Archiv der Kategorie: Kreativität

Kreativität deckt den Bereich von der Ideengenerierung bis zur Konzeptentwicklung ab.

Mindmap 2.0 multipliziert Ihre Wirksamkeit

Früher wurden wir auf unser Berufsleben dadurch vorbereitet, dass wir Lesen und Schreiben, die Grundrechenarten und Geometrie sowie Musik, Kunst und Sport im Frontalunterricht erlernten. Selten wurden Gruppenarbeiten und Planspiele eingesetzt oder mit Computern und grafischen Darstellungen gearbeitet. Beispiel eines Ansatzes ist die Mindmap. Damit können alle Arten von Ideen, Gliederungen und Skizzen erstellt werden: z.B. Brainstormings, Strategien, Zielhierarchien, Geschäftsentwicklungen, Projektpläne, Protokolle, Problemlösungen, Reden, Zeitmanagement usw. Die Wirksamkeit des Mindmapping lässt sich multiplizieren, indem man IT-basierte Werkzeuge nutzt: wie Mindmanager, XMind, iMindMap, iThoughts und andere.

Im Internet finden sich neben den Tipps und Tricks auch immer wieder Regeln für das Mindmapping. Die folgenden Anregungen sollen vor allem den Einsatz von IT-Werkzeugen ermöglichen.

  • Alles ist möglich
    Tatsächlich erübrigen sich alle gebräuchlichen Regeln, wenn man seine Mindmap mit einem IT-Programm erstellt. Die jetzt umsetzbare Größe übersteigt die Grenzen eines Blatt Papiers bei Weitem. Das gilt auch für die Anzahl Zweige und die Anzahl der Detaillierungsebenen, wie für die Beschriftung und die anderen Medien (s.u.). Die Entwicklung einer Mindmap kann alleine oder im Team mithilfe eines Beamers oder Großbildschirms durchgeführt werden, oder sogar in virtuellen Videokonferenzen mit weltweit verteilten Teilnehmern. Je nach Anzahl der Teilnehmer erhöht sich der Aufwand für die Abstimmung der Zweige in der resultierenden Map.
  • Nutze die Medien
    Während man herkömmlich bei den papier-basierten Mindmaps auf das Schreiben, Zeichnen und Kleben von Bildern beschränkt ist, kann man werkzeugbasiert multimedial unterschiedlichste Objekte einbinden – Texte, Bilder, Videos, Links, Office-Dateien usw.
  • Jeder Beitrag zählt
    Arbeitet man auf Papier, dann ist die Überarbeitung, d.h. vor allem die Vereinfachung, etwas umständlich. In einer IT-basierten Mindmap können die Zweige beliebig umgehängt werden, inklusive aller daran hängenden Unterzweige. Dies unterstützt den üblichen Brainstorming-Ansatz, bei dem jeder Beitrag ohne Diskussion einfach erfasst wird. In getrennten Arbeitsgruppen können so Maps erarbeitet werden. Die abschließende Eingliederung erzeugt ein abgestimmtes, gemeinsames Ergebnis.
  • Höre auf Deinen Bauch
    Eine praktische Eigenschaft ist das nachträgliche Gliedern der Zweige. Die grafische Darstellung fördert dabei das intuitive Bearbeiten der Inhalte. Man kann Zweige unter andere hängen und sich durch das neue Gebilde inspirieren lassen. Das visuelle Denken folgt nicht einfach der bewussten Logik. Durch den grafischen Aufbau arbeitet das Unterbewusstsein bei der Ausrichtung mit. Im Interesse eines geschickten Ergebnisses sollte man stets auf seinen Bauch hören, auch wenn man nicht immer die Logik dahinter verstehen kann.
  • Mache etwas daraus
    Softwaretools leben von ihren Nahtstellen in die Welt. Der Mindmanager bietet beispielsweise Anbindung an Microsoft-Produkten: MS-Excel, MS-Word, MS-Powerpoint und sogar MS-Project. Dies bedeutet, dass die erfassten Inhalte in der Folge weiter genutzt werden können. So lassen sich die Vorgänge eines Projekts, inklusive Terminen und Abhängigkeiten, mit dem Mindmanager planen und anschließend in das Format MS-Project übertragen.

