Archiv der Kategorie: Governance

Governance deckt Regelungen und Steuerungsaspekte ab.

Geheime Verbrechen?

Dass Verbrechen geheim gehalten werden, ist Teil der Straftat. Es aufzudecken und zu bestrafen ist im Interesse der meisten – außer: den Tätern. Im Alltag sieht es jedoch anders aus. Das wird sichtbar an der Rechtslage, ob eine Straftat angezeigt werden muss oder nicht. Die Gesellschaft hat eigentlich ein Interesse Verbrechen zu verfolgen. Allerdings bräuchten die sogenannten Whistleblower eine klare Gesetzeslage. Zwar reden wir in Deutschland von der Anzeigepflicht, wonach sich Mitwisser strafbar machen. Gleichzeitig sind viele Mitarbeiter von Unternehmen und staatlichen Behörden zur Geheimhaltung vertraglich verpflichtet. Allerdings scheinen die bestehenden Gesetze nur im Vorhinein zu greifen (siehe Strafgesetzbuch (StGB) § 138 Nichtanzeige geplanter Straftaten, Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) § 17 Verrat von Geschäfts- und Betriebsgeheimnissen). Wie soll man sich denn verhalten?

Da es sich um ein rechtliches Thema handelt, sollte der Gesetzgeber Klarheit schaffen, damit die Informanten, die derartige Vergehen aufdecken, nicht in dem Dilemma stecken bleiben, ein Verbrechen aufdecken zu sollen und sich gleichzeitig wegen Geheimnisverrats strafbar zu machen.

  • Verbrechen
    Gravierende Verstöße gegen die Rechtsordnung nennt man Verbrechen, die normalerweise unter Androhung von Strafen verboten sind – allerdings nur, wenn man erwischt wird.
  • Anzeigepflicht
    Eine Anzeigepflicht würde dann vorliegen, wenn jemand über einen kriminellen Sachverhalt Kenntnis hat. Jedoch scheint, wie bereits angedeutet, diese Anzeigepflicht in Deutschland nur vor der Tat geben (siehe Strafgesetzbuch (StGB) § 138 Nichtanzeige geplanter Straftaten). Damit soll verhindert werden, dass es gar nicht erst zum Verbrechen kommt. Was ist jedoch, wenn die Tat bereits begangen ist? Bedeutet das, dass man Straftaten in Nachhinein nicht melden muss? Das wäre für die Whistleblower eine schlechte Nachricht, da sie gewöhnlich im Nachhinein aktiv werden.
  • Geheimnis
    Ein Geheimnis ist ein Sachverhalt, der der Öffentlichkeit verborgen bleibt. Je größer der Mitwisserkreis, desto schwieriger wird es zu verhindern, das diesbezügliche Informationen durchsickern. Deshalb sichern sich Unternehmen und staatliche Institutionen durch entsprechende Geheimnisvereinbarungen (siehe auch Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) § 17 Verrat von Geschäfts- und Betriebsgeheimnissen). Am Ende machen sich Mitarbeiter strafbar, wenn sie interne Informationen weitergeben, egal ob es sich um legale oder illegale Aspekte handelt – denken wir an die Dieselaffäre, Steuer-CDs oder Korruption.
  • Whistleblower
    Aus Sicht der Öffentlichkeit sind diese Enthüller von geheimen Informationen ethische Vorbilder, die sich für das Wohl der Allgemeinheit einsetzen, wenn sie kriminelle Machenschaften aufdecken. Sie agieren ohne Netz auf eigenes Risiko.

Inwieweit illegale Geheimnisse einen Anspruch auf Schutz haben, liegt im Auge des Betrachters. Die Steuerbehörde, die dadurch Nachzahlungen erhält, wird die Hinweise begrüßen. Der Völkergemeinschaft, die einem Staat nachweisen kann, dass er gegen die Menschenrechte verstoßen hat, kommen interne Informationen gelegen. Der Enttarnte sieht das ganz anders und wird alles tun, die Enthüller zu bestrafen. Die damit einhergehende Doppelmoral wird sichtbar, wenn nur Kriegsverbrecher aus schwachen Staaten zur Rechenschaft gezogen werden – Die Kleinen hängt man und die Großen lässt man laufen. Nutzt mir eine Information, dann ist der Hinweisgeber willkommen. Entlarvt mich ein Datenleck, wohl nicht. Für das allgemeine Rechtsempfinden ist das ein unhaltbarer Zustand.

Fazit: Whistleblower bewegen sich auf dünnem Eis. Auch wenn die Gesellschaft proklamiert, dass es eine moralische Pflicht gibt, Fehlverhalten aufzudecken, schützten die Gesetze die Enthüller nicht. Es gibt weder eine Anzeigepflicht, noch ist man vor einer Anklage des Geheimnisverrats geschützt. Für eine Informationsgesellschaft ist es fragwürdig, wenn die Geheimhaltung illegaler Betätigung durch fehlende Gesetze gefördert und geschützt wird.

P.S.: Keine guten Aussichten für Julian Assange, der uns einen Blick hinter die Fassade der Täter ermöglicht hat.

Raus aus dem Dilemma

Es ist ein schwieriger Drahtseilakt aus zwei unangenehmen Lösungen eine herauszufiltern. Die Wahl zwischen Pest und Cholera lässt nur hoffen, dass nicht beides eintritt – obwohl das Schicksal eigentlich auch noch an einem vorübergehen könnte. Und dann haben viele aufgrund der unterschiedlichen Auslegungen auch noch die Öffentlichkeit im Rücken. Für die günstige Darstellung der eigenen Absichten scheint es keinen richtigen Ausweg mehr zu geben. Egal, welche Lösung man wählt – es wird einem immer vor Augen geführt, dass es die Falsche ist. Ein gutes Beispiel bieten die aktuellen Diskussionen bezüglich dem Sponsoring von Veranstaltungen politischer Organisationen, wie der EU. Darf ein Limonadenhersteller finanziell eine Veranstaltung unterstützen, ohne unter Generalverdacht zu geraten, Einfluss nehmen zu wollen?

Für die Veranstalter ist das ein Dilemma. Findet Sponsoring statt, wird unterstellt, dass die Unternehmen sich günstige Entscheidungen bei den Politikern erkaufen. Verzichten die Veranstalter auf die Fördergelder der Wirtschaft, könnte es dazu führen, dass einem vorgeworfen wird, öffentliche Gelder zu verschwenden. Wo findet sich der Ausweg aus diesem Dilemma? Die folgenden Schritte helfen, aus dieser Ausweglosigkeit herauszufinden.

  • Verstehen
    Heutzutage sind Nachrichten fast zeitgleich in den Medien. Die unmittelbaren Konsequenzen werden oft erst im Anschluss klar. Der versierte Reporter hat einen geschärften Blick für interessante Stoffe. Wenn dann das Logo eines Limonadenherstellers auf dem Veranstaltungsschild einer politischen Vereinigung prangt, wohlgemerkt mit dem Hinweis „sponsored by“, dann beginnen die Spekulationen. Es ist wichtig, die Situation zu verstehen. Sponsern oder nicht? Beeinflusst werden oder nicht?
    Das tatsächliche Dilemma sollte klar sein, da man ansonsten die falschen Schlüsse zieht.
  • Einschätzen
    Nachdem man das Dilemma erkannt hat, sollte man das Für und Wider herausarbeiten. Was spricht für die eine Sicht und was für die andere? Was spricht jeweils dagegen? Mit dieser ProCon-Liste kann man die verschiedenen Wahlmöglichkeiten einstufen – übrigens auch die Möglichkeit keine der Alternativen zu wählen. In der Folge entscheidet man sich für das geringere Übel.
    Das tatsächliche Dilemma löst sich auf, da eine begründete Entscheidung vorbereitet ist.
  • Trennen
    Die Folgen, die sich aus der Demontage der Zwickmühle ergeben, bleiben leider immer noch fatal. Aus diesem Grund trennt man die Risiken in sachliche Folgen und in unerwünschte Eindrücke. Sachliche Folgen sind physische oder menschliche Schäden. Mit einer vorbeugenden Begrenzung der Gefahren oder einem kurzfristigen Krisenmanagement können die Schäden minimiert werden. Öffentliche Bewertungen sind Meinungen, die dem eigenen Ruf schaden. Durch eine stimmige Begründung und umfassende Veröffentlichungen kann man dem Publikum den eigenen Standpunkt verständlicher vermitteln. Allerdings bewertet die Öffentlichkeit am Ende auf Basis der vermittelten „Wirklichkeit“ immer noch nach eigenem Gutdünken.
    Handelt es sich bei dem Dilemma nicht um praktische Notlagen, wie Naturkatastrophen, wirtschaftliche Bedrohungen oder Krieg, dann sind es häufig politische Beweggründe, denen politisch mit klärenden Aussagen zu begegnen ist.
  • Akzeptieren
    Das Entscheidende eines Dilemmas ist die Tatsache, dass man die Zwangslage nicht in der Gewalt hat, sondern sich für eine von mehreren unerwünschten Alternativen entscheiden muss. Durch Schockstarre nichts zu tun, ist dabei nur die letzte Option. Durch die obigen Schritte versteht man besser, welche Möglichkeiten einem mit welchen Konsequenzen offenstehen. Da man sich nicht heil aus dieser Klemme befreien kann, ist es wichtig, die Unlösbarkeit hinzunehmen und sich für eine der Alternativen zu entscheiden. Die Folgen sind einem bewusst und man leitet entsprechende Gegenmaßnahmen ein.
    Das Dilemma verschwindet, wenn man sich die gewählte Lösung zu eigen macht – und vor allem davon überzeugt ist, das Richtige zu tun.
  • Erklären
    Der wichtigste Bestandteil der Lösung ist die Begründung. Da alle immer Opfer eines eingeschränkten Gesichtsfelds sind, sollten wir unsere Lösungen stets so erklären, dass Andere sich eine eigene Meinung auf Basis der vorliegenden Argumenten bilden können. Eine schlechte Aufbereitung wirft jedoch Öl ins Feuer. Aus diesem Grund ist die durchdachte Öffentlichkeitsarbeit unverzichtbar.
    Das Dilemma wird gemildert durch pro-aktive Medienarbeit.

