaschieren
    Populisten sind darauf spezialisiert sich Gehör zu verschaffen, indem sie stets die Aktivitäten der Gegner kritisieren. Auf der einen Seite Stärke durch Einfuhrzölle simulieren und andererseits Europa zu beschimpfen, die dann das Gleiche machen und damit nationale Arbeitsplätze bei Harley-Davidson gefährden. Auf eigene Ideen gibt es keine Hinweise. Braucht es auch nicht, da die Pro-Aktiven den Stoff liefern, den die Trittbrettfahrer für ihre Interessen ausbeuten.
    Irgendwie müssen wir es wieder schaffen uns von den Manipulationen opportunistischer Bewegungen zu lösen, bevor alles sich verschärft und die mentalen Mauern gefährlich werden.
  • Angriff ist die beste Verteidigung
    Die Anschlussfähigkeit der Aussagen führt zu einem längeren Hin und Her der Argumente. Wird man beschuldigt sich undemokratisch zu verhalten, dann ist die beste Verteidigung darauf hinzuweisen, dass man selbst undemokratisch behandelt wird. Wie man in der Tatsache sehen kann, dass bestimmte Parteien, die nicht in Gremien des Bundestags gewählt werden, dies als undemokratisch bezeichnen. Der politische Diskurs verkommt. Politiker spulen ihre auswendig gelernten Botschaften ab, ohne Rücksicht auf den Gesprächsverlauf. Und Journalisten können offensichtlich ein Gespräch nicht mehr moderieren.
    Während jedes öffentliche Gespräch nur noch eine Wahlkampfrede für die eigene Zielgruppe ist, sollten wir auf diese Gespräche verzichten. Die Protagonisten müssen wieder miteinander sprechen, anstelle zu ihrem Wahlvolk.
  • Alle sehen nur, was sie sehen können
    Es ist sehr schwer in den Nachrichten nach Wirklichkeit zu suchen, da sie immer eine Konstruktion des Beobachters sind, die sich nicht versachlichen lassen. Man kann zu Trump stehen, wie man will, aber seine Pressesprecherin Kellyanne Conway hat die richtige Formulierung gefunden – alternative Fakten. Bereits die radikalen Konstruktivisten haben es auf den Punkt gebracht: „Die Welt, wie wir sie wahrnehmen, ist unsere eigene Erfindung.“
    Die Aufgabe ist es jetzt einen Weg zu finden, mit dem die unterschiedlichen Sichten wieder in die Lage versetzt werden, sich auszutauschen.

Fazit: Die allgemeine Verfügbarkeit von Daten schafft ein neues Universum der Möglichkeiten, die alle für sich lebenswert sind oder nicht – je nach Betrachtungswinkel. Was dabei immer mehr verloren geht, ist es, den gemeinsamen Nenner zu finden, um miteinander bestehen zu können. Wenn nichts mehr so sein kann, wie es ist, sondern stets Angriffsfläche für Beanstandungen ist, dann entstehen sich selbstverstärkende Konflikte, die sich schwer auflösen lassen. Wenn es Richtig nicht mehr gibt, immer jemand dagegen ist, Substanzlosigkeit durch Gegnerschaft kaschiert wird, Angriff die beste Verteidigung ist, sowie der letzte Ausweg die Zweifel an dem Wahrheitsgehalt ist, dann verlieren alle Kraftanstrengungen für etwas ihren Antrieb. Dann werden Gespräche zu Monologen mit Dritten, anstelle zu Dialogen mit dem Gegenüber. Wir müssen raus aus diesem Teufelskreis, der zu einer immer aggressiveren Auseinandersetzung mit Andersdenkenden führt. Aktives Zuhören und eine vorauseilende Wertschätzung entspannen den Gedankenaustausch und verbessern das Verständnis der anderen Meinung. Und dabei gilt: Was anders sein kann, ist tatsächlich anders.