Fazit: Tool-gestütztes Mindmapping, wie Mindmap 2.0, erweitert die Nutzung dieser Vorgehensweise. Damit können beliebig umfangreiche Mindmaps, multimedial erstellt werden. Gleichzeitig können offene Ansätze bei der Erarbeitung genutzt und im Folgenden zu einem stimmigen Gesamtbild zusammengefasst werden. Durch die grafische Darstellung werden auch unterbewusste Bereiche des Denkens genutzt. Am Ende lassen sich alle erfassten Umfänge in klassischen Office-Tools weiterverwenden. Damit multipliziert Mindmap 2.0, d.h. der Einsatz von softwaregestütztem Mindmapping, die Wirksamkeit des Mindmappings.

Mit PO Potenziale entdecken

In digitalen Zeiten sind sich nicht viele bewusst, wie beschränkt zweiwertige Wahlmöglichkeiten sind. Dabei spielt sich die analoge Wirklichkeit zwischen den beiden Polen eins und null ab. Wie stark diese Denke bis in die letzte Pore hinein wirkt, zeigt das westliche Wertesystem. Sie pendeln zwischen gut und böse; zwischen richtig und falsch; zwischen schwarz und weiß. Dass der Bereich dazwischen eine unermessliche Anzahl von Alternativen beinhaltet, scheint nicht immer klar zu sein. Der riesige Graubereich wird ignoriert. Dabei gibt es schon lange einen Ausweg aus der Zwickmühle von Ja und Nein – indem man mit PO Potenziale entdeckt.

Edward de Bono hat den Begriff bereits in den Siebzigern geprägt und ausführlich erläutert. Und trotzdem scheint er an dem Alltag vorbei geschlittert zu sein. Aus diesem Grund hier mal ein paar Einsatzmöglichkeiten für PO.

  • Unmögliches nutzen
    In einer Alternative, die aus guten Gründen abzulehnen ist, steckt weit mehr als das, was dagegen spricht. So wie alles stets zwei Seiten hat, so steckt in jeder Ablehnung zusätzliches Potenzial für weitere Lösungen. Anstelle mit dem klassischen Nein das weitere Nachdenken zu unterdrücken, verhindert der Einsatz von PO, dass der Denkprozess vorzeitig abgebrochen wird. Die Assoziationen, die mit der negativen Alternative verbunden sind, können weiter genutzt werden. Ein gutes Beispiel bieten Post-its. Die Frage nach der Sinnhaftigkeit eines nicht klebenden Klebers hätte mit einem Nein ablösbare Notizzettel und Papiere in jeder Größe verhindert. PO schafft die Freiheit weiter mit einem Gedanken zu spielen, anstelle einen Vorschlag mit einem Nein sofort zu begraben. Die Menge an Lösungen, die dadurch verhindert werden, ist unendlich groß. PO hilft dabei, das Nein umzupolen.
  • Unsinniges nutzen
    Eine große Herausforderung ist die Beschäftigung mit offensichtlich unsinnigen Zusammenhängen. Dabei liegen genau hier die Potenziale für völlig neue Lösungen. Nehmen wir uns als Beispiel den aktuellen Trend der Agilität in bürokratischen Unternehmen. Wie durchbricht man das Beharrungsvermögen der Beteiligten? Nehmen Sie sich einen beliebigen Gegenstand, der in Ihrer Reichweite liegt. Bringen Sie Agilität mit dem Gegenstand in Verbindung! Überwinden Sie das Unverständnis des ersten Moments. Lehnen Sie den Zusammenhang nicht a priori ab! Mit PO treten Sie einen Schritt zurück und betrachten die beiden Sachverhalte mit frischem Blick. Wenn Sie Ihren Widerstand schon überwunden haben, erzeugen Sie bereits unerwartete Zusammenhänge. Übertragen Sie Ihre Einsichten aus den Verknüpfungen, die Sie gefunden haben. Was immer es ist, wird die Einführung der Agilität möglich machen. PO ist der Brennstoff, der es schafft, Undenkbares zu durchdenken.
  • Machbares weiterentwickeln
    Hat man das Richtige gefunden, bremst die spontane Freude über das Heureka das weitere Durchkneten des Gedanken. Dabei steckt auch in etwas Gutem immer noch mehr. Auch die beste Lösung steht in enger Verbindung mit weiteren Lösungen. Die Tendenz den Gedankenfluss zu unterbrechen ist die größte Hürde für mehr. Dabei könnte man mit weiterem Tüfteln zu besseren oder sogar zu völlig neuen Lösungen kommen. Hat man beispielsweise aus einer Orange den gesamten Saft herausgepresst, könnte man verleitet sein, die Schale wegzuwerfen. Dabei enthält die Schale Wirkstoffe, die bei Atemwegsbeschwerden, Hautproblemen und einem erhöhten Cholesterinspiegel helfen. Damit wird der bereits positive Effekt des Vitamin Cs durch die Fortsetzung der Nutzung des bereits guten Ergebnisses möglich. PO potenziert ein bereits wirkungsvolles Ergebnis.

