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Die gesamte Palette wirkt mehr und besser

Sobald Menschen zusammenarbeiten, ist es erforderlich Informationen auszutauschen. Für Führungskräfte ist die Kommunikation eine wichtige Funktion im Rahmen ihrer Leitungsaufgaben *1. Die folgenden Aspekte lassen sich durch entsprechende Maßnahmen realisieren.

  • Das Selbstverständnis wird ausgetauscht.
  • Das Geschäftsmodell wird für alle greifbar.
  • Die zukünftige Ausrichtung wird nachvollziehbar.
  • Die Aufgaben, die Kompetenz und die Verantwortung werden konkretisiert.
  • Die Gerüchteküche wird entsprechend der erreichten Transparenz eingedämmt.
  • Das gemeinsame Wissen wird allen zugänglich gemacht.

Botschaften wirken durch die Nutzung der gesamten Palette mehr und besser.

Kommunikation

Die gesamte Palette der Kommunikation besteht aus folgenden Objekten: Wörter, Bilder, Klänge und Veranstaltungen.

  • Der verbale Austausch ist bestimmt durch die Wahl der Worte, den Ausdruck und die Themenentwicklung. Welches sind die wesentlichen Schlüsselworte, Stigmaworte, Namen, Kunstworte sowie Synonyme und Antonyme? Welche Modalitäten sollten genutzt werden (z.B. müssen, dürfen)? Welche Metaphern fördern die Entwicklung des Themas?
  • Die visuelle Verständigung besteht aus der Wahl der Motive sowie den visuellen Aspekten und Gesetzen. Welche Motive repräsentieren das Thema (z.B. Landschaften, Menschen)? Welcher Typ von Visualisierung bietet sich an? Welche visuellen Gesetze sind von Vorteil (z.B. Ähnlichkeit, Geschlossenheit)?
  • Der auditive Austausch von Informationen besteht aus der Wahl der Motive sowie den klanglichen Aspekten und Gesetzen. Welche Motive repräsentieren das Thema (z.B. Sprache, Musik)? Welcher Typ von Klang bietet sich an? Welche auditiven Gesetze sind von Vorteil (z.B. Gleichzeitigkeit, Harmonie)?
  • Veranstaltungen unterschieden sich in der Art und der Form. Welche Art der Kommunikation ist am geeignetsten (z.B. Veranstaltung, Veröffentlichung)? Welche Form bietet sich an (z.B. Workshop, Video, Diskussion)?

Die Nutzung der gesamten Palette erhöht die Aufmerksamkeit und das Verständnis der Zielgruppe. In jedem Thema lassen sich mehrere Elemente der Palette nutzen.

*1) Weitere Leitungsaufgaben sind das Selbstmanagement, die Konzeption, die Koordination und die Kooperation.

Führungskräfte haben die Wahl

Je mehr Menschen zusammenarbeiten, desto wichtiger ist es sich auf ein Ziel auszurichten, gemeinsame Regeln zu befolgen und sich gegenseitig zu verstehen. Die Zusammenarbeit findet heute nicht nur zwischen Funktionen, sondern auch über die Grenzen des Unternehmens und der Branchen hinweg statt. Dadurch stoßen verschiedene Werte und Regeln aufeinander. Es entstehen komplexe Strukturen mit wechselseitigen Beziehungen und Abhängigkeiten. Im Rahmen der Leitungsaufgaben*1 ist die Koordination eine Form der Steuerung. Die gute Nachricht ist, dass Führungskräfte die Wahl haben, wie sie koordinieren.

Koordination

Aus der Vielzahl der möglichen Mechanismen zur Koordination bieten die folgenden eine überschaubare Menge, um Gruppen zu steuern.