Fazit: Mit der Reizüberflutung in den Medien wird Aufmerksamkeit zu einem immer knapperen Gut, um das sich alle reißen – mit dem Ziel Produkte, Dienstleistungen oder sich selbst zu verkaufen. In diesem Zusammenhang sind geschickte Aussagen über unterschiedlich bewertbare Entscheidungen ein gutes Mittel, um sich seinen Teil der Aufmerksamkeit zu erkämpfen. Dies führt dazu, dass alle Arten von Entscheidungen immer auf die Goldwaage gelegt werden. Aufhänger sind meistens dilemmatische Situationen, wie das Sponsoring von politischen Veranstaltungen. Lässt man sich sponsern, gerät man in den Verdacht beeinflussbar zu sein. Zahlt man selber, verschwendet man Steuergelder. Diese Ausweglosigkeiten lösen sich, indem man sich für eine Alternative, zumeist die mit dem geringsten Schaden, entscheidet. Hierfür sollte man das Dilemma verstehen und einschätzen, welche Vor- und Nachteile es gibt. Sobald man die Folgen trennen kann, entscheidet man sich für eine Lösung und erklärt sie der Öffentlichkeit. Tue das am wenigsten Schlechte und rede darüber. So kommt man raus aus dem Dilemma.

Wenn Demokratie eigentlich keine ist

Seit den Fünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts hat sich die Weltbevölkerung auf 7,5 Mrd. verdreifacht. Gleichzeitig gehört einem Zehntel der Weltbevölkerung mehr als 85% des privaten Vermögens. Dies erzeugt ein Spannungsverhältnis, das es erfordert, die Mehrheit ruhig zu halten. Über die Jahrtausende hat sich die Herrschaft des Staatsvolkes, die Demokratie, als eine geschickte Herrschaftsform durchgesetzt. Dabei wird den Massen suggeriert, dass sie die Kontrolle über die gesellschaftliche Entwicklung haben. Was aber, wenn sich über die Zeit Mechanismen und Verhalten herausgebildet haben, die aus der Mitbestimmung eine Illusion machen – wenn Demokratie eigentlich keine ist.

Die Wurzeln dieser Entwicklung waren bereits zu Beginn sichtbar. Über die Jahre sind dann weitere pragmatische Ansätze hinzugekommen.

  • Nur Bestimmte dürfen wählen
    Bereits in der Wiege der Demokratie durften nicht alle Menschen wählen, sondern nur die Vollbürger – nur ca. 10% der Bevölkerung. Frauen und Sklaven wurden gar nicht erst in Betracht gezogen. Heute werden Wähler auch ausgeschlossen, wenn sie zum Beispiel ein bestimmtes Alter noch nicht erreicht haben, oder aufgrund der Zugehörigkeit zu einer Minderheit, oder durch das Streichen aus der Wählerliste, oder durch Ausgrenzung bestimmter Bevölkerungsgruppen aufgrund ihrer körperlichen und geistigen Verfassung, oder durch Einschüchterung, oder durch Fehlinformationen, oder sogar durch gezielten Stimmenkauf.
  • Fehlende Auswahl an Kandidaten
    Steht nur ein Kandidat oder eine Kandidatin zur Wahl, hat der Wähler keine Wahl – wie in Singapur oder Haiti. Dies kann auch dadurch passieren, dass die Mitbewerber chancenlos sind, wie in Russland oder Ägypten. Eine interessante Variante ist die Wahl einer Partei, ganz ohne Kandidaten, wie in Kasachstan.
  • Vorauswahl von Kandidaten
    Sobald die Kandidaten erst eine Zulassung zur Wahl benötigen, kann man nicht mehr von einer freien Wahl sprechen. So müssen im Iran die Kandidaten erst vom Wächterrat gebilligt werden. In Russland müssen Kandidaten über 35 Jahre alt sein, dürfen nicht vorbestraft sein und Parteilose brauchen 300.000 Unterschriften, um überhaupt teilnehmen zu können. Eine Vorselektion findet auch statt, wenn nicht alle Kandidaten es zur Wahl schaffen, weil sie durch körperliche Gewalt eingeschüchtert oder inhaftiert werden.
  • Der Gewinner bekommt alles
    Im amerikanischen Wahlsystem wird der Präsident indirekt über sogenannte Wahlmänner gewählt. Jeder Staat verfügt über eine bestimmte Anzahl. Die Wähler entscheiden durch ihre Stimme, welche Partei einen Bundesstaat gewinnt und nach dem Mehrheitswahlrecht bekommt der Gewinner dann alle Wahlmänner. Dies verzerrt das Wahlergebnis auf bizarre Weise. Von 232 Mio. Wahlberechtigten haben 123 Mio. tatsächlich gewählt. Mit 46,9 % haben eigentlich die Nichtwähler die Wahl gewonnen. Der derzeitige Präsident konnte aufgrund der höheren Anzahl Wahlmänner mit 59 Mio. oder 25,5% Stimmen die Präsidentschaft gewinnen, obwohl seine Gegenkandidatin mit 25,6% real 2 Millionen mehr Wähler hinter sich vereinigen konnte.
  • Ungewählte Koalitionen
    Die Parteienlandschaft fragmentiert sich in immer mehr kulturelle Parallelgesellschaften, die sich auch sonst ihr eigenes Soziotop erschließen. In Deutschland schaffen es die früheren Volksparteien nicht mehr, Mehrheiten hinter sich zu versammeln. Die christliche Union hat nur noch einen leichten Vorsprung durch ein künstliches Gebilde, dass außer einem C nichts mehr gemeinsam hat. Und selbst das reicht nicht für eine absolute Mehrheit. Nach der Wahl werden deshalb Koalitionen über die Köpfe der Wähler hinweg entschieden. Mit dem Koalitionsvertrag bestimmen dann die Parteien unter sich, ohne Wählervotum, was man gemeinsam erreichen möchte – der Wille reicht aber nicht aus, um die Bekundungen zu erledigen und mehr ist nicht zu erwarten, da es nicht vereinbart ist. Politische Diskussion wird in der folgenden Legislaturperiode nur eingeschränkt stattfinden, da vorab alles bereits festgelegt ist. Bemerkenswert ist auch die Tatsache, dass obwohl nur 76,2% der Wahlberechtigten gewählt haben, die Mandate von 631 auf 709 gestiegen sind.

Fazit: Die Geschwindigkeit, in der sich manche Länder wie China mit einem alternativen politischen Führungsstil bewegen, sollte unseren zögerlichen, politischen Entscheidern zu denken geben. Was braucht das Demokratiemodell des Westens, das feststeckt in Routinen und behördlicher Überregulierung? Mehr Mitbestimmung? Weniger Berufspolitiker? Was? Wenn nur Bestimmte wählen dürfen, es keine Auswahl gibt, sich hinterher ungewählte Koalitionen bilden oder die Auszählungsverfahren zu einem verfälschten Ausdruck des Wählerwillens führen, haben sich die demokratischen Routinen überholt. Vor allem braucht es eine Idee, wie man es anders machen könnte. Zumindest ist eine Übertragung des „besten“ politischen Systems auf eine tatsächliche Repräsentation des Willens der Mehrheit nötig, damit Demokratie wieder eine ist.

Wenn wir regelten, was wir regeln

Rückblickend war es in großen Unternehmen immer schwer das gültige Regelwerk zur Kenntnis zu nehmen. Im besten Fall gab es eine Liste von offizialisierten Richtlinien. In der entsprechenden Liste war die Richtlinie Nummer eins stets die Anleitung, wie man eine Richtlinie erstellt. Zur Besiegelung gehört in manchen Kulturen, dass sie nur dann befolgt werden, wenn sie in das offizielle Verzeichnis aufgenommen und in einer Sitzung durch ein Ritual verpflichtend von den Betroffenen angenommen werden. Diese Regelungen sind jedoch nur die Spitze des Eisbergs. Daneben gibt es eine unüberschaubare Anzahl von weiteren Konventionen. Wäre es nicht praktisch, alle Regeln allen sichtbar zu machen? In dem wir regelten, was wir regeln.

Regelungen werden immer wieder überarbeitet und vereinfacht. Irgendwie wird jedoch dabei vergessen, die veralteten Bestimmungen zu streichen. Als Folge explodiert die Bürokratie. Eigenverantwortliche Handlungen haben immer weniger Platz, da ein Verstoß gegen bestehende Regeln schnell zur Auflösung eines Vertrages führt. Wie könnten die Bestimmungen eines Unternehmens wirksamer werden?