Fazit: PO eröffnet die Welt der Möglichkeiten. Es hilft dabei, dem ersten Impuls nicht nachzugeben und den ergiebigen Gedankenfluss zu unterbrechen, indem man sich keine weiteren Gedanken macht. Ein negatives Ergebnis wird durch Ablehnung nicht ausreichend ausgeschöpft, obwohl es die Grundlage für weitere Ideen bietet. Das zufällige Verknüpfen von völlig widersinnigen Aspekten kann zu ganz neuen Inspirationen führen. Selbst d positive Lösung lässt sich vervielfachen, indem man sie trotz ihrer guten Ergebnisse weiter durchdenkt. PO ist das fehlende Glied in den Ja-Nein-Kulturen für einen offenen Umgang mit den unendlich vielen Chancen, die es zu entdecken gäbe. Nicht mehr Hopp oder Top. Ab jetzt öfter mal mit PO Potenziale entdecken.

DER Weg aus der Ideenlosigkeit

Es ist falsch zu meinen, dass alle kreativ Neues finden müssen. Ideen alleine reichen ja nicht aus. Sie müssen auch gestaltet, einsatzfähig und kontinuierlich geteilt werden. Dies erfordert Designer, Umsetzungsfachleute und Kommunikatoren. Ohne die Ideengeber gibt es jedoch nichts umzusetzen. Trotzdem meinen viele, sie müssten sich an der Ideenfindung beteiligen. Für manche ist aber das weiße Stück Papier, das mit der Idee gefüllt werden soll, eine unüberwindliche Hürde. DER Weg hilft aus der Ideenlosigkeit.

Ideenlosigkeit

Wenn man keine Ideen hat und anfängt Ergebnisse einfach unreflektiert zu kopieren, sich nicht für eine Idee entscheiden kann oder immer wieder beklagt, dass man sich mal die Zeit nehmen sollte, über etwas nachzudenken, genau dann braucht man einen Weg, um aus der Ideenlosigkeit herauszukommen. Hierbei helfen die nächsten drei Schritten.

