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Energiefresser isolieren

Im Geschäftsleben ist man immer wieder Energiefressern ausgesetzt, die unseren Tatendrang zu ihren eigenen Vorteilen ausbeuten. Es ist schwer, ihnen zu entkommen. Sie drängen sich auf und belegen gedankenlos scheinbar freie Kapazitäten und sind unfähig zu bemerken, wann sie bestehende Grenzen überschreiten. Häufig sind es die, die das Glas halb-leer sehen, unentwegt kritisieren, selbstverliebt sind und an Hybris leiden. Sie beklagen sich ständig, meistens über andere, stöhnen über ihre Probleme, erzählen negative Geschichten, verbreiten Missmut und schaffen Unsicherheit. Sie haben ihr Talent perfektioniert, andere arglos und ohne Rücksicht auszunutzen, und fühlen sich durch die scheinbaren Erfolge, die sie erzielen, bestätigt. Sie kontaminieren Gruppen aller Art und vergiften den Alltag. Wie kann man jedoch diese Energiefresser ins Abseits drängen, damit der Schwung für die wichtigen Aufgaben erhalten bleibt.

Die Schwierigkeit besteht darin, dass die Energiefresser erst bemerkt werden, wenn es fast zu spät ist. Es erfordert Achtsamkeit, um die Einflussversuche erkennen und angemessen darauf reagieren zu können. Mögliche Hinweise sind:

  • Kontinuierliche Stresserzeugung durch überzogene Anforderungen und Schuldzuweisungen
  • Fehlende Wertschätzung durch unausgewogene Kritik – ständiger Schwerpunkt auf Schwächen
  • Ungleichgewichtiges Win-win durch einseitige Ausbeutung der Zusammenarbeit
  • Unausgeglichener Austausch von Informationen durch mangelhafte Bereitstellung von Inhalten
  • Fehlende Gelegenheiten sich zu beweisen durch konsequente Begünstigung von Anderen
  • Verschwendete Zeit durch ungeplante und unnötige Treffen
  • Überraschendes Lob durch Komplimente und positive Erwähnung früherer Erfolge, jedoch ohne Beiträge im Hier und Jetzt.

Folgende Maßnahmen schützen die eigenen Kräfte vor Ausbeutung.

  • Abstand halten
    Am besten hält man sich fern von den entsprechenden Energiefressern, indem man Gelegenheiten meidet, in denen sie präsent sind – informelle Treffen, Arbeitsgruppen, Sitzungen, Projekte und besonders semi-private Anlässe.
  • Grenzen ziehen
    Es ist nicht immer möglich den notwendigen Abstand zu halten. Deshalb ist die Festlegung von klaren Grenzen die letzte Möglichkeit, um sich Energiefresser vom Leibe zu halten, indem man klar und respektvoll sagt, was man will, bereit ist zu tun oder was Andere unterlassen sollten. Sobald man sie zu nahe an sich heranlässt, nutzen sie diese Nähe gnadenlos aus.
  • Vereinnahmung verhindern
    Häufig sind sich die Energiefresser selbst nicht bewusst, was sie tun. Die Vorbereitung einer Vereinnahmung hat mit dem eigentlichen Interesse nicht unbedingt etwas zu tun. Spätestens, wenn der Versuch sichtbar wird, ist Zurückhaltung und im Notfall ein entschiedenes Nein erforderlich.
  • Verantwortung ablehnen
    Die Steigerung der Vereinnahmung ist die explizite Zuweisung von Verantwortung. Es ist wohlgemerkt das normalste der Welt Verantwortung für dein Tun und der Ergebnisse zu übernehmen. Allerdings nicht, wenn es sich nur um eine prophylaktische Schuldzuweisung handelt.
  • Zweifeln
    Intuitiv wissen wir, dass Vertrauen gut ist. Ebenso haben wir gelernt, dass Zweifeln besser ist. Nicht weil alles, was uns mitgeteilt wird, falsch ist, sondern weil sich Verzerrungen in Äußerungen einschleichen – einmal aus Versehen und ein anderes Mal um unsere Energiespeicher auszubeuten.
  • Selbstbewusst sein
    Die eigenen Grenzen und Möglichkeiten sowie die Bereitschaft darüber hinauszugehen zu kennen hilft, wenn man sich in Teams einbringt. Es ist immer die eigene Entscheidung, ob man bereit ist, etwas zu tun. Und meistens gibt es soviel zu tun, dass sowieso etwas auf der Strecke bleibt – warum nicht die Energiefresser.
  • Freundlich abwenden
    Wenn alles nichts nützt, bleibt immer noch die Flucht. Bemerkt man den Schwungverlust zugunsten eines Energiefressers zu spät, genau dann ist immer noch die Möglichkeit sich zurückzuziehen. Jede Vereinbarung ist jederzeit kündbar – bescheiden, entschuldigend und höflich.

Fazit: Die größten Produktivitätskiller von Gruppen sind Energiefresser. Dies sind Leute, die andere zum eigenen Vorteil ausbeuten und damit der Gesamtheit schaden. Sie sind schwer erkennbar, aber einige Hinweise enttarnen sie – der Stress, den sie erzeugen, die fehlende Wertschätzung, fehlendes Win-win, usw. (siehe oben). Je nach Persönlichkeit werden sie früher oder später bemerkt. Sobald einem jedoch bewusst wird, dass es sich um eine Person handelt, die einen ausnutzt, kann man sich angemessen wehren – z.B. Abstand halten, Grenzen ziehen, Vereinnahmung verhindern, Verantwortung ablehnen usw. (siehe oben). Auch wenn diese Personen den Eindruck erwecken, dass sie die Produktivität eines Unternehmens steigern, zerstören sie sie auf lange Sicht – die Gesamtleistung sinkt, die Motivation stürzt ab und die Energiefresser zerstören mit ihren Manipulationen den Zusammenhalt. Aus diesen Gründen sollten Energiefresser isoliert und unschädlich gemacht werden.

Isolating energy hijackers

In business you are repeatedly exposed to energy hijackers, who exploit our zest for action to their own advantage. It’s hard to escape. They impose themselves and thoughtlessly occupy seemingly free capacities and are incapable of noticing when they cross existing borders. Often these are those, who see the glass half-empty, constantly criticize, are in love with themselves and suffer from hubris. They steadily complain, mostly about others, moan about their problems, tell negative stories, spread displeasure and create insecurity. They have perfected their talent to exploit others unsuspectingly and without consideration, and feel confirmed by the apparent successes they achieve. They contaminate groups of all kinds and poison everyday life. But how can one push these energy hijackers to the sidelines so that the momentum for the important tasks remains intact?

The difficulty is that the energy hijackers are noticed, when it is almost too late. It requires attentiveness in order to recognize the attempts to influence and to be able to react appropriately. Potential clues are:

  • Continuous stress generation due to excessive requirements and appointments of blame
  • Lack of appreciation through unbalanced criticism – constant focus on weaknesses
  • Imbalanced win-win due to one-sided exploitation of cooperation
  • Uneven exchange of information through inadequate information sharing
  • Lack of opportunities to prove oneself by consistently favoring other people
  • Wasting time with unplanned and unnecessary meetings
  • Surprising praise through compliments and positive mentioning of earlier successes, but without contributions in the here and now

The following measures protect your own vigor from exploitation.

  • Keeping distance
    The best way to stay away from the corresponding energy hijackers is to avoid occasions in which they are present – informal meetings, working groups, meetings, projects and especially semi-private events.
  • Drawing borders
    It is not always possible to keep the necessary distance. Therefore, setting clear boundaries is the last way to keep energy hijackers off your back by clearly and respectfully saying what you want, what you are ready to do or what others should refrain from doing. As soon as you let them get too close, they take merciless advantage of you.
  • Preventing appropriation
    Often the energy hijackers are not aware of what they are doing. The preparation of an appropriation does not necessarily have anything to do with the actual interest. At the latest, when the attempt becomes clear, restraint is required and, in an emergency case, a decisive „No“.
  • Rejecting responsibility
    The increasing appropriation is the explicit assignment of responsibility. It is the most normal thing in the world to take responsibility for your actions and results. However, not if it is only a matter of prophylactic assignment of guilt.
  • Doubting
    Intuitively we know trust is good. Likewise we have learned that doubt is better. Not because everything we are told is wrong, but because distortions creep into utterances – one time by mistake and another time to exploit our energy reservoirs.
  • Being self-confident
    Knowing one’s own limits and possibilities as well as the willingness to go beyond helps, if you get involved in teams. It’s always your own decision, whether you’re ready to do something or not. And most of the time there are so many things to do that something is left behind in any case – why not the energy hijackers?
  • Politely turning away
    If everything is of no use, the opportunity to escape still remains. If one notices too late the loss of momentum in favor of an energy hijacker, then is still the possibility to retreat. Every agreement is always open for cancellation – modestly, exculpating and politely.

Bottom line: The biggest productivity killers of groups are energy hijackers. These are people, who exploit others for their own advantage and thus harm the whole. They are difficult to identify, but some clues expose them – the stress they create, the lack of appreciation, the lack of win-win, etc. (see above). Depending on their personality, they are noticed sooner or later. However, once you realize that this is a person, who is exploiting you, you can defend yourself appropriately – e.g. by keeping distance, drawing borders, preventing appropriation, rejecting responsibility, etc. (see above). Even if these people give the impression that they increase the productivity of a company, they destroy it in the long run – the overall performance decreases, the motivation crashes and the energy hijackers destroy the cohesion with their manipulations. For these reasons, energy hijackers should be isolated and rendered harmless.

Geheime Verbrechen?

Dass Verbrechen geheim gehalten werden, ist Teil der Straftat. Es aufzudecken und zu bestrafen ist im Interesse der meisten – außer: den Tätern. Im Alltag sieht es jedoch anders aus. Das wird sichtbar an der Rechtslage, ob eine Straftat angezeigt werden muss oder nicht. Die Gesellschaft hat eigentlich ein Interesse Verbrechen zu verfolgen. Allerdings bräuchten die sogenannten Whistleblower eine klare Gesetzeslage. Zwar reden wir in Deutschland von der Anzeigepflicht, wonach sich Mitwisser strafbar machen. Gleichzeitig sind viele Mitarbeiter von Unternehmen und staatlichen Behörden zur Geheimhaltung vertraglich verpflichtet. Allerdings scheinen die bestehenden Gesetze nur im Vorhinein zu greifen (siehe Strafgesetzbuch (StGB) § 138 Nichtanzeige geplanter Straftaten, Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) § 17 Verrat von Geschäfts- und Betriebsgeheimnissen). Wie soll man sich denn verhalten?

