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Ohne Geld gibt es nichts zu teilen

Es ist eine interessante Vorstellung, dass der Computer uns die Tür zu einem neuen Wirtschaften aufstößt. Grenzkosten lösen sich auf, Ressourcen werden durch Teilen besser genutzt und eine bisher schwer erreichbare Reichweite wird möglich. Allerdings stellt sich die Frage, woher die Produkte und Services kommen, die ohne Auflagen und Kosten geteilt werden. Gibt es denn etwas zu teilen ohne Geld?

Gute Beispiele liefern die neuen Dienstleistungen im Internet, wie beispielsweise Airbnb, Ouishare, Uber. Hier werden auf der Grundlage einer Software, die via PC, Smartphones oder sonstigen Endgeräten, Kunden mit Anbietern zusammenbringen, Dienstleistungen von Dritten ermöglicht. Betrachten wir Uber. Was braucht dieses Geschäft?

  • Ein Medium
    Das A und O dieses Geschäftsmodells ist der Zugang zu der Webseite von Uber. Fast jeder verfügt heute über einen Zugang zum Internet, egal wo man sich befindet. Damit kann man sich von überall einloggen und ein Geschäft abschließen.
  • Betriebsmittel
    Das wichtigste Betriebsmittel ist das Fahrzeug, mit dem die Kunden befördert werden. Dieses Fahrzeug ist kein Betriebsmittel von Uber. Es gehört dem Fahrer, der auch alle Kosten trägt – Kauf, Service, Reifen, Versicherungen usw. Der Zustand des Fahrzeuges wird in diesem Fall nicht gewerblich geprüft, wie bei einem Taxiunternehmen. Die regulären TÜV-Prüfungen konzentrieren sich nur auf die grundsätzliche Fahrtüchtigkeit des Fahrzeugs, nicht auf die gewerbliche Nutzung.
  • Personal
    Die Fahrer sind nicht bei Uber angestellt, sondern private Fahrer, die keinen Bestimmungen unterliegen. Arbeitszeit und Kenntnisse unterliegen nur allgemeinen Anforderungen. Sonstige Mitarbeiterleistungen, wie angestellte Mitarbeiter, erhalten sie nicht – z.B. Ferien, Altersvorsorge. Niemand prüft, inwieweit die Fahrer in der Lage sind, ihre Leistung zuverlässig zu erfüllen.
  • Richtlinien
    Da es sich um kein offizielles Taxiunternehmen handelt, entfallen Regeln, die traditionelle Taxibetriebe erfüllen müssen – Standardtaxameter oder vorgeschriebene Sicherheitsanlagen, wie z.B. eine Funkanlage oder ein Alarmsystem für den Fahrer.
  • Absicherungen
    Da die Fahrer eigentlich keine Dienstleistung erbringen, sondern Mitfahrgelegenheiten privat anbieten, werden die meisten ohne die entsprechenden gewerblichen Versicherungen unterwegs sein. Aufgrund der heutigen Tarife der Versicherungen kann es sogar sein, dass aus Kostengründen noch nicht einmal eine private Versicherung für die Mitfahrer besteht. Ganz zu schweigen von irgendwelchen Versicherungen für die (Mit-)Fahrer im Krankheits- oder Unfallfall.

Die Vorteile dieses Vorgehens für alle liegen auf der Hand.

  • Uber wird für den Vermittlungsservice über das Internet bezahlt. Damit sind das Geschäft und die Verantwortung von Uber beendet.
  • Der Fahrer profitiert von einem Geschäftsmodell, das er ohne die entsprechende Ausbildung und ohne den Zwang gewerblichen Regeln folgen zu müssen, betreiben kann.
  • Für die Fahrgäste ist es billiger und einfach nutzbar.

Soweit scheint das Ganze zu funktionieren.

Vergleicht man Kosten der gewerblichen Anbieter mit den Uber-Fahrern, fragt man sich, wo sich die Kosten bei dem neuen Geschäftsmodell verstecken.

Wo fallen die operativen Kosten an? Die Uber-Mitglieder tragen alle Kosten plus den Anteil der an Uber abgeführt werden muss. Die Kosten bei Uber beschränken sich auf den Betrieb der Webseite und das Marketing.

Wie wird die private Mitnahme eigentlich versteuert? Auch wenn nur kostendeckend gefahren wird, entsteht ein Geldfluss zwischen Kunde und Fahrer, der steuerpflichtig ist. Wie kann der Umsatz ohne Taxameter überhaupt nachgewiesen werden?

Wer bezahlt für die erhöhte Unfallwahrscheinlichkeit eines „professionellen“ Uber-Fahrers? Am Ende trägt die Gemeinschaft der Versicherten die Schadenskosten, die durch die zusätzlichen Fahrleistungen entstehen.

Und wer bezahlt die Personalschäden, die im Rahmen einer Beförderung anfallen? Das beginnt bei Verletzungen, die durch schadhafte Fahrzeuge (z.B. scharfe Kanten) entstehen. Das endet nach einem Unfall, bei dem Fahrgäste schwer verletzt werden, bleibende Schäden davontragen oder, im Todesfall, eine zu versorgende Familie hinterlassen. Auch hier werden die Kosten auf die Schultern der Sozialgemeinschaft verteilt.

Am Ende ist der Fall von Uber ein gutes Beispiel dieser neuen Wirtschaft des Teilens, in der Geschäftsmodelle darauf abzielen, Gewinne zu privatisieren und Kosten zu sozialisieren.