  • Klare Definition der Regeln
    Eigentlich sollten allen Beteiligten eine Struktur der einzuhaltenden Vorschriften zur Verfügung stehen. Das beginnt bei Gesetzen, die die stärkste Rechtsverbindlichkeit haben. In großen Konzernen, die weltweit agieren, ist es wichtig zu klären, welche Gesetze in welchem Land gültig sind. Darüber hinaus ist das Gesetz mit der ultimativen Verbindlichkeit festzulegen. Die offiziellen Richtlinien eines Unternehmens sind die nächste Stufe der Verbindlichkeit – auch wenn manche der Meinung sind, die Gesetze außer Kraft setzen zu können. Es sollte klar gemacht werden, dass die Gesetze über allem stehen. Alles andere ist illegal. Die nächste Stufe bilden die Arbeitsanweisungen, die die einzelnen Bereiche im Interesse der Umsetzung ihrer Strategie festlegen. Sie müssen zu den Übergeordneten passen. Dies wird jedoch in Ermangelung einer Übersicht selten geprüft. Die einfachsten Regelungen sind die Algorithmen, die Teil von IT-Programmen und Arbeitsabläufen sind. Je länger diese existieren, desto weniger Personen kennen die tatsächlichen Regelungen, die den Ablauf vorgeben. Hier gibt es keine Transparenz mehr. Am Ende laufen manche Programme wie eine Black-Box, ohne dass jemand irgendetwas ändern könnte.
  • Ein vollumfassendes Register aller Regeln
    Heute sind nur die wenigsten Regeln in einem erreichbaren Verzeichnis zu finden. Bedenkt man die vielen Stufen von Vorgaben, so wird einem klar, dass man sich in einem bürokratischen Korsett bewegt, dass man nicht mehr in der Gewalt hat. Aus diesem Grund ist ein erster Schritt alle relevanten Gesetzte, Richtlinien, Arbeitsanweisungen und Algorithmen so gut wie möglich zu beschreiben und allen Mitarbeitern den Zugang zu ermöglichen. Zumindest die Gesetze und Richtlinien des Unternehmens sollten so jederzeit erreichbar sein. Ein geschicktes Register der Arbeitsanweisungen ist der nächste Schritt. Den Algorithmen wird man am Ende nur Herr werden, in dem die entsprechenden Programme abgeschaltet werden. Alles andere wäre Rätselraten ohne Gewähr auf Richtigkeit.
  • Erreichbarkeit der Regeln
    Die Erreichbarkeit der Regeln sollte durch die entsprechende Vernetzung im Unternehmen, dem Intranet, kein Problem sein. Schwieriger wird die Tatsache, dass es den Einzelnen schwerfallen wird, die Regeln ohne die entsprechende Beratung richtig zu interpretieren. Gleichzeitig sollte man sich bewusst machen, dass Regeln, die jemand nicht versteht, nicht den gewünschten Effekt erzielen. Sobald die Mitarbeiter anfangen Regeln keine Aufmerksamkeit zu schenken hat man verloren. Compliance bleibt dann ein unerfüllbarer Wunsch.
  • Konsistenz der Regeln
    Die gültigen Regeln sollten widerspruchsfrei sein. Keine Richtlinie sollte verfasst werden, die einem Gesetz widerspricht. Keine Arbeitsanweisung darf gegen Gesetze oder Richtlinien verstoßen. Keine Software sollte Algorithmen ablaufen lassen, die gegen das gesamte Regelwerk widersprechen. Im Prinzip ist das Top-Management verantwortlich, dass sich alle Mitarbeiter regelkonform verhalten. Da die Beaufsichtigung eines jeden Mitarbeiters nicht möglich ist, hat sich in der Praxis durchgesetzt, eine Weisung herauszugeben, die die untergeordneten Bereiche zur Befolgung der Regeln aufruft. Damit fühlen sich die Führungskräfte entlastet. Aber die steigende Anzahl von Rechtsstreitigkeiten zwischen Unternehmen und ihrem Top-Management zeigt, dass dies ein Trugschluss ist. Aus diesem Grund sollten die Firmen ihre Anstrengungen zur Regelung ihrer Regeln erhöhen und dabei sicherstellen, dass die geltenden Regeln zusammenpassen.
  • Der agile Ausweg
    Die unbefriedigende Wirkung einer schlechten Führung führt zu dem Versuch sich aus der Verantwortung zu schleichen, in dem agile Ansätze ausgerufen werden. Dabei wird den Mitarbeitern die Verantwortung für Ihr Handeln übertragen. Durch Selbstorganisation sollen die Bereiche flexibler werden. Die fatale Folge wird dabei übersehen. Sobald die Mitarbeiter die Steuerung übernehmen und selbstständig tatsächlich ihren Weg finden, werden die Führungskräfte obsolet – zumindest die mittleren Ebenen. Und damit die Agilität überhaupt reibungslos läuft, braucht es eine Plattform, die die gültigen Regelungen in einem Register (s.o.) bereitstellt.

Fazit: Die Bürokratie ist ein vernetztes System, dessen Bestandteile im Laufe der Zeit nicht mehr überschaubar sind, da zu viele Regeln entwickelt wurden und werden, ohne dass jemals welche abgeschafft werden. Um wirklich regelgerecht zu agieren, ist es erforderlich das bestehende Regelwerk zu beschreiben, auf seine Sinnhaftigkeit und Konsistenz zu prüfen und, wenn irgendwie möglich, auf das zu reduzieren, was wirklich benötigt wird – regeln, was regelt.

Mörtel – die ideale Metapher für den Zweck der Governance

Unternehmen suchen immer wieder nach neuen Wegen, um sich durch eine geschickte Verteilung der Aufgaben, bestmöglichst aufzustellen. In der Vergangenheit wurden Aufgaben so weit wie möglich in kleinste Teile zerlegt und mit Zielen versehen, die nicht immer zusammenpassten. Als Folge gibt es die Unternehmensbereiche Entwicklung, Produktion, Vertrieb und so weiter. Heute strengen sich alle an, durch Prozessorientierung und agile Organisation diese Entwicklung wieder rückgängig zu machen und zu ganzheitlichen Lösungen zu gelangen. Egal wie man sich aufstellt, braucht es ein verbindendes Element zwischen den Teilen – die Governance. Um den Zweck der Governance zu vermitteln, bietet sich der Mörtel, der Bausteine zu einem stabilen Ganzen zusammenfügt, als Metapher an.

In Unternehmen muss das Zusammenspiel von vielen Funktionen, Einheiten und Mitarbeitern sichergestellt werden. Die folgenden Eigenschaften der Governance sollten das Zusammenspiel ermöglichen.

  • Ausgleich
    Ohne den Mörtel ist es sehr schwierig, ein Gemäuer passgenau zu errichten. Die Unebenheiten der Steine entsprechen der Unschärfe der Bauteile eines Unternehmens. Der anpassungsfähige Speis gleicht Unebenheiten aus und verbindet die Bausteine im rechten Lot.
    Entsprechend liefert die Governance Antworten, die innerhalb der einzelnen Bereiche nicht so entscheidend sind, die jedoch die Passgenauigkeit zueinander gewährleisten, indem die Handlungsspielräume übergreifend ausgeglichen werden.
  • Zusammenhalt
    Nachdem die Steine mit dem feuchten Mörtel zu der gewünschten Mauer aufgetürmt sind, trocknet das Ganze zu einer steinartigen Masse. Das Gemäuer hält zusammen, als wäre es aus einem Stein. Gleichzeitig sind die Fugen so ausgelegt, dass sie klimatische Schwankungen abfedern.
    Die Governance muss so vorbereitet werden, dass sie die Schwankungen der geschäftlichen Anforderungen ebenfalls abfedert, z.B. durch einen gemeinsamen Wertekanon, der einen Handlungsrahmen für schwierige Zeiten liefert.
  • Stabilität
    Es können nicht einfach Steine mit Mörtel verbunden werden. Eine übergreifende Statik ist erforderlich, damit die Mauer ihre Aufgaben erfüllt. Der Gesamtplan liefert die Grundlage dafür. Stimmt die Statik des Gebäudes, d.h. gibt es keine Ungleichgewichte, die die Mauer mit der Zeit zum Einsturz bringen, dann wird der Aufbau lange stehen bleiben.
    Entsprechend genügt es nicht, die Governance einzuführen. Die Bausteine müssen auch sinnvoll aufeinander abgestimmt sein, wie z.B. durch eine gemeinsame Vision und Langfristziele.

So wie der Mörtel das Bindemittel zwischen Steinen ist, so hält die gemeinsam entschiedene Governance das Unternehmen zusammen und stellt sicher, dass alle in eine Richtung ausgerichtet sind.

Fazit: Es gibt nur selten Mauern, die ohne Mörtel funktionieren. Das gleiche gilt für Unternehmen, die nicht ohne Governance funktionieren. Um den Zweck der Governance zu vermitteln, ist deshalb der Mörtel ein gutes Beispiel, da er beliebig große Mauern ermöglicht und Gebäude stabilisiert. Entscheidend ist es die Teile des Unternehmens so zu verbinden, dass sie zusammenhalten und stabil ihre Aufgabe erfüllen. In diesem Sinne mischen Sie Ihren Mörtel an und stellen Sie damit den Zusammenhalt Ihres Bereichs sicher.

P.S.: Siehe auch die Elemente der Governance.

Gesellschaftsfähiger Fortschritt

Jeden Tag entstehen in unauffälligen Garagen oder Start-ups Neuerungen, die die Welt verändern. Sie erleichtern zwar unser Leben, gleichzeitig beseitigen sie viele Möglichkeiten, sein Leben zu bestreiten. Die neuen Geschäftsmodelle bieten unverbindliche, fast freiberufliche Arbeitsverträge. Nutznießer sind dabei die Plattformanbieter der neuen Geschäfte, die ohne jegliche gesellschaftliche Verpflichtung einen Markt erobern. Im Zuge dessen lösen sich die Errungenschaften der letzten einhundert Jahre auf, wie z.B. die Beschäftigungssicherung, die Mitbestimmung, die Arbeitszeitregelungen, die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, das Urlaubsgeld, der Arbeitsschutz. Zusätzlich fallen auch viele gefährliche und unzumutbare Arbeiten weg. Was machen jedoch die Menschen, die sich nicht für die wissensintensiven Beschäftigungen eignen? Muss der Fortschritt nicht gesellschaftsfähig gemacht werden?

