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Der Felsblock des Sisyphos – die ideale Metapher für Disruptionen

In der griechischen Mythologie hat Sisyphos die Götter ausgetrickst und den Zugang zum Hades verschlossen, indem er den Todesgott Thanatos fesselte. Nach dessen Befreiung und weiteren frevlerischen Taten wurde er schließlich von Hermes dazu verurteilt, einen Felsblock auf einen Berg hinaufzurollen. Kurz bevor er den Gipfel erreicht, rollt der Felsblock jedoch immer wieder zurück ins Tal – und das für alle Zeiten. Heute spricht man auch von Sisyphosarbeit, wenn man eine schwere Arbeit ohne absehbares Ende durchführen muss. Erst Albert Camus hat der Geschichte eine hoffnungsvolle Sichtweise gegeben – „La lutte elle-même vers les sommets suffit à remplir un cœur d’homme. Il faut imaginer Sisyphe heureux.“1 Wir sind glücklich, da die Aufgabe uns ausfüllt. Der Felsblock des Sisyphos wird heute in vielen kleinen und großen Disruptionen erkennbar – jede neue Version einer Software zerstört die eingeübte Routine; die Kulturtechniken, wie Lesen, Schreiben und Rechnen, werden vom stets verfügbaren Smartphone übernommen; das Internet löst die Geschäftsmodelle der vierten Gewalt auf. Damit erhält die Metapher durch das disruptive Herunterrollen des Felsens eine weitere Bedeutung.

In der Vergangenheit hat man den vorliegenden Sachverhalt nach dem spätlateinischen Wort für Zurückwälzen und Zurückdrehen benannt – Revolution. Das Wort Disruption verschiebt die Aufmerksamkeit auf das, was schließlich zu dem tief greifenden Wandel führt, auf die zerstörerische Veränderung. Den Betroffenen fällt das Loslassen des Alten und das sich Einlassen auf das Neue schwer, weil sie sich in ihrer Routine nach der letzten Unterbrechung endlich zurechtfinden.

  • Anstrengung
    Die Verunsicherung, die die Zielgruppe erleidet, ergibt sich aus der Notwendigkeit, die bisherigen Grundannahmen infrage stellen zu müssen. Zu Beginn fehlen die Bezugspunkte, die dazu genutzt werden, um die neuen Vorgehen einzuüben. Da sich derartiger Wandel in unterschiedlichen Bereichen wiederholt, sind wir der damit einhergehenden Unsicherheit regelmäßig ausgeliefert – und der Tatsache, dass man zu Beginn häufig nicht zweckmäßig reagiert. Diese Anstrengung vor Augen zu haben erzeugt instinktiven Widerstand bei den Betroffenen und belastet die Umsetzung. Und das, obwohl wir im Laufe des Lebens fast alle Disruptionen glücklich überwinden.
  • Leistung
    Es reicht jedoch nicht, das Neue anzunehmen. Wir wollen auch überdurchschnittliche Leistung liefern. Desto weiter wir uns von der Talsohle bergauf bewegen, desto routinierter beherrschen wir die Last. Manche schaffen es, mit sich selbst in Wettbewerb zu gehen und sich stetig zu übertrumpfen. Die derart gewonnene Praxis wird absehbar durch die nächste Disruption infrage gestellt. Die Halbwertszeit von Schulwissen ist zwanzig Jahre, Hochschulwissen halbiert sich bereits nach 10 Jahren, Technologiewissen nach vier Jahren und IT Wissen schon nach zwei Jahren – der IT-Spezialist hebt sich ohne unentwegtes Lernen nach 10 Jahren nicht mehr vom Laien ab. Dieser Verfall wird durch die vielen kleinen Disruptionen bewirkt, die wir nicht bewusst bemerken. Und das, obwohl jeder von uns seinen zerstörenden Beitrag liefert, indem wir Verbesserungen hier und Erneuerungen da erzeugen.
  • Den Gipfel vor Augen
    Ich erinnere mich nicht, ob Sisyphos den Gipfel vor Augen hat und ob er sich an den immer gleichen Weg erinnert. Vermutlich liegt seine ganze Konzentration auf dem Bewegen der übermenschlichen Last. Das würde den Wachstumsfanatikern entsprechen, die glauben, dass ein Berg keinen Gipfel hat – was zu dem Trugschluss führt, dass der Felsen nicht zurückrollen kann, da er sich ja nie seinem Klimax wirklich nähert, der im Unendlichen liegt. Sobald Viabilität als Lebenszweck erkannt wird, nähert man sich dem Blickwinkel von Camus und betrachtet das Zurückrollen als einen Fortschritt auf dem Weg, der unseren unendlichen Einsatz erfordert. Obwohl wir im Alltag immer ein Ziel vor Augen haben, das erreicht werden soll, der Gipfel, wird durch den Mythos der Weg zum Ziel.
  • Das Herunterrollen
    Dass der Fels herunterrollt, entspricht unserer Erfahrungswelt. Eigentlich wissen wir, dass kein Berg unendlich hoch ist. Um die Aufgabe des unendlichen Hinaufrollens nachvollziehbar zu machen, braucht es die Störung, die den Fels wieder ins Tal befördert. Neben dem unendlichen Weg löst das Zurückrollen zusätzlich eine mitfühlbare Frustration aus. Nach all der Anstrengung und Übung, den Gipfel vor Augen entgleitet der Fels unserer Gewalt und macht den scheinbaren Fortschritt zunichte. Betrachten wir die erneute Verlängerung des Weges allerdings nicht als Rückschritt, sondern als eine große Hürde auf dem Weg nach oben, dann stellt diese Störung nur unsere Aufgabe sicher. Der Weg bleibt gleich unendlich. Nichtsdestotrotz bietet dieser Moment ja auch eine Verschnaufpause.
  • Für immer
    Das Besondere von solchen Kreisläufen ist die Tatsache, dass es keinen Anfang und kein Ende gibt. So wie sich das Jahr ohne Unterlass dreht, der Tag, der die Nacht ablöst und so fort, so schleppt sich Sisyphos den Hang hinauf. Die Gewissheit des erneuten Herunterrollens liefert seine Bestimmung, die er mit all seiner Kraft erfüllen muss. Auch im Umgang mit heutigen Disruptionen können wir nicht anders, als uns auf das Neue einzulassen und uns anzustrengen – vom ersten Moment an und wohl wissend, dass die nächste Disruption bereits auf dem Weg ist. Das Ende ist nicht absehbar.

Fazit: Was würde Sisyphos machen, wenn der Fels oben stabil liegen bliebe? Wäre das nicht schlimmer? Er hat die Kraft, um die erforderliche Anstrengung zu bewältigen. Wir wissen, dass er die erforderliche Leistung erbringen kann. Und offensichtlich erträgt er auch den Frust kurz vor dem Gipfel, wenn der Fels sich wieder von ihm löst und hinunterrollt – für immer.
Der wichtigste Auslöser für Disruptionen ist der technologische Fortschritt, der bereits so schnell unterwegs ist, dass nicht alle seine Neuerungen zur Umsetzung gelangen. Da sich die Entwicklungszeit nicht ganz so schnell beschleunigt, können wir davon ausgehen, dass die nächsten Disruptionen bereits in Vorbereitung sind. Am besten stellen wir uns darauf ein und sehen die Vorteile, anstelle über die Anstrengungen zu lamentieren. Damit wird der Mythos des Sisyphos zur idealen Metapher für Disruptionen.

1)Albert Camus, Der Mythos des Sisyphos
„Der Kampf selbst hin zu den Gipfeln genügt, um das Herz eines Menschen zu füllen. Wir müssen uns Sisyphos glücklich vorstellen.“

Das Brandzeichen – die ideale Metapher für kulturelle Prägung

Der gesunde Menschenverstand wird beeinflusst, wenn man täglich die fiktionalen Bilder der Medien zu sich nimmt, die vom Gehirn, wie alle anderen Erlebnisse, als Erinnerung verinnerlicht werden – die Selbstheilungskräfte der Gerechtigkeit, die Vorbilder, denen alles gelingt und das vorgeschriebene Happy End aus Hollywood. Gleichzeitig wird man geprägt von den praktischen Handlungen und Verhalten, die um einen herum stattfinden. All das brennt sich dauerhaft ein. Am Ende wird man es nicht mehr los. Das macht das Brandzeichen zu einer idealen Metapher für kulturelle Prägung.

Der kulturelle Stempel wird sichtbar in den Dingen des Alltags: dem Kontext, den Handlungen, der typischen Fähigkeiten, den geteilten Überzeugungen, den etablierten Rollen und der gefühlten Zugehörigkeit.

  • Zugehörigkeit
    Das Gefühl der Zugehörigkeit ist das am nachhaltigsten wirkenden Muster, das einen in einer bestimmten Kultur verankert. In der eigenen Mannschaft identifiziert man sich mit dem gleichen Trikot und den geteilten Einstellungen. Damit werden alle anderen, die nicht dazugehören, ausgegrenzt – vor allem jene, die ihre eigene Identität besonders hervorheben. Die Verbundenheit mit der eigenen Gruppe schafft Sicherheit und wird beispielsweise durch ein gemeinsames Symbol oder gemeinsame Rituale gepflegt. Diese ursprünglichste Prägung ist am schwierigsten zu verändern – wenn überhaupt.
  • Rollen
    Eigentlich finden sich in allen Kulturen ähnliche Rollen – familiäre, religiöse, gesellschaftliche, wirtschaftliche oder technische Rollen. Ängstliche Kleingeister übersehen diese Gemeinsamkeiten und schütten immer wieder Öl ins Feuer der Unterschiede. Dabei bieten Rollen eine gute Basis, um die verschiedenen kulturellen Prägungen besser zu verstehen. Wie unterscheidet sich der Imam vom Priester oder vom Rabbi? Wie unterscheidet sich die kleine Schwester (小妹妹) von der arabischen Schwester (شقيقة) und der Schwester in Mexico? Die Rollen bieten einen guten Aufsatzpunkt für Veränderungen.
  • Überzeugungen
    Die Überzeugungen sind die mentalen Leitgedanken für alle. Sie beinhalten Werte, Mission, Vision, Stärken/Schwächen/Chancen/Risiken, Ziele und alles, was sonst noch die Meinungsbildung oder Entscheidungsfindung beeinflusst. Wir teilen jedoch nie alle Überzeugungen mit anderen Personen. Die individuellen Eigenschaften führen zu immer neuen, einzigartigen Charaktereigenschaften. Es reicht nicht aus, sich auf die Stereotypen der Rollen zu beschränken. Die tatsächliche Vielfalt schafft eine große Anzahl an Optionen, von denen allerdings nur eine kleine Anzahl Wirklichkeit werden. Aus diesem Grund muss man aufmerksam beobachten und einfallsreiche Lösungen suchen. Veränderungen werden möglich, wenn die Überzeugungen ins Wanken geraten und sich neue gedankliche Schlussfolgerungen auftun.
  • Fähigkeiten
    Auch wenn sich nicht alle Fähigkeiten (i.e. Fertigkeiten, Wissen, Erfahrung) aus einer formalen Ausbildung ergeben, sind diese Talente in jedem Fall die Grundlage für die angestrebten Ergebnisse. Die Fertigkeiten umfassen die elementaren senso-motorischen (z.B. Bewegungen), kognitiven (z.B. Rechnen, Lesen), kognitiv-motorischen (z.B. Schreiben, Musizieren), sozialen (z.B. Umgang mit Anderen) sowie perzeptiven Fertigkeiten (z.B. Mustererkennung, kinästhetische Unterschiede). Das Wissen besteht aus vielfältigem Fach- und Allgemeinwissen, den Erfahrungen und den Erkenntnissen, die im Laufe der Praxis erworben werden. Der Schlüssel zu neuen Fähigkeiten ist beharrliches Lernen. Veränderung lässt sich relativ einfach mit entsprechenden Schulungen vorbereiten.
  • Handlungen
    Zum besseren Verständnis der kulturellen Prägung werden die Handlungen betrachtet. Dies kann durch direkte oder versteckte Beobachtung erfolgen. Die durchgeführten Handlungen lassen sich anhand der Tätigkeiten (z.B. Planung, Gesprächen, Herstellung oder Reporting), dem sprachlichen Ausdruck (z.B. der Äußerung von Glauben, Wünschen, Absichten, Zuständen), der Wortwahl (z.B. Schlüssel-, Stigma-, Kunstwörter und Synonyme) sowie dem Stil (z.B. Gestik, Mimik, Körperhaltung, Lautstärke, Tonfall) auslegen. Durch geschickte Aufgabenverteilung und ein bewusstes Corporate Wording sowie einen speziellen Verhaltenskodex können Änderungen leichter eingeführt werden.
  • Kontext
    Der Kontext beschreibt das Umfeld, in dem agiert wird. Dazu gehören die Personen (z.B. Fachleute, Charakterköpfe) die Orte (z.B. Städte, Baustile und Infrastruktur) und die Dinge (z.B. Fahrzeuge, IT, Gadgets). Inwieweit Handlungen, Fähigkeiten und Werte angemessen sind, kann über den Kontext ermittelt werden. Manchmal muss man ihn anpassen, damit die gewünschten Veränderungen zum Tragen kommen.

