Der weiche Vorteil

300g Mehl, 5 Eier, etwas Salz, 1 EL Öl, 2 Zwiebeln, 500 gr. feines Gehacktes,
3 EL gehackte Petersilie, Brühe.

Gutes Essen ist für jeden ein Vergnügen. Bei den Gedanken an die Speisefolge läuft uns schnell mal das Wasser im Mund zusammen. Bezeichnenderweise wissen nur die Leser, an welche lukullischen Genüsse sie gerade denken. Sicher kommen einem nicht die obigen, abgemessenen Zutaten für Maultaschen in den Sinn. Im Geschäftsleben scheinen jedoch Manager eher auf Zahlen, Daten und Fakten zu vertrauen, als auf ihr Bauchgefühl. Wenn trotz einer Flut an Daten etwas nicht funktioniert, liegt es an der schlechten Datenqualität. Bleiben die weichen Vorteile unberücksichtigt, ist das ein Hinweis auf materialistische Scheuklappen.

Scheuklappen

Die Bedeutung eines Plans, die Qualität eines Produkts, die Bewertungen von Abläufen liegen immer im Auge des Betrachters. Basieren Beschlüsse auf scheinbar objektiven Informationen, ist dies das erste Anzeichen für eine kognitive Verzerrung – die Illusion des Faktischen. Dabei handelt es sich um die Annahme, dass die Welt so ist, wie man sie wahrnimmt. Es passiert vor allem denen, die sich nicht bewusst sind, dass Inhalten die Eindeutigkeit fehlt und letztendlich die Empfänger über den Gehalt der Botschaften entscheiden. Durch rechtzeitige, auf ein Publikum ausgerichtete Formulierungen und die Berücksichtigung der weichen Vorteile lassen sich die Veröffentlichungen verständlicher gestalten. Der weiche Vorteil entsteht durch die Nutzung der unvermeidbaren Mehrdeutigkeiten. Im Allgemeinen wird Weichheit im Westen zwar mit Schwäche und fehlendem Durchhaltevermögen verbunden. Jedoch in anderen Teilen der Welt existiert ein entgegengesetztes Verständnis, wie man sie zum eigenen Vorteil einsetzen kann. Ein bekanntes Beispiel sind die asiatischen Kampfkünste, in denen die Kraft und der Schwung des Gegners gegen ihn verstärkt wird.

Vergegenwärtigen wir uns die Eigenschaften von Weichheit. Sobald etwas nur vage erkennbar ist, sind vor allem Entscheider verunsichert. Sie entwickeln das Gefühl, über nicht ausreichende Fakten zu verfügen. Dabei hat die Vagheit die Stärke Assoziationen im Kopf der Betrachter auszulösen. Das Ergebnis ist dann die Summe der Gedanken aller, die immer umfassender sind, als man den Sachverhalt je beschreiben könnte. Das erleichtert es den Leuten, sich auf Ideen einzulassen, in dem sie sie in ihrem Kopf entsprechend dehnen oder anpassen. Im Laufe der Zeit nähern sich durch unentwegtes Lernen die Meinungen und Einstellungen an. Die Ergebnisse werden auf diese Weise von den Beteiligten geformt und zu einem gemeinsamen Optimum entwickelt. Es entsteht der entscheidende Vorsprung vor den Wettbewerbern. Da sich alle Stakeholder einbringen, erhalten Sie den richtigen Mix und nutzen den geschicktesten Hebelpunkt. Am Ende verfügen alle über die erforderliche Transparenz durch einen umfassenden Überblick.

Der weiche Vorteil ist die Fähigkeit entscheidend überall, jederzeit und strukturiert neu ordnen zu können. Dies geht dadurch, dass man seine Ideen nicht in den eigenen Beton gießt. Die Flexibilität der Mitarbeiter, ihren Beitrag aus unterschiedlichen Blickwinkeln leisten zu können, macht den Unterschied. Hierfür ist nur ein produktives Vorgehen notwendig – KOKOMEI. Dies ermöglicht es den Entscheidern die Aufgaben stimmig zu KOnkretisieren und ausreichend zu KOmmunizieren sowie die Umsetzung zu MEIstern. Solange die Scheuklappen den Führungskräften den Blick auf die weichen Vorteile verstellen, laufen die Aktivitäten Gefahr zu scheitern. Normalerweise geben die Verantwortlichen dann dem System und den Mitarbeitern die Schuld, wenn sie ihre Ziele verfehlen.