What can be different, is actually different

The countless parallel worlds made possible by digitalization and networking construe for themselves their own realities, which are readily accepted by the target audience. When observing, the different groups look at the same situation from different, often opposing perspectives. A photo provides a factual reflection of the reality and we believe that what we see is just like it seems. Even as it is obvious that each shot is the result of the selection of the intended image detail. Who would suspect that this woman standing alone in the portrait format is a protester? If the image detail becomes slightly expanded, a new situation unveils. The same happens when we exchange contents. What is said contains above all a plethora of unsaid. That makes everything that can be different, actually different – for every observer.

Since today everybody can access the Internet, either with a post in a discussion forum or a blog article or in the own website, all points of view find their way into the public. And the following applies: Nothing works anymore, without someone finding something negative in the acts or in the statements of others and reinterprets them accordingly.

  • Right does not exist anymore
    As soon as a national monument is in flames, it creates countless options for action that are neither necessary nor impossible. This contingency is taken up by individuals and exploited for all imaginable reasons. If you immediately take care of repairing the damage caused by the fire, the questions arise as to why you don’t take care of other burning issues. If people remain inactive, their inactivity is lamented. This particular form of double bind that leads to the fact that you are always wrong engaging in something, will eliminate the willingness to do something in the long run.
    We have to get out of these opportunistic accusations and once again learn to value the achievements of others as what they are, an impacting act.
  • Being against something always works
    In every right action there are nowadays a lot of arguments against it. If you do something, then the question comes up, why not something different or more different. If the fire damages are repaired with tax money, urgently needed tax money is wasted. If people donate their money voluntarily, then somebody gets up and makes them feel guilty, because they don’t get involved in other social projects – although we don’t necessarily know. Always insinuating the bad to others oversees the fact that we are judged according to the same rules. No matter which side we take, there will quickly be contemporaries who criticize you for this standpoint.
    The way out of this vicious circle requires independent personalities, who feel more attached to their ethical values than to any line whip.
  • Conceal insubstantiality with opposition
    Populists are specialized in making themselves heard by always criticizing the activities of their opponents. To simulate strength through import duties and to insult Europe, which is then doing the same, which leads to endangering national jobs at Harley-Davidson. There is no indication for own ideas. And it doesn’t need to be, because the pro-active supply the stuff that the freeloaders exploit for their interests.
    Somehow we have to be able to free ourselves again from the manipulations of opportunistic movements before everything gets worse and the mental walls become dangerous.
  • Attack is the best defense
    The connectivity of the expressions leads to a longer back and forth of the arguments. If you are accused of behaving undemocratically, then the best defense is to point out that you yourself are being treated undemocratically. As you can see in the fact that certain parties, who are not elected in Bundestag committees call it as undemocratic. The political discourse is degenerating. Politicians unwind their memorized messages, regardless the course of the conversation. And journalists can obviously no longer moderate a conversation.
    Whilst every public discussion is only an election campaign speech for the own target group, we should refrain from these discussions. The protagonists must again speak to each other, instead to their voters.
  • All only see, what they can see
    It is very difficult to look for reality in the news, because they are always a construction of the observer, which cannot be objectified. You can think what you like about Trump, but his press secretary Kellyanne Conway has found the right formulation – Alternative Facts. The radical constructivists have already put it in a nutshell: „The world, as we perceive it, is our own invention.“
    The task now is to find a way to put the different views back into the position to exchange ideas.

Bottom line: The general availability of data creates a new universe of possibilities, all of which are worth living for themselves or not – depending on the angle of view. What gets more and more lost is to meet on a common denominator in order to be able to persist together. If nothing can be the way it is, but is always a target for complaints, then self-reinforcing conflicts arise which become difficult to resolve. When right no longer exists, someone is always against it, insubstantiality is concealed with opposition, attack is the best defense and the last resort is doubting the truth, then all efforts for something lose their momentum. Then conversations become monologues with third parties, instead of dialogues with the counterpart. We must get out of this vicious circle that leads to an increasingly aggressive confrontation with dissenters. Active listening and an anticipatory appreciation relax the exchange of thoughts and improve the understanding of the other opinion. And the following applies: What can be different, is actually different.

