Geld stinkt immer noch nicht

Der wesentliche Unterschied zwischen geschäftlichem und staatlichem Wirtschaften ist die Tatsache, dass ein Unternehmen nicht einfach seine Einnahmen beschließen und einziehen kann, sondern sie erarbeiten und mit dem Kunden verhandeln muss. Steuern wurden zu allen Zeiten von unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen erhoben – genannt Tribut, Zehnt, Zoll, Ablass oder Tempelsteuer. Es wurde auch nicht davor zurückgeschreckt, die skurrilsten Einnahmequellen zu erschließen. Ein gutes Beispiel ist der Kaiser Vespasian, der sich mit dem Spruch „Pecunia non olet“ (Geld stinkt nicht) rechtfertigte. Er hatte eine Steuer für die öffentlichen Bedürfnisanstalten erhoben. Erstaunlich, dass die gleiche Kreativität bis heute überlebt hat.

Maut

Kunden haben die Wahl und regulieren die Preise einfach dadurch, dass Sie das Verhältnis zwischen Preis und Leistung der angebotenen Produkte oder Dienstleistungen bewerten. Stimmt das Verhältnis nicht, verzichten sie darauf – und der Preis sinkt.
Im Gegensatz dazu hat der Bürger nur von Zeit zu Zeit die Wahl. Mit der Stimmabgabe übergeben sie die Kontrolle an politische Funktionäre, die im Laufe deren Amtsdauer machen was sie wollen – gut verpackt in Statements wie „Wir dürfen nur die Dinge versprechen, von denen wir auch glauben, dass wir sie halten können.“ „Ich glaube, die Menschen haben Verständnis dafür“. In Ermangelung von Akzeptanz der Bürger für neue Steuern heißen sie jetzt Einnahme, Gebühr, Ergänzungs- oder Sonderabgabe. Aktuelle Beispiele sind:

  • Die Verlängerung des Solidaritätszuschlags
    Der Solidaritätszuschlag für die Wiedervereinigung wurde am Ende hingenommen. Aber jetzt diese Ergänzungsabgabe beizubehalten ist ein gutes Beispiel, wie die Politiker versuchen, ihre Budgets zu erhöhen. Wenn zukünftig Kosten anfallen, die die Gesellschaft tragen sollen, so ist die Berechtigung eines derartigen Griffs in die Tasche der Steuerzahler fragwürdig – vor allem, wenn sie sich nicht wehren können.
  • Autobahn-Maut
    In vielen Ländern fällt eine Gebühr für die Nutzung von Autobahnen an – auch wenn es nur ein paar Grenzkilometer sind. Soweit ist die Erhebung der Autobahnmaut OK. Einen Ausgleich bei der KFZ-Steuer für Deutsche ist sicher angemessen. Wie tölpelhaft ist es schon vor der Einführung diesen Ausgleich zurückzunehmen. Damit ist die Maut eine verdeckte Steuererhöhung.
  • Kalte Progression
    Die kalte Progression ist das Hütchenspiel des Finanzministeriums. Der Bürger zahlt immer drauf und erhält noch nicht einmal eine angemessene Anpassung an die Inflation der letzten Jahre. Am Ende hilft die kalte Progression auch bei dem Erreichen der schwarzen Null.

Die Liste der Beispiele ließe sich fortsetzen, von der Riester-Rente bis zu den Beiträgen der Krankenversicherung. Gleichzeitig werden die Arbeitgeber mit der Begründung entlastet, dass es Arbeitsplätze rettet. Das geht soweit, dass Unternehmen ihre Personalkosten reduzieren können, durch Niedriglöhne und Zeitarbeit. Sind das die geretteten Arbeitsplätze?

Fazit: Politiker machen alles, um die Einnahmen auf Kosten der Bürger zu erhöhen und die Kosten für die Industrie zu senken. Diese moderne Form der Wegelagerei wird nicht lange funktionieren. Die Rechnung werden die folgenden Generationen tragen müssen. Ob die sich dann noch mit der älteren Generation solidarisch zeigen werden? Die Folgen für das Rentensystem sind jetzt schon abzusehen – sicher ohne Konsequenzen für die Pensionen der Politiker, die heute die zukünftigen Probleme schaffen. Geld stinkt ja immer noch nicht.

Money still does not smell

The substantial difference between commercial and governmental economic activities is the fact that an enterprise cannot simply decide and collect its incomes, but it has to work and to negotiate with the customer for it. Taxes were always raised by various societal groups – called tribute, tithe, toll, indulgence or temple tax. Some people did not shy away from exploiting the most bizarre sources of income. A good example is the emperor Vespasian, who justified himself with the saying „Pecunia non olet “(Money does not smell). He had imposed a tax for the public convenience. Amazingly the same creativity survived until today.

Maut

Clients have the choice and adjust the prices simply by evaluating the relationship between price and performance of the offered products or services. If the ratio is not beneficial, they waive it – and the price decreases.
In contrast, the citizen has only occasionally the choice. By voting, they hand over control to political officials, who make in the course of their tenure what they want – well packed in statements like “We must only promise things that we believe that we can do.” „I believe that people understand“. In the absence of acceptance of the citizens for new taxes, they are called now income, fee, supplementary or special tax. Current examples are:

  • The extension of the solidarity surcharge
    The solidarity surcharge for the reunification was eventually accepted. But to maintain this supplementary tax is a good example, how politicians try to increase their budgets. If costs will occur in the future that should be taken by the society, then the right of digging into the pockets of the taxpayers is questionable – above all, if they cannot fend off.
  • Highway toll (Maut)
    Many countries have a fee for the use of highways – even for a few border kilometers. So far the collection of the highway toll is OK. A compensation for Germans car tax is certainly appropriate. How foolish to take back this compensation before the adoption. Thus, the toll is a hidden tax increase.
  • Cold Progression
    The cold progression is the thimblerig of the Treasury department. The citizen always has to pay extra and even does not receive an appropriate adjustment for the inflation of the past years. Eventually, the cold progression helps the government to reach the black zero.

The list of the examples could be extended, from the Riester pension to the fees for the health insurance. At the same time the employers are relieved with the justification that it secures jobs. This goes so far that enterprises can reduce their HR expenditures by benefiting from low wages and temp work. Are these the safeguarded jobs?

Bottom line: Politicians do everything possible, in order to increase their incomes at the expense of the citizens and lower the costs for the industry. This modern form of waylay will not function for a long time. The following generations will have to carry the bill. Will they then still show solidarity with the older generation? The consequences for the pension system are already foreseeable – certainly without consequences for the pensions of the politicians, who create the future problems today. Of course – money still does not smell.