Wirtschaftliche Gesichtspunkte zwingen die Anbieter dazu, Kosten zu minimieren und Gewinne zu maximieren. Dass dabei die Kosten sozialisiert und die Gewinne privatisiert werden, scheint der Politik entgangen zu sein. Die politischen Entscheidungen werden häufig im Interesse der Industrie getroffen. Hauptargument ist dabei die Sicherung der Arbeitsplätze. Wie könnte man das Eine tun, die heutigen Möglichkeiten zu nutzen, und gleichzeitig das Andere, die Gesellschaft intakt zu halten, nicht lassen?
Die folgenden Aspekte könnten das gesellschaftliche Gleichgewicht fördern.

  • Persönlich haften
    Die Verantwortung für Schäden, die beispielsweise im Rahmen der Sharing-Economy entstehen, lassen sich so regeln, dass die Anbieter einer Plattform, wie UBER oder Airbnb, auch persönlich haften, anstelle die Verantwortung komplett auf die abzuwälzen, die die eigentliche Arbeit leisten – so wie es sowieso etablierte Geschäfte auch müssen. Das Gleiche gilt für die Anbieter von autonomen Produkten. Diese Anbieter sollten zumindest einen großen Teil der Mitverantwortung an einem Schaden, der durch das Produkt entsteht, übernehmen.
    Mit einer gesetzlich festgelegten persönlichen Haftung werden die neuen Dienstleistungen und Geräte zuverlässiger und sicherer für die Kunden.
  • Menschenleben verantworten
    Die neue Form der Beschäftigung, die kaschiert wird von einer scheinbar unternehmerischen Freiheit der Subunternehmer, sollte von den UBERs dieser Welt verantwortet werden. Und das vor allem dann, wenn die „Angestellten“ von dem Anbieter vollständig abhängig sind. Diese Formen der Scheinselbstständigkeit benötigen ein neues Mitarbeiterrecht, das die Anbieter der Plattformen in ihre natürliche Pflicht nimmt.
  • Rechtssicherheit immer und überall
    Das Internet ist ein globales Netz, das es ermöglicht, Dienstleistungen dorthin zu transferieren, wo die Arbeitskosten am günstigsten sind. Soweit so gut. Dabei gelten jedoch weiterhin die Gesetze für z.B. das Arbeitsrecht, die Lohnnebenkosten aber auch für die Sicherheit der Arbeitsplätze und der Gebäude innerhalb der Landesgrenzen. Die Mobilität der Arbeit ist ja für alle Beteiligten von Vorteil. Aber wenn nur rechtliche Schlupflöcher auf Kosten der Mitarbeiter ausgenutzt werden, verliert diese weltweite Verteilung der Arbeit ihren Charme.
    Es braucht einen globalen Rechtsrahmen, der für alle verpflichtend ist und stets geahndet werden kann, egal, wo sich die Anbieter verstecken. Der neueste Report von Oxfam bezüglich der globalen Ungleichheit schlägt beispielsweise vor, dass die Teilnehmer eine progressive Besteuerung unterstützen und selbst alle ihre Steuern zahlen und keine Steuervermeidung/Steuerflucht betreiben.
  • Steuern auf Produktivität erheben
    Der alte Wein der steigenden Durchdringung der Arbeitswelt mit IT wird, in den neuen Schläuchen der Digitalisierung, die Arbeitswelt immer humaner machen. Gleichzeitig wäre es hilfreich, die Lebensader der Gesellschaft, die Steuern, an die neuen Gegebenheiten anzupassen. Hierzu müssten die Steuern von personenbezogenen auf produktivitätsbezogene Ansätze erweitert werden. Tragen heute die Mitarbeiter, die die Produktivität ausmachen, die Finanzierung des Staates, sollte zukünftig die entsprechende Automatisierung steuerlich berücksichtigt werden.
  • Steuern zahlen
    Nicht nur die Arbeit bewegt sich um die Welt. Auch die Steuerzahler suchen sich das jeweils günstigste Schlupfloch. Wie ist es möglich, dass große Unternehmen ihre Umsätze nicht so versteuern, wie jeder kleine Einzelhändler. Es sollte im Interesse aller Länder sein, dass die Geschäfte ihren Umsatz in dem Land komplett versteuern, in dem die Umsätze angefallen sind. Die erforderlichen Regelungen sollten entsprechend formuliert werden – ohne Intercompany-Verrechnung von künstlich geschaffenen Marken- oder Servicegebühren.

Für die Einführung von derartigen Maßnahmen ist die Politik zuständig. Mit den absehbaren, kommenden Regierungen ist ein Wiederaufleben von „Kaufe nationale Produkte“- Kampagnen und Wirtschaftskriege  abzusehen Die übernationalen Gremien in Europa und der Welt sind gefordert.

Fazit: Gesellschaftliche Neuerungen sind solange gut, wie sie die gesellschaftlichen Errungenschaften nicht unterminieren. Die Verantwortlichen sollten wieder in die persönliche Haftung genommen und Steuern nach der erzielten Produktivität fällig werden, die Gesetze weltweit angeglichen und verpflichtend sein, die Mitarbeiter wieder in Rechtssicherheit zurückgeführt und gerechte Steuern für den Staat sichergestellt werden. Nur mit gesellschaftsfähigem Fortschritt kann die Gesellschaft überleben.

Rein in den Vertrag, raus aus dem Vertrag – Und Tschüss

Viele Dienstleistungen werden heute in Form einer Mitgliedschaft angeboten. Das beginnt bei dem Fitness-Center um die Ecke, geht über eine ADAC-Mitgliedschaft, bis hin zu einem Abonnement bei Netflix. Damit man in den Genuss der Vorzüge der Mitgliedschaft kommt, unterschreibt man einen Vertrag. Sobald man nicht mehr zahlt oder sogar kündigt, entfallen die vereinbarten Vorzüge. Man kommt schnell rein in den Vertrag, aber ist auch nach Ablauf der Mitgliedschaft ohne Verzug draußen – Und Tschüss.

mitgliedschaft

Dies gilt für alle, aber vielleicht meinen manche nicht für sie, wie man an den Erwartungen der Briten erkennen kann. Sie meinen tatsächlich, dass sie kündigen (was sie ja noch nicht getan haben) und trotzdem die Vorteile der EU weiter nutzen können – natürlich ohne die entsprechenden Verpflichtungen. Dabei sind Verträge immer gleich gestrickt.

  • Fristen
    Hier wird festgelegt, wie lange ein Angebot Gültigkeit hat. Sobald die Frist abgelaufen ist, ist ein Anbieter nicht mehr verpflichtet, zu den angegebenen Konditionen seine Leistungen anzubieten. Bei dem Ausstieg der Briten geht es eher darum, dass der BREXIT sich mindestens über zwei Jahre hinzieht. Da David Cameron sich taktisch weigert den Vertrag zu kündigen, ist offen, wann die Frist wirklich startet. Solange sind sie noch Mitglied.
  • Bedingungen
    Unklar ist, welche Bedingungen gelten, sobald sie gekündigt haben. Einerseits ist England dann nicht mehr drin, aber auch noch nicht draußen. Was dies für Zahlungen, Haftungen, Gesetze usw. bedeutet wird erst in den anstehenden Verhandlungen geklärt. Damit haben die Briten noch eine Schonfrist, um sich auf den Verlust der europäischen Rechte einzustellen. Dem Rest von Europa bleibt nichts übrig als die Zeit zu nutzen, um die Umzüge von Banken, Unternehmen und Institutionen durchzuführen sowie neue taktische Wirtschaftsstandorte aufzubauen.
  • Rechte
    Durch die Kündigung verlieren die Vertragspartner spätestens nach zwei Jahren die Rechte, die sich aus dem Vertrag ergaben. Das beginnt bei steuerlichen Sonderregelungen, geht über Hürden beim Import und Export sowie dem Verlust des Mitspracherechts bei europäischen Entscheidungen, bis hin zur Reisefreiheit der Bürger. Die Schweizer können ein Lied davon singen, nicht an den europäischen Abstimmungen beteiligt zu sein.
  • Konfliktlösungen
    Spannend wird die Frage, wie im Konfliktfall vorgegangen wird. England wird zu einem außereuropäischen Standort, vergleichbar mit den Ländern, die es noch nicht geschafft haben Vereinbarungen mit Europa zu treffen. Während bisher klar geregelt ist, wo rechtlich verbindlich Streitigkeiten gelöst werden, bauen sich in Zukunft fast unüberwindliche Mauern auf, die zumindest die Kosten im wirtschaftlichen Austausch explodieren lassen. Es ist unwahrscheinlich, dass dies zum Nachteil von Europa sein wird. Die Luxusgüter werden sich zwar verteuern, aber für die Wohlhabenden in England sollte dies nicht wirklich ein Problem sein. Ab wann diese Rechtssicherheit verloren geht, ist noch nicht absehbar.

Jeder Golf- und Tennisplatz hat sich darauf eingerichtet, Nicht-Mitglieder auf ihre Anlagen zu lassen. Die Spieler kommen nicht umhin, eine besondere Gebühr zu zahlen, nachdem sie geduldig in der Schlange gewartet haben, um überhaupt hereingelassen zu werden. Dies sollte den Engländern jedoch klar sein.