Fazit: Mit dem Internet werden durch die Hintertür Geschäftsmodelle eingeführt, die vorbei an gültigen gewerblichen Regeln bis hin zu Gesetzen Dienstleistungen anbieten. Gleichzeitig nutzen sie die sozialen Systeme aus, indem sie ihre Beiträge nicht leisten – z.B. Versicherungen, Steuern, Mitarbeiterleistungen. Möglich werden diese Geschäfte durch eine entsprechende Sharing-Rhetorik, die den Tauschhandel der Vergangenheit monetarisiert – schließlich erhalten die Anbieter immer ihren Anteil in der entsprechenden Währung. Am Ende gibt es eben nichts zu teilen ohne Geld.

Die Form – das erste Tor in den Kopf des Publikums

Manchmal ist es wie verhext. Nach Tagen hat man die Lösung für ein Problem gefunden. Die Prämissen sind ausführlich beschrieben, die Schlussfolgerungen passen alle zusammen und die Ergebnisse bauen auf den ursprünglichen Erwartungen auf. Alles führt zu einem nachvollziehbaren Ergebnis. Trotzdem kann das Publikum Ihnen nicht folgen. Vielleicht fehlt nur die richtige Form – das erste Tor in den Kopf des Publikums.

Form Kommunikation

Auf den ersten Blick scheinen die vielen Formate, wie Artikel, Broschüren oder Präsentationen, keine durchgängige Form zu besitzen. Tatsächlich gilt für alle grundsätzlich ein ähnliches Schema, das sich auf die folgenden Aspekte reduzieren lässt.

  • Titel reißen mit
    Der schnellst Zugang zum Publikum ist der Titel. Im Zuge der Flut an Informationen, denen wir uns aussetzen müssen, fehlt die Geduld, um lange zu überlegen, ob die vorliegende Information es wert ist, Aufmerksamkeit zu investieren. Der Titel ist der Haken, der die Betrachter hineinzieht, abstößt oder im schlimmsten Falle zu keiner Reaktion führt. Je überraschender und neugierig machend ein Titel, desto wahrscheinlicher lässt sich das Publikum darauf ein.
  • Zusammenfassungen fesseln
    Die zweite Hürde wird innerhalb der folgenden Minute genommen, in der die Betrachter so zu fesseln sind, dass sie auch die restlichen Informationen anschauen. In einem Text füllt die Zusammenfassung einen Absatz, indem alle wesentlichen Erkenntnisse so angekündigt werden, dass man sie überblickt, aber noch nicht abschließend kennt. In einer Präsentation findet sich die Zusammenfassung in der Kopfzeile einer Folie, die die wesentliche Aussage in einem Satz wiedergibt.
  • Zwischentitel leiten
    Die Gliederung hängt vor allem von dem jeweiligen Inhalt ab. In jedem Fall ergeben sich Abschnitte, die aus mindestens einem Absatz bestehen. Die Betonung durch Zwischentitel hilft den Betrachtern, die vorliegende Seite schnell zu überfliegen und die Bereiche zu finden, die sie interessieren. Im Gegensatz zum Titel, der eher grundsätzliche Neugier wecken soll, folgen die Zwischentitel dem Thema. Sie sollten den nachfolgenden Inhalt möglichst verständlich ankündigen.
  • Absätze bündeln
    In einem Absatz werden zwei bis drei Sätze zu einer Einheit zusammengefasst. Dem interessierten Publikum wird die Navigation durch die inhaltlichen Blöcke erleichtert. In Texten wird so ein schnelleres Querlesen ermöglicht. Auf Folien können die Zuschauer während der Präsentation die Folie schnell überfliegen und besondere Aufmerksamkeit auf den Teil richten, die sie am meisten interessiert.
  • Hervorhebungen signalisieren
    Der kleine Bruder des Absatzes ist der Fett– oder Kursivdruck. Hier hebt der Autor einzelne Wörter hervor. Die Betrachter erhalten so schnell einen Überblick der wichtigsten Bestandteile der Sätze. Diese Hervorhebungen sollten möglichst selten genutzt werden, damit ihr Effekt nicht verpufft. In Präsentationen kann die Hervorhebung auch durch Farben erzeugt werden. Die Nutzung von Farben ist ein gesondertes Thema. Aber hier nur soviel: positive Aspekte mit Rot und negative Aspekte mit Grün zu markieren sendet meistens die falsche Botschaft; Außer: dies ist die Botschaft.
  • Listen erleichtern
    Zusammenhängende Absätze, die ein Ganzes beschreiben, können am besten in Form von Listen wiedergegeben werden. Damit schafft man eine zusammenhängende Einheit, die sich schnell verarbeiten lässt. Dies kostet zwar Platz, aber die Leser honorieren diese Form, da sie sich die Inhalte besser merken können.
  • Bilder sind offen für Auslegungen
    Eigentlich ist es trivial, aber ein Bild sagt immer noch mehr als Tausend Worte. Diese Wirkung kommt vor allem daher, dass die jeweilige Wortwahl, bei verschiedenen Personen verschiedene Assoziationen hervorrufen. Häufig führt das zu Missverständnissen, die sich aus den individuellen Lebenssituationen ergeben. Bei einem Bild findet der Einsatz von Worten unbewusst im Kopfe des Betrachters statt. Die Betrachtung eines Bildes erleichtert die Verknüpfung der Botschaft mit den eigenen Gedanken und Erfahrungen. Die Schlüsse, die sie dann daraus ziehen, sind in einem Kulturkreis eher gleich.

Fazit: Der Einsatz der obigen Elemente in Texten und in Präsentationen erleichtert dem Publikum das Verständnis der Inhalte. Wird die Betrachtung nicht durch einen formlosen Aufbau gestört, erreicht die eigentliche Botschaft das Publikum mit minimalen Widerständen.