Fazit: Die kulturelle Prägung hat einen großen Einfluss auf die Aktivitäten, die durchgeführt werden. Rollen bündeln dabei die Individuen in eine überschaubare Anzahl von Gruppierungen, die sich miteinander verbunden fühlen. Die Überzeugungen beinhalten vor allem die Werte, die in der Rolle wirken. Die Fähigkeiten sind die Voraussetzung für die Handlungen, die in einem bestimmten Kontext stattfinden. Die Verantwortlichen für Veränderungen müssen alle diese Aspekte berücksichtigen, um tatsächlich etwas zu ändern. So wie ein Brandzeichen nur mit viel Aufwand entfernt werden kann, löst man sich von seiner ursprünglichen Prägung nur schwer. Das macht das Brandzeichen zur idealen Metapher für kulturelle Prägung.

Weggabelung – die ideale Metapher für eine Entscheidung

Wenn die Arbeitswelt sich neu sortiert, scheinen die Rahmenbedingungen sich grundsätzlich zu ändern. Dabei leben Start-ups schon immer von dem grenzenlosen Engagement der Mitarbeiter, das auf der Hoffnung beruht, an etwas ganz Großem beteiligt zu sein, das sich auch irgendwann auszahlt. Dann kommt der Moment, der beispielsweise Ronald Wayne rückblickend fast 100 Milliarden US Dollar (Stand: Mai 2018) gekostet hat. Als einer der drei Applegründer verkaufte er aus Angst vor Haftungsverpflichtungen seinen 10%igen Anteil kurz nach der Gründung im April 1976 für 800 Dollar. Rückblickend nicht unbedingt die beste Entscheidung. Es verdeutlicht jedoch die Konsequenz einer echten Entscheidung, vor der auch heute viele Mitarbeiter in den jungen Unternehmen mit Virtual Stock Options stehen – der Spatz in der Hand oder die Taube auf dem Dach. Manchmal muss man sich eine aus mehreren Möglichkeiten aussuchen – mit allen dazugehörigen Konsequenzen.

An einer Weggabelung lassen sich einige Schwierigkeiten aufzeigen.

  • Alternativen erzwingen einen Entschluss
    Im einfachsten Fall wählt man aus zwei Möglichkeiten. Der eine Weg führt nach links und der andere nach rechts. Das Unangenehme ist der Verzicht auf die Möglichkeit, gegen die man sich entscheidet. Dabei gibt es weitere denkbare Lösungen – nicht links oder rechts, sondern abseits der Wege querfeldein. Sobald einem dies bewusst wird, stehen unendlich viele weitere Möglichkeiten zur Auswahl. In jedem Fall muss man sich jedoch für eine entscheiden.
  • Die Vorausschau ist ein wichtiger Faktor
    Die Wahl des Weges wird erleichtert, wenn man an einem klaren Sommertag den weiteren Weg gut überschauen kann. Man sieht zwar selten den ganzen Weg bis zum Ende, aber zumindest die nächsten Meter sind klar. Die Wahrscheinlichkeit, dass man überraschend verunglückt, geht gegen null. Anders, wenn dichter Nebel herrscht. Man sieht kaum seine Hand vor den Augen, geschweige denn den Weg oder wo er hinführt. Jetzt birgt die Entscheidung ein wesentlich höheres Risiko, das der Weg bereits nach wenigen Metern an einer unüberwindlichen Hürde endet. Unglücklicherweise ist eine normale Entscheidungssituation eher wie dichter Nebel. Die Zukünfte, die man sich vorstellt, sind immer nur Annahmen, da die benötigten Fakten sich noch nicht zu einem zuverlässigen Bild der Zukunft verdichtet haben. Trotzdem muss man sich entscheiden – und sei es, dass man erstarrt.
  • Die Gemütslage beeinflusst unterbewusst
    Steht man beim Sonntagsspaziergang vor der Weggabelung, dann trifft man entspannt seine Entscheidung und ärgert sich auch nicht, wenn man den längeren oder anstrengenderen Weg gewählt hat. Im schlimmsten Fall geht man zur Weggabelung zurück und nimmt den anderen Weg. Ganz anders, wenn man sich auf der Flucht befindet. Der Druck steigt, weil man gehetzt wird. Jetzt kann eine Weggabelung kriegsentscheidend sein, da man den Weg nicht mehr zurückgehen kann – sei es, weil die Zeit fehlt oder weil sich zwischenzeitlich Tatsachen ergeben haben, die irreparabel sind. Im eigenen Interesse empfiehlt es sich den Druck aus einer Entscheidungssituation zu nehmen, um die bestmöglichste Wahl zu treffen.
  • Die Entscheidungsgewalt macht es auch nicht leichter
    Solange man über die volle Entscheidungsgewalt verfügt, kann man eigentlich so entscheiden, wie man es für am Besten hält. Und trotzdem ist es meistens schwer die Wahl zu treffen – vor allem, wenn zwei attraktive Alternativen zur Verfügung stehen. Es überrascht nicht, dass im Falle einer Fehlentscheidung Einzelne die Hintertür der Externalisierung nutzen – die Umstände oder Andere sind dann schuld an der eigenen Entscheidung. Richtig schwierig wird es, wenn die Anderen tatsächlich beteiligt sind. In diesem Fall müssen die Interessen von allen Entscheidern unter einen Hut gebracht werden. Unbemerkt bleiben dabei oft deren tatsächliche Erwartungen – was getan werden soll; was herauskommen soll; was die Folgen sein sollen. Am besten legen alle ihre Karten offen auf den Tisch und entscheiden dann unter Berücksichtigung aller Fakten.

Fazit: Wir reden hier bestimmt nicht von so teuren Entscheidungen, wie sie Ron Wayne getroffen hat. Wobei? – Wer weiß das schon. Wichtig ist es, zu verstehen, dass Entscheidungen wie die Gabelungen eines Weges funktionieren – man kann nicht beide Wege gleichzeitig gehen. Und dann bleiben auch noch die unzähligen Alternativen den Weg zu verlassen. Die jeweilige Entscheidung hängt wesentlich von der Vorausschau, von der Gemütslage und der Entscheidungsgewalt ab. In jedem Fall sollte man entscheiden und mit der Wahl zufrieden sein, so wie Ron Wayne, der im Nachhinein sagte „Ich wäre reich, aber ich wäre der reichste Mann auf dem Friedhof.“ Anhand der Aspekte einer Entscheidungen ist hoffentlich sichtbar geworden, dass die Weggabelung eine ideale Metapher für eine Entscheidung ist.

BMX – die ideale Metapher für Agilität

Fahrräder sind ein gutes Beispiel dafür, wie sich alles immer weiter fragmentiert. Hier eine kleine Änderung und dort ein neues Prinzip und schon habe ich ein Liegerad, das eine entspannte Sitzposition mit therapeutischen Effekten verbindet, die Sicherheit erhöht und Unfallfolgen verringert. Das sogenannte Bahnrad ist darauf ausgelegt schnelle Runden zu drehen – ohne Bremse und Schaltung. Aufgrund der Unterstützung eines Elektroantriebs haben immer mehr Leute das Fahrrad wiederentdeckt, das E-Bike. Die technischen Möglichkeiten sind ausgereizt beim BMX-Rad – besondere Materialien und alles, was die Stabilität der Achse, Gabel, Kurbel und der Pedale erhöht.
Das BMX-Rad zeigt seine Stärken in jedem Gelände, in der Stadt und der Halle. Die Fahrer beherrschen ihre Räder in allen erdenklichen Situationen – Halfpipes, Treppen, Berggipfel und im Wald. Das macht BMX (Bicycle Motocross) zur idealen Metapher für Agilität.

Die Vorteile des BMX-Rades machen es jedoch nicht automatisch zum besten Rad für alle Anwendungen. Das Gleiche gilt für Agilität im Unternehmen. Agilität ist schwer in den folgenden Fällen einzuführen.

  • Governance ist verbindlich
    Das Korsett der Regeln und Standards nimmt mittlerweile den Unternehmen die Luft zum Atmen. Für Agilität gibt es keinen Spielraum, da unzählige externe und interne Regelungen zu beachten sind. Die agilen Mitarbeiter laufen Gefahr aus Unwissenheit das eine oder andere Gesetz zu brechen – was dann natürlich ein Fehlverhalten des Mitarbeiters darstellt. Stellen wir uns einen BMX-Fahrer vor, der sich Gedanken über Compliance macht – und schon ist die Agilität im Keim erstickt.
  • Prozesse setzen einen stabilen Rahmen
    Die Abläufe sind die entschiedenen Schritte für das wirksamste Handeln. Das Richtige richtig tun ist das dazugehörige Mantra. Nach vielen Jahren sind diese Prozesse tief im Unternehmen eingegraben. Immer gleiche Vorgänge lassen sich darüber in kürzester Zeit mit dem geringsten Aufwand abwickeln. Spezialfälle prallen an den Leitplanken ab und werden dadurch verunmöglicht. Stellen wir uns einen BMX-Fahrer auf einer Autobahn vor – und schon ist seine Bereitschaft sich agil einzubringen verpufft.
  • Hierarchen lassen nicht los
    Große Unternehmen haben die natürliche Tendenz eine Hierarchie auszubilden. Die Funktionsträger erhalten besondere Privilegien – besondere Vergütung und Insignien der Macht (z.B. Geschäftswagen, Assistenten, Bonus). Dafür sollen sie Entscheidungen treffen, Andere führen und für die Ergebnisse geradestehen. Überlässt man den Mitarbeitern die Aufgabe, Kompetenz und Verantwortung führt das zu Verlustängsten der Chefs, da sie nicht erkennen, was ihren Status dann noch rechtfertigt. Stellen wir uns einen BMX-Fahrer vor, der sich die Erlaubnis für eine Richtungsänderung einholen muss – und schon verschwinden alle Ausprägungen von Agilität.
  • Mikromanager streben nach totaler Kontrolle
    Ein verschärfter Sonderfall sind die Mikromanager, die ihre Aufgabe so interpretieren, dass sie alles bis ins Kleinste selbst beeinflussen müssen (siehe auch hier). Lange Rede kurzer Sinn: Stellen wir uns den BMX-Fahrer vor, dem jemand unentwegt ins Steuer greift – und schon liegt die Agilität am Boden.
  • Wer nichts tut, macht nichts falsch
    Es ist klar, dass die großen Unternehmen dem Bild des Wirtschaftsbeamten entgegenwirken. Der Weg des geringsten Widerstandes ist die Folge unserer natürlichen Angststarre, die tief in unserem Stammhirn verankert ist. Viele Argumente finden sich, um nicht aktiv zu werden und dadurch keine Fehler zu machen – außer vielleicht dem Fehler Nichts zu tun. Wird man dann von Vorgesetzten gefordert in einer bestimmten Weise zu handeln, haben sie die Verantwortung. Stellen wir uns einen BMX-Fahrer vor, der Angst hat hinzufallen – und schon erstarrt jegliches Potenzial für Agilität.

