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Was Digitalisierung wirklich ausmacht

Ist Digitalisierung alter Wein in neuen Schläuchen, oder steckt mehr dahinter? Nachdem die Verantwortlichen der IT sich über Jahre bemüht haben vom Business besser eingebunden zu werden, sind sie weiterhin nur Unterstützer der Fachbereiche. Dabei sind mittlerweile alle durchdrungen von Informationstechnologie. Kein Prozess ist frei von IT-Unterstützung. Auch wenn immer noch die Anwender meinen mit Office-Tools wie MS Excel, MS Access, MS Word und MS Powerpoint alles selber machen zu können, müssen sie der Tatsache ins Auge sehen, dass professionelle Datenhaltungs-, Analyse- und Workflowsysteme die Grundlage für ihren Wettbewerbs­vorsprung darstellen. Und wieder wird versucht, durch die Vermarktung mithilfe eines entsprechenden Schlagwortes, i.e. Digitalisierung, das Business zu überzeugen.

Das Interesse an der Akzeptanz haben nicht nur die IT-Bereiche, sondern auch die Heerscharen an IT-Beratern. Schauen wir uns die Aspekte an, die heute die Digitalisierung vorantreiben.

  • Ohne Netz geht nichts
    Digitalisierung lebt von dem konstanten Breitbandzugang zum Internet. Ungefähr die Hälfte der Menschheit sind im Netz unterwegs. In Deutschland beträgt die Netzverfügbarkeit ca. 98% in der Stadt, aber nur 36% auf dem Land. Solange sich die Gesellschaft nicht um eine ausgeglichene Verfügbarkeit kümmert, werden die Landstriche, die über kein Netz verfügen, von jeglicher Teilhabe and den neuen Möglichkeiten ausgeschlossen. Das Netz ist die Grundlage, die Digitalisierung heute erst ermöglicht.
  • Allgegenwärtige Daten
    Die Abläufe erzeugen Daten, die im Verlauf der Wertschöpfung immer mehr Details beschreiben. Bis 2020 soll laut IDC das Datenvolumen auf 40 Zettabytes ansteigen (40.000.000.000.000.000.000.000 Bytes). Die Daten transportieren die digitalen Inhalte des Geschäfts. Für die Anwender wird der Umgang mit dieser Datenflut die entscheidende Kompetenz der Zukunft.
  • Barrierefreie Programme
    IT-Anwendungen laufen in einer digitalisierten Welt in der Cloud. Der Zugriff erfolgt über alle Arten von Endgeräten: Mainframes, PCs, Notebooks, Laptops, Tablets, Smartphones, PDAs, RFID-Lesegeräte. 90% der deutschen Haushalte verfügen über einen Computer (zwei Drittel nutzen Outlook als E-Mail-Programm). Neue Zusammenarbeitsmodelle werden möglich, wenn die Zugangsbarrieren, wie Netzverfügbarkeit, Datenschutz und Nutzung unterschiedlichster Endgeräte, so vereinfacht werden, dass die Programme in jedem erdenklichen Umfeld die benötigten Daten erhalten, verarbeiten und bereitstellen.
  • Standardisierte Vorgehen
    Damit die Abläufe sich spontan vernetzen können, brauchen sie Absprachen, die sicherstellen, dass der Kontakt sich schnell herstellen und wieder lösen lassen. Der Zugang erfolgt kabelgebunden und drahtlos über WLAN oder LTE/4G. Sobald dies auch außerhalb der Hochsicherheitstrakte von Unternehmen möglich wird, wird der Betrieb des Geschäfts von den herkömmlichen Büros unabhängig.
  • Digitale Kultur
    In der digitalen Welt finden Geschäfte in ungewohnter Geschwindigkeit und Dauer statt. Dafür müssen auch die Mitarbeiter schnell von einer Idee zur anderen wechseln können. Sie müssen bereit sein spontan neue Dinge auszuprobieren, die Ergebnisse auszuwerten, aber auch schnell wieder ungünstige Lösungen loszulassen. Um agil unterwegs zu sein, müssen die Arbeit und die Verantwortung neu organisiert werden. Eine digitale Kultur hängt eng an einer lernenden Organisation. Dies zeigt sich dann, wenn im Falle des Scheiterns keine negativen Folgen für die Akteure entstehen.

