Archiv der Kategorie: Kommunikation

Kommunikation besteht aus Wahrnehmung, Denkmodellen und Kommunikationsverhalten.

Die Metapher – Der Schlüssel in die Tiefe

Die wichtigsten Hürden beim Austausch von Informationen sind die Aufmerksamkeit der Zielgruppe und das nachhaltige Behalten der Inhalte. Dabei stehen Botschaften immer im Wettbewerb mit der sonstigen Informationsflut. Besonders gut merken sich Menschen gefühlvolle Inhalte, da diese sich leicht mit bestehenden Erfahrungen verbinden. Ein Schlüssel in die Tiefen des Bewusstseins ist die Metapher.

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Die Metapher funktioniert wie ein trojanisches Pferd, dass leicht von außen nach innen gelangt (siehe auch: Meta-Modell der Sprache). Sie verknüpft allgemeine Qualitäten und Einsichten mit der Mitteilung, die vermittelt wird. Durch die überraschende Verknüpfung aktiviert sie die Aufmerksamkeit und wird länger behalten.

Die folgenden Elemente erleichtern das Finden und die Formulierung einer Metapher. Sie wollen beispielsweise erklären, welche Funktion eine Metapher hat ?-)

  • Metapherngruppe
    Beschreiben Sie Ihre Zielgruppe und nutzen Sie die gefundenen Eigenarten zur gezielten Entwicklung der Metapher, z.B. Max Mustermann und seine alltäglichen Erfahrungen.
  • Metaphernfeld
    Finden Sie einen allgemeinen Bereich des Lebens, der allen vertraut ist und Gefühle auslöst, z.B. Technik. Die Metapher kann dann aus Dingen, Tätigkeiten oder Rollen bestehen, z.B. eine verschlossene Tür, mit einem Schloss und einem Schlüssel.
  • Metaphernmerkmale
    Die eigentlichen Eigenschaften der Metapher leiten sich aus kontextbezogenen Abläufen, Beziehungen und Gestaltungsebenen  ab, z.B. verschlossene Türen lassen sich mit einem Schlüssel öffnen.

Der Einsatz der verschiedenen Kanäle der Wahrnehmung verstärkt die Wirkung. Ihre Botschaft prägt sich besser ein, wenn Sie die Sprache, den Jargon, Ihrer Zielgruppe verwenden und ein nicht unbedingt realistisches Bild Ihrer Botschaft zeichnen.

Fazit: Die Metapher ist ein Schlüssel von der Oberflächenstruktur in die Tiefenstruktur. Die erzählerischen Elemente in Wort und Bild schaffen die gewünschte Aufmerksamkeit und verbessern die Merkfähigkeit.

Der Mutterspracheneffekt

Stellen wir uns vor, dass sechs blinde Inder regelmäßig auf einen Elefanten treffen. Durch Zufall stehen sie immer an der gleichen Stelle neben diesem riesigen Säugetier. Da ihnen die Sicht auf das Ganze fehlt, entwickelt jeder seine persönliche Idee von diesem Giganten. Sagt man den Indern, dass es sich um einen Elefanten handelt, so stellen sie sich jeweils einen Fächer, eine Schlange, einen Speer, einen Baumstamm, eine Wand oder ein Tau vor. Unabhängig davon, wie ihre Vorstellung eines Elefanten mit der Zeit sein wird, werden sie sich stets an diese erste Vorstellung erinnern. Das ist die Nachwirkung des ersten Eindrucks, der Mutterspracheneffekt.

BlindMonks

Was kommt einem in den Sinn, wenn man an ein Telefon denkt? Eine Handkurbel? Eine Wahlscheibe? Ein Tastenfeld? Ein Touchscreen? Abhängig von Ihren ersten Erfahrungen mit Telefonen könnte Ihnen eine der obigen Alternativen einfallen. Entsprechend selbstverständlich oder auch nicht könnte für Sie ein schnurloses Telefon sein.

Denken Sie an den Kampf der Kulturen zwischen den Anwendergruppen von Apple und Microsoft. Das jeweils andere System wird immer befremdlich, unergonomisch und nicht intuitiv scheinen. Trotz allem müssen sie heute, egal welches System sie nutzen, die kontextabhängigen Befehle kennen, um das System betreiben zu können.

Es ist immer der erste Kontakt mit etwas, der sich dem Nutzer einprägt. Die Bewertung von neuen Dingen wird langfristig davon beeinflusst. Aus diesem Grund sollten diese Aspekte Teil der Einführung einer Neuheit sein.

Fazit: Bei der Gestaltung Ihrer Geschäfte und Leistungen ist es von Vorteil den Mutterspracheneffekt zu berücksichtigen. Dadurch fällt es den Beteiligten leichter, die neuen Dinge anzunehmen und zu nutzen.