  • Denken
    Vor allem anderen ist es wichtig, dass man sich die Zeit nimmt ein Thema zu durchdenken. Es bleibt dabei jedem überlassen, wie man dies am besten hinbekommt. Die einen laufen einmal um den Block und finden dabei ihre Lösung. Andere blättern in Büchern oder Zeitschriften und können dabei einen Faden aufnehmen. Wieder andere brauchen ein Blatt Papier, das sie mit Skizzen und Wortfetzen füllen, die nach mehreren Iterationen zu einer schlüssigen Struktur führen. Egal wie, man muss sich die Zeit nehmen. Ohne bleibt einem nichts anderes übrig, als sich dem Schicksal der Ideenlosigkeit zu ergeben.
  • Entwickeln
    Steht die Idee, beginnt die eigentliche Arbeit. Die einzelnen Elemente müssen jetzt ausgearbeitet und abgestimmt werden. Dieser Schritt folgt nahtlos dem ersten. Jetzt wird es wichtig zu recherchieren, Fakten zu sammeln und schließlich ein stimmiges Konzept zu beschreiben, das in den gewünschten Kontext passt. Dies benötigt mehr Zeit als der erste. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, diese Ausarbeitungen im Team durchzuführen. Auf Basis des ersten Schrittes hat man ausreichend Material, um die Arbeit auf mehrere Schultern zu verteilen. Außerdem erhält man zusätzliche Perspektiven, die das Konzept über die ersten Kritikerhürden hinweg hebt. Auch hier muss man akzeptieren, dass dies Zeit kostet.
  • Rezipieren
    Nachdem das Konzept ausgearbeitet ist, muss es sich in der Realität bewähren. Das geht jedoch erst, nachdem man es verinnerlicht hat. Zu diesem Zweck liest man sich die Ergebnisse durch und überlegt, wie man sie zum Einsatz bringt. Jetzt kann man in die erste Anwendung gehen und letzte Schwachstellen erkennen und anpassen. Geht man zu früh in die Breite, dann potenzieren sich die Schwachstellen und das Konzept hat keine Chance zu überleben. Auch die Rezeption benötigt ausreichend Zeit, um ihre Wirkung zu erzielen.

Begibt man sich auf keinen Weg, dann ist man bereits am Ziel angekommen – oder anders gesagt, ohne Schweiß kein Preis. Genauso verhält es sich mit der Ideenlosigkeit. Nimmt man sich nicht die erforderliche Zeit, um einen Sachverhalt zu durchdenken, ihn zu entwickeln und zu verinnerlichen bleibt man so ideenlos wie vorher. Da nützen einem dann auch keine anderen Fähigkeiten.

Fazit: Ideen fallen nicht vom Himmel, sondern sind das Ergebnis von anstrengender und andauernder Denkarbeit. Sie folgt dem Prozess Denken, Entwickeln und Rezipieren. Dieser Weg aus der Ideenlosigkeit erfordert Anstrengung und Zeit. Nicht alle müssen jede Phase durchschreiten. Für einen selbst ist es nur wichtig herauszufinden, welcher Teil des Weges am besten zu einem passt.

Was stört eigentlich bei der Lösung eines Problems?

Ein Feind der Problemlösung ist die Problemblindheit. Probleme finden sich überall dort, wo die Ziele nicht erreicht werden. Dies passiert bei einfachen Beschäftigungen genauso wie bei komplexen, langwierigen Tätigkeiten und Projekten. Selbst erprobte Lösungen scheitern jedoch an der Wahrnehmung der handelnden Personen. Was stört eigentlich bei der Lösung eines Problems?

Problem

Die folgenden Aspekte stören bei der Suche nach einer Lösung.