Fazit: Die Sachlage ist eigentlich einfach. Die Engländer möchten austreten. Gut. Als Inselvolk sind sie es gewohnt, ihre eigenen Wege zu gehen. In diesem Fall sollte von den europäischen Politikern sichergestellt werden, dass keine Hintertüren aufgemacht werden, die am Ende die EU-Bürger bezahlen. Es bleibt zu hoffen, dass die richtigen Maßnahmen bereits eingeleitet wurden, die entsprechenden EU-relevanten Umfänge aus England abgezogen werden und die entsprechenden Grenzbarrieren wieder in Kraft treten. Rein in den Vertrag, aus aus dem Vertrag – Und Tschüss!

Die Belegschaft intern pfeifen lassen

In den ersten Jahrzehnten des Internets hat sich für uns vor allem die Form von Öffentlichkeit und Teilhabe verändert. Politik, Wirtschaft und unsere Freizeit sehen heute völlig anders aus. Obwohl Unternehmen die Möglichkeiten der Informationstechnologie in allen Bereichen ausschöpfen, fehlen angemessene Lösungen für eine interne Kultur der Selbstkritik. Althergebrachte Hierarchien sind dabei genauso herausgefordert wie zentralistische Nationalstaaten. Der Dienstweg reicht nicht mehr aus, um Ordnungsmäßigkeit sicherzustellen. Informationen folgen eigenen Regeln und finden ihren Weg in die Öffentlichkeit. Konzerne können es sich nicht mehr leisten, dass Geschäftspraktiken am Rande oder sogar jenseits der Legalität durchgeführt und schließlich bekannt werden. Wie hoch die Kosten eines Lecks sein können, werden wir wissen, sobald die Kosten der aktuellen Krise bei VW feststehen. In jedem Fall wird es sich um Milliarden Euros handeln. Anstelle die Whistleblower in die Arme der breiten Öffentlichkeit zu treiben, wäre es besser, interne Kanäle zu öffnen, die es der Belegschaft erlauben, ihrem Bedürfnis nachgeben zu können und intern zu pfeifen.

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Der Vorstand und die Führungskräfte müssen verstehen, dass die frühzeitige Aufdeckung von illegalen Aktivitäten die Viabilität des Unternehmens sichert. Es handelt sich beim Enthüllen oder dem Veröffentlichen von Skandalen durch sogenannte Whistleblower nicht um Verrat, Illoyalität oder Untreue, sondern um einen Mechanismus der Selbsterhaltung. Niemand steht über oder außerhalb des Gesetzes. Ungeschickterweise empfinden Vorgesetzte das anders. Whistleblower werden als Nestbeschmutzer angesehen. Die Anstrengungen des Unternehmens beschränken sich auf den öffentlichkeitswirksamen Aufbau einer internen Revision. Deren Aufgabe ist es Schwachstellen zu suchen und Verbesserungen vorzuschlagen. Warum nicht ein System für interne Whistleblower etablieren, das es jedem Mitarbeiter ermöglicht seine Beobachtungen anonym mitzuteilen, ohne persönliche Konsequenzen fürchten zu müssen? Zu diesem Zweck könnte es helfen, die folgenden Aspekte zu berücksichtigen.

  • Fokus aufs Ganze
    Intern sollte ein Verständnis für das Gesamtunternehmen bestehen, das Bereichsegoismen und persönliche Agenden, die Nachteile für das Unternehmen nach sich ziehen, als schlecht kennzeichnen.
  • Subsidiaritätsprinzip schafft Entscheidungsraum
    Voneinander abgegrenzte Zuständigkeiten verteilen die Verantwortung in der Organisation. Am Ende ist der Vorstand nicht mehr automatisch für Fehlverhalten auf einer unteren Stufe haftbar zu machen, sondern die dafür Verantwortlichen. Dies gilt vor allem für das Anzeigen von schwerwiegenden Verstößen.
  • Unternehmenswerte veröffentlichen
    Für alle Mitarbeiter und Führungskräfte gelten Gesetze, wie für jeden anderen Bürger. Die Veröffentlichung der Verpflichtung zur Einhaltung der Gesetze in den Unternehmenswerten ist wichtig, um den Mitarbeitern das Gefühl zu nehmen, dass sie sich in einem rechtsfreien Raum befinden.
  • Fehlerkultur
    Informationen, die über eine interne Meldestelle bekannt werden, sollten nicht automatisch Grundlage für Sanktionen sein, sondern Ausgangspunkt zur Behebung von Missständen.
  • Null-Toleranz
    Ungesetzliches Verhalten sollte intern so behandelt werden wie im Rest der Gesellschaft. Nicht jeder Fall führt zu einem juristischen Verfahren. Schiedsstellen ermöglichen das Lernen aus Fehlern und erleichtern eine Anpassung, ohne das Fehlverhalten übertrieben sanktionieren zu müssen. In manchen Fällen ist es jedoch unumgänglich die entsprechenden Personen anzuzeigen, da man sich sonst der Mitwisserschaft schuldig machen würde.
  • Unrechtsbewusstsein
    Eine neue Aufgabe für die Rechts- oder der neu geschaffenen Compliance-Abteilungen wird es sein, den Mitarbeitern das notwendige Rechtsverständnis beizubringen. Erst mit diesem Unrechtsbewusstsein und in Verbindung mit dem internen Vorgehen für Whistleblower kann das Unternehmen darauf hoffen, dass kein Fehlverhalten stattfindet.
  • Internes Pfeifen
    Schwierigkeiten passieren häufig an einzelnen Arbeitsplätzen. Mitarbeiter können zum Vorteil des Unternehmens und damit zum eigenen Wohl Korrekturen von Fehlentwicklungen anstoßen. In einzelnen Fällen werden die Schwierigkeiten jedoch erst aus einer Gesamtschau sichtbar. Dann müssen sich auch Führungskräfte beteiligen.

Die Vorstellung, dass große Organisationen rechtsfreie Räume sind, ist spätestens seit der Einführung von Compliance-Bereichen vorbei. Ob ein Unternehmen rechtsbewusster wird, indem es ehemalige FBI-Beamte zur Kontrolle einstellt, mag der Beruhigung der Beziehungen zu den US-Behörden geschuldet sein. Compliance beginnt jedoch im Kopf eines jeden Mitarbeiters. Um Gewissenskonflikte der Mitarbeiter zu verhindern, wäre es sicher geschickter sie intern pfeifen zu lassen.

Fazit: Niemand steht über dem Gesetz. Und Gesetze, die befolgt werden müssen, finden sich in allen Bereichen des Unternehmens. Ein internes System zur Meldung von illegalen Praktiken ist besser, als die Mitarbeiter in die Öffentlichkeit zu treiben. Der Schaden ist dann viel größer. Aus diesem Grund sollten Unternehmen ihre Belegschaft intern pfeifen lassen.

Regeln regeln Regeln, die Regeln regeln

In Zeiten zunehmender Bürokratisierung wird es immer schwieriger die unzähligen Regelungen, die man befolgt werden müssen, zu überschauen. Da die Mitarbeiter eigenverantwortlich handeln und nicht jedes Detail von oben geregelt werden kann, brauchen sie ein überschaubares Set an Regeln. Um die bestmöglichen Vorschriften bereitzustellen, nutzen die Unternehmen beispielsweise COSO und COBIT als Leitfaden, d.h. Standards um die Governance einzuführen. Der Trend zu einer stetig wachsenden Zahl an Standards ist absehbar. Denken wir nur an die unterschiedlichen Standards im Projektmanagement. Müssen wir uns darauf einstellen, dass in Zukunft Regeln Regeln regeln, die Regeln regeln?

Schlangebeisstschwanz

Gemeinsam ist den Regeln, dass sie bestimmten Regeln folgen. Die folgenden Aspekte bestimmen die Güte der Governance.

  • Nachvollziehbarkeit
    Dabei sollen den Mitarbeitern die Entscheidungen, der Weg zu einer Entscheidung und die Grundsätze der Führung zugänglich gemacht werden. Sie sollen jederzeit nachvollziehen können, aus welchen Gründen die Leitung bestimmte Vorgaben erteilt. Gleichzeitig soll diese Nachvollziehbarkeit ihnen die Stellen für ihren eigenen Einfluss aufzeigen.
  • Wirtschaftlichkeit
    Um einen vernünftigen Umgang mit knappen Mitteln sicherzustellen, werden die Prozesse entsprechend ausgestaltet. Diese Festlegungen verhindern einen Wildwuchs von Regeln und Abläufen. Darüber hinaus wird der Aufwand zur Einführung der Richtlinien reduziert und kann im Laufe der Zeit verbessert werden.
  • Beteiligtsein
    Die Mitarbeiter werden durch persönliche Teilhabe und Teilnahme an der Gestaltung des Unternehmens motiviert. Sie erhalten durch die Regelungen das Recht und die Pflicht, sich an den Entscheidungen und Umsetzungen aktiv zu beteiligen. Aus diesem Grund sind in den Abläufen klare Stellen zur Beteiligung der Mitarbeiter eingebaut.
  • Zuständigkeiten
    Durch die eindeutige Verteilung der Befugnisse und Verantwortung verhindern klare Aufgaben Muda und Reibungsverluste. Dabei werden alle Bereiche berücksichtigt und verhindert, dass sich Zuständigkeiten überschneiden und in der Folge gegenseitig behindern. Die Mitarbeiter wissen durch die ihnen übertragenen Rechte und Pflichten, was sie zu tun haben – und was nicht.
  • Rechtsstaatlichkeit
    Durch die Verbindlichkeit, dass alle an das Recht gebunden sind, ohne Ausnahme, stärkt den Einzelnen. Damit das Zusammenspiel funktioniert, muss garantiert werden, dass alle gleichbehandelt werden. Zu diesem Zweck braucht es das klare Vorgehen im Fall von Konflikten sowie eine unabhängige Schiedsstelle, die alle anrufen können.
  • Gerechtigkeit
    Durch einen angemessenen und einforderbaren Ausgleich der Interessen, bietet die Gerechtigkeit einen allgemeinen Rahmen, der über die detaillierten Regeln hinausgeht. Die Werte des Unternehmens brauchen ein gemeinsames, grundsätzliches Verständnis, was recht ist und was nicht. Ein entsprechendes Verständnis erspart eine Vielzahl von detaillierten Regelungen.

