Die Brücke – die ideale Metapher für Übergang

Der Hauptgrund für eine Brücke ist die Überwindung einer schwer zu bewältigenden Kluft, wie einem Fluss, einem Meer oder einem Tal. Meistens sollen damit Wege verkürzt, erleichtert oder einfach ermöglicht werden. Die natürlichen Schwierigkeiten sind jedes Mal anders und brauchen einen anderen Typ oder eine angepasste Variante von Brücke. Die längste Brücke ist mit 36 km die Hangzhou Wan Daqiao, die die Hangzhou-Bucht an der Ostküste Chinas überspannt. Die höchste Brücke befindet sich auch in China, die Beipanjiang-Brücke in Guizhou, mit einer Höhe von 565 m.
Die Abgründe, die im Business überbrückt werden, stehen den physischen Brücken in nichts nach. Es geht bei diesen geschäftlichen Herausforderungen um Übergänge von Alt nach Neu, die viele Mitarbeiter und interne Regelungen betreffen. Die Brücke ist eine naheliegende Metapher für derartige Übergänge.

Bei der sicheren Überquerung der bedrohlichen Abgründe helfen die folgenden Bedingungen.

  • Klare Anforderungen
    Klarheit entsteht durch die Beschreibung der konkreten Anforderungen und vor allem der Erwartungen der entscheidenden Stakeholder. Am einfachsten lassen sich die physischen Daten ermitteln, wie Länge, Breite, Höhe oder die Tragkraft – auch wenn manchmal die Entschiedenheit fehlt, sich festzulegen. Am wichtigsten sind jedoch die Hoffnungen der Entscheider, die schwer zu greifen sind. Dazu gehören die Vorstellungen, was getan werden soll, was dabei herauskommen soll und welche Folgen sie vorhersehen. Es ist unerlässlich die Anforderungen zu kennen, da sie am Ende die Messlatte für den gelungenen Übergang darstellen.
  • Beschriebene Topografie
    Eine Brücke wird bestimmt durch den Start- und Zielpunkt. Die Beschreibung der Gegebenheiten wird zwar das gesamte Gebiet beinhalten, jedoch nicht immer mit den benötigten Einzelheiten. Dies gilt für Übergänge aller Art. Die Ausgangssituation beschreibt das Fundament, auf dem die eine Seite für die Überquerung ruht. Im geschäftlichen Umfeld ist dies die alte Welt mit ihren Problemen – der hierarchische Aufbau, die veraltete IT oder unzeitgemäße Abläufe. Der Bestimmungsort beschreibt den festen Sockel auf der anderen Seite. Im Geschäft ist das der Zustand mit seinen angestrebten Vorteilen – agile Formen der Arbeit, moderne IT, end-to-end Betrieb.
  • Tragfähige Rezepte
    Der zu überquerende Abgrund entscheidet darüber, welcher Brückentyp zum Einsatz kommt – Hängebrücke, Schrägseilbrücke, Bogenbrücke, Plattenbrücke, usw. Abhängig von den Anforderungen wird der Brückentyp gewählt. Manchmal reicht eine Seilbahn für die Überquerung. Sollen jedoch eine große Anzahl von Menschen und schwergewichtige Fahrzeuge den Übergang überwinden, dann ist eine stabile Konstruktion erforderlich, die auf absehbare Zeit alle sicher auf die andere Seite bringt. Das Gleiche gilt bei Veränderungen in Unternehmen, wenn die Belegschaft sich auf die neuen Erfordernisse des Geschäfts umstellen muss. Dies trifft alle Mitarbeiter im Mark, da umgedacht und auf neue Weise gehandelt werden muss.
  • Entschiedene Umsetzung
    Der Wechsel von der einen auf die andere Seite ist gefährlich und riskant. Er gelingt nur, wenn er entschieden verfolgt wird. Es reicht nicht, sich eine Brücke überzeugt zu wünschen. Man muss die erforderlichen Schritte in Angriff nehmen. Dies braucht genügend finanzielle und zeitliche Mittel sowie ausreichend geeignete Mitarbeiter. Solche Vorhaben sind langfristig zuverlässig, wenn bei der Umsetzung nicht zu Ungunsten der Qualität gespart und auf die erforderliche Sorgfalt verzichtet wird. Scheitert das Vorhaben, dann hat das gravierende Folgen für die Beteiligten – bei der ersten Überquerung oder später, wenn sich beispielsweise, aufgrund von minderwertigem Material, die Lebensdauer drastisch verkürzt.
  • Eingebaute Wartung
    Nichts währt ewig. Darum müssen von vorneherein Maßnahmen eingebaut werden, die sich aus den Anforderungen ergeben – der erwarteten Belastung und geplanten Lebensdauer. Brücken verfügen dazu über Dehnungsfugen, dehnungsfähigen Asphalt oder Mechanismen zur Dämpfung der Schwingungen. Die regelmäßige Beobachtung des Übergangs ist eine zusätzliche Maßnahme, um frühzeitig Schwierigkeiten erkennen und gegensteuern zu können. Im Business erfordert das fortwährende Status-Checks der Aktivitäten im Rahmen der Transformation.