  • Es gibt kein Problem
    Manchmal sehen wir Probleme, wo tatsächlich keine sind. Sei es eine noch nicht erledigte Aufgabe, die einfach eine bestimmte Zeit benötigt. In anderen Fällen sind die Probleme so groß, dass wir sie nicht erkennen, z.B. die Wirtschaftskrisen von heute oder die sozialen Verschiebungen. Entsprechend können die Probleme so klein sein, dass wir sie übersehen. Dazu gehören die Schädigungen, die wir unserem Körper zumuten, durch die Einnahme von bestimmten Medikamenten oder das Trinken von Wasser, das unterhalb der Richtwerte belastet ist. Schon der Blick in eine andere Richtung verhindert das rechtzeitige Erkennen eines Problems. Dies kennt jeder, der an einer Kreuzung den Rechtsverkehr beachtet hat und von Links angefahren wurde. Schließlich könnte es auch noch sein, dass es vielleicht einfach kein Problem gibt.
  • Das Problem ist nicht ausreichend beschrieben
    Manchmal ist es eine bestimmte Ursache, die fehlt. Wer hat noch nicht seinen PC eingeschaltet und der Bildschirm ist schwarz geblieben? Wenn etwas auf der Checkliste in Ihrem Kopf fehlt, dann wird der Bildschirm dunkel bleiben. Der Weg zur Lösung kann auch durch eine unzureichende Beschreibung der Auswirkungen behindert werden. Nehmen wir unseren PC, der mittlerweile läuft. Leider erscheint nicht die gewohnte Windows-Oberfläche. Solange Sie Ihrer Hotline nicht die Meldung „Schalten Sie den Computer nicht aus ….“ mitteilen, stochert die Fachkraft im Dunkeln. Sehr schwierig wird es, wenn zu viele Informationen implizit vorausgesetzt werden. So wird es für einen Computerneuling zu einem Problem einen Text zu kopieren, wenn er die Funktionen die Möglichkeiten zur Bedienung einer Maus nicht kennt: Klicken, Doppelklicken, mit gedrückter Maustaste markieren, usw.
  • Das Problem steckt in unbewussten Annahmen fest
    Manchmal fehlen uns einfach die Worte, um das Problem zu erfassen. Techniker wundern sich gern, dass ihre perfekte Lösung nicht die erwartete Akzeptanz beim Kunden erfährt. Sie übersehen, dass Kunden bei den Geräten nicht nur die technischen, sondern auch die emotionalen Aspekte des Designs, der Handhabbarkeit und der Haptik berücksichtigen. Häufig versteckt sich die Lösung hinter logischen Schlüssen, die uns unsere Erfahrung aufzwingt. Erinnern wir uns an den Fosburyflop, d.h. die Technik des Hochsprungs, die durch den rückwärtigen Sprung über die Latte neue Höhen ermöglicht hat. Davor dachten alle, man müsste vorwärts über die Latte springen. Dabei geht es darum, eine möglichst hohe Latte ohne Hilfsmittel zu überspringen.
  • Die Lösung steckt in einer Sackgasse
    Manchmal kommt man auch einfach zu spät, weil jemand anderes bereits das Problem gelöst hat. Wenn beispielsweise ein Kollege den Stecker des Stromkabels bereits wieder in die Steckdose gesteckt hat (s.o.). Unangenehm sind die Lösungen, die wir nicht wollen, weil sie uns nicht gefallen. Stellen Sie sich vor, dass sie aus Versehen zwei wichtige Termine parallel im Kalender haben. Sie möchten keinen einer Kollegin überlassen. Aber viele Schwierigkeiten lassen sich nicht alleine lösen. Dann muss eben jemand helfen. So manche Problemlösung kommt auch ins Stocken, weil sie in diesem Moment gerade nicht benötigt wird. Schließlich besteht auch immer die Möglichkeit, dass es überhaupt keine Lösung gibt. Je früher man das erkennt, desto besser.

Fazit: Ein klares Problembewusstsein ist der Schlüssel zur Lösung.

Kritiker, Kuratoren und Kommentatoren

Die Medien benötigen einen ununterbrochenen Strom an Inhalten, die gesendet, gedruckt oder gepostet werden. Jedes noch so kleine Thema oder Sachgebiet findet einen eigenen Zugang zu seinem Publikum. Hunderte von Fernsehkanälen senden rund um die Uhr. Ebenso viele Zeitschriften fluten die Kiosks. Dieses Aufkommen kann scheinbar nicht mehr mit Inhalten aus erster Hand versorgt werden. Die Schaffenskraft verlagert sich langsam in die zweite Reihe. Kritiker, Kuratoren und Kommentatoren werden wichtiger als Autoren, Künstler und sonstige kulturelle Macher.

