Die Zukunft von Führung

Führung ist eine der ältesten Rollen in Gesellschaften. Und trotzdem suchen Führungskräfte immer wieder nach dem richtigen Stil für ihre Rolle. Neben den Aufgaben und Werkzeugen der Führung beschäftigen sich Leiter mit den folgenden Fragen.

  1. Wie viel Beteiligung ist möglich?
  2. Wie viele Regeln werden benötigt?
  3. Wie verteile ich die Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortungen?
  4. Wie viel Loyalität brauche ich? Wie entsteht sie?
  5. Wie fördere ich die Zusammenarbeit?
  6. Wie werden Führungskräfte bestimmt?
  7. Wie viel Führung brauchen wir überhaupt noch?

Werden die neuen systemischen Konzepte, wie Ganzheitlichkeit, autonome Einheiten, Vernetzung, Partizipation und Selbstorganisation, neue, noch nicht erkennbare Stile der Führung ermöglichen? Wie sieht die Zukunft von Führung aus?

Fuehrung

Führungskräfte sorgen für Ziele, organisieren, entscheiden, bewerten und fördern Mitarbeiter mit Hilfe von vielfältigen Werkzeugen (z.B. Rollenbeschreibungen, regelmäßiger Kommunikation, Leistungsbeurteilungen). Sie steuern damit ihren Bereich, schaffen Orientierung und verantworten die Ergebnisse (Sie finden mehr zu Aufgaben und Werkzeuge der Führung hier: http://www.malik-management.com/de/malik-ansatz/malik-basis-modelle ).
Ohne Führung müssten diese Aspekte in der Gruppe entwickelt und ein Konsens vereinbart werden. Positive Beispiele für selbstorganisierende Gruppen sind die agilen Teams in der Softwareentwicklung und anderen kreativen Berufen.

Nichtsdestotrotz bringen die Ansätze auch neue Antworten auf die Fragen der Führungskräfte.

  1. Beteiligung ergibt sich aus demokratischen Formen der Mitwirkung, wie z.B. Mitsprache und Mitbestimmung. Diese lassen sich auch im Zusammenhang von hierarchischen Strukturen etablieren. Eigenverantwortliche, selbstorganisierende Teams sind schon länger gang und gäbe im Rahmen von bürokratischen Strukturen, wie z.B. Projekte, Kompetenzzentren oder Fertigungsinseln.
  2. Regelungen reichen von Chaos bis Ordnung und von freiwillig bis verbindlich. Sie sind wichtige Werkzeuge, um den Mitarbeitern das gewünschte Verhalten zu verdeutlichen. Sinnvoll werden diese Regeln durch den passenden Detaillierungsgrad, der das Spannungsfeld zwischen Bevormundung und Eigenverantwortung abdeckt. Die gemeinsame Vereinbarung von grundsätzlichen Vorgaben in der Governance minimiert die Anzahl der Bestimmungen.
  3. Aufgabe, Kompetenz und Verantwortung (AKV) einer Rolle sollten möglichst in einer Hand liegen. Das beste Beispiel für die Verteilung von AKV ist das Subsidiaritätsprinzip des Vatikans. Es bündelt Entscheidungen am Ort des Geschehens. Erst wenn dies nicht mehr möglich ist, wird die Rolle auf der nächsthöheren Ebene angesiedelt.
  4. Die Loyalität ist ein wichtiges Element der Führung, die nicht direkt hervorgerufen werden kann. Sie ergibt sich einerseits aus den autoritären oder charismatischen Eigenschaften der Führungskraft. Andererseits entsteht sie aus der indirekten Förderung des Commitments mithilfe von persönlichen, inhaltlichen und formalen Commitment-Verstärkern.
  5. Die Zusammenarbeit lässt sich durch die neuen Möglichkeiten der Vernetzung und Selbstorganisation vielfältig gestalten. Der Austausch von Informationen lässt sich durch gemeinsame Intranetseiten, Diskussionsgruppen und Blogs realisieren. Über mobile PCs oder Smartphones greifen die Mitarbeiter auf ihre benötigten Daten zu – wo und wann auch immer. Durch Telefon-und Videokonferenzen treffen sich die Mitarbeiter unabhängig von ihrem Aufenthaltsort.
  6. Die Auswahl von Führungskräften hat einen Einfluss auf ihre Akzeptanz. Jedoch garantieren demokratische Vorgehensweisen, wie die direkte Wahl oder das Rekrutieren von Führungskräften durch die Mitarbeiter, nicht deren Wirksamkeit. Unabhängig von dem Auswahlverfahren werden stets einige Mitarbeiter den Chef akzeptieren – oder nicht. Wie auch in der Politik ergeben demokratische Wahlen häufig eine Verteilung von 51% zu 49% – d.h. die Hälfte der Wähler wollen den Gewinner nicht.
  7. Spätestens, wenn die Anzahl der Mitglieder einer Organisation die magische Dunbar-Zahl von 150 übersteigt, brauchen wir Führung und eine angemessene Hierarchie. Kleine Organisationen, wie Start-ups, können eine gewisse Zeit ohne formale Strukturen überleben. Wir sollten nicht vergessen, dass auch diese meistens von einem Gründer autokratisch getrieben werden.