Verabschiedet man sich von der Taschenrechnermentalität und lässt den Mitarbeitern den Raum, um sich selbst zu organisieren, schöpft man den weichen Vorteil aus. Zum einen sind sowieso nie ausreichend Fakten für eine risikolose Planung verfügbar. Zum anderen kann niemand die Zukunft verlässlich vorhersagen. Zukunft wird gemacht – durch engagierte, mit ausreichend Befugnis ausgestatteten Mitarbeitern.

Fazit: Der weiche Vorteil ist die Abkehr von der Vorstellung, dass das Geschäft eine Maschine ist mit justierbaren, perfekt ineinandergreifenden und gut zu ölenden Zahnrädern. Zu diesem Zweck müssen sich die Entscheider nur den Einsatz des weichen Vorteils erlauben. Die notwendigen Fähigkeiten sind da. Sobald aktiv gemeinsam gedacht und entschieden wird, verbessern sich die Routine und der Wandel. Der weiche Vorteil baut auf dem natürlichen Verhalten und Zusammenspiel der Elemente des Geschäfts auf.

The soft advantage

300g flour, 5 eggs, some salt, 1 tablespoon of oil, 2 onions, 500g Minced meat,
3 tablespoons of chopped parsley, broth.

Good food is a pleasure for everyone. When you think about a set meal all our mouths water immediately. Typically only the readers know, what Lucullian pleasures they have in mind at this moment. Certainly these are not the measured ingredients of the above receipt of swabian raviolis. However, in business managers seem to trust rather on numbers, data and facts than on their gut feeling. If something does not function despite a flood at data, it is due to bad data quality. If the soft advantages are not considered, this is an indicator for materialistic blinkers.

Scheuklappen

The meaning of a plan, the quality of a product, the evaluations of procedures always lie in the eye of the beholder. If the resolutions are based on apparently objective information, this is the first sign for a cognitive distortion – the illusion of the facts. This is the assumption that the world is, as one perceives it. It happens to those, who are not aware that contents do not have clarity and that eventually the receivers decide upon the content of the messages. Through timely formulations that are aligned to the audience and by considering the soft advantages, you can design publications clearer. The soft advantage evolves, if one uses the unavoidable ambiguities. Generally softness is in the west connected with weakness and missing resilience. But in other parts of the world exists the contrary understanding of how to use it for the own advantage. Well-known examples are the Asian martial arts, in which the strength and the momentum of the adversary are reinforced against him.

Let’s envision the characteristics of softness. As soon as something is only vaguely recognizable, especially decision makers are unsettled. They develop the feeling that they do not have enough facts. Yet the vagueness has the strength to release associations in the mind of the observer. The result is then the sum of all thoughts, which are becoming more complete than you ever could describe the situation. This makes it easier for people to commit themselves to ideas, by stretching or adapting them in their mind. Over time the opinions and attitudes about the conditions change through continuous learning. The results are formed that way by the involved ones and developed to a common optimum. It generates the relevant advantage ahead of the competitors. Since all stakeholders participate, they get the right mix and exploit the smartest leverage point. Eventually everybody will have the necessary transparency through a comprehensive overview.

The soft advantage is the ability to rearrange decisively everywhere, at any time, and in a structured way. This works through the fact that you do not set your ideas in stone. The flexibility of the employees to provide their contributions from different points of view makes the difference. For this purpose it only needs a productive procedure – COCOMA. This enables the decision makers to consistently COncretize and sufficiently COmmunicate the tasks as well as to MAster the realization. As long as the blinkers limit the look of the managers at the soft advantages, the activities run into danger to fail. Usually these responsible people blame the system and the employees, if they miss the target.

If you bow out of the pocket calculator mentality and give room to the employees, in order to organize them, you exploit the soft advantage. On the one hand there are never sufficient facts available for a risk-free planning. On the other hand nobody can predict reliably the future. Future has to be created – by engaged employees equipped with sufficient authority.

Bottom line: The soft advantage is the shift away from the idea that business is a machine with adjustable, perfectly linked and well oiled gear wheels. For this purpose the decision makers only have to allow themselves the application of the soft advantage. There required skills are available. As soon as thinking and deciding is done together in an active way, the routine and the change improve. The soft advantage builds upon the natural behavior and interaction of the business elements.