{"id":2523,"date":"2020-02-15T17:22:00","date_gmt":"2020-02-15T17:22:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.memecon.info\/?p=2523"},"modified":"2020-02-15T17:22:00","modified_gmt":"2020-02-15T17:22:00","slug":"durch-den-schleier-der-symptome","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.memecon.info\/?p=2523","title":{"rendered":"Durch den Schleier der Symptome"},"content":{"rendered":"<p>Es fehlt uns immer noch eine Erkl\u00e4rung, wie wir eigentlich in der Lage sind, bewusst zu denken. Bereits die Vereinnahmung mittels Wir, die unterstellt, dass Andere denken, ist nicht sachlich nachweisbar. Und doch haben wir ein stilles Einverst\u00e4ndnis, dass wir \u00e4hnlich sehen, h\u00f6ren, f\u00fchlen, schmecken, riechen und denken. Wie jedoch die Reize der Umwelt in unser mentales Inneres \u00fcbersetzt werden und wie unser Bewusstsein dort entsteht, wissen wir noch nicht. Alles, was wir haben, ist unser \u201eCogito ergo sum\u201c. Trotzdem fragen wir danach, ob Maschinen ein Bewusstsein haben. Messbar sind nur mittelbare Symptome &#8211; elektrische Aktivierungen und die beobachtbaren Aktivit\u00e4ten. Durch diesen Schleier der Symptome suchen wir weiter.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.memecon.info\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Wahrnehmung02b.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2520\" src=\"http:\/\/www.memecon.info\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Wahrnehmung02b.jpg\" alt=\"\" width=\"835\" height=\"641\" srcset=\"https:\/\/www.memecon.info\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Wahrnehmung02b.jpg 835w, https:\/\/www.memecon.info\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Wahrnehmung02b-300x230.jpg 300w, https:\/\/www.memecon.info\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Wahrnehmung02b-768x590.jpg 768w, https:\/\/www.memecon.info\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Wahrnehmung02b-624x479.jpg 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 835px) 100vw, 835px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Um den Schleier zu durchdringen, stehen uns Personen und Artefakte, sensorische Signale, unser eigenes Bewusstsein und die resultierenden Aktivit\u00e4ten und Artefakte zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Die Welt als solche<\/strong><br \/>\nDie Flora und Fauna sowie die nat\u00fcrlichen und menschgemachten Dinge nehmen wir als gegeben hin. Wir sind \u00fcberzeugt, dass sie da sind, unabh\u00e4ngig von dem Beobachter. Die philosophische Frage lautet: Rauschen die Bl\u00e4tter im Wald, auch wenn wir nicht da sind, um es zu h\u00f6ren?<br \/>\nDerartige Fragen k\u00f6nnen uns in den Sinn kommen, ohne dass wir das bei anderen, auch nicht bei anderen Lebewesen, feststellen k\u00f6nnen. Wie sollte man das bei einem Computer k\u00f6nnen?<\/li>\n<li><strong>Wahrgenommene Signale<\/strong><br \/>\nWir nehmen die Welt durch die f\u00fcnf Sinne wahr. So empfangen die Rezeptoren in den Augen Licht, das in mentale Bilder umgewandelt wird, die Ohren empfangen Kl\u00e4nge, die zu Musik werden, Ber\u00fchrungen der Haut, die Gef\u00fchle ausl\u00f6sen, Schlemmereien, die die Zunge anregen und geschmackliche Erlebnisse erm\u00f6glichen sowie D\u00fcfte, die wir schnuppern und Erinnerungen ausl\u00f6sen. Die einzelnen Bestandteile lassen sich mehr oder weniger gut mit Messger\u00e4ten aufnehmen. Allerdings lassen sich die ausgel\u00f6sten Erlebnisse nicht aus den Messungen \u00fcbersetzen.