Fazit: So wie ein Orchester nicht auf einen Dirigenten verzichten kann, werden wir auch in Zukunft nicht auf die integrative Rolle der Führung verzichten können. Jede Unternehmung braucht die strategische Ausrichtung und abschließende Entscheidungen durch Führungskräfte. Zeitgemäß wird die Führung durch die Nutzung der neuen Möglichkeiten zur Zusammenarbeit.

The future of leadership

Guidance is one of the oldest roles in societies. And nevertheless executives are continuously looking for the right style of their role. Apart from the tasks and tools of leadership managers are concerned with the following questions.

  1. How much involvement is possible?
  2. How many rules are needed?
  3. How do I distribute tasks, authorities and responsibilities?
  4. How much loyalty do I need? How does it emerge?
  5. How do I promote cooperation?
  6. How to select executives?
  7. How much leadership do we need at all?

Do new systemic concepts like holistic, autonomous units, interconnectedness, participation, and self-organization, pave the way for new, yet not recognizable styles of leadership? How does the future of leadership looks like?

Fuehrung

Executives provide goals, organize, decide, evaluate and foster employees by using various tools (e.g. role descriptions, regular communication, performance reviews). They control with it their area, create orientation and take responsibility for the results (You find more about tasks and tools of leadership here: http://www.malik-management.com/en/malik-approach/malik-basic-models).
Without leadership, these aspects have to be developed in the team and consent has to be agreed. Positive examples of self-organizing groups are the agile teams in software development and other creative professions.

Nevertheless, new approaches imply also new answers to the questions of executives.

  1. Involvement results from democratic forms of cooperation, like having a say and participation. These can also be established in connection with hierarchical structures. For a long time, autonomous, self-organizing teams are common practice in the context of bureaucratic structures, like projects, Centers of Competence or Production islands.
  2. Regulations range from chaos to orderliness and from voluntary to mandatory. They are important tools, in order to clarify the desired behavior of the employees. These rules become meaningful with the appropriate level of detail that covers the tension between patronizing and autonomy. The joint agreement of basic guidelines in the governance minimizes the number of regulations.
  3. Task, authority and responsibility (TAR) of a role should be consolidated under one roof. The best example of the distribution of TAR is the subsidiarity principle of the Vatican. It bundles decisions at the point of action. Only if this is no longer possible, the role is established on the next higher level.
  4. The loyalty is an important element of leadership that cannot be directly created. On the one hand, it results from the authoritarian or charismatic attitudes of a leader. On the other hand, it evolves from the indirect stimulation of the commitment with personal, content-wise and formal commitment amplifiers.
  5. Cooperation can be designed in various ways by using the new possibilities of networking and self-organization. The exchange of information can be realized with common intranet sites, discussion groups and blogs. The employees access via mobile PCs or smartphones their necessary data wherever and whenever. The employees meet independently of their whereabout within phone and video conferences.
  6. The selection of executives has an influence on their acceptance. However, democratic approaches like the direct selection or recruiting of leaders by the employees, does not guarantee their effectiveness. Independently of the selection procedure, there will always be some employees, who accept the boss – or not. As you can also see in politics, democratic elections result in a distribution of 51% to 49% – i.e. half of the population does not want the winner.
  7. At the latest, when the number of members of an organization exceeds the magic Dunbar number of 150, we need leadership and an adequate hierarchy. Small organizations, like start-ups, can survive for a certain time without formal structures. We should not to forget that these are also often driven autocratically by a founder.

Bottom line: Like an orchestra will never like to forgo the conductor, we cannot let go the integrating role of leadership in the future. Each undertaking needs the strategic alignment and concluding decisions by executives. The guidance becomes state-of-the-art by using the new possibilities for cooperation.