Schlagwort-Archive: Information

Verhandlung ist gegenseitige Bereicherung

Eine Verhandlung ist das interessengesteuerte Tauziehen, um eine Vereinbarung zu erlangen. Dabei kann es sich um den Kauf von Hardware, die Vereinbarung einer Dienstleistung oder sonstige abgestimmte Interessen handeln. Die angenommene Beziehung zwischen den Verhandelnden hat einen großen Einfluss auf die Verhandlung. Befindet sich ein Bewerber im Einstellungsgespräch, entscheidet die Frage, wer wem etwas anbietet, über die jeweilige Verhandlungsposition. Bei Billigjobs steht der Bewerber auf verlorenem Posten, da der nächste bereits auf diese Chance wartet. Rare Spezialisten werden eher umworben und sind damit in der besseren Position. Diese Schwarz-Weiß-Situationen sind eher einfach zu bewältigen. Schwierig wird es, wenn die Gesprächspartner sich der Illusion hingeben, alle Trümpfe in der Hand zu halten und ohne Maß pokern. Damit Verhandlungen auf Augenhöhe und zu beiderseitiger Zufriedenheit ablaufen, sind ein paar Voraussetzungen zu schaffen. Dann ist gegenseitige Bereicherung erreichbar.

In echten Verhandlungen haben beide Parteien etwas zu bieten und der Ausgang ist offen. Erst wenn dieser Startpunkt für beide gilt, lohnt es sich Zeit in die Verhandlung zu stecken.

  • Ausreichend Information
    Auch wenn es trivial erscheint, so bildet die Verfügbarkeit der relevanten Informationen die entscheidende Voraussetzung. Damit ist nicht nur gemeint, dass man die gewünschten Informationen erhält, sondern auch die Verpflichtung relevante Informationen bereitzustellen. Diese Informationen bestehen dabei nicht nur aus Länge, Breite, Gewicht, Qualität oder Preis, sondern beinhalten auch die Erwartungen der Vertragspartner, die sich hinter dem Verhandlungsgegenstand verstecken. Dies bedeutet jedoch nicht, dass man von Anfang an alle Karten offen auf den Tisch legt. Es ist wichtiger auf Fragen der Gegenpartei jederzeit eine erschöpfende Antwort zu geben. Der Unterschied zwischen Taktik und Unwissenheit ergibt sich aus der eigenen Vorbereitung, die vorab erfolgen muss. Sie ist ein wichtiger Ausdruck der gegenseitigen Wertschätzung. Die Parteien erhalten so sukzessive einen besseren Einblick. Dies erlaubt beiden Seiten, sich anzunähern.
  • Machbarkeit sicherstellen
    Die Verhandlungsgegenstände sind häufig nicht so konkret, dass man die eine Alternative mit der anderen vergleichen kann. Der Aufwand, den ein Projekt verursacht, wird bestimmt durch dessen Schwierigkeitsgrad, die Bestandteile, die Qualität und hängt oft von der Mitwirkung des Kunden ab. Die Beschreibung dieser Rahmenbedingungen ist nie so genau, dass sich daraus exakte Schätzungen ableiten lassen. Der erste und wichtigste Schritt ist, dass der Verhandlungsgegenstand, was der Kunde will, machbar ist. Der Klient wird meistens durch mehrere Personen repräsentiert, die sehr unterschiedliche Vorstellungen haben können. Im Interesse eines machbaren Ergebnisses ist ausreichend Information bezüglich aller Anforderungen und des Angebotes unabdinglich. Die Machbarkeit ist um so besser festzustellen, desto eindeutiger der Auftrag für beide Parteien ist. Auf dieser Grundlage kommt eine Vereinbarung zustande, oder eben nicht.
  • Leben und leben lassen
    Der eigentliche Vertragsgegenstand ist der Preis. Eigentlich ist es nicht notwendig darauf hinzuweisen, dass der Käufer so viel wie möglich für so wenig wie möglich erzielen will, sowie der Verkäufer so wenig wie möglich für so viel, wie möglich herausschlagen möchte. Trotzdem gibt es immer wieder Verhandlungspartner, die meinen, dieser Sachverhalt wäre der anderen Seite unbekannt. Es ist geschickter einen verständnisvolleren Ansatz zu wählen. Einen guten Preis und ein passendes Angebot anzustreben, ist legitim. Die eigene Einstellung bestimmt bei der Verhandlung die Annehmbarkeit für den Anderen. Es ist kein Vorteil, den Vertragspartner über den Tisch zu ziehen. Im schlimmsten Fall schadet ihm das so stark, dass er nicht mehr zur Verfügung steht – was zum eigenen Nachteil wird. Deshalb gilt immer: Leben und leben lassen.
  • Abschluss
    Verhandlungen haben ein eindeutiges Ziel – einen Abschluss herbeizuführen. Bedenkt man den Aufwand, den beide Parteien in die bedarfsorientierte Vorbereitung stecken, so ist es für beide unangenehm, wenn der Abschluss nicht zustande kommt. Um jedoch einen Abschluss zu ermöglichen, ist der Schlüssel das magische Wort „Kompromiss“. Alle müssen sich an die jeweilige Situation und die Erwartungen des Anderen annähern. Dies führt zur Anpassung mancher Anforderungen – z.B. einer Preisgrenze, eines angestrebten Leistungsumfangs, eines überzogenen Anspruchs an die Güte der Ergebnisse oder einer frechen Maßlosigkeit. Um spätere Unzufriedenheit im Keim zu ersticken, ist es unbedingt erforderlich die Sachverhalte in eine Form zu bringen, die die Anforderungen und Leistungen ausreichend beschreiben. Der abgeschlossene Vertrag ist der Rahmen, in dem man sich bei der Erbringung der Leistung bewegt. Potenzielle Änderungen sollten nachträglich festgehalten werden, damit unnötige Frustrationen vermieden werden.