Um sicherzustellen, dass die Governance an die jeweiligen Bedingungen angepasst wird, brauchen die Unternehmen ein klares Kontrollmodell. So bietet COSO einen Rahmen für die Finanzberichterstattung und Cobit für die IT. Mit diesen Frameworks kann die Governance an den richtigen Stellen richtig eingeführt werden.

Fazit: Der Aufbau eines Regelsystems, der Governance, ist ein wirksames Mittel, um Unternehmen oder Bereiche zu führen. Standards erleichtern sicher die Einführung. Es ist jedoch wichtig, dem Regelungswahn zu widerstehen. Mehr ist nicht notwendigerweise besser. Regeln reglen Regeln, die Regeln regeln sind das Ende von wirksamen Regelwerken.

Der Große Bruder der Straße

Grundlegende Veränderungen, die alle Teilnehmer des Verkehrs betreffen, brauchen Zeit und taktisches Gespür. Ansonsten gehen die heutigen Wutbürger zu früh auf die Barrikaden. Seit dem Zusammenbruch des Sozialismus haben die Regierungen des ehemals freien Westens die Hemmungen verloren, die Planwirtschaft für sich zu entdecken. Heutige Datenverarbeitung bietet Möglichkeiten der umfassenden Überwachung, die sich Orwell nicht hätte vorstellen können. Die Skrupel der Politiker so etwas für die eigene Karriere zu nutzen gehen gegen null. Gleichzeitig sind die Schutzmechanismen einer Gesellschaft zu langsam, um auf diese Veränderungen zeitnah reagieren zu können. Damit diese staatlichen Versuche aufgedeckt werden können, braucht es frühzeitig etwas Fantasie bei dem Weiterdenken der neuen Plänen zur Finanzierung des Verkehrs – dem Großen Bruder der Straße.

BigBrotherVerkehr

Neben der Speicherung der Daten des Mobilfunks und der Verfolgung der Bewegungsmuster, entwickelt sich jetzt das nächste Netz zur Erfassung, die Mautanlagen. Vorgeschobener Grund ist die Beteiligung aller Nutzer der Autobahn, auch der ausländischen, an den Kosten zur Erhaltung der Straßen, Brücken und Technik der Überwachung. Hinter diesen Installationen könnten auch noch folgende Möglichkeiten stecken, die den Einfluss des Staates unmerklich erhöhen.

  • Anhebung der Straßennutzungsgebühr
    Auch wenn zum Start ein Ausgleich mit der Kfz-Steuer erfolgt, bietet das System eine einfache Stellschraube, um mittelfristig die Abgaben zu erhöhen. Wenn beispielsweise immer mehr Brücken und Straßen repariert werden müssen, kann man den Verkehrsteilnehmern schulterzuckend zusätzliche Kosten in Form von erweiterten Gebühren auferlegen, ohne die Steuern buchstäblich zu erhöhen.
  • Automatische Nummernerkennung
    Die Erfassungsanlagen der Maut führen zu einer neuen Datenflut von Bewegungsdaten der Fahrzeuge. Mit dieser flächendeckenden Kontrolle lässt sich der Standort eines Fahrzeugs langfristig ähnlich verfolgen, wie bei der Handyortung. Damit werden zusätzliche Einsichten in das Verhalten der Bürger möglich. Interessant wird beispielsweise die Verknüpfung mit den Handydaten. Was dann nur noch fehlt, ist der persönlich eingepflanzte Chip. Wir werden dann nicht nur wissen, wo das Handy oder das Auto sich aufhält, sondern auch zuverlässig, wo die Person sich zu jedem Zeitpunkt befindet.
  • Geschwindigkeitskontrolle
    Heutzutage wird mit festen oder mobilen Blitzern, die aktuelle Geschwindigkeit gemessen und bei zu hoher Geschwindigkeit mit einem Foto dokumentiert. Direkt im Anschluss an das Vergehen oder Wochen später wird es geahndet. In Zukunft kann die Zeit zwischen zwei Erfassungsstellen der Maut gemessen und die durchschnittliche Geschwindigkeit berechnet werden. Das Fehlverhalten kann dann nicht mehr nur punktuell erfasst werden, sondern über die gesamte Strecke hinweg. Sollte die Durchschnittsgeschwindigkeit zu hoch sein, wird das Bußgeld fällig.

Auch wenn die Maut bisher nur die Autobahnen betrifft, so lässt sich das funktionierende System jederzeit auf alle Arten von Straßen ausweiten. Am Ende wandelt sich die KFZ-Steuer zu einer gebrauchsabhängigen Gebühr für die Nutzung der Straßen. Die Politiker schaffen dann mit populistischem Brimborium die KFZ-Steuer ab. Unterm Strich steigen jedoch die Kosten für den Einzelnen und der Überwachungsstaat wird in einer Weise möglich, die nur noch schwer rückgängig gemacht werden kann.

Fazit: In den Plänen für die deutsche Pkw-Maut stecken mehr Möglichkeiten, als man auf den ersten Blick erkennen kann. Unmerklich entwickelt sich ein neues orwellsches System, das nicht nur den gläsernen Bürger zementiert. Gleichzeitig werden eingeführte Steuermodelle zu verbrauchsorientierten Nutzungsgebühren des Staates. Wer jetzt schon an eine Flatrate denkt, bei dem ist der Groschen gefallen. Der Große Bruder der Straße ist ein weiterer Baustein, um 1984 Wirklichkeit werden zu lassen.

Was du nicht willst, das man dir tut, das füg‘ auch keinem andern zu

In den Einkaufsstraßen der Innenstätte trifft man ab und zu auf Menschen, die ihrem Unmut freien Lauf lassen. Manchmal tragen sie ein Plakat mit der Aufschrift „Ich bin dagegen!“ und manchmal brüllen sie ihre Entrüstung einfach in die Menge. Wie wäre es, wenn diese Menschen uns persönlich anpöbeln oder Details aus unserem Privatleben herausschreien oder uns unflätig beleidigen oder uns an den Pranger stellen würden? Undenkbar?

Im Internet ist dies mittlerweile Wirklichkeit geworden. Und das ist wesentlich schädlicher als in dem obigen Beispiel, da alle den Zugriff auf die Pöbeleien haben und das Internet nichts vergisst – egal ob die Veröffentlichungen stimmen oder nicht. Ich bin mir sicher, dass niemand das Opfer solcher Attacken sein möchte. Es scheint aber nicht mehr die Regel zu gelten: „Was du nicht willst, das man dir tut, das füg auch keinem andern zu.“

Anonymus

Die moderierenden Regeln von Foren und anderen virtuellen Treffpunkten werden von den Anbietern von sozialen Netzen (z.B. Facebook, Xing und LinkedIn) nach bestem Wissen und Gewissen festgelegt und umgesetzt. Sie bieten Funktionen, die es Moderatoren ermöglichen, regelnd einzugreifen. So ermöglicht LinkedIn es jedem Nutzer die Beiträge von anderen Anwendern per Mausklick als unangemessen (Report Spam) zu kennzeichnen. Sobald Anwender derart gekennzeichnet sind, gilt diese Bewertung in ALLEN Foren. In der Folge müssen alle Beiträge des stigmatisierten Anwenders für eine bestimmte Zeit in ALLEN LinkedIngruppen von den Administratoren geprüft und manuell freigegeben werden.

An sich wird dadurch die Selbstorganisation der Anwender gestärkt – wären da nicht die schwarzen Schafe, die diese Möglichkeiten ausnutzen, um unliebsame Meinungen zu zensieren. Die Kritik mithilfe von negativen Likes erfolgt anonym ohne dokumentierte Begründung oder Erklärung. Seit Orwells 1984 und Bradburys Fahrenheit 451 sind derartige Denunzianten in demokratischen Gesellschaften nicht toleriert. Warum installieren Anbieter von sozialen Netzen derartig subversive Funktionen ohne jeglichen Schutz für die Opfer? Früher oder später brauchen wir Regelungen, die die immer stärker werdende Zweckentfremdung des Netzes regelt. Folgende Aspekte sollten dabei berücksichtigt werden.

