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Die Metapher – Der Schlüssel in die Tiefe

Die wichtigsten Hürden beim Austausch von Informationen sind die Aufmerksamkeit der Zielgruppe und das nachhaltige Behalten der Inhalte. Dabei stehen Botschaften immer im Wettbewerb mit der sonstigen Informationsflut. Besonders gut merken sich Menschen gefühlvolle Inhalte, da diese sich leicht mit bestehenden Erfahrungen verbinden. Ein Schlüssel in die Tiefen des Bewusstseins ist die Metapher.

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Die Metapher funktioniert wie ein trojanisches Pferd, dass leicht von außen nach innen gelangt (siehe auch: Meta-Modell der Sprache). Sie verknüpft allgemeine Qualitäten und Einsichten mit der Mitteilung, die vermittelt wird. Durch die überraschende Verknüpfung aktiviert sie die Aufmerksamkeit und wird länger behalten.

Die folgenden Elemente erleichtern das Finden und die Formulierung einer Metapher. Sie wollen beispielsweise erklären, welche Funktion eine Metapher hat ?-)

  • Metapherngruppe
    Beschreiben Sie Ihre Zielgruppe und nutzen Sie die gefundenen Eigenarten zur gezielten Entwicklung der Metapher, z.B. Max Mustermann und seine alltäglichen Erfahrungen.
  • Metaphernfeld
    Finden Sie einen allgemeinen Bereich des Lebens, der allen vertraut ist und Gefühle auslöst, z.B. Technik. Die Metapher kann dann aus Dingen, Tätigkeiten oder Rollen bestehen, z.B. eine verschlossene Tür, mit einem Schloss und einem Schlüssel.
  • Metaphernmerkmale
    Die eigentlichen Eigenschaften der Metapher leiten sich aus kontextbezogenen Abläufen, Beziehungen und Gestaltungsebenen  ab, z.B. verschlossene Türen lassen sich mit einem Schlüssel öffnen.

Der Einsatz der verschiedenen Kanäle der Wahrnehmung verstärkt die Wirkung. Ihre Botschaft prägt sich besser ein, wenn Sie die Sprache, den Jargon, Ihrer Zielgruppe verwenden und ein nicht unbedingt realistisches Bild Ihrer Botschaft zeichnen.

Fazit: Die Metapher ist ein Schlüssel von der Oberflächenstruktur in die Tiefenstruktur. Die erzählerischen Elemente in Wort und Bild schaffen die gewünschte Aufmerksamkeit und verbessern die Merkfähigkeit.

Dynamische Grenzwerte

In einer Welt, die immer mehr vermessen und bewertet wird, gewinnen Grenzwerte an Bedeutung. Es ist schwierig, sich in dem Dschungel der Daten zurechtzufinden. Aus diesem Grund werden Orientierungswerte bestimmt, sogenannte Grenzwerte. In Deutschland ist beispielsweise der Grenzwert für radioaktive Strahlung 20mSv pro Jahr beziehungsweise 400 mSv für das gesamte Berufsleben. In Japan hat TepCo die Grenzwerte im Zuge des Unglücks in Fukushima von 100 auf 250 mSv pro Jahr erhöht. Dies zeigt, dass Grenzwerte nicht in Stein gemeißelt sind. Grenzwerte verändern sich.

Blutbild

Die Veränderlichkeit wird von entsprechenden Organisationen bestimmt – Behörden und darauf spezialisierten Institutionen. Ziel ist die Festlegung eines Wertes, ab dem negative Auswirkungen zu erwarten sind, z.B. Gesundheitsrisiken durch Strahlung, Lärm oder Schadstoffe in Lebensmitteln.

Grenzwerte haben die folgenden Schwächen.

  • Sie beziehen sich auf einen separierten Sachverhalt – eine einzelne Substanz oder einen individuellen Klang.
  • Sie beziehen sich auf einen bestimmten Zeitraum.
  • Sie werden für Gesunde erstellt.
  • Sie gelten für durchschnittliche Menschen.
  • Sie berücksichtigen keine Wechselwirkungen oder sukzessive Ansammlungen.

und

  • Sie sind nicht natürlich gegeben, sondern bürokratisch festgelegt.
  • Sie sind Kompromisse der beteiligten Interessengruppen.
  • Sie orientieren sich an einem bestimmten Stand der Wissenschaft im Moment der Festlegung.
  • Sie sind abhängig von wissenschaftlicher Nachweisbarkeit.
  • Sie werden immer wieder geändert.

und

  • Innerhalb der Grenzwerte gilt per Definition als gesund.
  • Außerhalb der Grenzwerte gilt per Definition als nicht gesund.
  • Der Unterschied zwischen gesund und nicht gesund ist sehr klein – für strahlenexponierte Personen in Deutschland gilt19 mSv pro Jahr als ungefährlich und 21 mSv pro Jahr als gefährlich (japanische Messwerte siehe oben).

Fazit: Grenzwerte sind kritisch zu betrachten, da sie Sicherheit suggerieren, aber auf Festlegungen basieren, die jederzeit geändert werden können. Weder die Rahmenbedingungen der Festlegung, noch das Zusammenwirken verschiedener Aspekte oder die scheinbar objektiven Kriterien liefern hieb- und stichfeste Aussagen. Grenzwerte entwickeln sich immer zu einem politischen Instrument. Aus diesen Gründen sollten sie stets kritisch hinterfragt werden.