  • Markt
    Die Einführung von Regeln des Marktes steuert das Zusammenspiel mittelbar. Da alle Aktivitäten mit Aufwand verbunden sind, bietet der Wettbewerb auf Basis von Angebot und Nachfrage eine quasi-automatische Regulierung der Auswahl. Je mehr Alternativen verfügbar sind, desto geringer die Kosten. Je weniger Angebot, desto höher der Preis. Besonders bei internen Dienstleistungen, deren Leistungen verrechnet werden, senkt dieser Ansatz mittelfristig die Kosten.
  • Vereinbarungen
    Jede Vereinbarung (z.B. Verträge, Regelwerke Einhaltung von vereinbarten Standards) legt die Art der Zusammenarbeit fest. Die formale Festlegung von Spielregeln stellt frühzeitig sicher, dass allen Beteiligten klar ist, was erwartet wird. Da eine Vereinbarung die Zustimmung aller Vertragspartner erfordert, werden die Interessen von allen berücksichtigt.
  • Partnerauswahl
    Die Koordination durch eine bewusste Partnerwahl legt bereits vor der eigentlichen Zusammenarbeit die gemeinsamen Regeln fest. Die entsprechenden Auswahlkriterien, Zugangsregeln und die angestrebte Etikette sollten vorab für alle sichtbar formuliert sein. Damit wissen alle Beteiligten, worauf sie sich einlassen und ob sie in dieser Zusammenarbeit ihren Beitrag leisten wollen oder nicht.
  • Ergebnisorientierung
    Die Ergebnisse, die in Form von Zielen vereinbart werden, synchronisieren alle Aktivitäten. Dies erfordert eine stimmige Planung, auf die sich die einzelnen Ziele beziehen. Die Mitarbeiter erhalten damit eine klare Vorgabe und lässt ihnen die Freiheit des Wie. Die Personalsysteme zur Steuerung, Bewertung und Motivation bauen darauf auf.
  • Hierarchie
    Dieser klassische Ansatz der Führung weist den Einzelnen auf unterschiedlichen Ebenen die Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortung zu. Es entsteht eine klare Weisungskette, die die Steuerung, die Entscheidungen und die Eskalationswege eindeutig festlegt. Die übergeordnete Ebene hat dadurch das Recht und die Pflicht zu führen.
  • Linking-Pin
    Pro-aktive Koordinatoren halten die Projekte kontinuierlich in Bewegung. Die sogenannten Linking-Pins sichern als übergreifende Ansprechpartner den wechselseitigen Austausch durch Management-by-walking-around. Ein Linking-Pin reicht von dem Treiber, über den Kümmerer bis hin zum Unterstützer der Zusammenarbeit. In jedem Fall fungiert der Linking-Pin als Verbindung zwischen den beteiligten Einheiten. Sie sind in der Lage die verschiedenen Anforderungen so zu übersetzen, dass alle sie verstehen und befolgen können.
  • Diplomatie
    Eines der ältesten Verfahren ist sicherlich die Verhandlungskunst der Diplomatie. Ähnlich dem Linking-Pin wird diese aber erst aktiviert, wenn übergreifender Abstimmungsbedarf besteht. Im einfachsten Fall wird der Gedankenaustausch zwischen den Beteiligten in die Wege geleitet. Es werden jedoch auch Verhandlungen geführt oder, im Krisenfall, zwischen den Parteien vermittelt. Ein typisches Format ist die Taskforce.

Grundsätzlich können Koordinationsmechanismen einzeln oder beliebig gemischt werden, solange am Ende die Zusammenarbeit und die Erreichung der gemeinsamen Ziele erfolgen. Da die Zustände des Geschäfts sich immer schneller ändern, ist die Hierarchie sicher am schwersten zu nutzen, da sie viel Zeit braucht, um wirksam etabliert zu sein. Linking-Pins und Diplomaten sind in Zeiten des Wandels und für vielfältige Kulturen sicherlich die praktischsten Lösungen.

*1) Weitere Leitungsaufgaben sind das Selbstmanagement, die Konzeption, die Kommunikation und die Kooperation.