  • Neutrale Kontrollstellen
    Anbieter von sozialen Netzen sollten nicht einfach die Verantwortung für die Ordnungsmäßigkeit der Inhalte vollständig an Anwender delegieren, z.B. an die Verantwortlichen eines Forums. Wie bei der Produkthaftung in anderen Industrien liegt die letztendliche Verantwortung für ein Produkt oder einen Service bei dem Anbieter, der damit Geld verdient. Zu diesem Zweck sollten Ansprechpartner bereitgestellt werden, die die finale Entscheidung über die Rechtmäßigkeit eines Beitrags oder Benutzerkontos haben. So könnten unerwünschte Anwender durch die Kündigung des Accounts und die Erstattung der Beiträge ausgeschlossen werden. Gleichzeitig hätten die Ausgeschlossenen einen Ansprechpartner, um die Rechtmäßigkeit einer Maßnahme verhandeln zu können.
  • Keine anonymen Beschuldigungen anderer Nutzer
    Die Hemmschwelle für eine Bewertung in Form eines Likes oder Dislikes, eines Kommentars oder Ähnlichem wäre wesentlich höher, wenn der ausführende Anwender sich nicht hinter seinem Konto durch Anonymität verstecken könnte. Dies erfordert, dass über die neutrale Kontrollstelle, der Zugriff auf die Verfasser von unangemessenen Beiträgen möglich ist. Dadurch würde das natürliche Verantwortungsgefühl von jedem Mitwirkenden aktiviert.
  • Jede Beschuldigung begründen
    Sobald öffentliche Vorwürfe formuliert werden, sollten die Benutzer verpflichtet sein auf Nachfrage diese zu begründen. Durch eine „juristische“ Beurteilung sollten dann die Aktionen des „Angeklagten“ und des „Anklägers“ zu konkreten Konsequenzen für den einen oder anderen führen.
  • Rechtliche Maßnahmen gegen Cyberasoziale
    In allen Bereichen des Lebens gibt es Regelungen für die, die sich außerhalb der gesellschaftlichen Normen bewegen. Nur im Internet ist alles ohne Konsequenz für den Täter möglich. Solange dieser rechtsfreie Raum ungeregelt bleibt, wird sich die Situation weiter verschärfen. Die Opfer sind die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen, die zum Ziel werden. Treffen kann es jeden.

Fazit: Unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit wird mittlerweile alles im Netz möglich. Es ist nicht die Frage, ob das Netz geregelt wird, sondern wann. Zu viele Opfer wurden bereits in jeder Altersgruppe, Schicht und in allen Ländern verletzt. Da die natürliche Regel „Was du nicht willst, das man dir tut, das füg auch keinem andern zu“ nicht mehr greift, werden wir nicht umhin kommen gesellschaftliche Normen für das Internet verbindlich einzuführen.

Die Katze im Sack kaufen

Der Preis ist selten ein Indikator für gute Qualität. Manche kaufen immer das Teuerste, im Glauben die beste Qualität zu erhalten. Andere kaufen immer das Billigste, in dem Glauben dadurch nicht zu viel zu zahlen. Der richtige Ansatz ist der beste Wert für den Preis. Dafür müssen Angebote strukturiert betrachtet werden. Jede Rolle im Beschaffungsprozess hat seine eigene Sicht – Einkäufer: maximale Preisreduzierung; Controller: so wenig wie möglich bezahlen; Zulieferer: maximaler Preis für minimale Leistung: Besteller: maximaler Mehrwert. Doch wie bewertet man die Katze im Sack?

KatzeimSack

Einerseits benötigen die Rollen eine klare Verteilung der Aufgaben. Andererseits fördern strukturierte Anforderungen die Güte und die Vergleichbarkeit. Die Angebote sollten die vollständige Beschreibung der Leistungen, die erforderlichen Bestandteile des Vertrags und den Preis beinhalten.
Die Bewertung erfolgt dann nach den folgenden Aspekten.

  • Auswahlkriterien
    Auf Basis der folgenden Kriterien werden die eingehenden Gebote ausgewertet: Grundsätzliche Informationen, wie z.B. Information über den Lieferanten, Projektorganisation, weitere Produkte und Services, Kosten, Compliance; funktionale Aspekte, wie z.B. die angebotenen Funktionen, Prozesse, Daten, Schnittstellen, Administration, IT.
  • Gewichtung
    Da nicht alle Kriterien gleich wichtig sind, sollten die einzelnen Kriterien vorab gewichtet werden, wie z.B. 1=Standard, 2=Wichtig, 3= Zwingend erforderlich).
  • Belegbarkeit
    Die Nachvollziehbarkeit der Leistungen schafft zusätzliche Abstufung der Angebote. Hierfür werden die nachgewiesenen Elemente mit 10 und nicht nachvollziehbaren mit 1 bewertet.
  • Preiserwartungen
    Die interne Schätzung der Kosten setzt den Rahmen für die Angebote. Sollte ein Angebot wesentlich unter dem Schätzwert liegen, fehlen sicherlich wichtige Funktionen. Liegt das Angebot wesentlich über dem Schätzwert, dann könnten unerwünschte Elemente die Lösungen zu belasten.

Fazit: Der Ansatz zur Auswertung der Angebote sollte im Vorhinein klar beschrieben sein, um eine möglichst sachliche Bewertung in möglichst kurzer Zeit zu erhalten. Die klare Verteilung der Aufgaben und die standardisierte Anforderungsspezifikation sind die Voraussetzung für eine wirkungsvolle Beschaffung.

Geld stinkt immer noch nicht

Der wesentliche Unterschied zwischen geschäftlichem und staatlichem Wirtschaften ist die Tatsache, dass ein Unternehmen nicht einfach seine Einnahmen beschließen und einziehen kann, sondern sie erarbeiten und mit dem Kunden verhandeln muss. Steuern wurden zu allen Zeiten von unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen erhoben – genannt Tribut, Zehnt, Zoll, Ablass oder Tempelsteuer. Es wurde auch nicht davor zurückgeschreckt, die skurrilsten Einnahmequellen zu erschließen. Ein gutes Beispiel ist der Kaiser Vespasian, der sich mit dem Spruch „Pecunia non olet“ (Geld stinkt nicht) rechtfertigte. Er hatte eine Steuer für die öffentlichen Bedürfnisanstalten erhoben. Erstaunlich, dass die gleiche Kreativität bis heute überlebt hat.

Maut

Kunden haben die Wahl und regulieren die Preise einfach dadurch, dass Sie das Verhältnis zwischen Preis und Leistung der angebotenen Produkte oder Dienstleistungen bewerten. Stimmt das Verhältnis nicht, verzichten sie darauf – und der Preis sinkt.
Im Gegensatz dazu hat der Bürger nur von Zeit zu Zeit die Wahl. Mit der Stimmabgabe übergeben sie die Kontrolle an politische Funktionäre, die im Laufe deren Amtsdauer machen was sie wollen – gut verpackt in Statements wie „Wir dürfen nur die Dinge versprechen, von denen wir auch glauben, dass wir sie halten können.“ „Ich glaube, die Menschen haben Verständnis dafür“. In Ermangelung von Akzeptanz der Bürger für neue Steuern heißen sie jetzt Einnahme, Gebühr, Ergänzungs- oder Sonderabgabe. Aktuelle Beispiele sind:

  • Die Verlängerung des Solidaritätszuschlags
    Der Solidaritätszuschlag für die Wiedervereinigung wurde am Ende hingenommen. Aber jetzt diese Ergänzungsabgabe beizubehalten ist ein gutes Beispiel, wie die Politiker versuchen, ihre Budgets zu erhöhen. Wenn zukünftig Kosten anfallen, die die Gesellschaft tragen sollen, so ist die Berechtigung eines derartigen Griffs in die Tasche der Steuerzahler fragwürdig – vor allem, wenn sie sich nicht wehren können.
  • Autobahn-Maut
    In vielen Ländern fällt eine Gebühr für die Nutzung von Autobahnen an – auch wenn es nur ein paar Grenzkilometer sind. Soweit ist die Erhebung der Autobahnmaut OK. Einen Ausgleich bei der KFZ-Steuer für Deutsche ist sicher angemessen. Wie tölpelhaft ist es schon vor der Einführung diesen Ausgleich zurückzunehmen. Damit ist die Maut eine verdeckte Steuererhöhung.
  • Kalte Progression
    Die kalte Progression ist das Hütchenspiel des Finanzministeriums. Der Bürger zahlt immer drauf und erhält noch nicht einmal eine angemessene Anpassung an die Inflation der letzten Jahre. Am Ende hilft die kalte Progression auch bei dem Erreichen der schwarzen Null.

Die Liste der Beispiele ließe sich fortsetzen, von der Riester-Rente bis zu den Beiträgen der Krankenversicherung. Gleichzeitig werden die Arbeitgeber mit der Begründung entlastet, dass es Arbeitsplätze rettet. Das geht soweit, dass Unternehmen ihre Personalkosten reduzieren können, durch Niedriglöhne und Zeitarbeit. Sind das die geretteten Arbeitsplätze?

Fazit: Politiker machen alles, um die Einnahmen auf Kosten der Bürger zu erhöhen und die Kosten für die Industrie zu senken. Diese moderne Form der Wegelagerei wird nicht lange funktionieren. Die Rechnung werden die folgenden Generationen tragen müssen. Ob die sich dann noch mit der älteren Generation solidarisch zeigen werden? Die Folgen für das Rentensystem sind jetzt schon abzusehen – sicher ohne Konsequenzen für die Pensionen der Politiker, die heute die zukünftigen Probleme schaffen. Geld stinkt ja immer noch nicht.

Rechtssicherheit für private, gewerbliche & staatliche Daten

Private Nutzer sollten nicht weiter kriminalisiert werden, wenn sie den natürlichen Fluss der Daten, der ohne Barriere erreichbar ist, nutzen. Gleichzeitig benötigen Urheber die Gewähr, dass die Produktion von Information durch gewerbliche Nutzer vergütet wird. Darüber hinaus braucht die verordnete Sammlung von persönlichen Daten durch den Staat einen Rahmen, der die nicht-autorisierte Wiederverwendung von diesen Daten untersagt – alles andere wäre Orwells 1984.
Die technischen Mittel sind da. Wer kümmert sich um globale Regelung des Rohstoffs Information – private, gewerbliche und staatliche Daten. Die UN haben einen ersten Schritt für das Recht auf Privatsphäre im digitalen Zeitalter getan – bezeichnenderweise ohne China, Russland und die USA (leider nur in Englisch: http://ow.ly/F5OHO ). Die umfassende Rechtssicherheit für private, gewerbliche und staatliche Daten muss das eigentliche Ziel sein.