Fazit: Natürlich wollen alle den eigenverantwortlichen, selbstständigen, risikofreudigen Mitarbeiter, der einem BMX-Fahrer nicht unähnlich wäre. Gleichzeitig hat man die Bahn, in der die Fahrer sich bewegen sollen, zubetoniert mit Regelungen. Auf der Fahne steht Agilität. Allerdings sprechen die Rahmenbedingungen gegen diesen Ansatz. Strikte Governance begrenzt die Spielräume. Prozesse und deren IT-Umsetzungen bestimmen jeden Schritt. Die Führungskräfte sind nicht bereit loszulassen und mischen sich auf allen Ebenen ein. Die Mitarbeiter haben ihren Workaround gefunden – um die Arbeit herum. Mit diesen Rahmenbedingungen kann Agilität nicht funktionieren. Genauso wenig, wie ein BMX-Fahrer in einer Zwangsjacke angemessen agieren kann. Da BMX die Grenzen des unternehmerischen Handelns einzelner Mitarbeiter verdeutlicht, ist BMX die ideale Metapher für Agilität.

Die Eisdecke – die ideale Metapher für Risiko

Sobald die Temperaturen unter null fallen, bildet sich auf Wasser eine Eisdecke. In stehenden Gewässern schneller als in fließenden. Mit der Zeit bilden sich immer mehr Eiskristalle und die Eisdecke wird immer dicker. Die Daumenregel besagt, dass eine einzelne Person eine Eisdecke von mindestens 5 cm Dicke betreten kann. Ab ca. 18 cm können Autos auf´die Eisfläche. Vom Ufer aus erkennt man weder die Tragfähigkeit noch die Tiefe des darunterliegenden Wassers. Ob und wo es sicher ist ist reine Spekulation. Damit ähnelt eine Eisdecke einem Risiko.

Man kann sich zwar Eisdecken und Risiken vorstellen, aber es bleibt stets eine Schätzung, ob es zu dem Eintritt des Schlimmsten kommt oder nicht. In beiden Beispielen sind die folgenden Aspekte zu bedenken.

  • Eintrittswahrscheinlichkeit
    In allen Fällen beträgt die Eintrittswahrscheinlichkeit bei 100%, sobald es zum Schlimmsten kommt und das riskante Vorhaben scheitert, was auch eigentlich keine Vorhersage mehr ist – sei es das Überqueren eines zugefrorenen Sees oder der Bau eines neuen Flughafens. Eine zuverlässige Vorhersage ist möglich, wenn man sich gar nicht erst in diese Gefahr bringt. Dann ist die Eintrittswahrscheinlichkeit 0%. Die restlichen Vorkommnisse lassen sich weder zeitlich noch räumlich zuverlässig vorhersagen. Es bleibt einem nichts anderes übrig, als je nach dem vorhersehbaren Fall entsprechende Gegenmaßnahmen vorzubereiten. Absicherungen können auf der Eisdecke ein Sicherungsseil oder eine bereitliegende Leiter sein, mit der man aus der Gefahrenzone herauskommt. Im Business werden entsprechende Maßnahmen aufgesetzt, um die Eintrittswahrscheinlichkeit zu senken. Alternativ stehen Ressourcen bereit, um im Krisenfall gegenzusteuern, in dem die Schadensdauer verkürzt und der Schaden verkleinert wird.
  • Möglicher Schaden
    Die Folgen, die durch ein nachteiliges Ereignis entstehen, unterscheiden sich nach ihrer Schadenshöhe. Ein entsprechendes Vorkommnis kann im schlimmsten Fall das Leben kosten – indem man im Wasser ertrinkt, weil man nicht mehr in dem benötigten Zeitfenster nach Luft schnappen kann; oder wenn man sich im Geschäft verspekuliert, weil man die Zeichen der Zeit falsch deutet, dadurch mit seinem Versandhandel das Internet verschläft und schließlich das gesamte Unternehmen Konkurs geht. Kommt es zu keinem Unfall, dann spielt die Größe des möglichen Verlustes keine Rolle. Der tatsächliche Schaden, der zwischen diesen beiden Extremen auftreten kann, ist schwer vorhersagbar, da man meistens die tatsächlichen Konsequenzen nicht erkennt. Wie groß die Vorbereitungen für den Eventualfall sind, hängt von dem Spielercharakter der Entscheider ab – mehr oder weniger Seil und Leiter auf der Eisdecke oder Rückstellungen im Business.

Der Umgang mit der Dicke der Eisdecke und den Risiken des Geschäfts belastet. Einerseits wird man durch ein Seil behindert und durch den Transport der Leiter belastet. Andererseits werden Ressourcen für den Fall der Fälle geblockt und stehen damit dem Tagesgeschäft nicht mehr zur Verfügung. In beiden Fällen gilt: Vorbereitung sichert die Viabilität.

Fazit: Der Umgang mit einem zugefrorenen Gewässer und der Umgang mit geschäftlichen Risiken haben ähnliche Fragestellungen. Zum Einen muss geschätzt werden, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass es zu einem Vorfall kommt. Zum Anderen muss die mögliche Schadenshöhe veranschlagt werden. Beides sind Schätzungen, die möglicherweise daneben liegen. Von außen betrachtet gibt die Eisfläche keinen Hinweis auf mögliche Gefahren. Genau, wie das Tagesgeschäft keine Indikatoren liefert, dass es zu einem überraschenden Einbruch kommen kann. Es ist unverantwortlich, wenn keinerlei Vorannahmen getroffen werden, weil man dann von dem schädlichen Ereignis überrascht wird – man bricht im Eis ein oder erleidet schlimme, geschäftliche Verluste. Diese Ähnlichkeiten machen die Eisdecke zur idealen Metapher für ein Risiko.

Der Traum – die ideale Metapher für Grenzenlosigkeit

Auch wenn wir den Eindruck haben, dass wir nachts völlig abschalten, verarbeiten wir die Geschehnisse des Tages. Einerseits werden Bewertungen „überschlafen“ und gefestigt und andererseits geht die Fantasie auf Reisen. Im Traum entwickelt man Szenarien, die jenseits der Möglichkeiten der Wirklichkeit durchgespielt werden können. Bekommt man diesen Zustand in ein Team, dann schafft man einen Blick weit über den Tellerrand hinaus. Der Traum ist damit die ideale Metapher für Grenzenlosigkeit.

Im Traum befindet man sich in einem Raum, der befreit ist von physischen und psychischen Grenzen, und der die Möglichkeit gibt, seinen Gedanken freien Lauf zu lassen. Damit werden die Grenzen bei den folgenden Aspekten überwunden.

  • Veränderungsbedarf
    Im Traum wird die Mauer der externen Treiber eingerissen, die unser Bewusstsein und die sachlichen Bedenken aufbauen. Dann überwindet Technologie das derzeitig Machbare. Kultur löscht beschränkende Überzeugungen und Handlungen aus. Das unternehmerische Gebilde ist befreit von seinen strukturellen und ablaufbedingten Schranken. Die Wirtschaft eröffnet bisher unerreichbare Aktionsfelder.
    Dies gilt vor allem für die Veränderungsfelder. Mit bisher unvorstellbaren Rahmenbedingungen können völlig neue Strategien erforscht werden. Das Business Model kann sich in jeder Richtung öffnen und völlig neue Kooperationen und Leistungen erzeugen. Vor allem beim Selbstbild können die Grenzen neu gesetzt werden, wenn man sich von gewohnten Handlungen, Fähigkeiten und Überzeugungen nicht mehr beschränken lässt.
    Im Traum wird es möglich, das Was-wäre-wenn gedanklich durchzuspielen, ohne sich durch pragmatische Argumente von vorneherein ausbremsen zu lassen.
  • Veränderungsfähigkeit
    Durch das Loslassen von althergebrachtem Wissen und Fertigkeiten, werden Lösungen möglich, die bisher nicht denkbar waren. Sprengt man die bestehenden Vorstellungen bezüglich der Veränderungsfähigkeit der Mitarbeiter und der Führungskräfte, öffnen sich Türen in alle Richtungen. Dies gilt für die technischen Fähigkeiten, für den Umgang mit abstrakten Verfahren, für soziale Interaktionen und vor allem für die Überwindung der Arbeitsteilung auf Basis eines ganzheitlichen Ansatzes.
    Im Traum wird es möglich sich das Unternehmen als ein agiles Ganzes vorzustellen, dass sich neue Fachgebiete, Regionen und Märkte erschließt.
  • Veränderungsbereitschaft
    Schafft man es die Probleme im Traum zu verarbeiten und zu lösen, dann kann man diese besondere Form der Wirklichkeit, die nicht mehr mit einschränkenden Vorstellungen verbunden ist, nutzen, um den Einstiegspunkt zu finden, an dem die Betroffenen bereit sind, sich auf Veränderungen einzulassen. Startpunkt sind dabei die formalen Impulse, die weit über die aktuellen Anreizsysteme hinausgehen können. Vor allem lassen sich außerhalb des beschränkten Portfolios der Initiativen inhaltliche Elemente finden, die die Belegschaft mitreißen. Nicht zu vergessen die persönliche Zufriedenheit, die durch entsprechende Wertschätzung erzeugt wird.
    Im Traum wird es möglich, sich die Belegschaft völlig committet ohne Widerstand vorzustellen.

Fazit: Der Traum überwindet die Grenzen des Alltags. Die Notwendigkeit zur Veränderung wird angenommen, großzügig ausgelegt und mit ungewöhnlichen Lösungen befriedigt. Die Fähigkeiten, die sonst als Beschränkungen wahrgenommen werden, sind ausgeblendet und stehen echten Neuheiten nicht mehr im Weg. Die Vorannahmen bzgl. der Bereitschaft zur Veränderung fehlen und spannende Lösungen mit committeten Mitarbeitern und Führungskräften lassen sich durchspielen. Schafft man es noch ein Team in den Tagtraum zu führen, dann können in entsprechenden Workshops neue Visionen durchgespielt werden, ohne dass Reichsbedenken unentwegt im Weg stehen. Das macht den Traum zu einer idealen Metapher für Grenzenlosigkeit.

Der Lebensabschnitt – die ideale Metapher für Reifegrad

Ein wichtiges Werkzeug in Zeiten von VUKA ist das intuitive Verständnis der Reifezustände, die alle Artefakte und Personen durchlaufen. Alles beginnt, bevor es auf der Welt ist mit einer Idee, die wächst und schließlich das Licht der Welt erblickt. Es gibt auch nichts, was ewig währt – außer manche Ideen. Alles vergeht im Laufe der Zeit – seien es die mechanischen Komponenten, die verschleißen oder Ideen, die durch revolutionäre neue obsolet werden. Der Lebensabschnitt liefert die ideale Metapher für den Reifegrad.

Die Lebensabschnitte, die ein Mensch durchläuft, lassen sich unterschiedlich einteilen, z.B. Vorleben, Geschlechtsunreife. Geschlechtsreifung und Fortpflanzung. Für die Anwendbarkeit dieser Metapher ist die tatsächliche Einteilung nicht entscheidend, sondern die Tatsache, dass alle Lebenszyklen in Schritte eingeteilt werden können. Das folgende Gerüst reicht von der Wiege bis zur Bahre.

Gleich zu Beginn stellt sich die Frage, wann der Lebenszyklus eigentlich beginnt – bei der Zeugung, während der Schwangerschaft oder bei der Geburt. Die Elemente des Geschäfts (z.B. ein neues Geschäftsmodell oder ein Projekt) schleichen sich auch in ihren Lebenszyklus. Neue Produkte werden über lange Zeit im stillen Kämmerlein entwickelt, überarbeitet und irgendwann publik. Die Schwangerschaft braucht in der Wirtschaft sehr unterschiedliche Zeiten. Projekten ist häufig ein Vorprojekt vorgeschaltet, dem ein VorVorProjekt vorgeschaltet ist, dem ein ….