Der Talisman – die ideale Metapher für eine Metapher

Bevor sich persönliche Talismane und Amulette entwickelten, wie der Nazar in der Türkei oder der Christophorus in der westlichen Welt, wurden viele Besonderheiten der physischen Wirklichkeit mit einem darüber hinausgehenden Hintersinn verbunden, der einen starken Einfluss auf die Befindlichkeiten der Menschen hatte. Auch wenn wir keine schriftlichen Belege aus der Urgeschichte haben, weisen mündliche Überlieferungen auf bedeutungsgeladene Landmarken in der Natur hin – der Uluru in Australien, die Nazca-Linien in Peru, oder die sagenhafte Irminsul in Deutschland. Mit der Zeit wurden Kultgegenstände geschaffen, die Gruppen stets mit sich führten, wie die Bundeslade der Israeliten, die Mikoshi in Japan oder die Heilige Lanze. Die Wirkungen dieser Kultobjekte sind bei jedem Nutzer anders. Das Gleiche gilt für Metaphern, die über die offenkundige Geschichte hinaus zusätzliche Bedeutungen in den Köpfen der Menschen erzeugen. Das macht den Talisman zu der idealen Metapher für die Metapher.

Der Glaube versetzt Berge. Auch Talismane haben diese Macht und vermitteln ihren Trägern Sinn und Inhalt, die weit über die offensichtliche Form des Artefakts hinausgehen – genau wie bei einer Metapher. Damit dies möglich wird, müssen Dinge oder Metaphern mit Bedeutung aufgeladen sein und die folgenden Bedingungen vorliegen.

  • Erwartung
    Amulette werden durch einen Ort oder eine Person mit Bedeutung verbunden. In der Folge erwarten die Nutzer eine bestimmte Wirkung – sei es z.B. Verkehrssicherheit oder Gesundheit oder Fruchtbarkeit oder Motivation. Vermittelt wird die Wirkung durch die Person, die das Artefakt oder die Geschichte weitergibt. Dabei sollte man nicht vergessen, dass die Wirkung zerstörend oder fördernd sein kann – eine mit Nadeln versehene Voodoo-Puppe kann zum Tode führen; der Glaube an das Gelingen einer medizinischen Maßnahme lässt das Placebo genauso wirken wie das Medikament, das ersetzt wird.
  • Konditionierung
    Die Erwartungen entwickeln sich nicht aus dem Nichts. Es reicht oft auch nicht, dass man die Wirkung erklärt bekommt. Jedoch das immer wieder aktualisierte Bewusstsein der Folgen verankert den Glauben immer tiefer im Unterbewusstsein. Berühren wir dabei unseren Talisman und stellen die bewusste Verbindung zur gewünschten Wirkung her, verinnerlichen wir den Effekt noch tiefer – z.B. St. Christophorus vor dem Antritt der Fahrt ins Büro. Entsprechend wirkt eine Metapher, die immer wieder als Beispiel genutzt wird, wenn man bestimmte Zusammenhänge erläutert, wie die Geschichte mit der Axt.
  • Beispiele
    Besonders förderlich für das Vertrauen an einen bestimmten Ausgang sind Beispiele, in denen die Wirkung nachvollziehbar eingetreten ist. Die Schamanen, die es in allen Kulturen gibt, haben unzählige Male bewiesen, dass sie helfen können, wodurch sie immer besser werden. Der mobile Vertreter ist das Amulett, dass man von Schamanen ausgehändigt bekommt – oder zumindest zu ihnen zurückverfolgen kann. Der Bezug zur Realität geschieht bei der Metapher durch Geschichten mit alltäglichen Beispielen, die die Metapher aufladen.
  • Herkunft
    Jegliche Objekte können als Talisman fungieren – ein Stein, ein Stück Holz, ein Fläschchen mit Wasser, ein Artefakt, das von jemandem hergestellt oder jemand gehört hat. Marken transferieren emotionale Bedeutung auf Gegenstände – z.B. wenn der neuste Montblanc Füllfederhalter Le Petit Prince heißt. Es liegt im Auge des Nutzers, wie diese Bedeutung zur Wirkung kommt. Eine Metapher gewinnt, wenn sie von einem Vorbild entwickelt oder erzählt wurde – wie beispielsweise die These von Aristoteles „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile“.
  • Umfassende Beschreibung
    Je ausgefeilter und differenzierter die Beschreibung der Wirkungsweise eines Fetischs ist, desto glaubwürdiger wird es. Die Gemmologie erklärt einem beispielsweise die Wirkung von Edelsteinen – der Rubin, der die Leidenschaft fördert; der Turmalin, der vor negativer Energie schützt; das Tigerauge, das Mut gibt. Je besser eine Metapher erklärt wird, desto nachvollziehbarer wird sie – denken wir nur an die chinesische 成语 (chengyu) „塞翁失马 – Alter Mann verliert Pferd“.

