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Regeln regeln Regeln, die Regeln regeln

In Zeiten zunehmender Bürokratisierung wird es immer schwieriger die unzähligen Regelungen, die man befolgt werden müssen, zu überschauen. Da die Mitarbeiter eigenverantwortlich handeln und nicht jedes Detail von oben geregelt werden kann, brauchen sie ein überschaubares Set an Regeln. Um die bestmöglichen Vorschriften bereitzustellen, nutzen die Unternehmen beispielsweise COSO und COBIT als Leitfaden, d.h. Standards um die Governance einzuführen. Der Trend zu einer stetig wachsenden Zahl an Standards ist absehbar. Denken wir nur an die unterschiedlichen Standards im Projektmanagement. Müssen wir uns darauf einstellen, dass in Zukunft Regeln Regeln regeln, die Regeln regeln?

Schlangebeisstschwanz

Gemeinsam ist den Regeln, dass sie bestimmten Regeln folgen. Die folgenden Aspekte bestimmen die Güte der Governance.

  • Nachvollziehbarkeit
    Dabei sollen den Mitarbeitern die Entscheidungen, der Weg zu einer Entscheidung und die Grundsätze der Führung zugänglich gemacht werden. Sie sollen jederzeit nachvollziehen können, aus welchen Gründen die Leitung bestimmte Vorgaben erteilt. Gleichzeitig soll diese Nachvollziehbarkeit ihnen die Stellen für ihren eigenen Einfluss aufzeigen.
  • Wirtschaftlichkeit
    Um einen vernünftigen Umgang mit knappen Mitteln sicherzustellen, werden die Prozesse entsprechend ausgestaltet. Diese Festlegungen verhindern einen Wildwuchs von Regeln und Abläufen. Darüber hinaus wird der Aufwand zur Einführung der Richtlinien reduziert und kann im Laufe der Zeit verbessert werden.
  • Beteiligtsein
    Die Mitarbeiter werden durch persönliche Teilhabe und Teilnahme an der Gestaltung des Unternehmens motiviert. Sie erhalten durch die Regelungen das Recht und die Pflicht, sich an den Entscheidungen und Umsetzungen aktiv zu beteiligen. Aus diesem Grund sind in den Abläufen klare Stellen zur Beteiligung der Mitarbeiter eingebaut.
  • Zuständigkeiten
    Durch die eindeutige Verteilung der Befugnisse und Verantwortung verhindern klare Aufgaben Muda und Reibungsverluste. Dabei werden alle Bereiche berücksichtigt und verhindert, dass sich Zuständigkeiten überschneiden und in der Folge gegenseitig behindern. Die Mitarbeiter wissen durch die ihnen übertragenen Rechte und Pflichten, was sie zu tun haben – und was nicht.
  • Rechtsstaatlichkeit
    Durch die Verbindlichkeit, dass alle an das Recht gebunden sind, ohne Ausnahme, stärkt den Einzelnen. Damit das Zusammenspiel funktioniert, muss garantiert werden, dass alle gleichbehandelt werden. Zu diesem Zweck braucht es das klare Vorgehen im Fall von Konflikten sowie eine unabhängige Schiedsstelle, die alle anrufen können.
  • Gerechtigkeit
    Durch einen angemessenen und einforderbaren Ausgleich der Interessen, bietet die Gerechtigkeit einen allgemeinen Rahmen, der über die detaillierten Regeln hinausgeht. Die Werte des Unternehmens brauchen ein gemeinsames, grundsätzliches Verständnis, was recht ist und was nicht. Ein entsprechendes Verständnis erspart eine Vielzahl von detaillierten Regelungen.

Um sicherzustellen, dass die Governance an die jeweiligen Bedingungen angepasst wird, brauchen die Unternehmen ein klares Kontrollmodell. So bietet COSO einen Rahmen für die Finanzberichterstattung und Cobit für die IT. Mit diesen Frameworks kann die Governance an den richtigen Stellen richtig eingeführt werden.