Da es sich um ein rechtliches Thema handelt, sollte der Gesetzgeber Klarheit schaffen, damit die Informanten, die derartige Vergehen aufdecken, nicht in dem Dilemma stecken bleiben, ein Verbrechen aufdecken zu sollen und sich gleichzeitig wegen Geheimnisverrats strafbar zu machen.

  • Verbrechen
    Gravierende Verstöße gegen die Rechtsordnung nennt man Verbrechen, die normalerweise unter Androhung von Strafen verboten sind – allerdings nur, wenn man erwischt wird.
  • Anzeigepflicht
    Eine Anzeigepflicht würde dann vorliegen, wenn jemand über einen kriminellen Sachverhalt Kenntnis hat. Jedoch scheint, wie bereits angedeutet, diese Anzeigepflicht in Deutschland nur vor der Tat geben (siehe Strafgesetzbuch (StGB) § 138 Nichtanzeige geplanter Straftaten). Damit soll verhindert werden, dass es gar nicht erst zum Verbrechen kommt. Was ist jedoch, wenn die Tat bereits begangen ist? Bedeutet das, dass man Straftaten in Nachhinein nicht melden muss? Das wäre für die Whistleblower eine schlechte Nachricht, da sie gewöhnlich im Nachhinein aktiv werden.
  • Geheimnis
    Ein Geheimnis ist ein Sachverhalt, der der Öffentlichkeit verborgen bleibt. Je größer der Mitwisserkreis, desto schwieriger wird es zu verhindern, das diesbezügliche Informationen durchsickern. Deshalb sichern sich Unternehmen und staatliche Institutionen durch entsprechende Geheimnisvereinbarungen (siehe auch Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) § 17 Verrat von Geschäfts- und Betriebsgeheimnissen). Am Ende machen sich Mitarbeiter strafbar, wenn sie interne Informationen weitergeben, egal ob es sich um legale oder illegale Aspekte handelt – denken wir an die Dieselaffäre, Steuer-CDs oder Korruption.
  • Whistleblower
    Aus Sicht der Öffentlichkeit sind diese Enthüller von geheimen Informationen ethische Vorbilder, die sich für das Wohl der Allgemeinheit einsetzen, wenn sie kriminelle Machenschaften aufdecken. Sie agieren ohne Netz auf eigenes Risiko.

Inwieweit illegale Geheimnisse einen Anspruch auf Schutz haben, liegt im Auge des Betrachters. Die Steuerbehörde, die dadurch Nachzahlungen erhält, wird die Hinweise begrüßen. Der Völkergemeinschaft, die einem Staat nachweisen kann, dass er gegen die Menschenrechte verstoßen hat, kommen interne Informationen gelegen. Der Enttarnte sieht das ganz anders und wird alles tun, die Enthüller zu bestrafen. Die damit einhergehende Doppelmoral wird sichtbar, wenn nur Kriegsverbrecher aus schwachen Staaten zur Rechenschaft gezogen werden – Die Kleinen hängt man und die Großen lässt man laufen. Nutzt mir eine Information, dann ist der Hinweisgeber willkommen. Entlarvt mich ein Datenleck, wohl nicht. Für das allgemeine Rechtsempfinden ist das ein unhaltbarer Zustand.

Fazit: Whistleblower bewegen sich auf dünnem Eis. Auch wenn die Gesellschaft proklamiert, dass es eine moralische Pflicht gibt, Fehlverhalten aufzudecken, schützten die Gesetze die Enthüller nicht. Es gibt weder eine Anzeigepflicht, noch ist man vor einer Anklage des Geheimnisverrats geschützt. Für eine Informationsgesellschaft ist es fragwürdig, wenn die Geheimhaltung illegaler Betätigung durch fehlende Gesetze gefördert und geschützt wird.

P.S.: Keine guten Aussichten für Julian Assange, der uns einen Blick hinter die Fassade der Täter ermöglicht hat.

Secret crimes?

That crimes are kept secret is part of the offence. Revealing and punishing it is in the interest of most people – except the perpetrators. In everyday life, however, things look different. This can be seen in the legal situation, whether a crime must be reported or not. Society actually has an interest in persecuting crimes. However, the so-called whistleblowers would need a clear legal situation. Although we are talking in Germany about the duty of disclosure, according to which confidants make themselves liable to prosecution. At the same time, many employees of companies and governmental authorities are contractually bound to secrecy. However, the existing laws only seem to apply in advance (see in German Criminal Code (StGB) § 138 Non-notification of planned criminal offences, Law against Unfair Competition (UWG) § 17 Betrayal of Business and Trade Secrets). How are we supposed to behave?

Since this is a legal issue, the legislator should provide clarity so that the informants who detect such offenses do not get stuck in the dilemma of exposing a crime and at the same time being prosecuted for secret treason.

  • Crime
    Serious violations of the legal system are called crime that are normally prohibited in all jurisdictions – but only if you get caught.
  • Duty of disclosure
    An obligation to report would exist, if someone had knowledge of a criminal fact. However, as already indicated, in Germany this duty of disclosure seems to exist only before the offence is committed (see Criminal Code (StGB) § 138 Non-notification of planned criminal offences). This is to prevent the crime. But, what if the crime has already been committed? Does that mean you don’t have to report crimes afterwards? This would be bad news for the whistleblowers, as they usually become active after the event.
  • Secret
    A secret is a fact that is kept hidden from the public. The larger the circle of confidants, the more difficult it becomes to prevent the information leakage. Therefore enterprises and state institutions secure themselves with appropriate secret agreements (see also Law against Unfair Competition (UWG) § 17 Betrayal of Business and Trade Secrets). In the end, employees who disclose internal information, regardless of whether it is about legal or illegal aspects, are liable to prosecution – think about the Diesel affair, tax CDs or corruption.
  • Whistleblowers
    In the eye of the public, these unveilers of secret information are ethical role models who are committed to the common good when they uncover criminal activity. They operate without safety-net at their own risk.

To what extent illegal secrets are entitled to protection is in the eye of the beholder. The tax authority that receives as a result back payments, will welcome the hints. The international community that can prove against a state that it has violated human rights is well served by internal information. The uncovered perceives it quite differently and will do everything to punish the whistleblowers. The double standard that goes along with this becomes visible when only war criminals from weak states are called to account – The little ones are hanged and the big ones are left to run. If any information is beneficial for me, the whistleblower is welcome. If a data leakage exposes me, I guess not. For the common sense of justice, this is an untenable condition.

Bottom line: Whistleblowers are walking on thin ice. Although society proclaims that there is a moral duty to reveal misconduct, the laws do not protect the revealers. There is neither an obligation to report, nor is one protected from a charge of treason. For an information society it is dubious, if the secrecy of illegal activity is promoted and protected by lack of laws.

P.S.: No good prospects for Julian Assange, who made it possible to take a look behind the perpetrators‘ facade.

Retro – die fantasielose Wiederverwendung

Kulturelle Artefakte sind mittlerweile zu wirtschaftlichen Produkten und Dienstleistungen geworden, die den Regeln des Marktes folgen – die Literatur, Musik sowie die darstellende und bildende Kunst. Kunstschaffende werden dadurch zu Designern neuer Angebote. Vielfältige Kanäle müssen kontinuierlich mit Inhalten versorgt werden – Fernseh- und Radiosender, Konzertbühnen, Theater und Museen. Ein schneller Weg die eigene Palette zu erweitern ist die fantasielose Wiederverwendung bestehender Angebote. In Ermangelung von Inhalten entstehen interessante Auswüchse. Fernsehsender leben von Wiederholungen; Kino-Blockbuster werden zu Serien und Remakes; Pop-Musik lebt von Coversongs und Coverbands; Theaterstücke werden unter gewohnten Titeln, völlig verfremdet. Fehlen den Künstlern die Ideen oder zwingt der Markt zu diesen fantasielosen Wiederverwendungen?

Bisher galt: Die Form folgt der Funktion. Die Kreativen haben sich Inhalte ausgedacht und diese dann in eine Form gebracht. Fordern die Märkte die endlose Fortsetzung der Form und füllen sie mit dem immer gleichen Inhalt? Reicht es nur noch selten für Inhalte? Die folgenden Elemente werden dabei wiederverwendet.

