Echte Führungskräfte

Auch wenn gerne die Gesellschaft, die Wirtschaft oder das Unternehmen für Missstände herhalten, so sind es doch immer die Menschen, die, nicht unbedingt bewusst, negative Umstände befeuern. Ein Beispiel sind die Führungskräfte. Das Verhalten von hoch bezahlten Vorgesetzten wird häufig von den Mitarbeitern ihres Bereichs kopiert. Da der Fisch vom Kopf stinkt, vermitteln sich so vor allem die schlechten Eigenschaften.

  • Fehlende Befugnisse der Chefs führen zu langatmigen Abstimmungen.
  • Das Aufschieben von Entscheidungen lähmt den Fortschritt.
  • Fehlende Ziele erzeugen widersprüchliche Aktivitäten.
  • Blind- und Taubheit gegenüber den Rückmeldungen der Mitarbeiter führen zu Vertrauensverlust.

In der Folge untergräbt inkongruenter Führungsstil die Autorität und verhindert Ergebnisse.

Führungskraft

Im Zuge der Einführung Entrepreneurship sind die Mitarbeiter aufgefordert, unternehmerisch mitzudenken und zu handeln. Gleichzeitig werden Führungspositionen geschmälert und zu einfachen Stufen auf der Karriereleiter. Die eigentliche Aufgabe von Führung fällt dabei unter den Tisch. Schneller als je zuvor müssen Mitarbeiter die Rolle der ‚Führungskraft‘ ausfüllen, ohne dass sie die folgenden Eigenarten entwickeln können.

  • Macht
    Die Übernahme der Leitung eines Teams suggeriert, dass damit automatisch die erforderlichen Befugnisse und ausreichende Ressourcen verfügbar sind. Einerseits reicht die rein formale Übertragung der Macht bei steigender Mitarbeiterbeteiligung nicht aus, um Einfluss auszuüben sowie Akzeptanz und Commitment von den Mitarbeitern zu erhalten. Andererseits behalten sich die übergeordneten Führungsebenen die Kontrolle über Planungen und Budgets vor. Top-Manager entscheiden heute persönlich über kleinste Aktivitäten und Ausgaben. Den mittleren Führungskräften bleibt nichts weiter als der Titel.
  • Entschiedenheit
    Eine wichtige Funktion der Chefs ist es, die Beschlüsse zu fassen, die nicht auf der untergeordneten Ebene entschieden werden können. Im Rahmen der Verantwortung sollten Ziele festgelegt werden, die in den übergeordneten Rahmen passen. Darüber hinaus müssen Alternativen ausgewählt, der Einsatz von Ressourcen kontrolliert, soziale Konflikte aufgelöst sowie Stellen grundsätzlich aufgebaut und die Abläufe festgelegt werden. Um die Rolle auszufüllen, brauchen die Führungskräfte Entschiedenheit. Dies erfordert Beschlüsse, die zeitnah und endgültig gefällt werden.
  • Ziele
    Die veröffentlichten Pläne bilden die Grundlage für die Belegschaft und sonst noch beteiligte Personen. Die Ziele müssen zwar in den übergeordneten Zusammenhang passen, aber ausreichend Spielraum für die Aktivitäten der Mitarbeiter lassen. Aus diesem Grund müssen Führungskräfte den Überblick bereitstellen, der den operativen Aktivitäten die Richtung aufzeigen. Chefs sind die Spezialisten für die politischen Aspekte, die Steuerung des Bereichs, die Verfügbarkeit der maßgeblichen Informationen und für die Koordination der Zusammenarbeit.
  • Achtsamkeit
    Die wichtigste Fähigkeit der Führungsspitze ist die Aufmerksamkeit, mit der die Geschehnisse beobachtet werden – vor allem die Beobachtung der Beziehungen zwischen den Mitarbeitern, zwischen Mitarbeitern und Kunden sowie zwischen Mitarbeitern und Lieferanten. Sie liefern die Grundlage für die Maßnahmen zur Verbesserung der Zusammenarbeit. Da diese sozialen Aspekte meistens auf einer unbewussten, unterschwelligen Ebene ablaufen, braucht es viel, auf Erfahrung basiertes Gespür.
  • Stil
    Es gibt nicht den einen, richtigen Führungsstil, sondern unterschiedliche Ansätze, die von der landesspezifischen Kultur, den Leitbildern des Unternehmens und der Persönlichkeit der Leitung abhängt. Dabei kann es sich um autoritäre, demokratische oder liberale Führung beziehungsweise eine beliebige Mischung der Drei handeln. Entscheidend ist, dass der gewählte Führungsstil durchgängig genutzt wird. Die Mitarbeiter erhalten dadurch ein Muster, an dem sie sich orientieren können.

In großen Firmen lässt sich immer häufiger beobachten, dass die Führungskräfte zwar über vielversprechende Titel verfügen, aber beim alltäglichen Geschäft nicht die obigen Eigenarten zeigen. Dies erklärt die Suche nach Kursen bezüglich Charisma, Akzeptanz und Commitment. Sie sollen das Selbstvertrauen der Verantwortlichen stärken. Entschiedenheit entwickelt sich jedoch nicht, wenn Entscheidungen stets auf den übergeordneten Ebenen getroffen werden. Das sich immer mehr durchsetzende Mikromanagement führt gleichzeitig dazu, dass untergeordnete Chefs sich keine Gedanken mehr machen bezüglich Strategie, Ziele und Aktivitäten ihres Bereichs. Da Führung im eigentlichen Sinn nicht stattfindet, stellt sich die Frage nach dem eigenen Führungsstil irgendwann nicht mehr, da die Führungskraft auf die Rolle eines Boten der übergeordneten Ebenen zurückgeschraubt ist.

