Archiv der Kategorie: Kommunikation

Kommunikation besteht aus Wahrnehmung, Denkmodellen und Kommunikationsverhalten.

Geschickt Zahlen zeigen

Mehr und mehr Zahlen werden heute erzeugt und dienen als Grundlage für Entscheidungen. Dies führt dazu, dass man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht. Einen Ausweg bieten Diagramme. Leider beachten die Anwender nicht immer den Einfluss der Darstellungsart. Das ist erstaunlich, da doch die Botschaft verstärkt wird, wenn Zahlen geschickt gezeigt werden.

Visualisierungen EXCEL scribble

Die reinen Zahlen vermitteln nicht immer den gewünschten Eindruck. Glücklicherweise verfügen die meisten Computer heute mit MS-EXCEL über verschiedene Geschäftsgrafiken, wie Säulen-, Linien-, Kreis- und Balkendiagrammen etc. Diese Charts fügen dem eigentlichen Zahlenwert eine zusätzliche grafische Komponente hinzu: größer oder kleiner, steigend oder fallend, gleicher oder ungleicher, usw. Dies verstärkt die gewünschte Aussage. Die folgenden Aspekte sollten berücksichtigt werden.

  • Größe
    Werden Größenordnungen, wie Menge, Länge, Leistung dargestellt und miteinander verglichen, empfehlen sich Säulen- bzw. Balkendiagramme. Damit lassen sich die unterschiedlichen Werte mit horizontalen Balken oder vertikalen Säulen nebeneinander aufbereiten. Die Wahl des Wertebereichs verstärkt dabei die Botschaft. Durch zusätzliche Sortierung der Daten wird die Rangfolge sichtbar. Die Anzahl der dargestellten Werte sollte an die Präsentation angepasst werden: bei Projektionen 7plusminus2, für A4-Formate nicht mehr als 40 pro Seite.
  • Verläufe
    Werte, die sich im Laufe der Zeit verändern, werden bevorzugt mit dem Linien- bzw. Kurvendiagramm dargestellt. Steigende Kosten, die Fluktuation der Mitarbeiter oder Temperaturschwankungen lassen sich damit auch über sehr lange Zeiträume darstellen. Die Linie vermittelt intuitiv den Zeitverlauf von links nach rechts. Die Anzahl der dargestellten Werte wird bestimmt durch die Frage, ob einzelne Werte oder der generelle Verlauf von Bedeutung sind.
  • Anteile eines Ganzen
    Sollen die Anteile eines Ganzen dargestellt werden, ist das Kreis- bzw. Kuchendiagramm ideal. Der Gesamtkreis repräsentiert dabei die 100%. Sollen die Anteile von verschiedenen Ganzheiten miteinander verglichen werden, bieten sich gestapelte Balkendiagramme an. Normalerweise sollte die Anzahl der dargestellten Elemente 7plusminus2 nicht überschreiten.
  • Korrelationen
    Um die wechselseitige Abhängigkeit von Werten erkennen zu können, helfen Streudiagramme die Muster sichtbar zu machen. So zeigt die BCG-Matrix, die gemeinsame Betrachtung des Marktwachstums versus dem Marktanteil, in welche Produkte investiert oder auf welche verzichtet werden sollte. Darüber hinaus können Punktwolken genutzt werden, um außergewöhnliche Wertepaare, die außerhalb der Punktwolke auftreten, zu erkennen.

Fazit: Für unterschiedliche Zwecke bieten sich bestimmte Darstellungsarten an. Größenvergleiche werden durch Säulen- und Balkendiagramme dargestellt. Zeitliche Verläufe werden durch Liniendiagramme wiedergegeben. Teile eines Ganzen werden mit Kreis- bzw. Kuchendiagrammen visualisiert. Korrelationen werden in Streudiagrammen sichtbar.

Was stört den Hirnsturm?

Gemeinsames Denken wird bestimmt durch die Anstrengung von mindestens zwei Personen, Ideen hervorzubringen. Eine wirksame Vorgehensweise ist das Brainstorming. Damit es funktioniert sind Einflüsse zu vermeiden, die die Erzeugung von Ideen behindern. Aber was stört den Hirnsturm?

Brainstorm

Die folgenden Aspekte behindern das barrierefreie Sprudeln von Ideen in Gruppen.

  • Kritik unterdrücken
    Solange ein Gedanke nicht zu Ende gedacht ist, verhält er sich wie ein Keimling. Eine gewisse Größe muss erreicht werden, um lebensfähig zu sein. Das gilt auch für Ideen. Aus diesem Grund sollte jede Form der Kritik oder Wertung unterdrückt werden, damit der Einfall eine gewisse Reife erreichen kann.
  • Natürliches Denken
    Die Schwierigkeit ist das Herauslassen einer Idee. Aus diesem Grund sollten ALLE Gedanken barrierefrei an die Oberfläche gelangen können. Mitdenker können sich schnell selbst behindern, wenn sie aus Angst vor Kritik ihre Beiträge für sich behalten. Umgekehrt kann etwas Ähnliches passieren, wenn Rücksicht auf Andere genommen wird, um sie beispielsweise durch zu viele eigene Beiträge nicht zu verletzen. Am besten macht man sich das Ziel des Brainstormings zu eigen und produziert mutig und respektvoll die eigenen Beiträge.
  • Keine Kommentare
    Die saubere Trennung in die Erzeugung von Ideen und die spätere Auswahl und Bewertung sind wesentlich, um zu einer möglichst großen Zahl von freigesetzten Gedanken zu kommen. Vor allem Killerphrasen, wie „Das versteht keiner“, „Das ist sinnlos“, „Das ist politisch nicht korrekt“, „Das ging ja noch nie“, „Das dürfen wir nicht“, „Typisch!“, belasten den Prozess. Am besten macht man den Beteiligten klar, dass die Vorschläge im Anschluss diskutiert werden und zwischenzeitlich jegliche Kommentare verboten sind.
  • Vorsicht vor Groupthink
    In Gruppen entstehen immer wieder Muster, die das Miteinander in unerwünschte Richtungen treibt. Dazu gehören das Bestreben so schnell wie möglich fertig sein zu wollen, dominante Teilnehmer, die die Kontrolle der Gruppe übernehmen, oder unsere Einstellung, dass die Mehrheit es schon richten wird. Um diese Gruppeneffekte zu verringern, sollten diese Treffen kurz sein.

Solche Trends lassen sich verhindern, indem man eine neutrale Person mit der Moderation des Hirnsturms betraut. Die Aufgabe besteht daraus, die vorherigen Aspekte zu erkennen und Barrieren aus dem Weg zu räumen.

Fazit: Beim Brainstorming stehen sich die Teilnehmer meistens selbst im Weg. Vorauseilende Zurückhaltung führt zu schlechteren Ergebnissen, als eigentlich möglich wären. Aus diesem Grund sollten die Störungen des Hirnsturms am Anfang der Session benannt und explizit untersagt werden. Neutrale Dritte, die das Brainstorming leiten, sind das beste Mittel, um zu den in einer Gruppe möglichen Ergebnissen zu kommen.