  • Der Plot
    Der rote Faden, der eine Geschichte durchzieht, folgt einem bestimmten Rhythmus, der sicherstellt, dass die Aufmerksamkeit des Publikums kurzfristig immer wieder aufgefrischt wird. Die dazugehörigen Handlungen folgen einem erahnbaren Ablauf, der durchsetzt wird mit Spannung – im Krimi deckt man den Täter am Ende, im Verlauf oder am Anfang der Geschichte auf; durch gezielt eingestreute Effekte, wie z.B. unbekannte Kulturen, ungewohnte Rollenbilder oder Elemente aus anderen Genres (z.B. Esoterik in einem Abenteuer). Die eigentliche Handlung ist dabei, abhängig von der Kultur, stets die gleiche – in den USA das Ermittlungsteam und in Deutschland der Kommissar mit seinem Assistenten.
    Retro versorgt Zielgruppen mit fantasielos, wiederholten Plots.
  • Das Format
    Abhängig von dem Zielmedium, z.B. Print, Rundfunk, Film oder Internet, werden die Plots unterschiedlich angeboten. Ein neuer Roman wird geplant, wie der Rollout eines Produkts – nach der Veröffentlichung wird das Buch im Radio und Fernsehen besprochen, Rezensionen in den einschlägigen Zeitschriften lanciert und schließlich meistbietend für die Weiterverwertung verkauft. Was zählt, ist die Signalwirkung des ursprünglichen Titels. Gute Beispiele für diese Vermarktung sind Das Parfüm von Patrick Süskind oder Der kleine Prinz von Antoine St. Exupéry, die bereits ihre Runden in unterschiedlichen Formaten hinter sich haben. Die eigentliche Geschichte ändert sich nicht – nur das Format.
    Retro versorgt die Zielgruppe häufig mit fantasielos, wiederholten Formaten.
  • Das Thema
    Der Zeitgeist rückt unterschiedliche Sujets, die im Erfolgsfall von vielen wiederholt werden, in den Vordergrund – die Psyche zu Beginn des Zwanzigsten Jahrhunderts, der Totalitarismus nach dem Zweiten Weltkrieg oder die DDR nach der deutschen Wiedervereinigung. Wissenschaftliche Erkenntnisse der Psychologie locken heute in Fernsehserien, wie Lie to me oder Leverage, die Zuschauer mit Erkenntnissen bezüglich der nonverbalen Kommunikation. Der Reiz besteht dabei aus neuen Erkenntnissen, die man im Alltag nutzen könnte.
    Retro versorgt die Zielgruppe häufig mit fantasielos, wiederholten Themen.
  • Die Protagonisten
    Die vorgestellten Akteure sind die tragenden Säulen eines Werkes – z.B. in der bildenden Kunst religiöse Charaktere; in der Musik die Mythologie; in den Geschichten zeitgemäße Personen. Honoré de Balzac mit seiner menschlichen Komödie zeigte die französische Gesellschaft des 19. Jahrhunderts. Jules Verne hatte seine mutigen Forscher, die die Grenzen der Welt sprengten. Gabriel Garcia Marquez verpackte die südamerikanische Wirklichkeit in Magie. Heinrich Böll lieferte ein Bild der BRD während des Wirtschaftsaufschwungs. Die heutigen Protagonisten sind immer wieder gleich: der verrückte Wissenschaftler; der vergeistigte Kommissar; die punkige Ermittlerin. Nur selten entstehen neue Persönlichkeiten, wie in dem Buch Der Vorleser von Bernhard Schlink.
    Retro versorgt die Zielgruppe häufig mit fantasielos, wiederholten Protagonisten.
  • Die Songs
    Mit der Verbreitung der Schallplatte wurde das Zwanzigste Jahrhundert zum Zeitalter der popularisierten Musik. Während in der Vergangenheit Musik Musiker notwendig machte, kann durch die Konserve der Schallplatte und dem heutigen Internet Musik vervielfältigt und zu jeder Tages- und Nachtzeit genossen werden. Daneben erfordern die unzähligen Radiosendungen und Filme einen kontinuierlichen Fluss von neuen Kompositionen. Dabei werden bestimmte Stile wiederverwendet. Das Schicksal der neuen Musiker ist es, so zu klingen wie Led Zeppelin oder Adele. Und gleichzeitig werden alte Stücke als Cover neu inszeniert, im besten Fall neuartig interpretiert. Es besteht die Möglichkeit, dass die Musik an ihren Grenzen angekommen ist und neue Harmonien nicht mehr ohne Wiederholung bestehender Melodien möglich sind.
    Retro versorgt die Zielgruppe häufig mit fantasielos, wiederholten Kompositionen.
  • Die Gestaltung
    Die gestaltete Verpackung ist in der Wirtschaft ein wichtiges Element der Vermarktung. Die Kunden lassen sich auf ein Angebot ein, wenn die Verpackung sie anspricht – die darstellende Kunst nutzt hierzu eine besondere Bühne; die bildende Kunst den spektakulären Ausstellungsraum; Musik und Bücher den Bucheinband. Teil der Gestaltung ist der anziehende Titel, der den ersten Kaufimpuls auslöst – Das Geheimnis; Was jeder wissen muss; Passives Einkommen für Jedermann. Das Werbeposter, der Klappentext und der Trailer sind weitere Bestandteile der Verpackung, die mit ihrem Stil bestimmte Gütekriterien suggerieren und manchmal mehr versprechen, als sie halten können. Der eigentliche Inhalt tritt in den Hintergrund – die Gestaltung bestimmt das Geschäft.
    Retro versorgt die Zielgruppe häufig mit fantasielos, wiederholter Gestaltung.

Fazit: Die zahllosen Remakes im Kino und TV, die endlosen Wiederholungen von Quizformaten, die neuen Coverbands und die Übernahme von klassischen Themen in Computerspielen ermöglichen die industrielle Ausschöpfung kultureller Marken. Die fantasielose Wiederverwendung alter Plots, Formate, Themen, Protagonisten, Musikstücken und Gestaltungsformen fluten rückwärtsgewandt die Verkaufsflächen. Der Ansatz Altes in neue Schläuche zu packen und zu verkaufen, verlagert die Kreativität vom Inhalt auf die Form und verhindert dadurch Neues. Deshalb steht Retro für fantasielose Wiederverwendung.

Retro – the fanciless reuse

Cultural artifacts have now become economic products and services that follow the rules of the market – literature, music as well as the performing and visual arts. Artists thus become designers of new offers. A wide variety of channels have to be continuously supplied with content – television and radio stations, concert stages, theatres and museums. A quick way to expand your own palette is the fanciless reuse of existing offers. In the absence of subject matters, interesting outgrowths occur. Television stations live from reruns; cinema blockbusters become serials and remakes; pop music lives from cover songs and cover bands; theater plays are completely alienated under well-known titles. Do the artists lack ideas or is the market forcing them to reuse work without imagination?

Previously, the rule was: form follows function. Creatives came up with content and put it into a form. Do the markets demand the endless continuation of the form and fill it always with the same content? Are there rarely enough contents? The following elements are reused thereby.

  • The plot
    The red thread that runs through a story follows a certain rhythm that ensures that the attention of the audience is continuously refreshed once in a short while. The associated actions follow a conceivable sequence that is interspersed with suspense – in a thriller, the perpetrator is uncovered at the end, during the course or at the beginning of the story; through deliberately interspersed effects such as unknown cultures, unusual role models or elements from other genres (e.g. esotericism in an adventure). Depending on the culture the actual action is always the same – in the USA the investigation team and in Germany the commissioner with his assistant.
    Retro provides target groups fanciless repeated plots.
  • The format
    Depending on the target media, e,g, print, radio, film or Internet, the plots are differently offered. A new novel is planned like the rollout of a product – after publication, the book is discussed on the radio and the television, and reviews are launched in the relevant magazines and eventually sold to the highest bidder for further exploitation. What counts is the signal effect of the original title. Good examples of this kind of marketing are Perfume by Patrick Süskind or The Little Prince by Antoine St. Exupéry, which have already completed their rounds in various formats. The actual story doesn’t change – just the format.
    Retro often provides the target group fanciless repeated formats.
  • The theme
    The Zeitgeist brings different subjects to the fore, which, if successful, will be repeated by many – the psyche at the beginning of the twentieth century, totalitarianism after the Second World War or the GDR after German reunification. Today, scientific findings in psychology are used in television series such as Lie to me or Leverage to attract viewers with insights into non-verbal communication. The attraction lies in new insights that could be used in everyday life.
    Retro often provides the target group fanciless repeated topics.
  • The protagonists
    The introduced actors are the supporting pillars of a work – e.g. religious characters in the visual arts; mythology in music; contemporary people in stories. Honoré de Balzac with his human comedy showed the French society of the 19th century. Jules Verne had his courageous researchers who broke the boundaries of the world. Gabriel Garcia Marquez wrapped the South American reality in magic. Heinrich Boell provided a picture of the FRG during the economic upswing. Today’s protagonists are the same again and again: the crazy scientist; the spiritualized commissioner; the punk investigator. Seldom new personalities emerge, as in the book The reader by Bernhard Schlink.
    Retro often provides the target group fanciless repeated protagonists.
  • The Songs
    With the spread of records, the twentieth century became the age of popularized music. Whereas in the past music required musicians, music can be reproduced and enjoyed at any time of the day or night through the canning of records and today’s Internet. In addition, the countless radio broadcasts and films require a continuous flow of new compositions. Certain styles are reused. The fate of the new musicians is to sound like Led Zeppelin or Adele. And at the same time old pieces are re-staged as covers, at best interpreted in a new way. It is possible that music has reached its limits and new harmonies are no longer possible without repeating existing melodies.
    Retro often provides the target group fanciless repeated compositions.
  • The design
    Designed packaging is in the economy an important element of marketing. The customers accept an offer, if the packaging appeals to them – the performing arts use for this purpose a special stage; the visual arts the spectacular exhibition space; music and books the book cover. Part of the design is the attractive title that triggers the first buying impulse – The secret; What everyone needs to know; Passive income for everybody. The advertising poster, the flap text and the trailer are further components of the packaging that suggest certain quality criteria with their design and sometimes promise more than they can keep. The actual content takes a back seat – the design determines the business.
    Retro often provides the target group fanciless repeated designs.

Bottom line: The countless remakes in cinema and TV, the endless repetitions of quiz formats, the new cover bands and the adoption of classical themes in computer games enable the industrial exploitation of cultural brands. The fanciless reuse of old plots, formats, themes, protagonists, pieces of music and designs flood the sales areas with a look backwards. The approach of packing old things into new vessels and selling them shifts creativity from content to form and prevents that way that new things appear. Therefore retro stands for fanciless reuse.

Eigentlich gewinnt die Bank immer

Zwanghafte Spieler lassen sich durch den Satz „Es gewinnt immer die Bank“ nicht vom Spielen abhalten. Sie verfallen der Vorfreude auf einen Gewinn und nehmen das Risiko zu Verlieren in Kauf. Erst erfolgt der Einsatz nur gelegentlich und erzeugt gute Gefühle. Dann beginnt die Abhängigkeit und immer öfter verliert man größere Summen. Das Ganze gipfelt in völliger Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit.
Das Gleiche passiert bei Börsengeschäften und anderen Investitionsmöglichkeiten. Zwar löst das Spiel mit größeren Geldmengen den limbischen Rausch eines Zockers aus. Allerdings entwickeln sich momentan Sicherheitsnetze, die diese Spieler auffangen, indem sie ihre Verluste einklagen können – entweder über das nationale Gesetzbuch oder über die neuen Schiedsgerichte, die außerhalb der nationalen Gerichtsbarkeit agieren. Damit holen sich die Spieler ihre Verluste über den Rechtsweg zurück. Ach ja – natürlich gewinnen auch hier die Banken.