Fazit: Der Aufbau eines Regelsystems, der Governance, ist ein wirksames Mittel, um Unternehmen oder Bereiche zu führen. Standards erleichtern sicher die Einführung. Es ist jedoch wichtig, dem Regelungswahn zu widerstehen. Mehr ist nicht notwendigerweise besser. Regeln reglen Regeln, die Regeln regeln sind das Ende von wirksamen Regelwerken.

Geschickt Zahlen zeigen

Mehr und mehr Zahlen werden heute erzeugt und dienen als Grundlage für Entscheidungen. Dies führt dazu, dass man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht. Einen Ausweg bieten Diagramme. Leider beachten die Anwender nicht immer den Einfluss der Darstellungsart. Das ist erstaunlich, da doch die Botschaft verstärkt wird, wenn Zahlen geschickt gezeigt werden.

Visualisierungen EXCEL scribble

Die reinen Zahlen vermitteln nicht immer den gewünschten Eindruck. Glücklicherweise verfügen die meisten Computer heute mit MS-EXCEL über verschiedene Geschäftsgrafiken, wie Säulen-, Linien-, Kreis- und Balkendiagrammen etc. Diese Charts fügen dem eigentlichen Zahlenwert eine zusätzliche grafische Komponente hinzu: größer oder kleiner, steigend oder fallend, gleicher oder ungleicher, usw. Dies verstärkt die gewünschte Aussage. Die folgenden Aspekte sollten berücksichtigt werden.

  • Größe
    Werden Größenordnungen, wie Menge, Länge, Leistung dargestellt und miteinander verglichen, empfehlen sich Säulen- bzw. Balkendiagramme. Damit lassen sich die unterschiedlichen Werte mit horizontalen Balken oder vertikalen Säulen nebeneinander aufbereiten. Die Wahl des Wertebereichs verstärkt dabei die Botschaft. Durch zusätzliche Sortierung der Daten wird die Rangfolge sichtbar. Die Anzahl der dargestellten Werte sollte an die Präsentation angepasst werden: bei Projektionen 7plusminus2, für A4-Formate nicht mehr als 40 pro Seite.
  • Verläufe
    Werte, die sich im Laufe der Zeit verändern, werden bevorzugt mit dem Linien- bzw. Kurvendiagramm dargestellt. Steigende Kosten, die Fluktuation der Mitarbeiter oder Temperaturschwankungen lassen sich damit auch über sehr lange Zeiträume darstellen. Die Linie vermittelt intuitiv den Zeitverlauf von links nach rechts. Die Anzahl der dargestellten Werte wird bestimmt durch die Frage, ob einzelne Werte oder der generelle Verlauf von Bedeutung sind.
  • Anteile eines Ganzen
    Sollen die Anteile eines Ganzen dargestellt werden, ist das Kreis- bzw. Kuchendiagramm ideal. Der Gesamtkreis repräsentiert dabei die 100%. Sollen die Anteile von verschiedenen Ganzheiten miteinander verglichen werden, bieten sich gestapelte Balkendiagramme an. Normalerweise sollte die Anzahl der dargestellten Elemente 7plusminus2 nicht überschreiten.
  • Korrelationen
    Um die wechselseitige Abhängigkeit von Werten erkennen zu können, helfen Streudiagramme die Muster sichtbar zu machen. So zeigt die BCG-Matrix, die gemeinsame Betrachtung des Marktwachstums versus dem Marktanteil, in welche Produkte investiert oder auf welche verzichtet werden sollte. Darüber hinaus können Punktwolken genutzt werden, um außergewöhnliche Wertepaare, die außerhalb der Punktwolke auftreten, zu erkennen.

Fazit: Für unterschiedliche Zwecke bieten sich bestimmte Darstellungsarten an. Größenvergleiche werden durch Säulen- und Balkendiagramme dargestellt. Zeitliche Verläufe werden durch Liniendiagramme wiedergegeben. Teile eines Ganzen werden mit Kreis- bzw. Kuchendiagrammen visualisiert. Korrelationen werden in Streudiagrammen sichtbar.