Kritiker

Eigentlich ist es ja praktisch, wenn Leute einem die Aufgabe abnehmen, die Flut an Informationen zu sichten und mundgerecht aufzubereiten. Rund um die Uhr kommentieren Nachrichtensprecher, Korrespondenten, Experten und Zeitzeugen das Tagesgeschehen. Es entwickeln sich bereits neue Formate, die die Flut an Kritiken und Kommentaren sichten und weiter verdichten. Auf diese Weise werden wertvolle Sendeminuten mit Wiederholungen und kommentierten Kommentaren gefüllt. Um die originalen Inhalte herum entwickeln sich Frühstückssendungen, Mittagsmagazine, Nachmittagsformate und schließlich Nachtprogramme.

Was passiert eigentlich, wenn die Kreativität der Macher verloren geht und sich auf diese, einförmige Wiederverwendung verlagert?

Es ist einfacher über andere zu berichten, als sich selbst etwas einfallen zu lassen. Die langwierige Arbeit eines Buchautors ist natürlich für die heutigen Sprinter, die nur den Atem für die Kurzstrecke besitzen, weniger attraktiv, als der schnelle Kommentar in Radio- oder Fernsehprogrammen. Auf diese Weise verarbeitet man mehr Bücher pro Jahr, als wenn man sie selbst schreiben müsste.

In Ermangelung von Machern, die die vorhandene Sendezeit der audiovisuellen Medien und die Seiten in den Printmedien und dem Internet füllen, werden alltägliche Dinge zu Nachrichten. Entsprechend beobachten die Feuilletons die roten Teppiche und feiern royale Neugeborene. Vielfältige Alltagsformate erklären die neuesten Diäten oder Kochkünste. In Wissenschaftsformaten wird über die Steinzeit berichtet und Szenarien entwickelt, was passieren würde, wenn die Menschen von einem Tag auf den anderen verschwunden wären. In Technikformaten werden neue Autos getestet und alte aufgemotzt. Am Ende wird immer wieder das Gleiche abgehandelt und regelmäßig wiederholt. Immer die gleichen Museen, Theater, Autoren, Filmer und Künstler werden in den Medien präsentiert.

Fazit: Die Kultur verarmt durch das weichgewaschene Wiederkäuen von wenigen originalen Inhalten. Anstelle von neuen, noch nicht etablierten Machern zu berichten, werden immer die gleichen Akteure von einem Kanal in den nächsten, von einem Feuilleton in das nächste weitergereicht. Die Zuschauer verlieren wesentliche Lebenszeit durch kurzweilige und kurze Beiträge von Kritiker, Kuratoren und Kommentatoren, die sie in der Wiederholung nicht brauchen. Die Kreativität originale Werke zu schaffen und das dafür notwendige Durchhaltevermögen verpufft. Am Ende zählt nicht mehr der Inhalt, sondern nur noch das neuartige Format. Dies könnte der Begin einer unproduktiven Epoche sein, die nichts hinterlässt als effekthascherische Kritiker, Kuratoren und Kommentatoren, die nichts weiter zur Kultur beitragen als ihre marktschreierischen Formate.

Ich verbreite eine Idee!

Immer mehr Spezialisten produzieren immer mehr Informationen. Das Wissen der Welt verdoppelt sich alle fünf bis fünfzehn Jahre. Das Datenaufkommen im öffentlichen Internet (2012) umfasste 26,7 Exabyte. Das entspricht dem 66750-fachen aller jemals geschriebenen Büchern. 1 Exabyte sind 1018 Byte = 1.000.000.000.000.000.000 Byte. In diesen Umfängen sind die alltäglichen Ideen, die alle Menschen jeden Tag bei Ihrer Arbeit entwickeln, nicht enthalten. Vor allem die Idee, die Sie entwickelt haben.