Fazit: Der Übergang von der einen auf die andere Seite eines Abgrunds braucht klare Anforderungen, die beschriebene Topografie, tragfähige Rezepte, eine entschiedene Umsetzung und die entsprechende Wartung. Immer neue Abgründe erfordern immer größere und höhere Brücken. Man hört jedoch auch immer wieder von Brücken, die verfrüht das Ende ihres Zyklus erreichen, weil die vorgesehene Auslastung die ursprünglichen Schätzungen weit übersteigt. Im Übergang von Alt nach Neu müssen sich die Entscheider einer ähnlichen Situation stellen. Vor allem die anstehende Digitalisierung wird so manches Unternehmen an seine Grenzen führen. Die Brücke bietet für diese Übergänge von Alt nach Neu die ideale Metapher.

The Bridge – the ideal metaphor for transition

The main reason for a bridge is crossing a hard-to-manage gap, such as a river, a sea or a valley. In most cases, ways should be shortened, eased or simply made possible. The natural difficulties vary each time and need a different type or variant of bridge. The longest bridge with 36 km is the Hangzhou Wan Daqiao, which spans Hangzhou Bay on China’s east coast. The highest bridge is also located in China, the Beipanjiang Bridge in Guizhou, with a height of 565 m.
The chasms that are bridged in business are in no way inferior to the physical bridges. These business challenges are transitions from old to new, involving many employees and internal regulations. The bridge is an obvious metaphor for such transitions.

The following conditions support the safe crossing of the threatening abysses.

  • Clear requirements
    Clarity arises from the description of the specific requirements and, above all, the expectations of the deciding stakeholders. The easiest thing is to determine the physical data, such as length, width, height, or the load-bearing capacity – although sometimes the decisiveness is missing. Most important, however, are the decision makers’ hopes, which are difficult to grasp. These include the ideas of what should be done, what should be the outcome and what consequences they foresee. It is essential to know the requirements, since they ultimately set the bar for the accomplished transition.
  • Documented topography
    A bridge is determined by the start and the end point. The description of the circumstances will cover the whole area, but not always with the required details. This applies to transitions of all kinds. The initial situation describes the foundation, on which one side is based for the crossing. In the business environment, this is the old world with its problems – the hierarchical structure, the legacy IT, or outdated procedures. The destination describes the fixed base on the other side. In business this is the state with its intended advantages – agile forms of working, modern IT, end-to-end business operations.
  • Stable recipes
    The abyss to pass determines which bridge type is used – suspension bridge, cable-stayed bridge, arch bridge, plate bridge, etc. The bridge type is selected, depending on the requirements. Sometimes a cable car is sufficient for the crossing. However, if a large number of people and heavy vehicles have to pass the crossover, then a stable construction is required that brings everyone for a foreseeable future safely to the other side. The same applies to changes in companies when the staff has to adapt to the new business requirements. This cuts all employees to the quick, because they have to rethink and to act in a new way.
  • Decisive implementation
    The change from one side to the other is dangerous and risky. It only succeeds, if it is decisively pursued. It is not enough to wish for a bridge. You have to take the necessary steps. This requires sufficient financial and time resources as well as adequate staff. Such projects are reliable for a long time, if the implementation is not spared at the expense of quality and if the necessary accuracy is omitted. The failure of the project has serious consequences for the involved parties – at the first crossing or later, for example when the life is shortened drastically due to inferior material.
  • Built-in maintenance
    Nothing lasts forever. For this reason, measures must be installed from the outset, which come from the requirements – the expected load and the planned lifespan. Bridges have expansion joints, stretchable asphalt or vibration damping mechanisms. Regular transition monitoring is an additional measure to identify and counteract difficulties at an early stage. In business, this requires ongoing status checks of the transformation activities.

Bottom line: The transition from one side to the other of a chasm needs clear requirements, the documented topography, stable recipes, a decisive implementation and the appropriate maintenance. Ever new abysses require ever larger and higher bridges. However, you hear again and again of bridges that reach the end of their lifecycle prematurely, because the planned utilization exceeds by far the original estimates. In the transition from old to new, the decision makers have to face a similar situation. Above all, the upcoming digitization will take many companies to their limits. The bridge provides the ideal metaphor for these transitions from old to new.