  • Kindheit
    Mit der Geburt beginnt die wichtigste Entwicklung, die charakterisiert ist durch enorme Kreativität und sehr große Entwicklungsschritte. Aufgrund einer Fülle von Eindrücken entwickelt sich das Baby zum Kinde – es lernt lachen, sprechen, laufen und viel mehr. Damit das reibungslos abläuft, braucht das Kind grenzenlose Neugierde und die Freude am Experimentieren.
    Auch die frühe Phase eines Geschäfts besteht aus vielfältigem Lernen – z.B. was passiert, wer beteiligt ist und was man selbst machen kann. Dieser Abschnitt erfordert große Nachsicht der Stakeholder, damit das Geschäft eine Chance hat, sich auszuprobieren und zu reifen. Dieser frühe Abschnitt prägt die grundsätzlichen Werte, die in jedem Abschnitt nachwirken.
  • Schulzeit
    In unterschiedlichen Teilen der Welt beginnt die Bildung früher oder später, formeller oder informeller, mit oder ohne Curriculum. Alles startet mit den Grundlagen (Lesen, Schreiben und Rechnen), die später in bestimmten Gebieten verfeinert werden, aus denen sich das persönliche Spezialgebiet herauskristallisiert.
    Auch im Geschäftsleben funktionieren Initiativen besser, wenn ausreichend Raum besteht, um die Grundlagen auszubilden, aus denen der nächste USP sich herausbildet. Das Post-It ist dafür ein gutes Beispiel – ein Kleber, der nicht klebt als Grundlage für ein Produkt, das heute weltweit genutzt wird. Wer hätte diesem Projekt ausreichend Ressourcen bereitgestellt?
  • Qualifizierung
    Die Berufsausbildung, eine Lehre oder ein Studium fokussieren auf einzelne Fachgebiete – Mathematik, Naturwissenschaften, Sprachen, Betriebswirtschaft, Handwerk, usw. Am Ende dieser Fokussierung erhält man Fachleute mit einem klar umrissenen Aufgabengebiet und erlernten Ansätzen für Lösungen.
    Auch das Business Model mit seinen Bestandteilen muss von der Führungsebene entwickelt und gefördert werden – z.B. die Bedürfnisse des Kunden kennen oder Chancen für zusätzliche Erträge finden. Vor allem muss die Belegschaft die Gelegenheit erhalten zu lernen, damit sie die neuen Aufgaben überhaupt meistern können. Das beste Business Model nützt nichts ohne die fachkundige Mitwirkung der Mitarbeiter.
  • Arbeitsleben
    Am ersten Tag im Berufsleben verfügt man über nichts weiter als die Theorie und die Erfahrungen, die man bis dahin machen konnte. Bei den meisten beschränkt sich das auf theoretische Ausbildungsinhalte, die häufig nicht zu dem neuen Job passen. Die Folge sind eine lange Serie von Fehlern, Missgeschicken und Verletzungen, aus denen man (hoffentlich) lernt..
    Das Gleiche gilt für die Elemente des Geschäfts, die unentwegt auf den Weg gebracht werden oder sich ändern. Es dauert seine Zeit, bis sich eine geänderte Routine etabliert hat. Mit der Beherrschung des Geschäfts können dann immer umfassendere Aufgaben umgesetzt werden, die am Ende zu einer VUKAnen Arbeitswirklichkeit beitragen.
  • Rente
    Nachdem das aktive Arbeitsleben beendet ist, gibt es hie und da Gelegenheiten zur Beschäftigung – egal ob als Space Cowboy oder mit einem ausgebauten Hobby. In jedem Fall geht die Last des Alltags zurück.
    Das Gleiche gilt für die Elemente des Geschäfts. Ein IT-System wird nach Jahren durch ein neues abgelöst. Die Abläufe ändern sich aufgrund von neuen Endgeräten und Benutzerschnittstellen, geänderten Abläufen und neuen Moden.
  • Altersschwäche
    Dieser Abschnitt wird von Vielen verängstigt ausgeblendet, da sie mit dem sichtbaren Rückgang der Leistungsfähigkeit einhergeht. Seh- und Hörvermögen lassen nach, das Reaktionsvermögen geht zurück und im besten Fall ist man noch so agil den Alltag selbstständig bewältigen zu können.
    Auch im Geschäftsleben kann es zu einem solchen Abbau kommen – das IT-System, das sich unberechenbar verhält; die Abläufe, die für die Anforderungen zu langsam sind; die Anlagen, für die es keine Ersatzteile mehr gibt. Ohne die sofortige Ablösung durch eine zeitgemäße Lösung setzt man das Geschäft aufs Spiel.

Das Ende von allem ist sein Verschwinden. Was bleibt ist das Vermächtnis, das noch lange nachwirken kann.
Dies gilt genauso im Geschäftsleben. So bilden manche Datenstrukturen, die mal aus technischen Gründen entwickelt wurden, nachhaltige Überzeugungen, die das Geschäft beeinflussen, obwohl sie gar nicht mehr benötigt werden.

Fazit: Die verschiedenen Lebensphasen, von der Kindheit bis zum Alter, finden überall statt, sind aber offensichtlich dem Glauben an unendliches Wachstum geopfert worden. Aus diesem Grund ist es geschickt, sich zu besinnen und zu verstehen, dass Alles und Jedes, auf Gedeih und Verderb von der Wiege zur Bahre geht. Um den Lebenszyklus zu beschreiben, helfen Reifegrade. Aus diesem Grund sind die Abschnitte des Lebens die ideale Metapher für die Reifegrade.

Die Brücke – die ideale Metapher für Übergang

Der Hauptgrund für eine Brücke ist die Überwindung einer schwer zu bewältigenden Kluft, wie einem Fluss, einem Meer oder einem Tal. Meistens sollen damit Wege verkürzt, erleichtert oder einfach ermöglicht werden. Die natürlichen Schwierigkeiten sind jedes Mal anders und brauchen einen anderen Typ oder eine angepasste Variante von Brücke. Die längste Brücke ist mit 36 km die Hangzhou Wan Daqiao, die die Hangzhou-Bucht an der Ostküste Chinas überspannt. Die höchste Brücke befindet sich auch in China, die Beipanjiang-Brücke in Guizhou, mit einer Höhe von 565 m.
Die Abgründe, die im Business überbrückt werden, stehen den physischen Brücken in nichts nach. Es geht bei diesen geschäftlichen Herausforderungen um Übergänge von Alt nach Neu, die viele Mitarbeiter und interne Regelungen betreffen. Die Brücke ist eine naheliegende Metapher für derartige Übergänge.

Bei der sicheren Überquerung der bedrohlichen Abgründe helfen die folgenden Bedingungen.

  • Klare Anforderungen
    Klarheit entsteht durch die Beschreibung der konkreten Anforderungen und vor allem der Erwartungen der entscheidenden Stakeholder. Am einfachsten lassen sich die physischen Daten ermitteln, wie Länge, Breite, Höhe oder die Tragkraft – auch wenn manchmal die Entschiedenheit fehlt, sich festzulegen. Am wichtigsten sind jedoch die Hoffnungen der Entscheider, die schwer zu greifen sind. Dazu gehören die Vorstellungen, was getan werden soll, was dabei herauskommen soll und welche Folgen sie vorhersehen. Es ist unerlässlich die Anforderungen zu kennen, da sie am Ende die Messlatte für den gelungenen Übergang darstellen.
  • Beschriebene Topografie
    Eine Brücke wird bestimmt durch den Start- und Zielpunkt. Die Beschreibung der Gegebenheiten wird zwar das gesamte Gebiet beinhalten, jedoch nicht immer mit den benötigten Einzelheiten. Dies gilt für Übergänge aller Art. Die Ausgangssituation beschreibt das Fundament, auf dem die eine Seite für die Überquerung ruht. Im geschäftlichen Umfeld ist dies die alte Welt mit ihren Problemen – der hierarchische Aufbau, die veraltete IT oder unzeitgemäße Abläufe. Der Bestimmungsort beschreibt den festen Sockel auf der anderen Seite. Im Geschäft ist das der Zustand mit seinen angestrebten Vorteilen – agile Formen der Arbeit, moderne IT, end-to-end Betrieb.
  • Tragfähige Rezepte
    Der zu überquerende Abgrund entscheidet darüber, welcher Brückentyp zum Einsatz kommt – Hängebrücke, Schrägseilbrücke, Bogenbrücke, Plattenbrücke, usw. Abhängig von den Anforderungen wird der Brückentyp gewählt. Manchmal reicht eine Seilbahn für die Überquerung. Sollen jedoch eine große Anzahl von Menschen und schwergewichtige Fahrzeuge den Übergang überwinden, dann ist eine stabile Konstruktion erforderlich, die auf absehbare Zeit alle sicher auf die andere Seite bringt. Das Gleiche gilt bei Veränderungen in Unternehmen, wenn die Belegschaft sich auf die neuen Erfordernisse des Geschäfts umstellen muss. Dies trifft alle Mitarbeiter im Mark, da umgedacht und auf neue Weise gehandelt werden muss.
  • Entschiedene Umsetzung
    Der Wechsel von der einen auf die andere Seite ist gefährlich und riskant. Er gelingt nur, wenn er entschieden verfolgt wird. Es reicht nicht, sich eine Brücke überzeugt zu wünschen. Man muss die erforderlichen Schritte in Angriff nehmen. Dies braucht genügend finanzielle und zeitliche Mittel sowie ausreichend geeignete Mitarbeiter. Solche Vorhaben sind langfristig zuverlässig, wenn bei der Umsetzung nicht zu Ungunsten der Qualität gespart und auf die erforderliche Sorgfalt verzichtet wird. Scheitert das Vorhaben, dann hat das gravierende Folgen für die Beteiligten – bei der ersten Überquerung oder später, wenn sich beispielsweise, aufgrund von minderwertigem Material, die Lebensdauer drastisch verkürzt.
  • Eingebaute Wartung
    Nichts währt ewig. Darum müssen von vorneherein Maßnahmen eingebaut werden, die sich aus den Anforderungen ergeben – der erwarteten Belastung und geplanten Lebensdauer. Brücken verfügen dazu über Dehnungsfugen, dehnungsfähigen Asphalt oder Mechanismen zur Dämpfung der Schwingungen. Die regelmäßige Beobachtung des Übergangs ist eine zusätzliche Maßnahme, um frühzeitig Schwierigkeiten erkennen und gegensteuern zu können. Im Business erfordert das fortwährende Status-Checks der Aktivitäten im Rahmen der Transformation.

Fazit: Der Übergang von der einen auf die andere Seite eines Abgrunds braucht klare Anforderungen, die beschriebene Topografie, tragfähige Rezepte, eine entschiedene Umsetzung und die entsprechende Wartung. Immer neue Abgründe erfordern immer größere und höhere Brücken. Man hört jedoch auch immer wieder von Brücken, die verfrüht das Ende ihres Zyklus erreichen, weil die vorgesehene Auslastung die ursprünglichen Schätzungen weit übersteigt. Im Übergang von Alt nach Neu müssen sich die Entscheider einer ähnlichen Situation stellen. Vor allem die anstehende Digitalisierung wird so manches Unternehmen an seine Grenzen führen. Die Brücke bietet für diese Übergänge von Alt nach Neu die ideale Metapher.

Der Köder – die ideale Metapher für einen Anreiz

Erfahrenen Anglern stehen unterschiedlichste Köder zur Verfügung: Spinner, Wobbler, Jerk- und Swimbaits, Streamer usw. Grundsätzlich ziehen diese Lockmittel Fische an, indem sie ihnen Nahrung vorspielen. Instinktiv reagiert der Fisch, schnappt danach und schon hängt er am Haken. Der Köder wird abhängig von dem Fisch ausgewählt, den man fangen möchte. Angler wissen, dass der Köder nicht ihnen, sondern dem Fisch schmecken muss. Ähnlich agieren Einflussgruppen, die die Aufmerksamkeit einer bestimmten Zielgruppe erregen wollen.