Fazit: Durch die Erwartungshaltung, das immer wieder Verankern der Bedeutung, die praktischen Beispiele, die Herkunft und eine umfassende Beschreibung laden Amulette, Talismane und Metaphern mit wirksamer Bedeutung, die Erstaunliches mit seinen Anhängern macht. Dabei sollte immer bedacht werden, dass die Wirkung unbedingt förderlich sein sollte, da ansonsten Schaden angerichtet wird. Der Glaube an die Wirksamkeit ist der gemeinsame Nenner dieser Glücksbringer und der anregenden, bedeutungsvollen Geschichten. Das macht den Talisman zur idealen Metapher für eine Metapher.

The Talisman – the ideal metaphor for a metaphor

Before personal talismans and amulets evolved, like the Nazar in Turkey or the Christopher in the western world, many particularities of the physical reality were connected with a deeper meaning that went beyond and had a strong influence on the mental states of people. Even though we have no written evidence from prehistory, oral traditions point to meaningful landmarks in nature – the Uluru in Australia, the Nazca lines in Peru, or the legendary Irminsul in Germany. Over time, cult objects been created, which groups always carried with them, such as the Ark of the Covenant, the Mikoshi in Japan or the Holy Lance. The effects of these cult objects are different for each user. The same applies to metaphors which, beyond the obvious story, generate additional meanings in the minds of people. This makes the talisman the ideal metaphor for the metaphor.

Faith can move mountains. Talismans also have this power and transfer meaning and content to their carriers that go far beyond the obvious form of the artifact – just like a metaphor. To make this possible, things or metaphors must be loaded with meaning and the following conditions be there.

  • Expectation
    Amulets are connected with meaning by a place or person. As a result, users expect a certain effect – for example be it traffic safety or health or fertility or motivation. The effect is mediated by the person, who provides the artifact or story. One should not forget that the effect can be destructive or beneficial – a voodoo doll fitted with needles can lead to the death; the belief in the success of a medical measure makes the placebo work in exactly the same way as the drug being replaced.
  • Conditioning
    Expectations do arise out of nowhere. It is often not sufficient to get the explanation of the effect. But the constantly updated awareness of the consequences anchors faith deeper and deeper in the subconscious. If we touch our talisman and establish the conscious connection to the desired effect, we internalize the effect even deeper -e.g. the St. Christopher’s before starting the commute to the office. Accordingly, a metaphor works, which is used again and again as an example, if you explain a certain contexts, such as the story with the axe.
  • Examples
    Especially supportive for confidence in a particular outcome are examples, in which the effect has been clearly demonstrated. The shamans that exist in all cultures have proven countless times that they can help, what makes them better and better. The mobile representative is the amulet that you get handed from shamans – or at least can trace back to them. In the metaphor, the reference to reality happens through stories with everyday examples that charge the metaphor.
  • Origin
    Any object can act as a talisman – a stone, a piece of wood, a bottle of water, an artifact made by someone or was owned by someone. Brands transfer emotional meaning to objects – e.g. when the latest Montblanc fountain pen is called Le Petit Prince. It is in the eye of the user how this meaning comes into effect. A metaphor wins, when it was created or told by a role model – such as Aristotle’s thesis „The whole is more than the sum of its parts“.
  • Comprehensive description
    The more sophisticated and differentiated the description of mechanism of a fetish is, the more credible it becomes. Gemology, for example, explains the effect of gemstones – the ruby, which promotes passion; the tourmaline, which protects against negative energy; the tiger’s eye, which gives courage. The better a metaphor is explained, the more comprehensible it becomes – just think of the Chinese 成语 (chengyu) „塞翁失马 – Old man loses horse„.