Am Ende handelt es sich dabei um einen systemischen Fehler. Das Risiko der Transaktionen wird auf die Gesellschaft verlagert und der Gewinn verbleibt beim Spieler. Welche Interessen heizen die Geldgeschäfte auf und erhalten den Beteiligten ihre fruchtbare Einnahmequelle?

  • Die Unternehmen benötigen Kapital
    Unternehmen brauchen zur Finanzierung ihres Geschäfts vorab Kapital, beispielsweise um die Personal- und Materialkosten bezahlen zu können, die die Entwicklung und Vorbereitung von Produkten und Dienstleistungen benötigen.
    Im Falle des Scheiterns gehen die Unternehmen bankrott oder firmieren um und hinterlassen die Kollateralschäden der Gesellschaft – wie Umweltschäden, Arbeitslose und Vermögensverluste.
  • Die Anleger bemühen sich um Gewinne
    Die Wohlhabenden verfügen über mehr Geld, als sie ausgeben können. Um einem Wertverlust wie oben oder der Inflation entgegenzuwirken, suchen sie unermüdlich nach Möglichkeiten um das Geld arbeiten zu lassen.
    Anleger privatisieren ohne Rücksicht auf die Kollateralschäden ihre Gewinne und sozialisieren ihre Verluste bei der Gesellschaft.
  • Der Staat sucht Anleger
    Im Prinzip obliegt es dem Staat, dass es der Bevölkerung an nichts fehlt. Aus diesem Grund machen Politiker Anlegern reizvolle Angebote, wenn sie in ihrem Land investieren – steuerliche Vorteile und unternehmerfreundliche Gesetze. Und scheitert ein Geschäft sichern Politiker das eingesetzte Kapital, leihen sich von einer Bank Geld, um eine andere zu entlasten – und vice versa.
    Die Kosten für Fehlentscheidungen der politischen „Wirtschaftslenker“, die nichts weiter interessiert, als ihr Mandat, tragen deren Wähler – was ja eigentlich widersinnig ist.
  • Produkte benötigen Konsumenten
    Durch die weit fortgeschrittene Automatisierung der etablierten Unternehmen und die Globalisierung führen zu immer mehr, billigen Produkten, die dringend einen Kunden brauchen.
    Am Ende belasten diese kurzlebigen Produkte die Umwelt. Die Folgen tragen alle Menschen.
  • Die Gesellschaft braucht Arbeit
    Im Gegensatz zu den Vermögenden ist der Großteil der Bevölkerung abhängig von einer Vollzeitbeschäftigung, um die monatlichen Ausgaben begleichen zu können. Der Wettbewerb um Arbeitsplätze findet weltweit statt. Gleichzeitig stehen einfache Tätigkeiten in Konkurrenz zu Maschinen, die mittlerweile Routineaufgaben zuverlässiger übernehmen.
    Insgesamt verschwinden die traditionellen Beschäftigungsmöglichkeiten. Die Gesellschaft verarmt.
  • Die Wirtschaft hat Bedarf an Umsatz
    Um zu prosperieren, muss die Gesellschaft die Produkte und Services der Unternehmen konsumieren. Durch den Verlust von traditionellen Arbeitsplätzen sowie prekäre Beschäftigungen, entsteht eine Konsumentenschicht, die bezahlbare Alternativen zum Mainstreamkonsum benötigen – so wie Repair-Cafés, Tauschbörsen, Sharing, Pay-per-Use.
    Entgegen der früheren Standpunkte, als davon ausgegangen wurde, dass die Gezeiten alle Beteiligten auf und ab bewegen, geht die Schere unabhängig von der Konjunktur auseinander – die Armen werden immer ärmer, die Reichen immer reicher.

Fazit: Da sich Viele optimieren und an der Gesellschaft schadlos halten, kommt es zu Verzerrungen, die vor allem zulasten der Ohnmächtigen gehen. Die Unternehmen bauen auf Außenfinanzierung und verlagern dadurch das Risiko zu den Geldgebern. Die Anleger maximieren ihre Gewinne, indem sie ihr Kapital in riskante Geschäfte stecken und Verluste sozialisieren. Der Staat (bzw. dessen Entscheider) verzichtet auf Einnahmen, um Investoren anzulocken. Die Flut der schlechten Produkte schadet am Ende des immer kürzeren Lebenszyklus der Umwelt. Die Bevölkerung kann von ihrer Arbeit nicht mehr leben und rettet sich in soziale Netze. Die Wirtschaft überhitzt in der Hoffnung, bei einem kommenden Crash neu starten zu können. Und alle finanziellen Transaktionen, egal, in welcher Richtung, erfolgen durch Banken – die immer gewinnen.

Actually, the house always wins

Compulsive players are not discouraged from playing by the sentence „The house always wins“. They are addicted to the anticipation of a gain and accept the risk of losing. In the beginning the bet is only occasional and generates good feelings. Then, the obsession starts and more and more often one loses larger sums. The whole thing culminates in complete despair and hopelessness.
The same happens with stock exchange transactions and other investment opportunities. The game with larger amounts of money triggers the limbic intoxication of a gambler. However, safety nets are currently under construction to cushion these players by allowing them to claim their losses – either through the legal code or through the new court of arbitration that operate outside the national jurisdiction. This allows the players to recover their losses through legal action. By the way – of course, the house wins here too.

In the end, this is a systemic mistake. The risk of the transactions is transferred to the society and the profits remain with the players. What are the interests that heat up the financial transactions and give the participants their fruitful source of income?

  • Companies need capital
    Companies need in advance capital to finance their business, for example to pay
    the personnel and material costs required to develop and prepare products and services.
    In the event of failure, companies go bankrupt or rebrand and leave collateral damage to the society – like environmental damage, unemployment and asset losses.
  • Investors are looking for profits
    The wealthy have more money than they can spend. In order to counteract a loss of value such as above or inflation, they sedulously look for ways to let the money work.
    Investors privatize their profits regardless of collateral damage and socialize their losses to the society.
  • The state is looking for investors
    In principle, it is up to the state to ensure that the population lacks nothing. For this reason, politicians make attractive offers to investors, when they invest in their country – tax advantages and business-friendly laws. And if a business fails, politicians secure the capital invested, borrow money from one bank to relieve another – and vice versa.
    The costs for wrong decisions of the political „economic leaders“, who are interested in nothing else than their mandate, are borne by their voters – which actually is strange.
  • Products need consumers
    Due to the advanced automation of established companies and the globalization, more and more cheap products are developed, which urgently need a customer.
    In the end, these short-lived products pollute the environment. All people bear the consequences.
  • The society needs work
    In contrast to the wealthy; the majority of the population is depending on full-time employment in order to pay for their monthly expenses. Job competition is taking place globally. At the same time, simple tasks are competing with machines, which now perform routine tasks more reliably.
    Overall, traditional employment opportunities are disappearing. Society is impoverishing.
  • The economy has a need for turnover
    In order to prosper, the society must consume the products and services of the companies. The loss of traditional work as well as precarious jobs create a consumer class that needs affordable alternatives to mainstream consumption – like repair cafés, barter sites, sharing, pay-per-use.
    Contrary to the previous standpoints, when it was assumed that the tides would move everyone up and down, the gap is widening regardless of the economic situation – the poor are becoming poorer and the rich richer.

Bottom line: Since many optimize themselves and indemnify based on the society, distortions occur, which go above all at the expense of the powerless. Companies rely on external financing and thus shift the risk to the lenders. Investors maximize their profits by investing their capital in risky transactions and by socializing losses. The state (or its decision-makers) foregoes revenue in order to attract investors. The flood of bad products damages the environment at the end of the ever shorter life cycle. The population can no longer make a living from their work and saves itself in social networks. The economy is overheating in the hope of being able to restart in a coming crash. And all financial transactions, no matter in which direction, are processed by the house – that always win.

Der Spielraum bestimmt den Detaillierungsgrad

Mit zunehmender Leistungsverdichtung müssen Führungskräfte und Mitarbeiter einen immer größeren Aufgabenbereich abdecken. Die Tätigkeiten werden dabei immer mehr auf ein Thema gebündelt, was zeitintensivere Vorbereitungen erfordert. Die zunehmende Digitalisierung bietet dabei keine Entlastung, sondern erzeugt zusätzliche Reizüberflutung. Diese Trends führen zu mehr Stress und gleichzeitig zu mehr Fragen, als wir im Kopf aufeinander abstimmen können. Obwohl wir das von G. A. Miller ermittelte Limit unserer Verarbeitungskapazität von 7plusminus2 Chunks kennen (siehe auch), berücksichtigen wir diese Erkenntnisse bei der Arbeit nicht. Wir könnten sie beispielsweise nutzen, um in Abhängigkeit von dem Umfang unseres Spielraums, nur so viele Sachverhalte zu bearbeiten, wie wir ohne Kollateralschaden beherrschen.