VereinteNationen

Der Schutz von Daten ist weltweit noch nicht ausreichend geregelt.

  • Private Internetnutzer laufen Gefahr bei dem Zugriff auf Informationen sich bereits strafbar zu machen, wenn sie auf erreichbare Daten zugreifen. Dabei wurden Bücher und Zeitungen immer schon von mehreren gelesen und Schallplatten von mehreren Zuhörern angehört.
  • Gleichzeitig gelten unterschiedliche Gesetze für die gewerbliche Nutzung, wie das Urheberrecht oder das Bundesdatenschutzgesetz. Dadurch erhalten Urheber nicht immer ihren Anteil.
  • Es sind die originalen Objekte, wie Texte, Musikstücke und sonstige Objekte geschützt. Allerdings ist die interpretierende Wiederverwendung nicht klar definiert.
  • Viele persönliche Daten finden sich in den Datenbeständen des Staates. Die Nutzung dieser Daten entzieht sich der Kontrolle. Die Informationen, die von Wikileaks veröffentlich wurden, zeigen sicher nur die Spitze des Eisbergs. Nur wenn der Missbrauch für den ausführenden Beamten strafbar ist, werden sie abgeschreckt, die Daten beliebig auszuwerten.
  • Und dann gibt es auch noch das Amtsgeheimnis, Bankgeheimnis, Beichtgeheimnis, Briefgeheimnis, Militärgeheimnis, Staatsgeheimnis, Verschwiegenheitspflicht und viele weitere Regeln für den Umgang mit Informationen.

Trotz bestehender Regelungen werden die Anwenderdaten, die Inhalte in den sozialen Netzen und sonstige Datenspuren, die ein einzelner privater Nutzer im Netz hinterlässt, gehandelt und zweckfremd genutzt. Kundenprofile, Schweizer Kontodaten, Rasterfahndung und alle anderen Data-Mining-Anwendungen sind profitable Handelsgüter, die mit den neuen Big Data Lösungen immer aussagekräftiger werden. Die grundsätzliche Regelung bezüglich der Rechte und Pflichten bei der Speicherung, Verwaltung und Nutzung von Informationen ist eine globale Herausforderung, die alle Länder angeht. Eine übergreifende Institution, die das regeln kann, ist die UN.

Neben den profanen Aspekten des Datenschutzes sind die folgenden offenen Fragen wichtig.

  • Wie sind Ideen, Konzepten oder Plots geschützt, die weitreichend umformuliert werden?
  • Bis zu welchem Grad ist ein Bild geschützt, z.B. Bildmotive, Perspektive oder Stimmungen?
  • Wo endet die Schutzwürdigkeit eines Kinofilms – z.B. Drehbücher, Themen, Stil?
  • Sind Klangideen schützenswert, z.B. der Urschrei eines Waldmenschen vs. Johnny Weismüller, das Gebrüll eines wilden Tieres vs. MGM-Vorspann, Paukenschläge vs. Ende eines Audi-Trailers?
  • Was ist der Fall, wenn Geheimnisse indirekt mitgeteilt werden, z.B. wenn das Geheimnis als Spekulation formuliert wird?
  • Kann ein Geheimnis nach seiner Publikation weitergegeben werden?
  • Was passiert mit den Anwenderdaten, wenn das Unternehmen eines sozialen Netzwerks verkauft wird?

Fazit: Daten können überall gespeichert und von überall erreicht werden. Aus diesem Grund sollten die UN den privaten, gewerblichen und staatlichen Umgang mit Daten grundsätzlich regeln. 1) Private Nutzung entkriminalisieren. 2) Urheber bei der gewerblichen Verwertung global absichern. 3) Staatlichen Missbrauch sanktionieren. Information wird in Zukunft wesentliche Mehrwerte liefern. Aus diesem Grund muss sie abgesichert werden wie die Wertobjekte der materiellen Welt.

Die dunkle Seite der Standards

Standards sind Anforderungen, Spezifikationen, Leitlinien oder Eigenschaften, die zuverlässig die Qualität von Materialien, Produkten, Prozessen und Dienstleistungen sicherstellen.*1 Sie erleichtern die Erstellung und den Austausch von Waren, die Erbringung von Services und die Zusammenarbeit. Beispiele sind Maßeinheiten (z.B. das Urmeter; siehe Bild), die DIN-Papiermaße (z.B. A4, A5), Computerstandards (z.B. Unicode, HTML, UML) oder Qualitätsstandards (z.B. die ISO 900x-Normen) *2. Ohne Standards müssten alle Vereinbarungen zwischen Vertragspartnern im Einzelnen verhandelt und vereinbart werden. Damit nützen Standards eigentlich allen, denn sie

  • verringern die Vielfalt,
  • verbessern die Strukturen und die Abläufe,
  • erhöhen die Leistungsfähigkeit,
  • sichern die Kompatibilität,
  • schützen die Gesundheit und die Umwelt,
  • bestimmen die Eigenschaften für die Qualität, die Sicherheit und die Bedienbarkeit,
  • machen die Anforderungen vergleichbar,
  • erhöhen die Zufriedenheit der Kunden,
  • vereinfachen die Einhaltung von Regelungen und
  • erleichtern die Verhandlungen sowie die Zusammenarbeit.

Allerdings gibt es eine dunkle Seite der Standards, die die Vorteile unterminieren.

Urmeter

Die folgenden Aspekte belasten die Vorteile von Standards.

  • Nationale Standards
    Standards, die nur für den lokalen Markt entwickelt werden, können schnell zu Handelsbarrieren führen. Beispielsweise dürfen Autos in einem bestimmten Markt nicht genutzt werden, weil sie die lokalen Standards nicht erfüllen.
  • Zertifizierungen kosten Zeit und Geld
    Zertifizierungen benötigen externe und vor allem interne Kapazitäten für die erste Zertifizierung und die regelmäßig folgenden Erneuerungen. Für kleine Unternehmen ist es schwer, die erforderlichen Kapazitäten für die Zertifizierungen immer wieder freizustellen.
  • Flexibilität geht verloren
    Standards fordern ein bestimmtes Vorgehen, auch wenn eine bedarfsorientierte Variante besser wäre. Dies schränkt die Flexibilität ein, beispielsweise wenn schnell auf die Wünsche der Kunden reagiert werden soll.
  • Vielfalt wird eingeschränkt
    Die Stärke der Standardisierung ist gleichzeitig ein Nachteil, da die standardisierten Produkte und Dienstleistungen immer austauschbarer werden. Die Eigenschaften der Produkte und der dazugehörigen Abläufe folgen immer den gleichen Standards.
  • Mitdenken wird nicht gefördert
    Mit der Zeit wird die Arbeit zur nüchternen Befolgung von Standards. Dadurch verlieren die Mitarbeiter ihre natürliche Kreativität. Langfristig leidet die Fähigkeit des Unternehmens, neue Lösungen zu entwickeln.
  • Verbesserungen haben es schwer
    Bessere Lösungen können sich nur schwer etablieren, auch wenn die Standards mit der Zeit nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik entsprechen. Dies führt sogar soweit, dass sich das Unternehmen nicht mehr mit der Verbesserung beschäftigt, sondern eher auf die Weiterentwicklung des Standards hofft und wartet.

In der heutigen technischen und organisatorischen Komplexität geht es nicht mehr ohne Standards. Es ist wichtig, weltweite Standards zu etablieren, da ansonsten die Vereinbarkeit der verschiedenen Systeme international nicht gewährleistet ist. Dabei sollte man jedoch die dunkle Seite der Standards nicht vergessen.

*1: http://www.iso.org/iso/home/standards.htm

*2: http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Standards

Rechtlicher Raum

Globalisierung mobilisiert nicht nur Waren und Menschen, sondern auch Werte und Gesetze. Damit stellt sich die Frage nach der Reichweite und der Gültigkeit eines Rechtsraums.

 Rechtsraum

Sobald jemand (x) außerhalb seines heimatlichen Rechtsraums Geschäfte macht, sagt der gesunde Menschenverstand, dass lokale Gesetze gelten. Ausnahmen definiert der Begriff Exterritorialität (http://de.wikipedia.org/wiki/Exterritorialit%C3%A4t).

Internationale Konzerne und Ladenketten exportieren jedoch mit ihrem Geschäftsmodell häufig ihre Wertvorstellungen und Regeln. Dabei kann es passieren, dass die Mitarbeiter Schwierigkeiten mit den importierten Regeln haben. In diesem Fall kann das zu ungewolltem Fehlverhalten der Mitarbeiter führen, das sanktioniert wird. Die Verantwortung für angemessene Regelungen hat das Unternehmen. Aus diesem Grund sollte es sich mit den folgenden Fragen beschäftigen.

  • Welche Gesetze gelten eigentlich wo?
  • Gelten die Gesetze für die Staatsangehörigen auch außerhalb ihres Heimatlandes?
  • Kann ein ausländisches Gesetz in einem fremden Rechtsraum über dem lokalen Gesetz stehen?
  • Welches Gesetz gilt in transnationalen Unternehmen?
  • Wird veraltetes Recht Unrecht?
  • Was macht Recht verpflichtend?

Auf den ersten Blick wirken diese Fragen theoretisch und wenig zielführend. Sobald jedoch Unternehmen in verschiedenen Rechtsräumen aktiv sind, ist es erforderlich, das sie diese Fragen zu beantworten. Durch Governance kann das Unternehmen Rechtssicherheit schaffen.

Fazit: Schaffen Sie rechtliche Klarheit für sich und Ihre Belegschaft.