Bottom line: Through the expectation, the repeated anchoring of the meaning, the practical examples, the origin and a comprehensive description charge amulets, talismans and metaphors with effective meaning, which makes amazing things with their followers. It should always be considered that the effect should be beneficial at all costs, otherwise damage will be caused. The belief in efficacy is the common denominator of these lucky mojos and the stimulating, meaningful stories. This makes the talisman the ideal metaphor for a metaphor.

Der eine Gedanke vor jedem Strategieren

Alle Aktivitäten brauchen einen Kompass, an dem sie sich ausrichten können. Der erste Gedanke von vielen Strategen ist es zu gewinnen. Allerdings muss das nicht immer bedeuten, dass man der Erste, der Schnellste, der Größte ist, oder dass man unentwegt wachsen muss. Die gewünschte Stoßrichtung ist vielleicht ein fitteres Unternehmen oder die bessere Ausnutzung der bestehenden Mittel oder zufriedenere Mitarbeiter. Die gewählte Ausrichtung kann durch gleichzeitig unterschiedliche Richtungen unterminiert werden. Deshalb ist die Stoßrichtung eine wichtige Grundlage für die Vorbereitung auf die Gestaltung der Zukunft.

Die gemeinsame Richtung findet sich zwischen Wachstum und Schrumpfung (horizontale Achse) und schrittweiser Änderung erster Ordnung und der radikalen Änderung zweiter Ordnung (vertikale Achse). Die folgenden Optionen ergeben sich.

  • Konsolidieren
    Das aktuelle Geschäft robuster zu machen klingt nicht sehr spannend. Dabei ist die Sicherung der Viabilität auf Basis der vorhandenen Mittel eine gute Vorbereitung auf die Zukunft. Dazu können die Angebote entwickelt, besser platziert und beworben werden. Oder die gewählte Wertdisziplin (Kunden, Produkt- oder Prozessorientierung) beharrlich verfolgt werden. Solange der Absatz gute Aussichten hat ist das ein vernünftiger Ansatz.
  • Aktivieren
    Werden die bestehenden Kernaspekte, die Angebote, Abläufe und Fähigkeiten, ausgebaut, begünstigt das das Geschäft. Hierfür werden das Corporate-Image aufpoliert, die Kultur beschrieben und das unternehmerische Bewusstsein der Mitarbeiter aufgefrischt. Es geht darum, eingefahrene Wege mit der derzeitigen Palette besser auszulasten.
  • Erweitern
    Werden angrenzende Bereiche erkannt und ausgebaut, entstehen neue Arbeitsinhalte, -formen und Marktbereiche. Dies wird möglich durch kontinuierliche Gestaltung, unterschiedlichste übergreifende Zusammenarbeit und das Verschieben der Grenzen der End-to-End Abläufe. Bei näherem Hinsehen finden sich beispielsweise weitere Einnahmequellen im Kundenkontakt.
  • Neuerfinden
    Beim Verlassen der Komfortzone eröffnen sich andersartige Möglichkeiten. Neue Geschäfte können erschlossen und dabei allgemeine Aufgaben geteilt werden. Am Ende ändern sich die Bausteine des Geschäftsmodells. Das Ganze beginnt mit radikaler Umgestaltung der Abläufe, der Erschließung neuer Sortimente und der Eröffnung völlig neuer Kundengruppen. Getrieben werden solche Entwicklungen durch Einzelpersonen, die eine klare Vorstellung haben, was sonst noch denkbar ist.
  • Konzentrieren
    Wenn der unternehmerische Körper an Übergewicht leidet und die Einnahmen die aktuellen Ausgaben nicht mehr abdecken ist eine durchdachte Verdichtung der Tätigkeiten unausweichlich, wenn nicht das Ganze in die Tiefe gerissen werden will. Dies wird möglich durch den Verzicht auf bestimmte Aufgaben, der Bündelung des Kerngeschäfts z.B. in dem regelmäßige Abwicklungen outgesourct werden. Überflüssige Geschäfte und Routinen entstehen, wenn man nicht bereit ist sich frühzeitig darum zu kümmern.
  • Stilllegen
    Sind alle Fitnessmaßnahmen ausgeschöpft, kommt es früher oder später zum wirtschaftlichen Kollaps. Im Interesse aller Beteiligten ist die geordnete Aufgabe oder Herauslösung einzelner Bereiche oder Standorte der letzte Weg, wenn dadurch den Mitarbeiter ein sicherer Übergang in neue Aufgaben ermöglicht werden kann. Durch die frühzeitige Auflösung finden externe Unternehmer möglicherweise Wege, das Geschäft unter anderen Prämissen weiterzuführen.