Diegruppierungvonetwaseninverständlicheteileerleichtertunsdieverarbeitung. Da wir nur eine bestimmte Anzahl von Zeichen zu einer Zeit überblicken, zerlegen wir ein zu großes Element in handhabbare Teile. Die gruppierung von etwas in verständliche bestandteile erleichtert uns die verarbeitung. Wir verbessern das Verständnis weiter, wenn wir im Deutschen Groß- und Kleinschreibung nutzen. Die Gruppierung von Etwas in verständliche Teile erleichtert uns die Verarbeitung. Wie in diesem Beispiel fördert die richtige Struktur die Bewältigung der Aufgaben in unserer täglichen Arbeit. Die angestrebte Komplexität sollte sich an der 7plusminus2 Gesetzmäßigkeit orientieren, und so die Handlungsfähigkeit der Verantwortlichen sicherstellen, zum Beispiel:

  • Anzahl strategische Aspekte
    Stellen wir uns Mitarbeiter vor, denen ein vierzigseitiger Ausblick auf morgen geliefert wird – klare Ansagen für die 15 Produktbereiche, die 12 Kundensegmente und die 15 Märkte. 12 Ziele legen die Stoßrichtung fest und beinhalten jeweils zehn klare Erwartungen. Das erscheint unrealistisch? Der Blick in die eigene Unternehmensstrategie beantwortet diese Frage.
    Mehr als 7plusminus2 Kernaussagen können sich die Beteiligten nicht merken. Nur mit verinnerlichten Aussagen wird der integrierende Zweck der Veröffentlichung erreicht.
  • Umfang des zugeordneten Spielraums
    Die Verflachung der Organisation hat zu großen Führungsspannen geführt. 7plusminus2 direkt zugeordnete Mitarbeiter ist überschaubar. Durch Lean Management hat sich nicht nur die Führungsspanne erhöht, sondern Führungskräfte sind auch näher an den operativen Einheiten. Dies führt zu einer erhöhten Einbindung in die operativen Entscheidungen.
    Eine Führungsspanne von fünf verknüpft mit konsequenter Delegation der Aufgaben, Kompetenz und Verantwortung (AKV) an den Ort des Geschehens verschafft den Zuständigen Entlastung.
  • Größe der Organisationseinheiten
    Im Zuge der Agilität wird mal wieder die ideale Größe eines Teams diskutiert. Die Antwort von Scrum ist klar – maximal neun Mitglieder. Möglich wird das nur, wenn die Umfang der Arbeitspakete (s.u.) unter Berücksichtigung des Zeitrahmens und den erforderlichen Ressourcen umgesetzt werden kann. Die Übernahme der Verantwortung durch die Mitarbeiter erfordert von den Chefs das konsequente Heraushalten aus operativen Entscheidungen – in einem Sprint hat das Team die volle Kontrolle.
    Die Nutzung von neuen Führungsstilen, die auf Selbstorganisation aufbauen, entlasten die jeweils übergeordnete Ebene durch das erhöhte Commitment der Mitarbeiter und deren Wissensvorsprung am Ort des Geschehens.
  • Menge der Initiativen
    Viele behaupten, dass die steigende Anzahl der Projekte und Maßnahmen nicht daher kommt, dass man immer mehr Initiativen durchführen will, sondern sich aus der Notwendigkeit des Geschäfts ergibt – der Kunde, die Technik, die Mitarbeiter, die Zulieferer, die Marktsituation usw. Dies ist nicht die Realität. Der Druck zu Führen zwingt die Führungskräfte immer neue Aufgaben zu schaffen. Dabei wird vergessen, dass mehr Projekte dazu führen, dass weniger Zeit für das einzelne Projekt zur Verfügung steht, das neben dem Tagesgeschäft weiterläuft. Die Daumenregel lautet:
    5 Tage Woche geteilt durch die Anzahl Initiativen = verfügbare Aufmerksamkeit pro Initiative.
    Die Anzahl der Initiativen sollte sich an den verfügbaren Kapazitäten orientieren. Weder die Mitarbeiter noch das Management bewältigen mehr als 7plusminus2 Projekte, was bedeutet, dass einem nur ein  halber Tag pro Woche für eine Initiative zur Verfügung steht. Sicher ist das Ignorieren dieser Tatsache ein Grund, warum zwei Drittel der Projekte ihre Ziele verfehlen.
  • Umfang der Arbeitspakete
    Auch die Größe der Arbeitspakete wird bestimmt durch die verfügbaren Ressourcen. Ein Mitarbeiter, der zehn Baustellen gleichzeitig betreut, wird zumindest eine schlechtere Leistung erbringen – wenn er sein Soll überhaupt schafft. Ein halber Tag, um bestimmte Aufgaben zu erfüllen, muss nicht nur die Aufgabe abdecken, sondern auch noch die Rüstzeiten für den Wechsel von einer zur anderen . Wie ein Jongleur werden die Beteiligten durch zu viele Bälle in der Luft überfordert.
    Die Größe der Arbeitspakete überlädt nicht nur die Mitarbeiter, sondern auch deren Führungskräfte. Der Umfang der Arbeitspakete sollte sich an die 7plusminus2 Regel halten, um Ergebnisse verlässlich liefern zu können.
  • Anzahl von Kenngrößen
    Die Steuerung der Projekte erfolgt über ausgeklügelte Kennzahlensysteme, die von entsprechenden Spezialisten entworfen werden, die nichts anderes machen – und dadurch zu viel. Dabei entstehen Strukturen, die über mehrere Ebenen hinweg viele Kenngrößen auf der obersten Ebene versorgen. Nicht nur die Wahl der richtigen Kenngrößen ist wichtig, sondern auch die Menge an Kenngrößen, die aktuell gehalten werden müssen. Sobald mehr als 7plusminus2 KPIs genutzt werden, wird sogar die Steuerung schwierig, da die Auslegung der Zahlen zu unterschiedlichen, häufig sich gegenseitig störenden, Maßnahmen führt.
    Das Kennzahlensystem sollte der 7plusminus2 Regel folgen und auf den verschiedenen Ebenen, für die jeweiligen Einheiten, genau die Zahlen bereitstellen, die sie brauchen.

Fazit: Schon dieser knappe Blick auf das Geschäft, mit 7minus1 Aspekten vermittelt ein Gefühl für die Komplexität. Weniger ist mehr! Der erste Schritt ist die Frage nach der Ausdehnung des Verantwortungsbereichs. Darauf basierend sind dann die 7plusminus2 Schwerpunkte zu gestalten, die das Feld zu 100% abdecken. Dies führt dann zu dem jeweiligen Detaillierungsgrad, den die Zuständigen noch beherrschen. Die Herausforderungen bleiben auch mit der entsprechenden Beschränkung auf handhabbare Aspekte schwierig, hauptsächlich aufgrund der komplexen Interaktionen – allerdings ohne die heute praktizierte Überlastung. Mit der bewussten Ausgestaltung des eigenen Spielraums auf dem entsprechenden Detaillierungsgrad, der nicht mehr als 7plusminus2 Themen umfasst, entlastet das nicht nur, sondern fördert den Erfolg. Es ist der Spielraum, der damit den Detaillierungsgrad bestimmt.

 

The scope determines the level of detail

With increasing performance consolidation, managers and employees have to cover an ever larger range of tasks. The activities become thereby more and more concentrated on a subject, which requires more time-consuming preparations. The increasing digitalization does not offer any relief, but creates additional sensory overload, which has to be mastered. These trends lead to more stress and at the same time to more questions than we can coordinate in our minds. Although we know the limit of our processing capacity of 7plusminus2 chunks determined by G. A. Miller  (see also), we do not take care of this knowledge at work. We could, for example, use it to deal with only as many issues as we can handle without collateral damage, depending on the extent of our scope.

Thegroupingofsomethingintounderstandablepartsmakesprocessingeasierforus. Since we only overlook a certain number of characters at a time, we break a too large element down into manageable components. The grouping of something into understandable parts makes processing easier for us. In German we would improve the understanding further by using upper and lower case. The Grouping of Something into understandable parts makes Processing easier for us. As in this example, the right breakdown facilitates the mastering of the tasks in our daily work. The desired complexity should be based on the 7plusminus2 regularity and thus ensure the ability to act of those persons responsible, for example:

  • Number of strategical aspects
    Let’s imagine employees, who are given a forty-page outlook on tomorrow – clear announcements for the 15 product areas, the 12 customer segments and the 15 markets. 12 goals define the direction and each contains ten clear expectations. That seems unrealistic? A look into your own corporate agenda answers this question.
    The participants cannot memorize more than 7plusminus2 core statements. Only with the internalized statements the integrating purpose of the publication is achieved.
  • Size of the assigned scope
    The flattening of the organization has led to large manager-to-staff ratio. 7plusminus2 directly assigned employees are manageable. Lean management has not only increased the manager-to-staff ratio, but also brought managers closer to the operational units. This leads to increased involvement in operational decisions.
    A manager-to-staff ratio of five combined with rigorous delegation of tasks, authority and responsibility (TAR) to the place of action provides relief for the responsible person.
  • Size of organizational units
    In the course of agility, the ideal size of a team is once again discussed. The answer of Scrum is clear – a maximum of nine members. This is only possible, if the scope of the work packages (see below) is realizable, taking into account the time frame and the required resources. The assumption of responsibility by the employees requires from the bosses the consequent letting loose of operative decisions – in a sprint the team has the full control.
    The use of new management styles that is based on self-organization relieves the respective superordinate level through the increased commitment of the employees and their knowledge advantage at the place of the action.
  • Amount of initiatives
    Many people argue that the increasing number of projects and actions is not a matter of wanting to implement more and more initiatives, but results from the needs of the business – the customer, the technology, the staff, the suppliers, the market situation, etc. This is not the reality. The pressure to lead forces the leaders to create ever more tasks. It is forgotten that more projects mean less available time for the individual project that keeps on running besides the day-to-day business. The rule of thumb is:
    5 days a week divided by the number of initiatives = available attention per initiative.
    The number of initiatives should be based on available capacity. Neither the employees nor the management master more than 7plusminus2 projects – which means that one only has half a day per week for an initiative. The ignorance of this fact is certainly one reason why two thirds of projects fail to meet their targets.
  • Scope of the work packages
    Also the size of the work packages is determined by the availability of resources. An employee, who takes care of ten construction sites at the same time, will at least perform worse – if he will achieve this at all. Half a day to complete certain tasks does not only has to cover the task, but also the setup times for changing from one to the other. Like a juggler, the participants are overwhelmed by too many balls in the air.
    The size of the work packages overloads not only the employees, but also their managers. The scope of the work packages should adhere to the 7plusminus2 rule in order to deliver results reliably.
  • Number of indicators
    The management of projects is carried out with sophisticated key performance indicator systems designed by specialists, who do nothing else – and therefore too much. This results in structures that supply many parameters at the top level across several layers. Not only the choice of the right indicators is important, but also the number of parameters that have to be kept up to date. As soon as more than 7plusminus2 KPIs are used, the control becomes difficult, since even the interpretation of the numbers leads to different, often mutually interfering measures.
    The key performance indicator system should follow the 7plusminus2 rule and provide exactly those figures that are needed at the various levels for the respective units.

Bottom line: Even this brief look at the business, with 7minus1 aspects, conveys a feeling for the complexity at stake. Less is more! The first step is the question of the extent of the scope of responsibility. Based on this, the 7plusminus2 priorities have to be designed, which cover the field 100%. This then leads to the level of detail that the responsible persons still master. The challenges will still remain difficult, even with the corresponding limitation to manageable aspects, mainly due to the complex interactions – however, without the current overload. With the conscious design of your own scope at the appropriate level of detail, which does not consist of more than 7plusminus2 topics, it not only relieves the burden, but also promotes success. It is the scope that determines the level of detail.