Fazit: Digitalisierung ist ein neuer Versuch der Durchdringung der Arbeitswelt mit Informationstechnologie. Dabei passiert nichts wirklich Neues. Alt-bekannte Technologien sind jetzt so leistungsfähig, dass sie die Versprechen der letzten 20 Jahre endlich einlösen können. Die Elemente greifen mittlerweile nahtlos ineinander – sofern die entsprechenden Rahmenbedingungen geschaffen wurden. Das Netz ist dafür so wichtig, wie für Menschen die Luft zum Atmen. Die Daten sind die Blutkörperchen, die den Sauerstoff dorthin tragen, wo sie gebraucht werden. Die Programme bilden die Organe, die den Sauerstoff verarbeiten, damit der Gesamtorganismus überlebt. Zu diesem Zweck wurden mit der Zeit Vorgehen entwickelt, die den Betrieb sicherstellen. Verfügt der Organismus dann noch über eine Einstellung, die allen Beteiligten lebenslanges Lernen erlaubt, steht einer digitalen Kultur nichts mehr im Weg. Mit den genannten Punkten sind die wesentlichen Voraussetzungen aufgezeigt, die Digitalisierung wirklich ausmachen.

Bereit für Big Data

Nach über einhundert Jahren ist immer noch die Verarbeitung von Daten das Hauptgeschäft der IT. Die Entwicklung und die Architektur von IT-Systemen sowie die weltweite Vernetzung standen lange im Zentrum der Aufmerksamkeit. Jetzt hat die IT-Industrie ihr ursprüngliches Thema, die Verarbeitung von Daten, wieder neu entdeckt. Mit Big Data hat die Renaissance der Datenverarbeitung einen unwiderstehlichen Titel. Interessant ist das Thema, weil

  • Daten überall gespeichert werden,
  • die Inhalte interpretierbar sind und
  • die geschickte Frage schwierig zu finden ist.

Big Data bietet Mittel, um die Riesenmengen an Daten zu verarbeiten, die Auswertung der Inhalte zu erleichtern und die Formulierung der Fragen zu vereinfachen. An was muss man als Anwender denken, um bereit zu sein für Big Data?

BigData Lupe

  • Daten sind überall
    Trotz längjähriger Konsolidierung und Standardisierung der IT sind die Daten des Unternehmens immer noch in unterschiedlichen Systemen und Formaten, auf verschiedenen Medien und vielfältig mit Passworten geschützt gespeichert. Zusätzlich sind die Stammdaten, wie z.B. Kunden- oder Produktdaten, immer noch redundant in mehreren Datenbanken gespeichert, die von verschiedenen Verantwortlichen kontrolliert werden. Die Datenqualität (z.B. Richtigkeit, Vollständigkeit, Konsistenz oder Aktualität) ist nur schwerlich bewertbar. Am Ende werden Äpfel mit Birnen gemischt und dann ausgewertet. Diese Nachteile werden sich durch Big Data verstärken – nach dem Motto: Faster Disaster.
  • Daten sind interpretierbar
    Die Auslegung der Inhalte hängt von mehreren Aspekten ab. Eigentlich kennen nur die ursprünglichen Ersteller der Daten deren anfänglichen Zweck. Im Laufe der Zeit nutzen andere Mitarbeiter diese Daten für das tägliche Geschäft. Sie aktualisieren die bestehenden Daten und fügen weitere Inhalte mit ihrer eigenen Interpretation hinzu. Von Zeit zu Zeit werden die Daten ausgewertet, verdichtet und in Tabellen und Grafiken aufbereitet. Die Analysten interpretieren die Ergebnisse und leiten neue Erkenntnisse daraus ab. Im Rückblick werden sich die Beteiligten nicht mehr erinnern können, was ihr ursprüngliches Verständnis der Daten war. Das Gleiche wird mit den neuen Big Data noch besser und schneller stattfinden.
  • Geschickt zu fragen ist schwierig
    Neue Ansätze, wie z.B. Data-Mining, bieten die Möglichkeit Daten ohne eindeutige Fragestellungen zu durchsuchen. Dabei finden Programme Muster in den Daten, die im Anschluss geprüft werden. Dies deckt ungewöhnliche Musterungen auf, die sich aus häufiger Wiederholung von Betrugsfällen ergeben. Auf dieser Basis können dann konkrete Fragestellungen formuliert werden, z.B. was hat Kunde XY noch gekauft und nicht bezahlt. Für den wirksamen Einsatz von Big Data müssen die Anwender lernen SMARTe Fragen zu stellen: Spezifisch, Messbar, Adäquat, Relevant und Testbar Bevor die Auswertung gestartet wird, sollten die Indikatoren der Antworten, festgelegt werden. Schließlich werden das Format des Berichts und die Struktur des Ergebnisses festgelegt. Die so erzielten Erkenntnisse lassen sich leichter im Geschäft verwenden.

Fazit: Es wäre ein verhängnisvoller und teurer Fehler Big Data als einen Automatismus zu verstehen, der von alleine Ergebnisse für die betrieblichen Aufgaben findet. Die Datenmenge verdoppelt sich alle zwei Jahre. Damit werden wir uns weltweit bis 2020 laut IDC http://ow.ly/Ao5v7 mit 40 Zettabytes auseinandersetzen müssen. Jetzt ist ein guter Moment sich fit zu machen für Big Data.