Archiv der Kategorie: Governance

Governance deckt Regelungen und Steuerungsaspekte ab.

Rechtlicher Raum

Globalisierung mobilisiert nicht nur Waren und Menschen, sondern auch Werte und Gesetze. Damit stellt sich die Frage nach der Reichweite und der Gültigkeit eines Rechtsraums.

 Rechtsraum

Sobald jemand (x) außerhalb seines heimatlichen Rechtsraums Geschäfte macht, sagt der gesunde Menschenverstand, dass lokale Gesetze gelten. Ausnahmen definiert der Begriff Exterritorialität (http://de.wikipedia.org/wiki/Exterritorialit%C3%A4t).

Internationale Konzerne und Ladenketten exportieren jedoch mit ihrem Geschäftsmodell häufig ihre Wertvorstellungen und Regeln. Dabei kann es passieren, dass die Mitarbeiter Schwierigkeiten mit den importierten Regeln haben. In diesem Fall kann das zu ungewolltem Fehlverhalten der Mitarbeiter führen, das sanktioniert wird. Die Verantwortung für angemessene Regelungen hat das Unternehmen. Aus diesem Grund sollte es sich mit den folgenden Fragen beschäftigen.

  • Welche Gesetze gelten eigentlich wo?
  • Gelten die Gesetze für die Staatsangehörigen auch außerhalb ihres Heimatlandes?
  • Kann ein ausländisches Gesetz in einem fremden Rechtsraum über dem lokalen Gesetz stehen?
  • Welches Gesetz gilt in transnationalen Unternehmen?
  • Wird veraltetes Recht Unrecht?
  • Was macht Recht verpflichtend?

Auf den ersten Blick wirken diese Fragen theoretisch und wenig zielführend. Sobald jedoch Unternehmen in verschiedenen Rechtsräumen aktiv sind, ist es erforderlich, das sie diese Fragen zu beantworten. Durch Governance kann das Unternehmen Rechtssicherheit schaffen.

Fazit: Schaffen Sie rechtliche Klarheit für sich und Ihre Belegschaft.

Das persönliche Dilemma der Transparenz

Es ist erstaunlich, wie leicht gesetzliche und moralische Anforderungen für den Umgang mit kritischen Informationen in Konflikt geraten. Das Urheberrecht verbietet zwar die gewerbliche Wiederverwendung von Bildern, Zitaten und Ähnlichem ohne Zustimmung des Autors. Und das Vertragsrecht, das zur Geheimhaltung verpflichtet, untersagt die Weitergabe von internen Informationen. Gleichzeitig sollen wir als mündige Bürger Missstände gnadenlos offen legen. Stecken wir heute nicht in einer Zwickmühle bezüglich unserer Rechte und Pflichten im Umgang mit Information?

Undercover

Bei näherer Betrachtung finden sich die folgenden Gruppen von Personen, die sich beruflich oder aus anderen Gründen mit derartigen Inhalten beschäftigen.

  • Die geschäftlichen „Informationsbroker“, die voll verantwortlich ihr Geld mit Bespitzelungen verdienen, heißen Detektive, Spione, V-Leute und Späher.
  • Die Personen, die meistens unbewusst Sachverhalte weitergeben, sind die undichten Stellen, durch die Geheimnisse ungewollt an die Öffentlichkeit gelangen.
  • Die Gruppe der Hinweisgeber melden bzw. denunzieren Einzelpersonen oder Organisationen bei den Behörden oder zuständigen Stellen.
  • Die Enthüller, die Daten veröffentlichen, Missstände aufdecken oder einen Alarm auslösen, werden heute als Whistleblower bezeichnet.
  • Die Verleumder oder Aufwiegler bringen falsche Anspielungen unter die Leute.

Gelten die Gesetze unterschiedslos für diese Gruppen? Welche Unterschiede gibt es? Gibt es Gesetze bzw. gesellschaftliche Erwartungen, die sich widersprechen? Steht der Spion über dem Gesetz eines Landes? Wiegt die soziale Verantwortung eines Whistleblowers mehr als sein Einstellungsvertrag, der zur Geheimhaltung verpflichtet? Ist es eigentlich legal, in einem Arbeitsvertrag ungesetzliches Verhalten zu vereinbaren?

Nach über siebzig Jahren sind sich alle einig, dass der zivile Ungehorsam im Dritten Reich Bürgerpflicht war. Müssen wir weitere siebzig Jahre warten, bis die aktuellen Fälle der unautorisierten Weitergabe von Geheimnissen, ebenso bewertet werden?

Fazit: Schaffen Sie im Rahmen der Governance Wege, damit Mitarbeiter über Missstände, potenzielle Gesetzesverstöße und unangemessenes Verhalten intern berichten können, ohne dass Sie Sanktionen fürchten müssen. Gleichzeitig stellen Sie klar, welche Konsequenzen die Weitergabe von Geheimnissen hat.