Zahraeder

Nachdem die Idee vorliegt, soll sie überall verbreitet werden. Neben dem ‚klassischen‘ Marketing findet eine besonders gestaltete Idee fast von alleine den Weg zum Zielpublikum. Die Bestandteile der Idee werden zu diesem Zweck so gestaltet, dass sie mit neuen Werkzeugen, wie dem Gebrauch von Nachahmung, Training, Mundpropaganda und Trojaner, die Zielgruppe erreichen.

Bei der Verbreitung kommt es vor allem darauf an, dass die Zielgruppe motiviert ist und die Idee einfach übernehmen und nutzen kann. Vier Arten von Auswahlkriterien helfen der Zielgruppe. Die Aufmerksamkeit wird geweckt, wenn die Idee völlig neuartig ist und einfach genutzt und vermittelt werden kann. Je dauerhafter die Qualitäten, desto mehr kann die Zielgruppe von der Idee profitieren. Die Zielgenauigkeit wird durch die Sprache und Eigenheiten der Zielgruppe bei der Verbreitung erreicht. Durch gezielte Wiederholung von einzelnen Bestandteilen verstärkt sich die Idee selbst immer wieder.

Erweitern Sie Ihre Idee in den folgenden drei Schritten. Die Elemente führen zu einer ansteckenden Nachricht.

  1. Verdeutlichen Sie Ihre Idee!
  2. Beschreiben Sie die Aura der Idee! (1)
  3. Definieren Sie die Sphäre der Idee! (2)

Ihre Idee kann jetzt vermittelt und diskutiert werden. Im Unterschied zu einem ausgearbeiteten Plan, der bereits detaillierte Vorschläge anbietet um eine Aufgabe zu lösen, ist die Idee weiterhin offen für Änderungen und neue Elemente.

(1) Die Aura besteht aus dem gemeinsamen Nenner, die bestehenden Annahmen und die Aspekte, die einen Inhalt anziehend machen.

(2) Die Sphäre umfasst die Auslöser, Qualitäten und der Nutzen sowie die Werte des Inhalts.

Weitere Informationen:

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Ich habe eine Idee!

 

Ich habe eine Idee!

Laut einer Studie liefert jede(r) vierte Mitarbeiter(in) in Deutschland Ideen zur Verbesserung des Geschäfts. Pro 100 Mitarbeiter(innen) werden so 70 Vorschläge gemacht – in der Automobilbranche sogar 182 Vorschläge. Nicht  nur das Unternehmen zieht Nutzen aus den Vorschlägen, sondern auch die Mitarbeiter. Im Durchschnitt werden Vorschläge mit 190 € prämiert. Weltweit führt Toyota mit über 1100 Vorschlägen pro 100 Mitarbeiter(innen).

skultur zahnrad

Jeder Vorschlag beginnt mit „Ich habe eine Idee.“ Wie oft sagen wir diesen Satz und drücken damit aus, dass wir einen mehr oder weniger ausgearbeiteten Einfall  im Kopf haben. Die Eingebung ist jedoch für andere Leute noch nicht klar. Ob ein Gedanke durchführbar ist, wird klar, nachdem die Idee diskutiert und durchgespielt wurde.

Die Idee wird interessant, wenn Sie bestimmte Bestandteile aufweist.

  1. Bestimmen Sie das Thema Ihrer Idee!
  2. Beschreiben Sie die Voraussetzungen für die Idee!
  3. Stellen Sie sich die umgesetzte Idee vor!
  4. Klären Sie die Erwartungen der betroffenen Personen!
  5. Definieren Sie konkrete Maßnahmen für das weitere Vorgehen!

Das Ergebnis ist die Idee mit den beschriebenen Einzelheiten. Die Idee wird immer greifbarer. Im nächsten Schritt werden die Kriterien beschrieben, die die Bekanntheit bei der Zielgruppe fördert.

