Die EINE Absicht hinter jeder Strategie

Geschäftliche Unternehmungen sollten eigentlich nie ohne eine klare, für alle nachvollziehbare, Absicht aufgesetzt werden. Dieser Zweck gibt allen Aktivitäten eine Richtung. Die profanste ist es zu gewinnen. Allerdings muss die Absicht nicht immer daraus bestehen, der Erste, der Schnellste, der Größte zu sein, oder der Zwang unentwegt zu wachsen. Die Stoßrichtung könnte auch ein fitteres Unternehmen oder die bessere Ausnutzung der bestehenden Mittel oder zufriedenere Mitarbeiter sein. Einigt man sich nicht auf eine Stoßrichtung, kann durch gleichzeitig unterschiedliche Anstrengungen aller Beteiligten, jeglicher Erfolg unterminiert werden. Deshalb ist die von allen Seiten betrachtete Absicht eine wichtige Voraussetzung auf dem Weg in die Zukunft.

Die Absicht findet sich irgendwo zwischen Wachstum und Schrumpfung (horizontale Achse) und zwischen der schrittweisen Änderung erster Ordnung und der radikalen Änderung zweiter Ordnung (vertikale Achse). Vereinfacht ergeben sich die folgenden Absichten.

  • Konsolidieren
    Das aktuelle Geschäft robuster zu machen klingt nicht sehr spannend. Dabei ist die Sicherung der Viabilität auf Basis der vorhandenen Mittel eine gute Maßnahme um die Zukunft zu erleben. Dazu können die bestehenden Angebote entwickelt, besser platziert oder beworben werden. Zusätzlich kann weiter auf die gewählte Wertdisziplin (Kunden, Produkt- oder Prozessorientierung) gesetzt werden.
    Solange der Umsatz über gute Aussichten verfügt, ist das ein vernünftiger Ansatz.
  • Aktivieren
    Das Geschäft lässt sich zukunftsfähig machen, indem man die bestehenden Kernaspekte, die Angebote, Abläufe und Fähigkeiten, in Schwung bringt und das bestehende Können mobilisiert. Hierfür werden das Corporate-Image aufpoliert, die Kultur beschrieben oder das unternehmerische Bewusstsein der Mitarbeiter aufgefrischt.
    Es geht darum, eingefahrene Wege mit der derzeitigen Palette verstärkt zu verwenden.
  • Erweitern
    Werden angrenzende Geschäftsfelder erkannt und entschlossen erschlossen, entstehen neue Arbeitsinhalte, -formen und Wirkungsfelder. Dies wird möglich durch kontinuierliche Gestaltung, übergreifende Zusammenarbeit und das Verschieben der Grenzen der End-to-End Abläufe.
    Das nähere Umfeld des eigenen Geschäfts ist leicht erreichbar und bietet direkte Kontakte für die Erweiterung des eigenen Sortiments.
  • Neuerfinden
    Beim Verlassen der Komfortzone des bisherigen Marktes eröffnen sich völlig neue Möglichkeiten. Neue Geschäfte können erschlossen und bisher unbeachtete Partner gefunden werden. Am Ende ändern sich dadurch die Bausteine des Geschäfts. Alles beginnt mit radikalem BPR, der Erfindung neuer Sortimente und die Eröffnung völlig neuer Kundengruppen.
    Getrieben werden solche Entwicklungen durch Persönlichkeiten, die eine klare Vorstellung haben, was sie für die Kunden noch tun können.
  • Konzentrieren
    Wenn der unternehmerische Körper an Übergewicht leidet und die Einnahmen den aktuellen Betrieb nicht mehr abdecken, ist eine durchdachte Verdichtung der Tätigkeiten unausweichlich. Das Ganze soll nicht in die Tiefe gerissen werden – z.B. Schließung von Betrieben, Verluste oder Pleite. Dies wird möglich durch den Verzicht auf die Aufgaben, die keinen Beitrag mehr leisten, weil sie veraltet oder einfach nicht mehr nachgefragt werden. Dabei werden Aufgaben outgesourct, die nicht zum Kerngeschäft gehören.
    Überflüssige Geschäfte und Routinen wuchern vor sich hin, wenn man den Handlungsbedarf nicht bemerkt und sich nicht frühzeitig darum kümmert, die Kapazitäten zu verlagern.
  • Stilllegen
    Sind alle Maßnahmen ausgeschöpft, kommt es früher oder später zum wirtschaftlichen Kollaps. Im Interesse aller Beteiligten ist die geordnete Aufgabe oder Herauslösung einzelner Bereiche oder Standorte der letzte Weg, wenn dadurch den Mitarbeitern ein sicherer Übergang in neue Aufgaben ermöglicht werden kann.
    Durch die frühzeitige Auflösung finden externe Unternehmer möglicherweise Wege, das Geschäft unter anderen Prämissen weiterzuführen.