<br \/>\nDie Signale bekommen wir nat\u00fcrlich in einen Computer. Allerdings haben wir keine Vorstellung, wie die Signale in ein Verstehen \u00fcbersetzt werden?<\/li>\n<li><strong>Subjektive Verarbeitung<\/strong><br \/>\nVon den Rezeptoren leiten Nerven die empfangenen Daten weiter ins Gehirn. Wie die Signale auf dem Weg \u00fcbersetzt werden, ist unklar. Aus eigener Anschauung k\u00f6nnen wir sicherlich best\u00e4tigen, dass wir uns unserer Umwelt bewusst sind. Wir erzeugen aus Formen und Farben Bilder, die wir sogar in zweidimensionalen Bildern wiedererkennen. Hohe und tiefe, helle und dumpfe, laute und leise Ger\u00e4usche werden zu Symphonien. Die Oberfl\u00e4che eines Holztischs f\u00fchlt sich angenehm an. Die Madeleine erinnert einen an die Kindheit am Meer. Der Duft von feuchtem Gras riecht nach Sommer.<br \/>\nNoch gibt es keine Ans\u00e4tze, um die mentale Verarbeitung in einem Computer ablaufen zu lassen &#8211; geschweige denn, ein entstehendes Bewusstsein beobachten zu k\u00f6nnen.<\/li>\n<li><strong>Sichtbare Handlung<\/strong><br \/>\nDas, was wir in uns beobachten, k\u00f6nnen wir bei anderen nicht sehen &#8211; zumindest nicht direkt. Uns bleibt nur der mittelbare Blick auf die Aktionen der anderen. Wir sehen ihre K\u00f6rpersprache, die Gestik und Mimik, h\u00f6ren ihre Intonation und beobachten ihre Aktivit\u00e4ten. Daraus leiten wir dann ihre Befindlichkeiten ab. Die sichtbaren Akte, die sich (vermutlich) aus ihren Gedanken ergeben, erlauben nur Deutungen dessen, was in ihnen vorgeht. Das eigentliche Bewusstsein bemerken wir bei anderen noch mittelbarer, als bei uns selbst.<br \/>\nDer Ablauf eines Computerprogramms kann leicht verfolgt werden &#8211; die Ergebnisse, die am Bildschirm angezeigt oder ausgedruckt werden. Das geht soweit, dass wir dreidimensionale Welten im Computer erschaffen und sogar Artefakte ausdrucken k\u00f6nnen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Feder, die wir sehen und ber\u00fchren k\u00f6nnen, l\u00f6st Gef\u00fchle aus, die uns beispielsweise l\u00e4cheln lassen. In einem Computer k\u00f6nnte man einprogrammieren, dass eine Feder, die eine Kamera erkennt und ein Sensor sp\u00fcrt, dazu f\u00fchrt, dass ein k\u00fcnstliches Gesicht auf dem Bildschirm l\u00e4chelt. Dies bedeutet jedoch nicht, dass der Computer die Gef\u00fchle entwickelt, die wir haben. Die schnelle Verarbeitungsgeschwindigkeit wird mittelfristig dazu f\u00fchren, dass immer mehr sichtbare Handlungen dem Rechner antrainiert werden. Der Eindruck wird sein, dass der Computer sich wie ein Mensch verh\u00e4lt. Ob er dabei ein Bewusstsein entwickelt oder nicht, werden wir genau sowenig erkennen, wie bei anderen Menschen.<\/p>\n<p>Fazit: In der K\u00fcnstlichen Intelligenz wird weiterhin viel mit dem Glauben argumentiert. Es werden die Reize, die die Dinge der Welt ausl\u00f6sen, feinf\u00fchlig gemessen. Die Verarbeitung im Menschen wird absehbar nicht \u00fcbertragbar sein &#8211; vor allem nicht, solange wir nicht wissen, was in unserem Bewusstsein passiert. Allerdings werden die Programme immer leistungsf\u00e4higer, sodass sie sichtbare Handlungen ausl\u00f6sen k\u00f6nnen, als ob \u2026 Gl\u00e4ubige k\u00f6nnen durch den Schleier blicken und annehmen, dass dahinter Bewusstsein steckt. Ungl\u00e4ubige k\u00f6nnen das Gegenteil denken. F\u00fcr den Moment bleibt nichts weiter als der Blick durch den Schleier der Symptome.