Weitere Informationen:

Fortsetzung folgt …

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Ich spüre eine Idee

Eine Idee entwickelt sich im Unterbewusstsein. Aus diesem Grund ist es wichtig der Idee ausreichend Raum zu verschaffen, sodass sie sich entwickeln kann (siehe auch: „Ich brauche eine Idee – Jetzt!“ ). Sie haben Ihrer Idee den Platz geschaffen, um sich zu entwickeln. Es ziehen bereits die ersten Ideenschwaden durch Ihren Kopf. Der eine oder andere Schleier löst sich wieder auf oder verbindet sich mit einem anderen. Sie spüren die Idee.

Tropfen

Mit der Zeit bemerken Sie, dass Sie sich für etwas interessieren. In diesem Wolkenbündel finden Sie die Idee, die Sie sich näher anschauen sollten. Es fehlen noch Worte und sie lässt sich noch nicht greifen. Vertrauen Sie auf Ihre Fantasie, die Sie bis hier gebracht hat. Erzwingen Sie nichts. Geben Sie sich noch etwas Zeit, um den Einfall sich verdichten zu lassen. Mit einfachen Fragen können Sie auf entspannte Weise ihren Gedankengang beobachten. Notieren sie sich auf einen kleinen Zettel und tragen Sie ihn immer bei sich.

  1. Erkennen Sie die Idee?
  2. Welche sinnlichen Qualitäten kommen Ihnen in den Sinn?
  3. Was erkennen Sie im Umfeld der Idee?
  4. Wie sieht die Idee aus verschiedenen Perspektiven aus?
  5. Wie fühlt sich die Idee an?
  6. Wie nennen Sie die Idee?

Ihre Vorstellung nimmt immer weiter Gestalt an. Noch fehlt Ihnen die Beschreibung, um sie anderen mitzuteilen.

Weitere Informationen:

Fortsetzung folgt …

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Weltweit wurden 2010 über 8.7 Mio. Trademarks, Patente, Industriedesigns Gebrauchs- und Geschmacksmuster angemeldet. Dabei handelt es sich um „offizielle“ Ideen, die einen formellen Anmeldeprozess durchlaufen. Daneben gibt es die Ideen, die sich in unseren Köpfen entwickeln. Sie türmen sich solange auf,  wie Wolken, bis sie als Regen dem Boden die benötigte Feuchtigkeit bringen. Entsprechend braucht ein Unternehmen regelmäßig neue Impulse.

Wie fällt einem im richtigen Moment etwas ein? Die Gedanken sind doch frei. Manchmal braucht man jedoch zusätzliche Inspiration. Es fehlt ein Einstieg, von dem aus sich eine Idee entwickelt. Und das, obwohl das Gefühl einem sagt, dass einem eine Idee auf der Zunge liegt. Wie kann man eine Atmosphäre schaffen, die hilft, eine Idee zu finden – jetzt!

Wolke

Natürliche Barrikaden müssen überwunden werden, damit die Kreativität Platz hat, um eine Idee hervorzubringen. Dazu gehören eingeübte Paradigmen, emotionale Zwangsvorstellungen, fachliche Scheuklappen, mentale Modelle, sensorische Ablenkungen, sprachliche Worthülsen, vorgefertigte Lösungsansätze, wertende Voreingenommenheit.

Ein Weg, der hilft, die Ideenwolke aufzubauen könnte wie folgt aussehen.

  1. Verändern Sie die aktuelle Umgebung!
  2. Lösen Sie sich von den eigenen Anforderungen und Erwartungen!
  3. Konzentrieren Sie sich auf etwas Einfaches!
  4. Beachten Sie das aufkeimende Gefühl!

Sobald der notwendige Grad der Verdichtung Ihrer Inspirationen erreicht ist, erscheinen die Ideen.

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