Raus aus dem Dilemma

Es ist ein schwieriger Drahtseilakt aus zwei unangenehmen Lösungen eine herauszufiltern. Die Wahl zwischen Pest und Cholera lässt nur hoffen, dass nicht beides eintritt – obwohl das Schicksal eigentlich auch noch an einem vorübergehen könnte. Und dann haben viele aufgrund der unterschiedlichen Auslegungen auch noch die Öffentlichkeit im Rücken. Für die günstige Darstellung der eigenen Absichten scheint es keinen richtigen Ausweg mehr zu geben. Egal, welche Lösung man wählt – es wird einem immer vor Augen geführt, dass es die Falsche ist. Ein gutes Beispiel bieten die aktuellen Diskussionen bezüglich dem Sponsoring von Veranstaltungen politischer Organisationen, wie der EU. Darf ein Limonadenhersteller finanziell eine Veranstaltung unterstützen, ohne unter Generalverdacht zu geraten, Einfluss nehmen zu wollen?

Für die Veranstalter ist das ein Dilemma. Findet Sponsoring statt, wird unterstellt, dass die Unternehmen sich günstige Entscheidungen bei den Politikern erkaufen. Verzichten die Veranstalter auf die Fördergelder der Wirtschaft, könnte es dazu führen, dass einem vorgeworfen wird, öffentliche Gelder zu verschwenden. Wo findet sich der Ausweg aus diesem Dilemma? Die folgenden Schritte helfen, aus dieser Ausweglosigkeit herauszufinden.

  • Verstehen
    Heutzutage sind Nachrichten fast zeitgleich in den Medien. Die unmittelbaren Konsequenzen werden oft erst im Anschluss klar. Der versierte Reporter hat einen geschärften Blick für interessante Stoffe. Wenn dann das Logo eines Limonadenherstellers auf dem Veranstaltungsschild einer politischen Vereinigung prangt, wohlgemerkt mit dem Hinweis „sponsored by“, dann beginnen die Spekulationen. Es ist wichtig, die Situation zu verstehen. Sponsern oder nicht? Beeinflusst werden oder nicht?
    Das tatsächliche Dilemma sollte klar sein, da man ansonsten die falschen Schlüsse zieht.
  • Einschätzen
    Nachdem man das Dilemma erkannt hat, sollte man das Für und Wider herausarbeiten. Was spricht für die eine Sicht und was für die andere? Was spricht jeweils dagegen? Mit dieser ProCon-Liste kann man die verschiedenen Wahlmöglichkeiten einstufen – übrigens auch die Möglichkeit keine der Alternativen zu wählen. In der Folge entscheidet man sich für das geringere Übel.
    Das tatsächliche Dilemma löst sich auf, da eine begründete Entscheidung vorbereitet ist.
  • Trennen
    Die Folgen, die sich aus der Demontage der Zwickmühle ergeben, bleiben leider immer noch fatal. Aus diesem Grund trennt man die Risiken in sachliche Folgen und in unerwünschte Eindrücke. Sachliche Folgen sind physische oder menschliche Schäden. Mit einer vorbeugenden Begrenzung der Gefahren oder einem kurzfristigen Krisenmanagement können die Schäden minimiert werden. Öffentliche Bewertungen sind Meinungen, die dem eigenen Ruf schaden. Durch eine stimmige Begründung und umfassende Veröffentlichungen kann man dem Publikum den eigenen Standpunkt verständlicher vermitteln. Allerdings bewertet die Öffentlichkeit am Ende auf Basis der vermittelten „Wirklichkeit“ immer noch nach eigenem Gutdünken.
    Handelt es sich bei dem Dilemma nicht um praktische Notlagen, wie Naturkatastrophen, wirtschaftliche Bedrohungen oder Krieg, dann sind es häufig politische Beweggründe, denen politisch mit klärenden Aussagen zu begegnen ist.
  • Akzeptieren
    Das Entscheidende eines Dilemmas ist die Tatsache, dass man die Zwangslage nicht in der Gewalt hat, sondern sich für eine von mehreren unerwünschten Alternativen entscheiden muss. Durch Schockstarre nichts zu tun, ist dabei nur die letzte Option. Durch die obigen Schritte versteht man besser, welche Möglichkeiten einem mit welchen Konsequenzen offenstehen. Da man sich nicht heil aus dieser Klemme befreien kann, ist es wichtig, die Unlösbarkeit hinzunehmen und sich für eine der Alternativen zu entscheiden. Die Folgen sind einem bewusst und man leitet entsprechende Gegenmaßnahmen ein.
    Das Dilemma verschwindet, wenn man sich die gewählte Lösung zu eigen macht – und vor allem davon überzeugt ist, das Richtige zu tun.
  • Erklären
    Der wichtigste Bestandteil der Lösung ist die Begründung. Da alle immer Opfer eines eingeschränkten Gesichtsfelds sind, sollten wir unsere Lösungen stets so erklären, dass Andere sich eine eigene Meinung auf Basis der vorliegenden Argumenten bilden können. Eine schlechte Aufbereitung wirft jedoch Öl ins Feuer. Aus diesem Grund ist die durchdachte Öffentlichkeitsarbeit unverzichtbar.
    Das Dilemma wird gemildert durch pro-aktive Medienarbeit.

Fazit: Mit der Reizüberflutung in den Medien wird Aufmerksamkeit zu einem immer knapperen Gut, um das sich alle reißen – mit dem Ziel Produkte, Dienstleistungen oder sich selbst zu verkaufen. In diesem Zusammenhang sind geschickte Aussagen über unterschiedlich bewertbare Entscheidungen ein gutes Mittel, um sich seinen Teil der Aufmerksamkeit zu erkämpfen. Dies führt dazu, dass alle Arten von Entscheidungen immer auf die Goldwaage gelegt werden. Aufhänger sind meistens dilemmatische Situationen, wie das Sponsoring von politischen Veranstaltungen. Lässt man sich sponsern, gerät man in den Verdacht beeinflussbar zu sein. Zahlt man selber, verschwendet man Steuergelder. Diese Ausweglosigkeiten lösen sich, indem man sich für eine Alternative, zumeist die mit dem geringsten Schaden, entscheidet. Hierfür sollte man das Dilemma verstehen und einschätzen, welche Vor- und Nachteile es gibt. Sobald man die Folgen trennen kann, entscheidet man sich für eine Lösung und erklärt sie der Öffentlichkeit. Tue das am wenigsten Schlechte und rede darüber. So kommt man raus aus dem Dilemma.

Out of the dilemma

It is a difficult balancing act to filter one out of two unpleasant solutions. The choice between pest and cholera only gives hopes that both will not happen – although fate could still pass you by. And then, because of the different interpretations, additionally many have the public hounding them. There seems to be no way out for the favorable representation of one’s intentions. No matter which solution you choose, you will always be shown that it is the wrong one. A good example is the current debate on the sponsorship of events by political organizations, such as the EU. Can a soft drink producer support an event financially without being under general suspicion of trying to influence?

This is a dilemma for the organizers. If sponsoring takes place, it is assumed that the companies buy favorable decisions from politicians. If the organizers renounce the funding by the industries, it could result in the fact that somebody is accused of wasting public funds. Where is the way out of this dilemma? The following steps will help you find your way out of this desperation.

  • Understanding
    Nowadays, news are almost simultaneously in the media. The immediate consequences often only become clear afterwards. The experienced reporter has a sharpened eye for interesting matters. If then the logo of a soft drink manufacturer is emblazoned on the event sign of a political association with the note „sponsored by“, then speculations start. It is important to understand the situation. Sponsor or not? Influenced or not?
    The real dilemma should be clear; otherwise you will make the wrong conclusions.
  • Rating
    After recognizing the dilemma, you should work out the pros and cons. What speaks for one perspective and what for the other? What are the reasons against it? With this ProCon list you can classify the different options – by the way also the possibility of choosing none of the alternatives. This way you choose the lesser evil.
    The real dilemma resolves by itself, since a reasonable decision is prepared.
  • Dissociating
    The consequences resulting from the dismantling of the dilemma unfortunately still remains fatal. For this reason, the risks are separated into factual consequences and undesirable impressions. Factual consequences are physical or human damages. Damage can be minimized by means of preventive risk limitations or short-term crisis management. Public evaluations are opinions that damage one’s reputation. A coherent reasoning and comprehensive publication can help the audience to better understand their own point of view. However, in the end, the public still values at its own discretion based on the mediated „reality“
    If the dilemmas are not practical emergencies, such as natural disasters, economic threats or war, then these are often political reasons that should be confronted politically with clarifying statements.
  • Accepting
    The decisive factor of a dilemma is the fact that the predicament is not under control, but that somebody has to choose one of several undesirable alternatives. Doing nothing by shock-induced paralysis is only the last option. Through the above steps you understand better, which possibilities exist with which consequences. Since it is not possible of safely getting out of this clamp, it is important to accept the insolvability and to decide on one of the alternatives. You are aware of the consequences and initiate appropriate countermeasures.
    The dilemma disappears, when you adopt the chosen solution – and above all when you are convinced that you are doing the right thing.
  • Explaining
    The most important part of the solution is the justification. Since everyone is always the victim of a limited range of vision, we should always explain our solutions in such a way that others can develop their own opinions based on the available arguments. However, poor processing throws oil into the fire. For this reason, well prepared public relations are indispensable.
    The dilemma is mitigated by proactive media work.

Bottom line: With the sensory overload in the media, attention is becoming an increasingly scarce commodity that everyone is ripping off – with the aim of selling products, services, or themselves. In this context, clever expressions about decisions that can be evaluated differently are a good way to fight for one’s share of attention. This means that all kinds of decisions are always placed on the gold scale. Starting point are mostly dilemmatic situations, such as sponsoring political events. If you get sponsored, you get suspected of being impressionable. If you pay, you waste taxpayers‘ money. This desperation is solved by choosing an alternative, usually the one with the least damage. For this purpose you should understand the dilemma and estimating the advantages and disadvantages. As soon as you dissociate the consequences, you select a solution and explain it to the public. Do the least bad thing and talk about it. That’s how you get out of the dilemma.