<\/p>\n<div class=\"shariff shariff-align-left shariff-widget-align-left\"><ul class=\"shariff-buttons theme-round orientation-horizontal buttonsize-medium\"><li class=\"shariff-button xing shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#29888a\"><a href=\"https:\/\/www.xing.com\/spi\/shares\/new?url=https%3A%2F%2Fwww.memecon.info%2F%3Fp%3D2523\" title=\"Bei XING teilen\" aria-label=\"Bei XING teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#126567; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 25 32\"><path fill=\"#126567\" d=\"M10.7 11.9q-0.2 0.3-4.6 8.2-0.5 0.8-1.2 0.8h-4.3q-0.4 0-0.5-0.3t0-0.6l4.5-8q0 0 0 0l-2.9-5q-0.2-0.4 0-0.7 0.2-0.3 0.5-0.3h4.3q0.7 0 1.2 0.8zM25.1 0.4q0.2 0.3 0 0.7l-9.4 16.7 6 11q0.2 0.4 0 0.6-0.2 0.3-0.6 0.3h-4.3q-0.7 0-1.2-0.8l-6-11.1q0.3-0.6 9.5-16.8 0.4-0.8 1.2-0.8h4.3q0.4 0 0.5 0.3z\"\/><\/svg><\/span><\/a><\/li><li class=\"shariff-button linkedin shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#1488bf\"><a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/sharing\/share-offsite\/?url=https%3A%2F%2Fwww.memecon.info%2F%3Fp%3D2523\" title=\"Bei LinkedIn teilen\" aria-label=\"Bei LinkedIn teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#0077b5; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 27 32\"><path fill=\"#0077b5\" d=\"M6.2 11.2v17.7h-5.9v-17.7h5.9zM6.6 5.7q0 1.3-0.9 2.2t-2.4 0.9h0q-1.5 0-2.4-0.9t-0.9-2.2 0.9-2.2 2.4-0.9 2.4 0.9 0.9 2.2zM27.4 18.7v10.1h-5.9v-9.5q0-1.9-0.7-2.9t-2.3-1.1q-1.1 0-1.9 0.6t-1.2 1.5q-0.2 0.5-0.2 1.4v9.9h-5.9q0-7.1 0-11.6t0-5.3l0-0.9h5.9v2.6h0q0.4-0.6 0.7-1t1-0.9 1.6-0.8 2-0.3q3 0 4.9 2t1.9 6z\"\/><\/svg><\/span><\/a><\/li><li class=\"shariff-button facebook shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#4273c8\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=https%3A%2F%2Fwww.memecon.info%2F%3Fp%3D2523\" title=\"Bei Facebook teilen\" aria-label=\"Bei Facebook teilen\" role=\"button\" rel=\"nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#3b5998; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 18 32\"><path fill=\"#3b5998\" d=\"M17.1 0.2v4.7h-2.8q-1.5 0-2.1 0.6t-0.5 1.9v3.4h5.2l-0.7 5.3h-4.5v13.6h-5.5v-13.6h-4.5v-5.3h4.5v-3.9q0-3.3 1.9-5.2t5-1.8q2.6 0 4.1 0.2z\"\/><\/svg><\/span><\/a><\/li><li class=\"shariff-button flipboard shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#373737\"><a href=\"https:\/\/share.flipboard.com\/bookmarklet\/popout?v=2&title=Durch%20den%20Schleier%20der%20Symptome&url=https%3A%2F%2Fwww.memecon.info%2F%3Fp%3D2523\" title=\"Bei Flipboard teilen\" aria-label=\"Bei Flipboard teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#f52828; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"24px\" height=\"24px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 24 24\"><path fill=\"#f52828\" d=\"M0 0h8v24H0V0zm9 9h7v7H9V9zm0-9h15v8H9V0z\"\/><\/svg><\/span><\/a><\/li><li class=\"shariff-button twitter shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#595959\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/share?url=https%3A%2F%2Fwww.memecon.info%2F%3Fp%3D2523&text=Durch%20den%20Schleier%20der%20Symptome\" title=\"Bei X teilen\" aria-label=\"Bei X teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#000; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 24 24\"><path fill=\"#000\" d=\"M14.258 10.152L23.176 0h-2.113l-7.747 8.813L7.133 0H0l9.352 13.328L0 23.973h2.113l8.176-9.309 6.531 9.309h7.133zm-2.895 3.293l-.949-1.328L2.875 1.56h3.246l6.086 8.523.945 1.328 7.91 11.078h-3.246zm0 0\"\/><\/svg><\/span><\/a><\/li><\/ul><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es fehlt uns immer noch eine Erkl\u00e4rung, wie wir eigentlich in der Lage sind, bewusst zu denken. 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