Auch wenn im geschäftlichen Alltag gewisse Berührungsängste mit dem Ködern von Zielgruppen bestehen, nutzen alle Marketingmaßnahmen im Verkauf, bei einer Präsentation, in der Budgetdiskussion, beim Teambuilding, im Mitarbeitergespräch, usw.
Die folgenden vier Punkte kommen dabei zum Einsatz.

  • Natürliche Auslöser
    Am wirksamsten lassen sich die Stimuli, die in der Natur des Menschen liegen. Dazu gehören beispielsweise die Reziprozitätsregel und das Knappheitsprinzip. Bei der Reziprozitätsregel werden Geschenke verteilt, die die Beschenkten unbewusst verpflichten, ein Gegengeschenk machen zu müssen – und schon rechnet sich die Tasse Kaffee beim Friseur, die zusätzliche Behandlungen nach sich zieht. Das Knappheitsprinzip zeigt sich besonders bei hochpreisigen Angeboten. Das Interesse steigt mit dem Sinken der Verfügbarkeit. Wenn Luxusanbieter ihre Angebote verknappen, akzeptieren die Kunden steigende Wartezeiten und Preise – und verbringen gerne eine Nacht vor dem angekündigten Verkaufsstart auf der Straße, um unter den Ersten zu sein, die das neue Produkt ohne Nachlass kaufen dürfen. Sie werden sogar kritisch, wenn das Luxusgut sofort unbegrenzt lieferbar ist. Der Angler nutzt auch die natürlichen Reize bekannter Köder, um einen bestimmten Fisch anziehen.
  • Persönlicher Vorteil
    Der persönliche Vorteil reicht von geldwertem Nutzen, über die Anerkennung der Persönlichkeit, bis hin zu sinnlichem Wohlbefinden. Zur Weckung der finanziellen Reiz-Reaktion genügt ein Schild mit einer der folgenden Aufschriften: SALES, BIS ZU 50% REDUZIERT oder 3 FÜR 2. Für die Anziehung von Persönlichkeiten genügt der Türsteher, der einem ausgewählten Kreis die Tür aufhält oder Anderen den Zutritt untersagt. Das sinnliche Wohlbefinden nutzt unsere sensorischen Kanäle, um uns anzulocken und am Ort des Geschehens zu halten. Dabei hilft eine ansprechende Ausleuchtung und Farbgebung der Räumlichkeiten, eine angenehme, unauffällige Hintergrundmusik, ein hochwertiger Bodenbelag, der einen schweben lässt, eine bedeutungsschwangere Atmosphäre, die einen jeden Atemzug genießen lässt, bis hin zu kleinen Speiseproben, die gleichzeitig als natürlicher Auslöser wirken. Auch der Fisch scheint sich fette Beute zu erhoffen, wenn er anbeißt.
  • Mentaler Assoziationsraum
    In den Kopf der Zielgruppe kann man nicht hineinschauen. Allerdings kann man aufgrund des Verhaltens, der Sprache und dem Erscheinungsbild bestimmte Annahmen ableiten, die sich in sprachliche Magneten einbauen lassen, die die Zielgruppe in die gewünschte Richtung führen. Mit den Annahmen lassen sich sprachliche Köder auswerfen, die das Zielpublikum auf ein Angebot vorbereiten. Beispielsweise Ihre Wettbewerber wissen, dass Leistungen, wie die unseren, ihren Preis haben – Wen überrascht jetzt noch ein hoher Preis. Niemand hat gesagt, dass wir Stellen abbauen. Möglicherweise werden Stellen abgebaut. Nächsten Monat steigen unsere Preise. Nutzen sie die aktuell noch niedrigeren Preise. Wir bieten auch Fernseher an. Da scheint es noch mehr zu geben. Wären alle in der Lage mitzumachen, dann … Jemand scheint nicht in der Lage zu sein. Im Moment kann ich nicht ausschließen, dass der eine oder andere Angler mit magischen Formeln auf seine Beute einredet.
  • Benutzerfreundlichkeit
    Anziehend sind alle Angebote, die ohne viel Vorbereitung nutzbar sind. Hierfür ist eine klare und simple Handhabung, die für unterschiedliche Charaktere verständlich ist, genauso wichtig, wie das einfache Zusammenspiel in der persönlichen Umwelt. Verfügt ein Internetradio über leicht auffindbare Bedienungselemente, die eine eindeutige Funktion haben, und lässt es sich einfach in das heimische Netzwerk einbinden, dann ist es attraktiv. Für den Fisch wird der Köder eine Verlockung, da er nicht flüchtet und dadurch leicht erwischt wird.

Fazit: Der Angler lockt den Fisch mit einem speziellen Köder an. Auch im Alltag müssen immer wieder Menschen für eine Sache gewonnen werden. Die erforderliche Anziehung kann durch die Nutzung natürlicher Auslöser, das Angebot persönlicher Vorteile, der Verwendung des mentalen Assoziationsraums und durch Benutzerfreundlichkeit erzeugt werden. Das Lockmittel orientiert sich, wie beim Angeln, an den Eigenschaften der Zielgruppe. Da man bei diesen Marketingmaßnahmen auch gerne vom Ködern spricht, ist der Köder die ideale Metapher für einen Anreiz – und solange diese Anziehung für ethisch vertretbare Ziele genutzt wird, spricht auch nichts dagegen.

Der Wald – die ideale Metapher für Systemkomplexität

Das kleine Wäldchen im Stadtpark lässt sich leicht umrunden. Die Waldfläche, die sich von Skandinavien bis in den hintersten Winkel von Sibirien erstreckt, ist eine große Herausforderung. Und trotzdem bilden beide jeweils ein Ganzes, das aus den gleichen, verschiedenartigen Bestandteilen besteht – Bäume, Büsche, Pflanzen, Pilze, Wild, Vögel, Kriechtiere, Schnecken, Insekten, Spinnen, Würmer, usw. Zusammen ergeben sie den Wald, den wir nicht verstehen, wenn man nur einen Ausschnitt separat betrachtet – die Eiche, den Haselbusch, den Hasen oder die Kreuzotter. Den gleichen Effekt erzeugen alle anderen Systeme – z.B. Organisationen, Kulturen, das World Wide Web, Projekte, Wissenschaften und Ökonomien. Für viele ist der Blick auf einen Baum, einen Ast, ein Blatt oder einen Trieb aussagekräftiger, als der Blick auf den Wald. In der Folge sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr.

Folgende Aspekte gelten für den Wald und alle Arten von Systemen.

  • Der Waldrand – Ein System hat Grenzen
    Die Grenzen von großen Waldgebieten, wie dem Schwarzwald, dem Amazonas-Regenwald oder der Taiga, sind schwieriger zu erfassen, als die von kleinen Wäldern, z.B. dem Bois du Bologne, dem Tiergarten oder dem Yoyogi-Park. Die Grenzen sind fließend. Mittels entsprechender Karten wird bestimmt, wo das Waldgebiet genau endet. Die gleiche Festlegung brauchen alle Systeme. Ein Wirtschaftsraum, wie beispielsweise die EU, braucht abgesteckte Demarkationslinien, da er nicht an Kontinenten ausgerichtet ist. Mitten in Europa findet sich die Schweiz. Melilla, eine Exklave der EU, liegt in Nordafrika. Die Festlegung der Grenzen eines Waldes oder eines Systems ist die Voraussetzung für die klare Zuordnung von Verantwortlichkeiten.
  • Bäume, Büsche, Pflanzen, Getier – Ein System besteht aus Systemen
    Die Bestandteile eines Waldes aufzuzählen würde diesen Artikel sprengen. Entscheidend ist die Tatsache, dass diese Elemente selbst wieder Systeme darstellen, die zwar zusammen den Wald bilden, aber gleichzeitig ihr komplexes Eigenleben haben. Ob jetzt die Bäume soziale Wesen sind, die miteinander kommunizieren und Gefühle haben, wie das ein deutscher Förster sich vorstellt, mag Glaubenssache sein. In jedem Fall hat sich gezeigt, dass die Flora und Fauna zusammen den Wald ausmachen. Er verliert an Lebensfähigkeit, wenn das Zusammenspiel gestört wird. Das Gleiche gilt für alle Arten von Systemen. Eine Gesellschaft wird zusammengehalten von den Einzelpersonen mit ihrem Rechtssystem, ihrer Kunst und Wissenschaft, die über ähnliche Überzeugungen und Götter verfügen. Kommt es zu Störungen in diesem Gefüge, dann ergibt sich ein Zusammenprall der Zivilisationen mit den bekannten Folgen. Für eine wirksame Lenkung eines Systems ist es entscheidend die Teilsysteme mit ihren Bedürfnissen zu identifizieren.
  • Die Natur – Ein System lebt
    Die Faszination eines Waldes liegt in der Fähigkeit zur Autopoiesis. Überlässt man ein Ökosystem, wie einen Wald, sich selbst, tauchen wie aus dem Nichts seine Bestandteile hervor. Im richtigen Klima und mit ausreichend Wasser emergieren die Pflanzen und das Getier. Ein gutes Beispiel ist die isländische Insel Surtsey, die 1963 durch eine Folge von Vulkanausbrüchen entstanden ist. Das neu geschaffene Land wurde überraschend schnell von Pflanzen und schließlich von Vögeln besiedelt. Das Ganze funktioniert dadurch, dass alles auf der Erde Teil eines großen Systems ist, das man Gaia nennt. Das Gleiche gilt für die menschgemachten Dinge. Nehmen wir das World Wide Web als Beispiel. Es basiert heute noch auf den Konzepten, die 1989 entwickelt wurden – http(s), URLs, Hyperlinks, Email, usw. Und es entwickelt sich immer noch weiter – das WWW lebt. Die Verantwortlichen eines Systems sollten sich stets bewusst sein, dass das System seine Eigendynamik hat, auch ohne dass sie unentwegt Einfluss nehmen.
  • Der Tag, der Monat, das Jahr -Ein System hat Zyklen
    Die wichtigsten Zyklen eines Waldes werden von der Erde bestimmt – der Tag, der Monat, das Jahr, das Leben. Der Wechsel von Tag und Nacht, der Lauf der Sonne und die Jahreszeiten sowie die Lebensphasen sind in dem Verhalten des Waldes und seiner Elemente fest verankert. Alles ist darauf eingestellt, um im Sommer die Kraft zu sammeln, die einen über den entbehrungsreichen Winter bringt. Diese Zyklen zu kennen ermöglicht es, sich daran anzupassen. Alles wächst aus dem Nichts, durchläuft die Jugendphase, ist für eine bestimmte Zeit produktiv und baut irgendwann ab und verschwindet. Der Wald als Ganzes ist darauf eingestellt. Überall befindet sich etwas im Wachstum und Vergehen. Das Gleiche gilt für Projekte. Sie beginnen als Idee, werden zu einem komplexen Ganzen und lösen sich am Ende wieder auf. Die Berücksichtigung der Zyklen des Gesamtsystems und seiner Komponenten ist wichtig für seine Steuerung.
  • Der Dschungel – Ein System tendiert hin zum Gleichgewicht
    Überlässt man einen Wald sich selbst, dann tendiert er zu einem ausgewogenen Zustand. Die Bäume, Büsche und Pflanzen werden zu einem undurchdringlichen Ganzen. Nur die Tatsache, dass es auch in der Natur Störungen gibt, wie Gewitter, Stürme, Flüsse, die über die Ufer treten, Tiere, die die jungen Triebe eines Baumes fressen und natürlich der Mensch, der gnadenlos in das Ökosystem eingreift, verhindern, dass der Wald ins Gleichgewicht kommt, d.h., dass dort nichts mehr passiert. Das Gleiche gilt für die Wissenschaften, die unaufhörlich zu neuen Einsichten kommen. Unser steinzeitlicher Erfahrungshorizont war anders als der mittelalterliche oder der heutige. Die Folgen der Quantenphysik sind für uns jetzt noch nicht absehbar. Die entscheidende Erkenntnis ist hier, dass Störungen gut sind, da sie das System am Leben halten.
  • Das Umland – Ein System interagiert kontinuierlich mit seiner Umwelt
    Wie bereits erwähnt ist ein Wald zumindest eingebettet in ein anderes System – Gaia. Betrachtet man den Wald unabhängig von seiner Umwelt, dann verlieren wir einen wichtigen Motor für dessen Weiterentwicklung. So wie die Insel Surtsey durch das Meer und die Luft mit Leben infiziert wurde, so wird auch ein Wald kontinuierlich von seiner Umwelt unter Druck gesetzt. Das können die Autos sein, die um ihn herum fahren oder die Fahrzeuge, die in der nächsten Stadt ihre Emissionen in die Luft jagen. Selbst die Fauna dringt immer wieder in die Wälder ein, wie die Wölfe, die mittlerweile ohne unüberwindliche Grenzen durch Europa wandern. Das Gleiche gilt für Ökonomien. Eine Wirtschaft braucht die Energie von außen, um wachsen zu können. Wandert das Geld innerhalb des Systems immer nur von der rechten in die linke Tasche erhöht sich der Reichtum nicht. Es braucht den Handel mit den umgebenden Systemen, um aus einem Produkt oder einer Dienstleistung einen Mehrwert zu erzeugen. Gehen die Kosten gegen null, wie bei den heutigen digitalen Leistungen, und erfolgt der Verkauf außerhalb des eigenen Systems, dann wächst der Mehrwert ins Unermessliche. Verlierer sind die, die nichts produzieren und von außen versorgt werden. Das Zusammenspiel des eigenen Systems mit anderen ist kritisch für ihren Wohlstand.