Wo ist eigentlich das Problem mit Daten?

Ein wesentlicher Aspekt der digitalen Transformation ist die Abbildung des gesamten geschäftlichen und privaten Lebens in Datenbanken als Einsen und Nullen. Die so geschaffene Transparenz weckt ein Gefühl der Unsicherheit, solange man sich nicht bewusst mit dem Thema auseinandergesetzt hat. Deshalb sollten wir uns die Datenflut bewusst machen. Bis 2020 sagt IDC ein Datenvolumen von 40 Zettabytes voraus http://ow.ly/Ao5v7. Das sind 40.000.000.000.000.000.000.000 Bytes. Die neuartigen Algorithmen erlauben Auswertungen ohne klare Vorstellung der Fragestellung. Bei dieser Datenmenge wird es immer schwieriger, sinnvolle Erkenntnisse abzuleiten. Gleichzeitig lassen sich gezielt wertvolle Informationen ermitteln. Wo ist dann eigentlich das Problem mit Daten?

Machen wir uns einmal bewusst, wo die Daten anfallen.

  • Im Telefonnetz werden kontinuierlich die Verbindungsdaten gespeichert – inkl. geographische Bewegungsdaten.
  • Der Einsatz jeder EC-Karte löst die Speicherung des kompletten Bezahlvorgangs aus.
  • Die Kreditkarte löst bei jeder Nutzung eine Reihe von Kontroll- und Speichervorgängen aus.
  • Die Nutzung des Internets hinterlässt Spuren in den Systemen von Zugangsanbietern, Netzbetreibern, Diensteanbietern und, im Falle von mobilem Zugriff, bei allen „Lauschern“.
  • Ein Einkauf führt zu einer Speicherung von Kundendaten. Weniger persönlich, sofern noch keine persönlichen Daten bereitgestellt wurden. Sehr persönlich, z.B. mit einer Kundenkarte, die alle Interaktionen mit dem Anwender verknüpft.
  • Wunschlisten, die sich alle Produkte für einen möglichen, zukünftigen Kauf oder anderweitiger Nutzung merken, stehen den Anbietern jederzeit zur Verfügung.
  • Gratisangebote sind häufig mit der Angabe der E-Mail-Adresse verknüpft.
  • Das Lesen von E-Books speichert die Lesegewohnheiten.
  • Medienanbieter, wie Youtube oder Spotify, merken sich den Status und den Verlauf der Nutzung.
  • In Social Media Plattformen hinterlegen Nutzer offen, was auch immer ihnen in den Sinn kommt.
  • Elektronische Fahrtenbücher speichern alle Bewegungen eines Fahrzeugs.
  • Bücher, Filme, Musik, Photos, Skulpturen, kurz jegliche Kulturgüter lassen sich digital dokumentieren.
  • In den Meldestellen sind die Aufenthaltsdaten abgelegt.
  • Einmal im Jahr verarbeitet das Finanzamt Einkommensdaten.
  • Aktuelle Kamerasysteme ermöglichen die Überwachung im öffentlichen Raum mit Gesichtserkennung- und kann es mit einem System verbinden, wie im Social Credit System in China, um gutes Verhalten zu beobachten und zu belohnen.

Dies sind nur Beispiele dafür, wie sich unsere Welt digitalisiert und virtualisiert hat. All diese Daten können grundsätzlich jederzeit von überall abgerufen werden. Daten können beliebig kopiert und weitergegeben werden, ohne dass das „Original“ verloren geht. In der Vergangenheit waren Daten an das physische Objekt der Speicherung gebunden, z.B. ein Buch, ein Bild oder eine Schallplatte. Ohne den „Datenträger“ verfügt man dann auch nicht mehr über die Daten. Mit der Virtualisierung der Daten in Einsen und Nullen gehört diese physische Abhängigkeit der Vergangenheit an. Der freie Fluss der digitalen Daten führt zu neuen Fragestellungen bezüglich der Eigentumsverhältnisse, der damit verbundenen Rechte und Pflichten sowie der damit verbundenen Sicherungsmöglichkeiten. Sind früher Bücher verbrannt, so hat sich jede weitere Nutzung in Rauch aufgelöst. Heutzutage wird ein gekauftes E-Book bereits durch den Wechsel des Betriebssystems unlesbar. Die Nutzungsrechte lösen sich ungewollt auf. Kunden müssen Kulturgüter bei jedem Mediumwechsel wieder kaufen. Hier entwickelt sich ein neuer goldener Boden für Inhaltsanbieter.

Laut Urheberrecht in Deutschland gehören die Daten dem Urheber, d.h. dem Künstler oder Autor, der die Daten erzeugt hat. Autorisierte Nutzer, das sind die Käufer von Daten für die persönliche Nutzung, haben nur ein Nutzungsrecht. Alles, was darüber hinaus geht, ist illegal.

  • Gewerbliche Nutzung
    Im Internet gefundene Daten dürfen ohne die schriftliche Zustimmung des Autors nicht zu gewerblichen Zwecken genutzt oder weiterveräußert werden. Dies bedeutet, dass Bücher, Artikel oder Webseiteninhalte sowie alle anderen Arten von Medien, wie Filme/Videos, Bilder, Musik oder Klänge nur konsumiert werden dürfen. Die Erstellung von Anwenderprofilen, beispielsweise für Kaufvorschläge, befindet sich im Graubereich der legalen Nutzung. Die Weitergabe der Daten, mit oder ohne Gebühr, ist illegal.
  • Competitive Intelligence
    Die Sammlung und Verknüpfung der öffentlich zugänglichen Daten mit dem Ziel einer Konkurrenzanalyse ist eine besondere Form der gewerblichen Nutzung, die nur schwer erkennbar ist. Die Daten finden sich in den Webseiten der Unternehmen, in News-Seiten und vor allem in den sozialen Netzen; wenn beispielsweise ein Mitarbeiter Profanes aus seinem Arbeitsalltag und seinen Geschäftsreisen berichtet. Verknüpft man diese Daten mit anderen, werden Strategien, Pläne oder auch Probleme eines Unternehmens enthüllt.
  • Staatliche Nutzung
    Mit den gleichen Mechanismen der Competitive Intelligence, wie Data Mining, Big Data oder Business Intelligence, können staatliche Stellen die verfügbaren Daten verarbeiten. Sie sammeln und verknüpfen sie mit den erreichbaren Daten der Telekommunikation. Die Nachkommen der Rasterfahndung erhalten dadurch Nutzerprofile, die weit über das Selbstverständnis der Menschen hinausgehen.

Fazit: Die riesigen Datenmengen lassen sich zwar gezielt nach bestimmten Fragestellungen auswerten. Allerdings sind damit hohe Kosten für Personal und Rechner sowie entscheidungsfreudige Aufmerksamkeit erforderlich, die nur in besonderen Fällen verfügbar sind. Am besten sieht man das an den Leseempfehlungen, die an dem Nutzerverhalten basiert und sich an den Klicks auf einer Webseite orientiert, aber stumpfsinnig bereits gekaufte Produkte bewirbt oder selbst Autoren die eigenen Bücher als Leseempfehlung anbieten. Die unerlaubte Wiederverwendung durch Unternehmen und den Staat erfolgt unbemerkt. Alles beginnt mit der Suche nach neuen Kontakten und der dazugehörigen Backgroundrecherche, die jedermann möglich ist, geht über die Wahlmanipulationen durch Cambridge Analytics und bis weit über die Möglichkeiten hinaus, die wir uns vorstellen können. Diese professionelle Nutzung der Daten durch Interessensgruppen und staatliche Stellen ist das eigentliche Problem der Daten.

What’s the problem with data?

An essential aspect of digital transformation is the representation of the entire business and private life in databases as ones and zeros. The created transparency awakes a feeling of insecurity, as long as one has not consciously dealt with the topic. That’s why we should be aware of the flood of data.  By 2020, IDC predicts a data volume of 40 zettabytes http://ow.ly/Ao5v7. This is 40,000,000,000,000,000,000,000 bytes. The novel algorithms allow evaluations, without a clear idea of the question. With this amount of data, it becomes more and more difficult to derive meaningful insights. At the same time, valuable information can be identified in a targeted manner. So what’s the problem with data?

Let us remember, where the data is coming from.

  • The connection data is continuously stored in the telephone network – including geographical movement data.
  • The use of every EC card triggers the storage of the complete payment process.
  • Each time a credit card is used, it triggers a series of inspections and data storages.
  • The use of the Internet leaves its traces in the systems of access providers, network operators, service providers and, in case of mobile access, with all “eavesdroppers”.
  • A purchase leads to storing of customer data. Less personal, if no personal data has been provided. Very personal, e.g. with a customer card that links all interactions to the user.
  • Wish lists, which remember all products for a possible, future purchase or other use, are available to the providers at any time.
  • Free offers are often linked to the e-mail address.
  • Reading e-books stores the reading habits.
  • Media providers, like Youtube or Spotify, remember the status and history of the usage.
  • In social media platforms, users provide openly whatever comes to their mind.
  • Electronic logbooks store all movements of a vehicle.
  • Books, films, music, photos, sculptures, in short any cultural asset can be documented digitally.
  • The residence data is stored in the registration offices.
  • Once a year, the tax office processes income data.
  • Current camera systems allow surveillance in the public space with face recognition – and can connect it to a system, like in the Social Credit System in China, in order to observe and reward good conduct.

These are just examples of how our world has become digital and virtual. All this data can be retrieved from anywhere at any time. Data can be copied and passed on at will, without losing the „original“. In the past, data was tied to the physical object of storage, such as a book, picture, or record. Without the „data carrier“, one does not have the data anymore. With the virtualization of data in ones and zeros, this physical dependency becomes history. The free flow of digital data leads to new questions regarding ownership, the related rights and obligations as well as the associated safety possibilities. When books were burnt in the past, every further use has gone up in smoke. Nowadays, a purchased e-book becomes already unreadable when changing the operating system. The rights of use dissolve unintentionally. Customers have to buy cultural goods again, when  they change media. Here a new, fertile ground is evolving for content providers.

According to copyright law in Germany, the data belongs to the originator, i.e. the artist or author, who created the data. Authorized users, i.e. the buyers of data for personal use, have only a right of use. Anything beyond is illegal.