Fazit: Die mittleren Ebenen der Führung mutieren zu hoch bezahlte Sachbearbeiter, die

  • nicht über die frühere Machtfülle verfügen,
  • eigentlich keine Entschiedenheit brauchen,
  • bescheidene Gestaltungsspielräume haben,
  • nur noch unsensibel Aufträge verteilen und
  • keinen persönlichen Stil entfalten.

Grundsätzlich sind das gute Rahmenbedingungen, um schlanke Strukturen zu schaffen. Leider unterminieren die Unternehmen diese Ansätze, indem sie zwar flache Strukturen proklamieren. Gleichzeitig unterordnen sie eine Führungskraft einer anderen der gleichen Ebene. Formal bestehen dadurch weniger Ebenen, als angenommen. Die sich ergebenden ‚Könige ohne Land‘, die ohne Budget und Macht keine eigenen Entscheidungen treffen dürfen, werden zu Schatten echter Führungskräfte.

Real leaders

Even if the society, the economy or the enterprise are blamed for drawbacks, it is always people, who are creating, not necessarily conscious, negative circumstances. Examples are the leaders. The behavior of highly paid superiors is frequently copied by the employees. Since the fish stinks from the head, the negative properties are mainly conveyed.

  • Missing authority of the boss’s results in long-winded decision making.
  • Postponing decisions paralyses progress.
  • Missing goals create contradictory activities.
  • Blindness and deafness to the feedbacks of the employees result in a loss of confidence.

As a consequence, incongruent leadership style undermines the authority and prevents results.

Führungskraft

The employees are asked in the course of the introduction of Entrepreneurship to think and act like an enterpriser. At the same time the leadership positions are reduced to simple steps on the career ladders. The actual task of management goes in this case by the board. Employees have to fill out the role of an ‚executive’ faster than ever before, without being in the position to develop the following characteristics.

  • Power
    The takeover of a team leader position suggests that thereby the necessary power and sufficient resources are automatically available. On the one hand the purely formal transfer of power is not enough in times of increasing employee participation, in order to exert influence as well as to get acceptance and commitment from the employees. On the other hand the higher leadership levels keep the control of the planning and the budgets. Top managers decide nowadays the smallest activities and expenditures personally. For middle management only remains the title.
  • Decisiveness
    An important function of bosses it is to seize the take decisions that cannot be decided on the subordinated level. In the scope of responsibility goals should be specified that fit within the superordinate frameworks. Additionally, alternatives have to be selected, the application of resources controlled, social conflicts dissolved as well as the fundamental structure of the job positions and the procedures defined. In order to fill out the role, the executives need decisiveness. This requires decisions that are made timely and conclusive.
  • Goals
    The published plans are the basis for the staff and the other participants. The goals must fit into the big picture, but they should leave enough flexibility for the activities of the employees. Therefore the executives must make the overview available that shows the direction to the operational activities. Leaders are the specialists for the political aspects, the control of the area, the availability of the relevant information and for the control of cooperation.
  • Attentiveness
    The most important ability of the top management is the attention that is used to observe the occurrences – particularly the observation of the relationships between the employees, between employees and customers as well as between employees and suppliers. They provide the basis for the improvement measures of co-operation. Since these social aspects mostly happen on an unconscious, subliminal level, it needs a lot of instinct based on experience.
  • Style
    There is not the one, right style of leadership, but different approaches that depend on the country-specific culture, the role models of the enterprise and the personality of the leader. This might be authoritarian, democratic or liberal leadership approaches and/or any mixture of the three. It is crucial that the selected style is constantly used. The employees receive thereby an example for their orientation.

You can see in large companies more and more that the executives have promising titles, but do not show in everyday business the above characteristics. This explains the search for trainings concerning charisma, acceptance and commitment. They should enforce the self-confidence of the responsible people. Unfortunately decisiveness does not evolve, if decisions are always made on the superior levels. The ever more evolving micro management results at the same time in the fact that subordinated executives do not reflect any more about strategy, goals and activities in their responsibility. Since guidance in its actual sense does not take place, the question about the personal style of leadership will one day not appear any more, since the high-level executive is lowered to the role of a messenger of the superordinate levels.

Bottom line: The middle management mutate into highly paid employees, who

  • do not have the previous authority,
  • actually don’t need decisiveness,
  • have modest room for acting,
  • distribute only insensitively orders and
  • do not unfold a personal style.

In principle, these are good basic conditions in order to create lean structures. Unfortunately the enterprises undermine these approaches, by proclaiming flat structures. At the same time they create hierarchies that subordinate one executive to another of the same level. Formally, there will be fewer levels, than expected. The resulting ‘kings without land’, who, without budget and power, are not allowed to make their own decisions, turn into shadows of real leaders.