Fazit: Der Wald verfügt über eine unvorstellbare Vielfalt. Gleichzeitig sind uns seine Elemente vertraut. Damit lässt sich die schwer nachvollziehbare Komplexität von Systemen gut verdeutlichen. Ein System hat festgelegte Grenzen, besteht aus anderen Subsystemen, lebt in Zyklen, strebt das Gleichgewicht an und steht in kontinuierlicher Interaktion mit seiner Umwelt. Damit ist der Wald die ideale Metapher für Systemkomplexität.

Der Schlüssel – die ideale Metapher für eine Lösung

Ein Schlüssel ohne Schloss ist so sinnvoll wie ein Schloss ohne Schlüssel. In jedem Fall dienen diese beiden Objekte dazu, den Zutritt von Unberechtigten zu verhindern. Der Schlüssel wird damit zum Symbol der Möglichkeit den Zugang zu versperren oder aufzumachen – egal, ob einem der Schlüssel zusteht oder nicht. Da nur Dinge von Wert weggeschlossen werden, ist der Schlüssel verknüpft mit dem Zugriff auf einen Schatz. Dabei kann es sich tatsächlich um Wertsachen handeln, aber auch um Erklärungen, Rezepte oder Lösungen.

Die folgenden Eigenschaften machen den Schlüssel zur idealen Metapher für Lösungen.

  • Klarer Zweck
    Die Tatsache, dass eine Tür oder eine Kiste verschlossen ist, spricht dafür, dass sich dahinter etwas Wertvolles oder Interessantes befindet. Der Schatz, den man mit dem Schlüssel erreicht, ist der eigentliche Zweck. Eine Lösung verfolgt ebenfalls einen Zweck. Dies können wirtschaftliche Ziele, Verbesserungen oder ein Projekt sein.
  • Passgenaues Konzept
    Die einfachsten Schlösser lassen sich mit einfachsten Schlüsseln öffnen. Da mit der Zeit Unberechtigte mithilfe eines Dietrichs sich den Zugang verschafften, wurden die Schlösser immer komplizierter. Aus diesem Grund haben heute verschiedene Schlüsselarten – Zylinder-, Bohrmulden-, Doppelbart-, Buntbart- oder Zeremonienschlüssel. Lösungen funktionieren ebenfalls am besten, wenn sie auf die jeweilige Zielgruppe zugeschnitten sind und vor allem auf das Problem.
  • Präzise Umsetzung
    Das Verständnis des Schlosses und seines Zweckes reicht nicht aus, um den Mechanismus umzusetzen. Damit der Schlüssel funktioniert, muss er präzise zurechtgefeilt werden. Erst wenn alle Ecken und Kanten genau dem Schloss entsprechen, öffnet es sich. Entsprechend verhält es sich mit einer Lösung. Für die gewünschten Effekte müssen die Ergebnisse sauber ausgearbeitet werden. Sie müssen die richtigen Fragen beantworten, die zu dem Denkmodell und der Sprache der Zielgruppe passen sowie den angestrebten Zweck erfüllen.
  • Alltägliche Anwendung
    Stimmen die Umsetzung und das Material des Schlüssels, dann wird der Schlüssel lange in der alltäglichen Anwendung bestehen. Das gleiche gilt für umfassende Lösungen, die alle Aspekte, wie den geplanten Anwendungsfall, die Bedienung und die Ergebnisse, gut beschrieben haben.
  • Definiertes Vorgehen
    Bezeichnenderweise ähnelt sich sogar das Vorgehen. Um einen Schlüssel herzustellen, benötigt man zuerst ein Muster, im Falle einer Lösung ist das die konkrete Situation, um die es geht. Dann untersucht man das Ganze und findet dadurch Lösungen, aus denen man die wahrscheinlichste auswählt. Jetzt wird die Umsetzung geplant und durchgeführt. Beim Schlüssel gilt es jetzt, die Barten und Kanten herauszuarbeiten. Bei der Lösung die entsprechenden Lösungsbestandteile – ein Geschäftsprozess, Datenmodell oder eine Zuständigkeitsmatrix. Was bleibt, ist dann nur noch die Bedienungsanleitung und der Einsatz des neuen Schlüssels.

Fazit: Der Schlüssel öffnet Türen und Kisten und ermöglicht damit den Zugriff auf bestimmte Ergebnisse, die sich hinter den Schlössern verbergen. Die Lösung hat die gleiche Funktion. Sie verfolgt den Zweck, bestimmte Ergebnisse zu erzielen. Diese Ähnlichkeit macht den Schlüssel zu einer idealen Metapher für eine Lösung.

Der Fluss – die ideale Metapher für den Geschäftsprozess

Ein Wasserlauf, der sich aus der Quelle zum Bach und schließlich zu einem mächtigen Strom entwickelt, hat Eigenschaften, die auch einen betrieblichen Ablauf ausmachen. In seinem Bett fließt das Wasser immer wieder vom Berg ins Meer, wo es verdunstet und über die Wolken wieder in die Berge zurückkommt und der ganze Kreislauf von Neuem beginnt. Dabei befördert der Fluss mit seinen Wassermassen Geröll und anderes Sediment, versorgt das angrenzende Ackerland mit Wasser und Nährstoffen und ermöglicht ab einer gewissen Größe den Transport von Menschen und Gütern. Über bestimmte Eigenschaften des Flusses verfügen auch Geschäftsprozesse. Das macht den Fluss zu einer idealen Metapher für den Geschäftsprozess.

Die folgenden Aspekte verdeutlichen einige dieser Eigenschaften.

  • Es gibt immer einen Start- und Endpunkt
    Die Summe der Quellen machen den Startpunkt eines Flusses aus. Die Entdeckung der Quellen des Nils zeigt, dass es einerseits dauern kann, bis der tatsächliche Ursprung gefunden wird. Andererseits müssen die Quellen festgelegt werden, indem man sich auf offizielle Startpunkte einigt. Ähnliches passiert an der Mündung, wenn sich der Fluss weiträumig auffächert und sich mit verschiedenen, großen Strömen im Meer ergießt. Auch Geschäftsprozesse haben häufig mehrere Start- und Endpunkte, auf die man sich einigen muss. Entscheidend ist, dass vor dem Start und nach dem Ende nichts passiert. Ansonsten ist die Reichweite des Prozesses falsch.
  • Der natürliche Verlauf findet seinen Weg
    In früheren Zeiten sind die Flüsse durch die Landschaft mäandert. Dabei haben sich die Flussläufe immer mal wieder verschoben und große Täler herausmodelliert. Heutzutage versucht man die Flüsse so zu bändigen, dass Überflutungen und sich verändernde Verläufe durch Dämme verhindert werden. Grundsätzlich streben alle Flüsse von den Bergen ins Meer. Dadurch ergibt sich ein natürlicher Verlauf, der bis heute den Fluss ausmacht. Auch Geschäftsprozesse folgen Abläufen, die sich aus dem gesunden Menschenverstand ergeben. Aus diesem Grund gibt es bereits Prozesse, bevor diese gestaltet und beschrieben sind. Entscheidend ist, dass man diese natürlichen Gegebenheiten berücksichtigt, um unnötige Reibungsverluste zu vermeiden.
  • Das Gefälle erhält den Fluss
    Manche Flüsse scheinen sich nicht zu bewegen. Andere überwinden große Höhen und entwickeln dabei eine ungeheure Energie, die alles mitreißt. Das Gefälle bestimmt die Fließgeschwindigkeit und die Kräfte, die dabei entstehen. In der Natur haben sich Wasserfälle gebildet, die alles, was im Fluss transportiert wird, starken Belastungen aussetzt. Ohne Gefälle verbreiten sich im flachen Gelände die Ströme zu riesigen Wasserflächen, in denen eine völlig andere Flora und Fauna lebt. Auch Geschäftsprozesse unterscheiden sich in ihrer Geschwindigkeit. Das Gefälle ergibt sich dabei durch den Grad der Automatisierung. Sobald ein Vorgang im Computer abläuft, werden Geschwindigkeiten erreicht, die wir nicht mehr verfolgen können, z.B. virtuelle Börsen in Millisekundentakt kaufen und verkaufen. Entscheidend sind die Anforderungen an den Ablauf. Entsprechend werden die Prozesse durch Computer beschleunigt oder durch menschliche Teilnahme abgebremst.
  • Gegen die Strömung kostet mehr als mit der Strömung
    In einem Fluss treiben alle Dinge in Richtung Meer, ohne dass zusätzliche Energie erforderlich wäre – außer vielleicht zur Steuerung. Dadurch wurden Flüsse schon früh zu den bevorzugten Transportwegen. Die aufzuwendende Anstrengung ist dann der Durchschnitt der Aufwendungen, die erforderlich sind, um stromabwärts und wieder stromaufwärts zu gelangen. Manchmal müssen Strudel überwunden werden. Auch Geschäftsprozesse haben die Tendenz schnell vom Start zum Ende zu fließen. Sobald die Betroffenen in Widerstand gehen und sich außerhalb der üblichen Abläufe bewegen, brauchen sie wesentlich mehr Aufwand. Entscheidend ist es die natürliche Strömung zu berücksichtigen und mit möglichst wenig Energie vom Start zum Ende zu gelangen.
  • Der Fluss transportiert etwas
    Ein naturbelassener Fluss befördert Steine, Erde, Bäume, Kadaver, einfach alles, was sich in ihm befindet. Dies führt manchmal dazu, dass sich an einzelnen Stellen Barrieren auftürmen, die dann erzwingen, dass der Fluss sein bisheriges Bett verlässt und sich einen neuen Weg sucht. Die Menschen haben gelernt, den Fluss zu nutzen und darauf unterschiedlichste Waren zu transportieren. Um diese Möglichkeit möglichst wirksam auszuschöpfen und die Handbreit Wasser unterm Kiel sicherzustellen, wurden die Flüsse mit der Zeit begradigt und regelmäßig ausgebaggert. Auch der Geschäftsprozess transportiert etwas – überwiegend Informationen. Aber auch Materialien folgen dem Verlauf. Die Gestaltung der Prozesse entspricht dabei der Begradigung eines Wasserwegs. IT-Programme und beschriebene Abfolgen von Aufgaben bestimmen den Ablauf. Entscheidend ist es, dass zur richtigen Zeit die richtigen Informationen und Materialien dort sind, wo sie gerade gebraucht werden.