Fazit: Über die Voraussetzungen für Verhandlungen haben sich bereits viele ausgelassen. Es ist in jedem Fall entscheidend ausreichend Information bereitzustellen, sich auf machbare Umfänge zu konzentrieren, das eigene Leben und das Leben der Anderen sicherzustellen und vor allem am Ende zu einem druckbaren Abschluss zu gelangen. Es steht einer gegenseitigen Bereicherung jetzt nichts mehr im Weg.

Negotiation is mutual enrichment

A negotiation is the interest-driven tug-of-war to attain an agreement. This may be purchasing hardware, agreeing a service or other reconciled interests. The assumed relationship between the negotiators has a great influence on the negotiation. If an applicant is in a job interview, the question, who offers what, is crucial to the relative negotiating position. In the case of cheap labor, the applicant is in a lost position, because the next one is already waiting for this chance. Rare specialists are more likely courted and thus are in a better position. These black-and-white situations are rather easy to cope with. It becomes difficult, if a conversation partner devotes himself to the illusion of holding all the trumps in his hand and gambles without measure. A few prerequisites have to be created in order to have negotiations on a level playing field with reciprocal satisfaction. Then mutual enrichment is reachable.

In real negotiations both parties have to offer something and the outcome is open. Only when this starting point applies to both, it is worthwhile to invest time into the negotiations.

  • Sufficient information
    Even if it sounds banal, the availability of the relevant information is crucial. This does not only mean that you get the desired information, but also that you have the obligation to provide relevant information. This information does not consist only of length, width, weight, quality, or price, but also includes the expectations of the contracting parties, which are often hidden behind the object of negotiation. This does not mean, however, that all cards are put on the table from the beginning. It is more important to give at any time a satisfactory answer to the questions of the opposing party. The difference between tactics and the state of not knowing results from one’s own preparation, which has to be done in advance. It is an important expression of mutual appreciation. The parties continuously receive that way a better insight. This allows both sides to approach each other.
  • Ensure feasibility
    The negotiating items are often not specific enough that one would be able to compare one alternative with the other. The effort involved in a project is determined by the difficulty, the components, the quality, and it often depends on the cooperation of the customer. The description of these framework conditions is never accurate enough that one could derive exact estimates from it. The first and most important step is that the negotiation object, what the customer expects, is feasible. The client is usually represented by several people, who might have very different ideas. In the interest of feasible outcomes, sufficient information about all requirements and the offer is crucial. The feasibility is the easier to recognize, the clearer the assignment is for both parties. On this basis, it an agreement materializes, or not.
  • Live and let live
    The real contractual object is the price. Actually it is not necessary to point out that the buyer wants to achieve as much as possible for as little as possible, as well as the seller fights for as little as possible for as much as possible. Nevertheless, there are always negotiating partners who think that this issue is unknown to the other side. It is smarter to choose a more understanding approach. Striving for a good price and a suitable offer is legitimate. One’s attitude determines the acceptability for the other in the negotiation. It is not an advantage to bamboozle the contract partner. In the worst case, it hurts him so much that he is no longer available – which becomes one’s own disadvantage. That’s why: Live and let live.
  • Closing
    Negotiations have a clear goal – achieving a closing. Considering the expenses that both parties put into the needs-oriented preparation, it is inconvenient for both, if the closing does not materialize. However, to make a conclusion, the key is the magic word “compromise”. Everybody has to approximate the respective situation and each other’s expectations. This leads to the adaption of some requirements – e.g. a price limit, a desired range of services, an overstated claim to the result quality, and cheeky excessiveness. In order to nip later dissatisfaction in the bud, it is absolutely necessary to bring the facts into a form which adequately outlines the requirements and deliverables. The final contract is the framework for the delivery of the service. Potential changes should be documented later on, to avoid unnecessary frustrations.

Bottom line: Many people have already talked about the prerequisites for negotiations. In any case, it is crucial to provide sufficient information, to focus on feasible areas, to ensure your own life and the life of the other side, and, above all, to eventually reach a printable conclusion. Now nothing remains to reach a mutual enrichment.