Fazit: Es mag befremdlich wirken, dass die Absichten sich für immer auf die beschriebenen sechs Richtungen verdichten lassen. Sobald sie sich mit der Auswahl der Richtung beschäftigen, werden Sie schnell feststellen, dass nervenaufreibende Diskussionen durch gemeinsame Pläne abgelöst werden. Die eindeutige Absicht sollte jeder Führungskraft und jedem Mitarbeiter klar sein und die Bereiche sollten sich in einer gemeinsamen Richtung ausrichten. Es ist die EINE Absicht, die hinter jeder wirksamen Strategie steckt.

The ONE intention behind every strategy

Business ventures should never be set up without a clear and comprehensible intention. This purpose gives all activities one direction. The most profane is to win. However, the intention does not always have to be the first, the fastest, the greatest, or the pressure to grow steadily. The direction could also be a fitter company, or better utilization of existing resources, or more satisfied employees. If people do not agree on one direction, any success can be undermined by concurrent disparate efforts by the various parties. That is why the intention considered by all parties is an important prerequisite on the way into the future.

The intention is somewhere between growth and contraction (horizontal axis) and between the gradual change of first order and the radical change of second order (vertical axis). Put simply, the following intentions arise.

  • Consolidate
    Making the current business more robust doesn’t sound very exciting. The protection of viability on the basis of the available means is a good measure to experience the future. For this purpose, existing offers can be developed, better placed or advertised. Additionally, the chosen value discipline (customer, product or process orientation) can be further applied.
    As long as the revenue has good prospects, this is a reasonable approach.
  • Activating
    Business can be made fit for the future by leveraging existing core aspects, offerings, sequences and capabilities and by mobilizing existing skills. For this purpose, the image of the company is polished up, the culture is described or the entrepreneurial awareness of the employees is refreshed.
    It is a question of making greater use of established paths with the current range of offers.
  • Expanding
    When adjacent fields of business are identified and decisively developed, new work contents, forms and fields of activity emerge. This is made possible by continuous creation, cross-functional cooperation and shifting the boundaries of end-to-end operations.
    The closer surroundings of the own field of activities are easily accessible and offer direct contacts for the add-on of the own assortment.
  • Reinventing
    When you leave the comfort zone of the previous market, completely new possibilities open up. New business can be exploited and previously unnoticed partners can be found. In the end, this changes the building blocks of the business. Everything starts with radical BPR, the invention of new portfolios and the opening of completely new customer groups.
    Such developments are driven by personalities, who have a clear idea of what they can additionally do for their customers.
  • Concentrating
    If the entrepreneurial body suffers from overweight and the incomes do no longer cover the current enterprise, a thought-out compaction of the activities is inevitable. The whole thing should not be torn into the abyss – e.g. closure of plants, losses or bankruptcy. This is made possible by abandoning tasks that no longer contribute, because they are obsolete or simply no longer in demand. Tasks that are not part of the core business are outsourced.
    Superfluous business and routines are proliferating, if you don’t notice the need for action and don’t take early care to shift capacities.
  • Closing
    When all measures have been exhausted, economic collapse will occur sooner or later. In the interest of all those involved, the orderly task or separation of individual areas or locations is the last resort, if it enables employees to make a secure transition to new tasks.
    Due to the early dissolution, external entrepreneurs may find ways to continue the business under different premises.

Bottom line: It may seem strange that the intentions can always be condensed into the six directions described. As soon as you start selecting the direction, you will quickly notice that nerve-wracking discussions are being replaced by joint plans. The distinct intention should be clear to every manager and every employee and the areas should be aligned in a common direction. It is the ONE intention behind any effectual strategy.