Fazit: Das intuitive Verständnis eines Flusses lässt sich gut auf Geschäftsprozesse übertragen. Die Quelle und die Mündung bestimmen die Reichweite des Flusses. Der beste Weg findet sich durch die Kraft des Wassers, die sich aus dem Gefälle ergibt. Gegen die Strömung zu fahren erfordert viel Energie, während das Treiben mit der Strömung wenig Aufwand braucht. Die ungeheuren Wassermengen, die meerwärts ohne Unterlass fließen, machen die Produktivität des Flusses aus. Aufgrund dieser Eigenschaften ist der Fluss, die ideale Metapher für den Geschäftsprozess.

Wasser – die ideale Metapher für Daten

Heraklit hat vor über zweieinhalb Jahrtausenden mit Panta rhei (griechisch: Alles fließt) die Grundlage für ein neues Weltverständnis geschaffen. Man kann nicht zweimal in den gleichen Fluss steigen. Die simple Erkenntnis, die sich daraus ergibt, ist, dass sich alles in permanentem Werden und Vergehen befindet. Es ist vordergründig immer Wasser, das im Fluss fließt – jedoch immer anderes. Ähnlich verhält es sich mit unseren heutigen, virtuellen Flüssen, die mit Daten gefüllt sind. Das macht Wasser zur idealen Metapher für Daten.

Betrachten wir einige Eigenschaften von Wasser und Daten.

  • Aggregatzustand
    Wasser findet sich in drei Zuständen: fest, flüssig und gasförmig. Der Schmelzpunkt ist der Übergang von fest zu flüssig und der Siedepunkt zwischen flüssig und gasförmig. Daten prägen sich ähnlich aus. Solange sich etwas nicht als Nullen und Einsen ausdrücken lassen, weil sie noch nicht ermittelt oder formuliert wurden, gibt es nichts, das fließen kann – wie beim Eis. Daten erreichen ihren Schmelzpunkt, sobald jemand seine Gedanken in Form von Sprache, Bildern oder Klang ausdrückt, oder ein Sensor Messdaten geliefert hat. Jetzt können die Daten fließen – verbreitet, ausgetauscht oder empfangen werden. Erhöht sich die Temperatur weiter, so erreicht man irgendwann den Siedepunkt. Die Daten werden fuzzy – wie Wasserdampf. Die Sensoren erzeugen in diesem Fall ein unbestimmtes Rauschen, das sich im virtuellen Raum nicht erfassen lässt.
    Um brauchbare Daten zu erhalten, müssen sie, wie Wasser, in den flüssigen Zustand gebracht werden. Entweder muss man sie erhitzen, damit sie sichtbar werden – durch Messen oder Fragen. Oder man muss sie abkühlen, damit sie sich verdichten zu verarbeitbaren Daten.
  • Qualität
    Beschränken wir uns auf die einfache Unterscheidung von reinem, im Sinne von trinkbarem, versus kontaminiertem, im Sinne von giftigem, Wasser. Wir unterscheiden zwischen objektiven und falschen Daten. Im Allgemeinen glauben wir an reine Daten, wenn sie aus vertrauensvollen Quellen stammen. Offensichtlich kontaminierte Daten werden von Quellen geliefert, die verdächtig sind – Forschungsergebnisse, weil sie von einer befangenen Quelle stammen; Nachrichten, weil sie von einer politisch abhängigen Presse publiziert wurden.
    Leider beruht die Qualität oft auf einer Bewertung durch Dritte, die an sich zweifelhaft ist – wenn beispielsweise eine Nachrichtenagentur eine andere als politisch gesteuert bezichtigt. Andererseits werden kontaminierte Daten genutzt – sogar stärker als man bis zu einem gewissen Grad vergiftetes Wasser trinken kann.
  • Kanäle
    Das Wasser befindet sich in einem fortwährenden Kreislauf – über dem Meer verdunstetes Wasser regnet an den Bergen ab, erzeugt Bäche, Flüsse und Ströme, die manchmal über Wasserfälle, zurück ins Meer fließen. Das Meer der Daten befindet sich im öffentlichen und geschützten virtuellen Raum. Mit dem Internet der Dinge bilden sich im World Wide Web Wolken, die in Programmen gesammelt werden, mit neuen Daten im Zuge von Abläufen vermischt werden, und über Schnittstellen, den Wasserfällen, wieder im virtuellen Raum landen.
    Mit dem Cloud-Computing nähern wir uns immer mehr diesem Zustand – auch wenn derzeit noch viele, aufgrund von starken Zweifeln an der Sicherheit, ihre Daten nicht der Cloud anvertrauen. Diese internen Dämme bieten jedoch langfristig keinen Schutz mehr, da alle Daten immer mal wieder durch den Cyberspace fließen müssen.
  • Gefahren
    Eine naheliegende Gefahr besteht aus so stark kontaminiertem Wasser, dass es die Nutzer in kürzester Zeit vergiftet. In den letzten Jahren wird uns jedoch auch die unvorstellbare Macht von Wasserfluten durch Tsunamis oder Dammbrüchen nach starken Regenfällen vor Augen geführt. Dabei vergessen wir schnell, dass kein Wasser eine noch schlimmere Bedrohung darstellt – vor allem, wenn sich Länder gegenseitig das Wasser abgraben, wie man an den Verteilungsproblemen im Westjordanland, an den Dämmen des Mekong in China oder am Aralsee sehen kann. Die Verbreitung von falschen Informationen kontaminiert ebenfalls die Einstellungen und Erkenntnisse des Publikums. Gleichzeitig fluten immer mehr Daten durch das Internet. Der Versuch diese Daten zu sortieren führt einerseits zu Filterblasen, die einen großen Teil der Daten ausblenden. Andererseits schaffen die Filter Möglichkeiten die öffentliche Meinung durch das unmerkliche Herausfiltern von kritischen Inhalten zu manipulieren, wie beispielsweise durch die Zensur des „embedded” Journalismus. Und schließlich führen fehlende Daten zu gefährlichen Fehleinschätzungen.

Verschiedene Denker haben sich der Frage gewidmet „Wie wirklich ist die Wirklichkeit?” Und trotzdem argumentieren viele noch mit Kategorien wie „Richtig“ und „Falsch“. Dabei liegt die Wahrheit immer im Auge des Betrachters. Mit dem neuen Aufflammen von Propaganda müssen wir wohl damit Leben, dass immer neue Begriffe, wie „postfaktisch“ oder „alternative Fakten“ dieses Dilemma zu verstecken versuchen. Wir sollten nicht vergessen, dass manche Leute keine Hemmungen haben gute und schlechte Daten zu verkaufen, sowie arglose sie ohne sie zu hinterfragen konsumieren – wie Wasser.

Fazit: Daten verhalten sich offensichtlich wie Wasser – es gibt ähnliche Aggregatzustände, Qualitäten, Kanäle und Gefahren. Datenflüsse, Datenströme und Datenfluten lassen sich durch speziell angelegte Flussbetten und Dämme sowie durch Filter steuern. Damit ist Wasser die ideale Metapher für Daten.

Das Schiff – die ideale Metapher für den Geltungsbereich

Je größer ein Schiff ist, desto größer ist die Besatzung. Dies umfasst den einfachsten Matrosen bis hin zum Kapitän, und zwar immer nur einen Skipper. An Bord finden sich vielfältige Bereiche, die vor allem einem Zweck dienen – das Schiff in Betrieb zu halten, z.B. Ingenieure, Navigatoren, Techniker, Betriebsmeister, Mechaniker, Köche, Quartiermeister. Einerseits ist ein Schiff unentwegt außerhalb von Landesgrenzen unterwegs, aber andererseits hat es klare Grenzen – den Schiffskörper. Dies macht das Schiff zu einer idealen Metapher für den Geltungsbereich.

Die folgenden Elemente sind erforderlich zur Festlegung des Geltungsbereichs.

  • Externe Grenzen
    Der Ausgangspunkt für die Festlegung des grundsätzlichen Geltungsbereichs ist die externe Grenze. Innerhalb finden sich alle betroffenen Bestandteile – die Menschen und die Dinge sowie die Konzepte, die Vorgehen und die dazugehörigen Regeln. Der Überblick über diese Elemente ist die Basis, um wirkungsvoll kontrollieren und steuern zu können. Außerhalb finden sich unendlich viele, andere Einheiten, die zu kleineren oder größeren Einheiten zusammengefasst sind. Auf dem Schiff unterliegen alle schlussendlich der Autorität des Kapitäns, der die absolute Verfügungsgewalt an Bord hat. Aus diesem Grund verlässt der Kapitän sein Schiff als Letzter. Im Geschäftsleben gibt es viele Geltungsbereiche (z.B. Abteilungen, Projekte, Joint Ventures, Handelszonen), die sich, mit eher verschwommenen Grenzen zwischen innen und außen, oft überlappen. Dadurch ist es erforderlich, die Grenzen der Geltungsbereiche klar zu beschreiben. Mit dem Schiff als Metapher hat man ein gutes Beispiel, um die Reichweite von Verantwortung zu verdeutlichen.
  • Interne Grenzen
    Innerhalb der äußeren Grenzen finden sich weitere abgesteckte Bereiche. Diese inneren Grenzen werden wie externe behandelt. Der jeweilige Chef regiert innerhalb seines Bereichs genauso, wie der übergeordnete Boss. Diese Verschachtelung von Bereichen führt zu den üblichen, hierarchischen Strukturen eines Unternehmens. Der Kapitän verringert durch die Aufteilung in Verantwortungsbereiche seine Führungsspanne und damit die Komplexität seiner direkt unterstellten Mitarbeiter.
    Im Geschäftsleben hat man in den letzten Jahren versucht, die Führungsspanne zugunsten einer flachen Hierarchie zu erhöhen. Die Gliederung folgt den angebotenen Produkten/Services, den Abläufen, den geografischen Gegebenheiten und anderen Kriterien.
  • Entscheidungsebenen
    Die Ebenen, auf denen Entscheidungen getroffen werden, ergeben sich aus dem Bedürfnis des Unternehmens nach Steuerung. Das Zusammenspiel der internen und externen Grenzen legt dabei die Reichweite von Entscheidungen fest. Auf einem Schiff gibt der Kapitän die Befehle an seine Offiziere, die sie wiederum an die Ausführenden weitergeben. Die Ebenen der Entscheidung bestimmen den Geltungsbereich.
    Im Unternehmen sind die Grenzen der Gültigkeit von Anweisungen nicht wirklich trennscharf festlegbar. Bereiche, die aus unterschiedlichen Blickwinkeln für Entscheidungen zuständig sind, erteilen oft widersprüchliche Anweisungen. Ein gutes Beispiel ist die Verantwortung für die geschäftlichen Abläufe. Hier haben die Prozesseigner, der Herstellungsbereich, der Organisationsbereich, die Qualitätssicherung, das Controlling, die Personalabteilung usw. ihre Ziele, die oft im Wettbewerb stehen. Der Prozess soll sich auf die Befriedigung der Wünsche des Kunden beschränken, die Produktion senkt jedoch die Kosten der Herstellung; der Organisationsbereich schafft funktionale Stellen; die Qualitätssicherung strebt das beste Produkt an; das Controlling möchte so viele Messpunkte, wie möglich; die Personalabteilung entscheidet die Schulungsmaßnahmen aus übergreifender Sicht. Dies führt zu unterschiedlichen Kenngrößen, deren Erfüllung die anderen unterminiert. Mehrdeutige Zuständigkeiten führen zu einer Aufweichung der unterschiedlichen Vorgaben.
  • Interdependenz
    Zwar könnte man die einzelnen Zuständigkeitsbereiche klar voneinander trennen. Aber die Abhängigkeit voneinander zwingt zu einer Bündelung innerhalb eines Bereichs und der Festlegung der inneren Grenzen. Auf einem Schiff können die einzelnen Bereiche sich nur mit viel Aufwand außerhalb der externen Grenzen bewegen (beispielsweise das Beiboot). Es ist jedoch nicht praktikabel, als Koch auf einem eigenen Boot unterwegs zu sein und nur zum Kochen an Bord zu kommen. Aus diesem Grund sind die Kombüse und ihre Belegschaft Bestandteil des Schiffs.
    Im Unternehmen ist das Auslagern von Bereichen schon lange zu einer kurzsichtigen Praxis geworden. Im Interesse der Verringerung der Mitarbeiteranzahl werden immer wieder einzelne Bereiche nach außen verlegt. Das Zusammenspiel erfolgt danach wie mit anderen externen Zulieferern. So werden gut abgrenzbare Einheiten gerne nach außen verlagert – z.B. der Werkschutz, die Kantine, die Gebäudereinigung sowie spezialisierte Tätigkeiten, wie die IT-Entwicklung, die Komponentenfertigung oder die manuelle Datenerfassung. Häufig vergessen die Entscheider, dass dadurch künstliche Lecks geschaffen werden, durch die Wissen das Unternehmen verlässt – mit allen Nachteilen im Wettbewerb.