  • Commercial use
    Data found on the Internet may not be used or resold for commercial purposes without the written consent of the author. This means that books, articles or website content as well as all other types of media such as films/videos, pictures, music or sounds may only be consumed. The creation of user profiles, for example for purchase proposals, is in the grey area of legal use. Passing on the data, with or without fee, is illegal.
  • Competitive intelligence
    The collection and linking of publicly available data for the purpose of competition analysis is a particular form of commercial exploitation, which is difficult to detect. The data can be found on company websites, in news pages and above all on social networks; for example, when an employee reports profanes from his daily work and business trips. Linking these data with others unveils strategies, plans or even problems of an enterprise.
  • Governmental use
    With the same mechanisms of Competitive Intelligence, such as Data Mining, Big Data or Business Intelligence, government agencies can process the available data. They collect and link them with the telecommunications data that can be accessed. The descendants of the dragnet search thus receive user profiles that go far beyond people’s self-image.

Bottom line: The huge amount of data can be evaluated according to specific questions. However, this involves high costs for personnel and computers as well as decisive attention, which are only available in special cases. This is best seen in the reading recommendations, which are based on the user behavior and are oriented to the clicks on a website, but stupidly promote already purchased products or offer even authors their own books as a reading recommendation. Unauthorised re-use by companies and the government goes unnoticed. It all starts with finding new contacts and the related background research that is possible for everyone, it goes to the Cambridge Analytics‘ election manipulations, and far beyond the possibilities that we can imagine. This professional use of the data by interest groups and government agencies is the real problem with the data.

Eine mittelalterliche Stadt – die ideale Metapher für eine Plattform

Die Entwicklung, von der Ansammlung einiger Häuser zu einer Stadt, als wirtschaftliches, gesellschaftliches, kulturelles und politisches Zentrum, folgte den Verkehrswegen seit dem Beginn der Zivilisation – entlang von Küsten und Wasserwegen, z.B. von Marseille über die Rhone, Saône und Rhein nach Norden. Auch wenn viele deutsche Städte aus der Römerzeit, vor mehr als zweitausend Jahren, stammen, wurden im Mittelalter und der zweiten Hälfte des Zwanzigsten Jahrhunderts die meisten Städte ernannt. Viele Aspekte der mittelalterlichen Stadt erkennen wir in der Architektur der heutigen virtuellen Plattformen wieder. Damit ist eine mittelalterliche Stadt eine ideale Metapher für eine Plattform.

Skizzieren wir die Eigenschaften einer virtuellen Plattform, springen uns die Ähnlichkeiten ins Auge.

  • Zugangskontrolle
    Die mittelalterliche Stadt wurde von einer Mauer umschlossen, die die Besitztümer der Bewohner schützte. Zugang war nur für Berechtigte durch bewachte Stadttore möglich. Innerhalb der Stadtmauer lebten die Bewohner in festgelegten Vierteln.
    Plattformen sind auch nach Themengebieten und Stakeholdern gegliedert. Das Tor zur Plattform öffnet sich auch nur für die, die über einen entsprechenden Account verfügen, d.h. einer Anwender-ID und einem Passwort.
  • Infrastruktur
    In einer mittelalterlichen Stadt nutzten die Bewohner gemeinsame Einrichtungen – vom Rathaus, über den Marktplatz, öffentliche Straßen, Schulen, Kneipen, bis hin zu Gefängnis und Hinrichtungsstätten.
    In der Virtualität muss ebenfalls eine allgemeine Infrastruktur betrieben werden – von Verwaltungseinrichtungen, über Marktplätze, Workflows, Trainingsbereiche, Vergnügungsecken, bis hin zu Einrichtungen zur Bestrafung extremen Fehlverhaltens.
  • Kulturelle Vielfalt
    Die Bewohner der Stadt setzen sich aus unterschiedlichen Kulturen und Berufen zusammen. Dort finden sich Patrizier, Handwerker, Kaufleute, Tagelöhner, Henker und sonstige Gewerbe.
    Die Plattformen verfügen ebenfalls um vielfältige Teilnehmer, die sich grundsätzlich in Anbieter, Konsumenten und Betreiber der Plattform aufteilen, die sich dort treffen, um Geschäfte miteinander zu machen.
  • Wirtschaftliche Drehscheibe
    Der Grund für die Gründung sowie Dreh- und Angelpunkt der Stadt war im Mittelalter der Marktplatz. Dort wurden Waren feilgeboten, die in der Stadt hergestellt oder von weit her beschafft wurden. Zusätzlich entwickelten sich Zünfte, die ihr gleichartiges Geschäft gegenseitig bereicherten.
    Auch die virtuelle Plattform dient vor allem zum regelmäßigen Austausch von Leistungen zwischen Anbietern und Konsumenten und der Stärkung des eigenen Fachgebiets.
  • Governance
    Aufgrund der dichten Ansammlung vieler Menschen galten innerhalb Stadtmauern strenge Vorschriften für das Zusammenleben. Die Handwerker organisierten sich in Zünften, die Vorschriften bzgl. Ausbildung, Handwerkszeug und Qualität für ihr Fachgebiet festlegten. Nichtmitgliedern war die Ausübung des jeweiligen Handwerks nicht gestattet. Zur Finanzierung der Verwaltung der Allmende wurden Steuern eingezogen.
    Auch virtuelle Plattformen legen Regeln fest, die Teilnehmer nach bestimmten Kriterien zertifizieren, klare Vorgehen bestimmen und die Ergebnisse ihrer Arbeit durch Best-Practice sicherstellen. Die Steuern der virtuellen Plattform sind die Mitgliederbeiträge und Spenden.
  • Weiterentwicklung
    Der Fortschritt der Stadt oblag den Stadtherren, die sich aus Mitgliedern der Oberschicht zusammensetzten. Sie entschieden über die Erweiterung der Infrastruktur, den Zuzug von Menschen und die Förderung bestimmter Gewerbe.
    Entsprechend kümmern sich heute vor allem die Betreiber der Plattform, um die kontinuierliche Erweiterung der Funktionen, die Verwaltung der neuen und bestehenden Mitglieder sowie die Festlegung neuer Leistungsumfänge und Standards.

Fazit: Der Geltungsbereich einer mittelalterlichen Stadt wurde durch die physische Erreichbarkeit, d.h. am Ende durch die Mauer, bestimmt. Das Gleiche gilt für eine virtuelle Plattform – da man weltweit nur einen Klick von der Plattform entfernt und sie damit für jeden erreichbar ist, der Zugriff auf das Internet hat. Das Pendant zum Stadttor ist die Zugangskontrolle, die die Plattform vor unbefugter Nutzung absichert. Innerhalb können sich vielfältige Kulturen ansiedeln, ihren Geschäften nachgehen, solange sie sich an die Vorschriften halten. Alle profitieren von den Erweiterungen, die stetig wachsende Leistungen bieten. Anhand einer mittelalterlichen Stadt werden die Aspekte einer virtuellen Plattform sichtbar. Damit ist die mittelalterliche Stadt die ideale Metapher für eine virtuelle Plattform.

A medieval city – the ideal metaphor for a platform

The development, from the accumulation of some houses to a city, as an economic, social, cultural and political center, followed the traffic routes since the beginning of civilization – along coasts and waterways, e.g. from Marseille via the Rhone, Saône and Rhine to the north. Although many German cities date back to Roman times, more than two thousand years ago, most cities were appointed in the Middle Ages and the second half of the twentieth century. We identify many aspects of the medieval city in the architecture of today’s virtual platforms. This makes a medieval city to an ideal metaphor for a platform.

If we sketch the characteristics of a virtual platform, the similarities catch our eyes.

  • Access control
    The medieval city was surrounded by a wall that protected the possessions of the inhabitants. Access was only possible for authorized persons through guarded city gates. Within the city wall, the inhabitants lived in defined quarters.
    Platforms are also structured according to topic areas and stakeholders. The gate to the platform also opens only for those, who have a corresponding account, i.e. a user ID and a password.
  • Infrastructure
    In a medieval city, the residents used common facilities – from the town hall, the market square, public streets, schools, pubs, to prisons and execution sites.
    Virtuality also requires a general infrastructure – from administrative facilities, marketplaces, workflows, training areas, entertainment areas, to facilities for the punishment of extreme misconduct.
  • Cultural diversity
    The population of the city is made up of different cultures and professions. You find patricians, craftsmen, merchants, day laborers, hangmen and other trades.
    The platforms also have a large variety of members, who are divided into providers, consumers and platform operators, who meet there to do business with each other.
  • Economic hub
    In the Middle Ages, the reason for the foundation and mainstay of the city was the market place. There were goods for sale, manufactured in the city or procured from far away. In addition, guilds evolved, which mutually enriched their kindred business.
    The virtual platform also serves, above all, for the regular exchange of services between providers and consumers and to strengthen the own specialty.
  • Governance
    Due to the dense accumulation of many people, strict rules for coexistence were effective within the city walls. The craftsmen were organized into guilds, which determined regulations regarding education, tools and quality for their field of expertise. Non-members were not allowed to practice the respective craft. Taxes were collected to finance the administration of the commons.
    Virtual platforms also define rules that certify participants according to certain criteria, determine clear procedures, and ensure the outcomes of their work through best practice. The taxes of the virtual platform are the membership fees and donations.
  • Future development
    The progress of the city was the responsibility of the city lords, who were made up of members of the upper class. They decided on the expansion of the infrastructure, the influx of people and the promotion of certain trades.
    Accordingly, the operators of the platform are today primarily responsible for the continuous expansion of the functions, the administration of new and existing members, and the definition of new scope of services and standards.

Bottom line: The scope of a medieval city was determined by the physical accessibility, i.e. eventually by the wall. The same applies to a virtual platform – because you are globally only one click away from the platform and it is accessible to anyone, who has access to the Internet. The counterpart to the city gate is the access control, which protects the platform from unauthorized use. A wide variety of cultures can settle and do business within the area, as long as they comply with the regulations. Everyone benefits from the expansions, which offer constantly growing services. The aspects of a virtual platform become visible on the basis of a medieval city. This makes the medieval city the ideal metaphor for a virtual platform.