Fazit: Es mag befremdlich klingen, dass die gemeinsame Ausrichtung sich für alle Fälle auf sechs mögliche Richtungen verdichten lässt. Sobald Sie die Abklärung der Stoßrichtung vorgeschaltet haben, werden Sie schnell feststellen, dass Grundsatzdebatten durch gemeinsame Pläne ersetzt werden. Die eindeutige Absicht sollte klar und alle Bereiche sollten in eine Richtung ausgerichtet sein. Vor jedem Strategieren braucht es den einen Gedanken.

The one thought before any strategizing

All activities need a compass to align with. The first thought of many strategists is to win. However, that does not always mean that you are the first, the fastest, the greatest, or that you have to grow constantly. The desired impact direction might be a fitter company or better utilization of existing means or happier employees. The selected alignments can be undermined by different simultaneous directions. The impact direction is therefore an important basis for the design of the future.

The common direction can be found between growth and contraction (horizontal axis) and gradual first order change and radical second order change (vertical axis). The following options arise.

  • Consolidate
    Making the current business more robust doesn’t sound very exciting. Securing viability on the basis of available means is a good preparation for the future. For this purpose, the offers can be enhanced, better placed and advertised. Or the chosen value discipline (customer, product or flow orientation) persistently pursued. As long as the turnover has good prospects, this is a reasonable approach.
  • Activating
    If the existing core aspects, the offers, flows and skills, are expanded, it favors the business. For this purpose, the corporate image is revamped, the culture is described and the entrepreneurial awareness of the employees is refreshed. It is a matter of better utilizing the current palette on the bogged down paths.
  • Expand
    If neighboring areas are identified and expanded, new work contents, forms and market areas emerge. This is made possible by continuous design, a wide variety of cross-enterprise teamwork and the shifting of the boundaries of end-to-end procedures. On closer look, additional sources of income can be found in customer touchpoints.
  • Reinvent
    When you leave the comfort zone, different options open up. New trades can be revealed and thereby common tasks shared. In the end, the building blocks of the business model change. The whole thing starts with radical redesign of the flows, the development of new product lines and the disclosure of completely new customer groups. Such developments are driven by individuals, who have a clear idea of what else is imaginable.
  • Concentrate
    If the enterprise body suffers from overweight and the incomes do not cover any longer the current expenses, a thoughtful compression of the activities is inevitable, if the whole does not want to be dragged into the deep. This is made possible by the sacrifice of certain tasks, the bundling of the core business e.g. in which regular handlings are outsourced. Needless business and routines arise, if you are not prepared to take care of them at an early stage.
  • Close
    When all fitness measures have been exhausted, sooner or later economic collapse will occur. In the interest of all involved people, the orderly surrender or separation of individual areas or locations is the last resort, if it enables employees to make a secure transition to new tasks. Early dissolution may allow external enterpriser to find ways to continue the business under different premises.

Bottom line: It may sound strange that the common alignment can be condensed for all cases into six possible directions. Once you have performed the clarification of the direction beforehand, you will quickly notice that debates on principles are replaced by joint plans. The unambiguous intention should be clear and all areas should be aligned to one direction. Before any strategizing it requires the one thought.