Fazit: Die klare Festlegung der externen und internen Grenzen sowie der Ebenen der Entscheidungen und der Interdependenz sind wichtige Voraussetzungen für wirksame Geltungsbereiche. Ohne diese klar begrenzten Einflusszonen ergeben sich überlappende Zuständigkeiten, mehrdeutige Machtverhältnisse und am Ende ein schwer zu steuerndes Ganzes. Ein Boot versinnbildlicht diese Aspekte. Damit ist das Schiff die ideale Metapher für einen Geltungsbereich.

Der Plastikbaustein – die ideale Metapher für Modularität

Die Arbeitsteilung hat nicht nur die Arbeitswelt der Mitarbeiter verändert, indem die einzelnen Aufgaben immer kleiner und einfacher geschnitten wurden. Es hat auch die Ansätze der Hersteller verändert. Der klassische Meisterbetrieb, der die gesamte Wertschöpfung beherrschte, ist dem von Angestellten gesteuerten, auf Kernaufgaben reduzierten Unternehmen gewichen. Einzelteile werden irgendwo hergestellt und irgendwo zusammengesetzt. Voraussetzung ist ein modularer Aufbau der Produkte. Der Plastikbaustein bietet dafür die ideale Metapher.

Damit die Module am Ende mühelos zusammenpassen, sind bestimmte Rahmenbedingungen zu schaffen.

  • Hinreichende Beschreibung der Anforderungen
    Es ist unbedingt erforderlich die Anforderungen an die einzelnen Komponenten festzulegen, sodass die Bausteine eines Gerätes oder einer Maschine zusammenpassen und zusammenwirken. Dies umfasst heute nicht nur die Größe, die Lage des Teils und das Material. Die meisten Bausteine müssen zusätzlich Informationen austauschen, damit das Ganze funktioniert. Die Teilstücke, die mal mehr oder weniger groß sein können, werden von einer zentralen Stelle koordiniert. Zumeist ist dies die Aufgabe der Hersteller. Aber selbst diese Aufgabe wird manchmal einem Generalunternehmen übergeben.
    In der Welt der Plastikbausteine werden die Anzahl von Bausteinen, deren Form, deren Farbe und mittlerweile sogar deren Technik betrachtet. Die Sets, in denen die Bausteine angeboten werden, bestehen zusätzlich aus einer Bauanleitung, die sicherstellt, dass der gewünschte Gegenstand mit den vorhandenen Teilen zusammengesetzt werden kann.
  • Passgenaue Schnittstellen
    Die Schnittstellen sind die Punkte, an denen die Einzelteile zusammengesteckt werden. Dabei geht es nicht nur darum, die Komponenten sicher zu befestigen, sondern auch um ausreichend Raum, damit die Teile sich nicht gegenseitig stören. Mit den Möglichkeiten von CAx können die Bestandteile heute virtuell zusammengesetzt und geprüft werden, bevor die einzelnen Teile überhaupt vorliegen. Die Abstimmung der vielen Teile ist trotz der genutzten IT eine aufwendige Pflicht, die Zeit kostet. Veränderungen des Bauraums haben Auswirkungen, die sich durch das gesamte Produkt hindurchziehen. Der Abstimmungsaufwand, um auftretende Änderungen nachträglich zu regeln, kostet Kraft und Ressourcen. Der Umbau wird jedoch durch die festgelegten Verbindungsstellen erleichtert.
    In der Welt der Plastikbausteine bilden die Noppen der Bausteine eine zuverlässige Schnittstelle. Sie sind normiert und halten die Bauteile zuverlässig zusammen. Der spontane Zusammenbau von Plastikbausteinen führt manchmal in eine Sackgasse. Sobald der Platz nicht mehr reicht, müssen auch hier die Steine aufwendig wieder auseinandergenommen und neu zusammengesteckt werden. Durch die immer gleichen Verbindungsstellen gibt es einfache Werkzeuge, um den Zusammenbau wieder zu zerlegen.
  • Zuverlässige Abschottung
    Ein Modul erfordert nicht nur die Anschlussfähigkeit an die restlichen Komponenten. Ein Modul ist für sich genommen ein komplexes Ganzes. Es verfügt intern ebenfalls über Anforderungen, genau wie das Produkt, in das es eingebaut wird. Diese internen Festlegungen sind nur dem Modulhersteller bekannt. Für den Produkthersteller ist das Teil eine Black-Box, die er weder kennt noch kennen muss. Die Parameter für den Einbau beschränken sich auf die Schnittstellen. Sollte etwas nicht wie gewünscht funktionieren, ist es wichtig, dass die Komponente keine Schäden bei anderen bewirkt. Fehlerhafte Teile lassen sich ohne weitere Auswirkungen austauschen.
    In der Welt der Plastikbausteine können Teilkomponenten parallel vorbereitet und anschließend zusammengesteckt werden. Treten Schwierigkeiten auf, so können die einzelnen Teilstücke ersetzt werden.

Die Modularität hat dazu geführt, dass in unterschiedlichen Produkten immer häufiger ähnliche Komponenten eingebaut werden – Akkus, Airbags, Faltdächer von Cabrios. Die Hersteller der Produkte lassen sich ihre Marke bezahlen, obwohl in verschiedenen Marken und Produktlinien gleiche Teile verbaut werden.
In der Welt der Plastikbausteine sind es nicht mehr die einzelnen Bausteine, die im Mittelpunkt stehen, sondern Bausätze oder Komponenten, die themenorientiert angeboten werden – Star Wars, Bauernhof, Krankenhaus oder die vielen technischen Zusatzangebote, wie Elektromotoren. Basis ist die Anschlussfähigkeit durch die Noppen.

Fazit: Modularität findet sich heute überall – z.B. im Auto, in der Weißware, in den Medien und beim Lernen. Damit dies funktioniert, müssen die Anforderungen klar beschrieben sein, Schnittstellen Bestandteile verbinden und die Komponenten selbstständig funktionieren. Die Modularität hat die Komplexität erhöht und gleichzeitig durch Normen und Standards die Anschlussfähigkeit sichergestellt. Anhand von Plastikbausteinen lassen sich diese Aspekte verdeutlichen. Deshalb sind sie die ideale Metapher für Modularität.

Die Tür – die ideale Metapher für Veränderung

Veränderungen sind komplexe Vorgänge, die sich durch die Stärke, die Dauer und die Häufigkeit unterscheiden. Die gleitenden Übergänge von einem Zustand in den nächsten sind meistens nicht trennscharf. Der eigentliche Quantensprung findet auf mikroskopischer Ebene statt, nicht erkennbar für das menschliche Auge. Um sich die Veränderungen und deren Ablauf bewusst zu machen, bieten Türen ein greifbares Beispiel. Die Tür – die ideale Metapher für Veränderung.

Change

Die gedankliche Verbindung zwischen Türen und Veränderungen zeigen die folgenden Beispiele.

  • Vor der Tür
    Der Bereich vor der Tür symbolisiert die Phase vor der Veränderung. Man befindet sich vor einer oder mehreren Türen und muss sich entscheiden, durch welche man gehen soll. In diesem Moment kann man nur erahnen, was einen hinter den verschiedenen Türen erwartet. Somit findet eine Entscheidung mit Unsicherheit statt. Fragen, die einem dabei durch den Kopf gehen sind: Ist das Neue besser als das Bestehende? Welche Tür verspricht einem am meisten? Was lässt man hinter sich? Kann ich wieder zurück? Muss man überhaupt eine Tür auswählen?
    Im Geschäft macht man sich die aktuelle Situation bewusst und entwickelt Szenarien für die verschiedenen Aussichten. Damit muss man sich bereits mit der Veränderung beschäftigen, bevor sie eigentlich beginnt.
  • In der Tür
    Je nach Dicke des Türrahmens befindet man sich mehr oder weniger lang in der Tür. Handelt es sich um eine dünne Wand, überwindet man diese Phase unmerklich. Der Türrahmen kann jedoch auch sehr dick sein. Im Extremfall wird er zu einem Tunnel, in dem man sich lange befindet, nachdem man eintritt. Es dauert sehr lange, bis man auf der anderen Seite herauskommt. Während des Übergangs befindet man sich in einem undefinierten Zustand – nicht mehr im alten, aber auch noch nicht im neuen. Währenddessen drängen sich folgende Fragen auf: Habe ich die richtige Tür gewählt? Was passiert, solange ich nicht auf der anderen Seite bin? Kann ich mich im Türrahmen auch wieder umdrehen und zurückgehen?
    Im Geschäft erfolgen manche Veränderungen schnell und andere ziehen sich über Wochen, Monate manchmal Jahre hin. In diesem Fall muss das Alte am Laufen gehalten und bereits das Neue vorbereitet werden, ohne klare Governance.
  • Nach der Tür
    Sobald man die Tür passiert hat, befindet man sich auf der anderen Seite. Die Veränderung ist jetzt vollzogen und man erkennt langsam, worauf man sich eingelassen hat. Dies schafft Erleichterung. Gleichzeitig erkennt man früher oder später, dass nach der Tür vor der Tür ist – erneut viele Türen, aus denen man eine auswählen muss. Mit einer positiven Einstellung beginnt jetzt die wissbegierige Entdeckung des neuen Zustands. Dabei lässt man sich von folgenden Fragen treiben: War dies die richtige Tür? Entspricht das Ergebnis meinen Erwartungen? Was habe ich davon? Wie fühlt es sich an, einiges aufgegeben zu haben? Sollte ich wieder zurück?
    Im Geschäft erntet man nach der Tür den erwarteten Nutzen und konsolidiert die vorgefundene Situation. Damit ist das Neue die gültige Wirklichkeit.

So wie wir im Laufe eines Tages auf unzählige Türen treffen, die wir gedankenlos durchschreiten, stehen wir unentwegt vor weitreichenden, geschäftlichen Entscheidungen. Die meisten Türen durchschreiten wir unmerklich, da uns die Folgen nicht bewusst sind. Andere bringen uns zum Stehen, zum Nachdenken, weil wir merken, dass die nächsten Schritte große Veränderungen mit sich bringen.

Fazit: Wenn wir uns eine Veränderung als Tür vorstellen, können wir bewusster die Fragen beantworten, was vor der Tür, während des Übergangs und nach der Tür zu tun ist. Allen Beteiligten sollte klar sein, dass es nicht um die eigentliche Veränderung, sondern um die richtige Vorbereitung, das zügige Umsetzen und um die richtige Nachbereitung geht. Das macht Türen zu idealen Metaphern für Veränderungen.